Abenteuerliches im April

Morgen ist schon der erste April und bevor ihr denkt, daß der riesige Stapel, der sich diesen Monat bei mir angesammelt hat nur ein Aprilscherz ist, erzähle ich Euch lieber jetzt schnell, was im nächsten Monat alles auf meiner Leseliste steht.
Denn es ist eine ganze Menge zusammen gekommen!

Leider hänge ich noch ein wenig mit meinem Märzstapel hinterher, denn wie viele von Euch ja vielleicht mitbekommen haben, war ich schwer beschäftigt damit, die Wohnung zu renovieren, aber wenigstens habe ich nun endlich ein eigenes Zimmer.
Deshalb setze ich für den April vermehrt auf illustrierte Bücher und Graphic Novels. Hach… ich freue mich, denn es ist viel Spannendes und Abenteuerliches mit dabei.

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Aber beginnen wir mit den Romanen:

Das Buch, auf das ich mich wohl am meisten freue ist Das Verschwinden der Stephanie Mailer von Joel Dicker.
Bereits mit seinen ersten beiden Romanen „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“ und „Die Geschichte der Baltimores“ hat mich Dicker restlos begeistert. Hoffentlich kann „Stephanie Mailer“ daran anschließen.

Spannend hört sich auch Katherine Dions Debütroman Die Angehörigen an.
Es geht um einen Mann, der nach dem Tod seiner Frau feststellt, daß sie wohl Zeit Lebens Geheimnisse vor ihm hatte…

Auf der Buchmesse wurde mir am Stand von weissbooks von Luna Al-Mouslis Roman Als Oma, Gott und Britney sich im Wohnzimmer trafen oder Der Islam und ich vorgeschwärmt.
Ende letzten Jahres haben ja viele Blogger sich die Mühe gemacht, um durchzuzählen, wie hoch die Frauenquote bei ihrer Lektüre war. Ich nahm das zum Anlass, um zu sehen, wie divers ich lese. Das Ergebnis: Während ich ganz gut bei den Persons of Color lag (vorausgesetzt man zählt Asiaten mit) und noch recht okay im Bereich LGBTQ+, war lediglich eine einzige Autorin mit Behinderung dabei und gar keine muslimischen Autoren! Daran wollte ich also ohnehin arbeiten, Luna Al-Mousli scheint da schon mal ein guter Einstieg zu sein.

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Natürlich darf auch der neue Moers nicht fehlen!
In Der Bücherdrache legt Walter Moers zwar nicht den lang erwarteten dritten Teil der „Stadt der träumenden Bücher“-Saga vor, dennoch geht es endlich wieder in die Katakomben von Buchhaim, diesmal allerdings mit dem kleinen Buchling Hildegunst von Mythenmetz.

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Weiter geht es mit den Sachbüchern.
Bei meinem neuen Lieblingsreisebuchverlag, dem Reisedepeschen Verlag ist vor Kurzem Vom Glück zu Reisen erschienen.
Darin setzt sich Philipp Laage wohl ebenso kritisch wie humorvoll mit den Auswüchsen der heutigen Reise-Industrie auseinander; von Selbstfindungstrips über Pauschal-Abenteuerurlaube.

Ein Titel auf den ich schon sehr gespannt bin ist Einfach Mensch sein – Von Tieren lernen von Sy Montgomery. Ihr erstes Buch „Rendezvous mit einem Oktopus“ wurde ja zum Bestseller und mir schon lange von Kollegen ans Herz gelegt. Allerdings habe ich mich nun doch für „Einfach Mensch sein“ entschieden, immerhin wurde es von Rebecca Green illustriert, die zwar in Deutschland weitestgehend unbekannt ist, deren entzückendes Bilderbuch „How to Make Friends with a Ghost“ aber zu meinen Favoriten in diesem Bereich zählt.

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Mit Tieren und Menschen geht es weiter und zwar in zwei Graphic Novels, die von den Forschungsreisen zwei der berühmtesten Naturwissenschaftler ihrer Zeit berichten:
Darwin – An Exceptional Voyage von Fabien Grolleau und Jérémie Royer erzählt von der berühmten Reise auf der Beagle, während Die Abenteuer des Alexander von Humboldt von Humboldt-Expertin und Biografin Andrea Wulf und Illustratorin Lillian Melcher sich mit den Amerika-Reisen des Forschers beschäftigt.
So ähnlich sich die beiden Titel auch vom Thema her sind, so unterschiedlich sind sie in der Umsetzung und den Illustrationen.
Ich freue mich wirklich schon sehr darauf, Euch die Titel diesen Monat noch genauer vorzustellen!

