Review: Der Report der Magd

Nachdem Margaret Atwood letztes Wochenende den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels entgegengenommen hat, dachte ich, ich füge auch hier nochmal meine alte Besprechung zu „Der Report der Magd“ ein, die ich vor einer gefühlten Ewigkeit auf meiner privaten Facebook-Seite gepostet habe:

Oh mein Gott! – Warum hab ich dieses Wahnsinns-Buch nicht schon viel früher gelesen?!?
Obwohl „Der Report der Magd“ bereits 1985 geschrieben wurde ist es wohl die Mutter aller Dystopien…

Darin geht es um ein Amerika, das nach einem Militärputsch, der muslimischen Terroristen in die Schuhe geschoben wird, von einer rechten, ultrakonservativen Partei übernommen wird. Durch Umweltverschmutzung und der Ausbreitung von Krankheiten ist die Geburtenrate immer weiter zurück gegangen und so werden Frauen nach und nach alle Rechte, ihre Konten, ihre Arbeit entzogen, denn sie sollen sich nur noch darauf konzentrieren, Kinder zu bekommen.
Dabei gibt es auch Umerziehungslager in denen Frauen mit Drogen und Bestrafungen zu sogenannten Mägden ausgebildet werden. Sie werden den Kommandanten der Regierung als Leihmütter zur Verfügung gestellt…

„Der Report der Magd“ hat mich richtig umgehauen… Nicht nur, weil man immer wieder das Gefühl bekommt, daß das alles passieren könnte, sondern weil alles was Margaret Atwood beschreibt in einer ähnlichen Form schon mal vorgekommen ist.

Lesen!!!

 

Mehr von Margaret Atwood:

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Review: Lady Orakel

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Autor: Lesen... in vollen Zügen

Seit 19 Jahren arbeite ich als Buchhändlerin in München und seit knapp einem Jahr gibt es nun "Lesen... in vollen Zügen". Hier möchte ich euch vorstellen, welche Bücher mich gerade bewegen. Meine Beträge verfasse ich im Plauderton, eben so, wie ich auch mit meinen Kunden im Laden ins Gespäch komme. Der Schwerpunkt liegt dabei auf aktueller deutsch- und englischsprachiger Literatur. Aber ich bin auch ein großer Fan von schönen Illustrationen und stelle deshalb regelmäßig Graphic Novels und spannende illustrierte Sachbücher vor. Zu meinen Lieblingsautoren gehören Haruki Murakami, Banana Yoshimoto und Amélie Nothomb. Außerdem mache ich mir immer wieder Gedanken zum Thema Leseverhalten in der Rubrik Mein Leben als Leser und plaudere aus dem Nähkästchen in Bekenntnisse einer Buchhändlerin. Wem jetzt aber die Züge bei "Lesen... in vollen Zügen" zu kurz kommen, der kann gerne bei In vollen Zügen nach… vorbei schauen. Hier berichte ich von meinen Zugreisen, den Büchern, die mich dabei begleiten, den Städten die ich besuche und natürlich auch von schönen Buchhandlungen, die es dort zu entdecken gibt.

23 Kommentare zu „Review: Der Report der Magd“

    1. In die alte Verfilmung habe ich ein bißchen reingeschaut. Die fand ich ziemlich gut.
      Von der neuen Verfilmung habe ich einige Ausschnitte gesehen, die haben mich zu sehr mitgenommen.
      Bei Gelegenheit muss ich mir das alles mal in Ruhe anschauen, aber so wie sich die Welt im Moment entwickelt hab ich nicht wirklich die Ruhe dafür… Das ist mir alles zu nah an dem was nach und nach passiert.

      Gefällt 3 Personen

  1. Habe das Buch vor Jahrzehnten gelesen. Zu jener Zeit hat es mich vollkommen verstört und arg mitgenommen, wahrscheinlich aus dem Grund, der auch im Review angesprochen wird: Was Margaret Atwood erzählt, ist nicht nur dystopische Fantasie, sondern ist denkbar bzw. in einer ähnlichen Form schon vorgekommen. Vielleicht haben die Jahre mich so gefestigt, dass ich mich jetzt wieder neugierig an die Lektüre wagen kann. Vielen Dank für diese Besprechung!

    Gefällt 3 Personen

  2. ich habe (war es auf deine Empfehlung hin? Es kann gut sein :-)) neulich Lady Orakel von Magaret Atwood gelesen und es hat mir ausnehmend gut gefallen. Irgendwie total abgefahren und absurd, aber gleichzeitig total anziehend und spannend. Ich konnte das Buch icht aus der Hand legen und war somit froh, eine lange Zugfahrt nach Frankreich Zeit zum Lesen zu haben!

    Gefällt 2 Personen

      1. Ich lese jetzt Den Report der Magd und Hilfe, ich bin geschockt! Ich finde es sehr gut, gerade weil, wie du geschrieben hast, alles so möglich realistisch erscheint, nicht zu letzt wegen der großartigen Sprache und dem Schreibstil von Maragaret Atwood. Aber momentan bin ich in einer kleinen Schockstarre, gruselig und der Wahnsinn, wie ein Mensch sich so einem Horrorszenario auch beim Verfassen die ganze Zeit unterziehen kann…

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      2. Ja! An manchen Stellen liest sich das Buch geradezu prophetisch.
        Neulich meinte ein Kunde an der Kasse, als die Dame vor ihm länger wegen Kleingeld gekramt hat, daß sich das ganze mit dem Bargeld eh bald erledigt haben dürfte. Ich hab nur noch an den „Report der Magd“ denken können und wie wir dann alle unter Kontrolle gestellt werden können. Man wird ein bißchen paranoid. Aber es öffnet einem auch die Augen wie schnell alles passieren kann.

        Gefällt 1 Person

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