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Bleiben wir bei illustriertem Sachbuch und widmen wir uns den Frauen…
Die Graphic Novel I’m every woman von Liv Strömquist setzt sich auf absolut humorvolle Weise mit Feminismus und Themen, die Frauen bewegen auseinander.

Kickass Women – 52 wahre Heldinnen von Mackenzi Lee dagegen ist im Stil von Büchern wie „Good Night Stories for Rebel Girls“ aufgemacht, wartet aber mit wesentlich unbekannteren Frauen auf, von denen ich zum Großteil noch nie gehört habe, und das obwohl ich im letzten Jahr bereits einige solcher Titel gelesen habe!

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Zu guter letzt bleiben wir bei Geschichten um Frauen und deren grafischer Umsetzung.

The Handmaid’s Tale von Margaret Atwood liegt nun endlich auf Englisch als Graphic Novel vor und wurde wirklich verdammt gut umgesetzt!
Mary Who Wrote Frankenstein ist dagegen ein Bilderbuch, das zwar im englischsprachigen Raum zig Preise gewonnen hat, in Deutschland aber noch weitestgehend unbekannt ist.
Darin geht es um die Geschichte von Mary Shelley… Spannend!

Das ist er also, mein viel zu hoher Aprilstapel und wenn ich mir anschaue, was da alles noch vom März liegt könnte man ein bißchen an meinen Plänen zweifeln…
Allerdings ist nun tatsächlich wieder ein bißchen Ruhe in die Wohnung eingekehrt und ich merke, daß ich wieder Zeit finde, mehr zu lesen.
Der Maistapel wird dann aber garantiert wieder kleiner… Bestimmt!

Welche Titel liegen auf Euren Lesestapeln?
Worauf freut Ihr Euch am meisten und kennt Ihr einige der Titel, die ich heute vorgestellt habe vielleicht schon?
Ich wünsche Euch einen wunderbaren Frühling!

Eure Andrea

Autor: Lesen... in vollen Zügen

Seit 20 Jahren arbeite ich als Buchhändlerin in München und seit 2017 gibt es nun "Lesen... in vollen Zügen". Hier möchte ich euch vorstellen, welche Bücher mich gerade bewegen. Meine Beträge verfasse ich im Plauderton, eben so, wie ich auch mit meinen Kunden im Laden ins Gespäch komme. Der Schwerpunkt liegt dabei auf aktueller deutsch- und englischsprachiger Literatur. Aber ich bin auch ein großer Fan von schönen Illustrationen und stelle deshalb regelmäßig Graphic Novels und spannende illustrierte Sachbücher vor. Zu meinen Lieblingsautoren gehören Haruki Murakami, Banana Yoshimoto und Amélie Nothomb. Außerdem mache ich mir immer wieder Gedanken zum Thema Leseverhalten in der Rubrik Mein Leben als Leser und plaudere aus dem Nähkästchen in Bekenntnisse einer Buchhändlerin. Wem jetzt aber die Züge bei "Lesen... in vollen Zügen" zu kurz kommen, der kann gerne bei In vollen Zügen nach… vorbei schauen. Hier berichte ich von meinen Zugreisen, den Büchern, die mich dabei begleiten, den Städten die ich besuche und natürlich auch von schönen Buchhandlungen, die es dort zu entdecken gibt.

18 Kommentare zu „Abenteuerliches im April“

  1. Ich kennen tatsächlich keines der Bücher, aber ich wünsche dir viel Spaß damit. 🙂 Bei mir ist gestern ein neuer Thriller eingezogen und ansonsten möchte ich einfach nur drei weitere Bücher lesen, damit ich mein Jahresziel von 30 Büchern erreiche.

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  2. Da hast du dir ja viel vorgenommen … 😉
    Ich lasse mich hauptsächlich von Titeln inspirieren und schaue dabei erst einmal nicht auf Geschlecht, Nationalität, Religion, oder Hautfarbe des oder der Schreibenden. Ich kann mir vorstellen, dass eine gehandicapte Person auch lieber gelesen werden möchte, weil sie gut schreibt und nicht, weil sie gehandicapt ist. 😉

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    1. Ja, ich weiß, was du meinst, aber ich finde es auch immer wieder erstaunlich, wie oft man doch „in einer Schiene“ liest und sich dessen manchmal gar nicht bewusst ist.
      Die gehandycappte Autorin war übrigens Jen Campbell. Kennst du zufällig ihre Youtube Videos?
      Da finde ich immer wahnsinnig gute Anregungen und sie erzählt immer wieder davon, wie wichtig eine richtige „representation“ ist.
      In vielen Büchern werden Charaktere mit körperlichen Behinderungen oft auf bestimmte stereotype Weisen beschrieben. Als Mensch ohne Behinderung fällt es einem oft gar nicht auf, weil man vielleicht selber in diesen Stereotypen denkt.
      Da finde ich Jen Campbells Gedanken und Argumente wirklich unheimlich spannend!

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      1. Da hast du sicherlich recht mit der Schiene. Obwohl ich ziemlich quer durch’s Beet lese. Aber wenn ich mal nachdenke, wie viele Personen mit Handicap in den Büchern vorkommen, die ich gelesen habe, dann sind das tatsächlich sehr wenige. Ich werde mich mal bei Jen Campbell umschauen.

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    1. Haha… Hastdusnichtgesehen sind sie volljährig!
      Bisher gefällt mir das Buch sehr gut!
      Ich hab ja schon ein paar in diesem Stil gelesen, aber bei den Kickass Women kenne ich kaum jemanden. Das geht viel weiter in der Geschichte zurück, als ähnliche Titel und ist auch nicht so europazentriert.
      Ausserdem ist es rotzfrech geschrieben. Macht Spaß! 😊

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  3. Hi, Oh, die Geschichte der Entstehung Frankensteins als Bilderbuch? Echte Geschichte mit allem drum rum? kann ich mir eigentlich nicht für die Altersklasse vorstellen 😉 aber kann man ja auch weglassen – ist so genug über, denke ich. Das es bis dato nur auf der Insel erschienen ist, wundert mich nicht, in England wurden auch die Frankenstein Chronicles begeistert geschaut, hier laufen sie glaube ich nur bei Net..ix. Manchmal denke ich, die Engländer haben noch mal eine andere Beziehung zu ihren berühmten Autoren. Aber interessieren würde mich das Buch auch. Mein Stapel ist viel zu hoch, da zu wenig abgebaut. Gott sei Dank war der N. Gaiman wenigstens kurz und für zwischendurch.
    Bin auf Deine Rezensionen gespannt
    Liebe Grüsse
    Nina

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  4. Ui! Ich habe – dank deines tollen Blogposts – zwei neue Bücher auf meiner Wunschliste 😀 „Mary“ und „I’m every woman“ reizen mich sehr 🙂 *rennt in die Buchhandlung*
    LG Gül

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    1. Ausgezeichnet! 🤗
      „Mary“ ist leider ein bißchen schwierig zu bekommen, das muss der Importeur erst mit einem Floß über den Ärmelkanal rudern und anschließend per Postkutsche durch die tiefen Wälder Frankreichs schicken… Anders lassen sich die Lieferzeiten nicht erklären. 😉
      „I’m every woman“ hab ich heute beendet und bin sehr begeistert von den intelligenten Gedanken und der humorvollen Umsetzung.
      Eine Besprechung kommt dann nächste Woche.
      Liebe Grüße zurück,
      Andrea

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      1. Liebe Andrea,
        danke für die Info zu der Lieferzeit xD. So bin ich vorgewarnt. Ich werde mein Glück bei „Mary“ versuchen, da ich ein riesiger Shelley-Fan bin *schmacht* und mich schon auf die Illustrationen freue. „I’m every woman“ reiht sich dann in meine mittlerweile gewachsene Frauenpower-Sammlung ein. ❤

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      2. Ja, ich sehe öfter Bücher zu diesem Thema in den Regalen von Freundinnen oder auf Tischen in Cafés, wenn ich rüberschiele, um zu sehen, was andere so lesen. Entweder gibt es heute einfach mehr Content zu dem Thema oder mehr interessierte LeserInnen 🙂 Wie auch immer der Dreh, ich finde es schön mitzuverfolgen ❤

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      3. Ich glaube, seit dem Erfolg von „Good Night Stories for Rebel Girls“ ist in dem Bereich wirklich viel auf den Markt gekommen. Plus: wir haben ja dieses Jahr 100 Jahre Frauenwahlrecht, das war dann auch nochmal ein guter Anlass, was zu dem Thema zu machen.
        Ist mir lieber, wenn solche Bücher trenden, als wenn der tausendste Liebesschinken auf den Markt kommt. 😂

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