Review: Colorama – Das Buch der Farben

Mein neues Highlight in der Kategorie „Illustriertes Sachbuch“ ist „Colorama – Das Buch der Farben“ der französischen Designerin Marie-Laure Cruschi, auch bekannt als Cruschiform.

Ich liebe Farben.
Ich liebe „unnützes“ Wissen.
Ich liebe schön illustrierte Bücher…
Ihr ahnt es schon…
Ich liebe „Colorama – Das Buch der Farben“!

Schon alleine die Aufmachung hat mich sofort angesprochen:

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In diesem Buch werden 133 Farbtöne beschrieben.
Auf der rechten Seite findet man ganzseitig die vorgestellte Farbe, auf der linken Seite erwartet den Betrachter eine wunderschöne Illustration und eine kurze Erklärung, woher die Farbe kommt, wie sie zu ihrem Namen kam, oder andere spannende Anekdoten.

Dabei durchläuft man das gesamte Farbspektrum, mit so poetischen Tönen wie „Mondlicht“, „Sonnenaufgang“ oder „Mitternachtsblau“ aber auch „Kackbraun“ wird augenzwinkernd beschrieben.

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Die Ursprünge der Farben sind meist sehr unterschiedlich und so lernt man auf jeder Seite in wenigen Sätzen einiges über Physik, Chemie, Biologie, Geschichte und sogar Sport.

Als kleines Beispiel habe ich die Seite zur Farbe „Tennissand“ ausgewählt.
Große Teile meiner Kindheit verbrachte ich auf Tennisplätzen (mein Dad ist ein begeisterter Spieler), allerdings wusste ich, bis ich dieses Buch gelesen habe nicht, warum Tennissand ausgerechnet rot ist.

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Ich bin absolut verliebt in dieses Buch, weil einfach alles stimmt… Die äußere Aufmachung, die innere Gestaltung und besonders die spannenden und lehrreichen Geschichten zu den Farben, die mit wenigen Sätzen auskommen und vielleicht gerade deshalb im Gedächtnis bleiben.

Von mir gibt es eine absolute Kaufempfehlung für alle, die schön designte Bücher lieben und sich für Kunst und Farben interessieren.

 

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Review: This Adventure Ends

Sloanes Vater ist ein bekannter Autor von schnulzigen Liebesromanen. Doch es fällt ihm immer schwerer, etwas zu Papier zu bringen und so zieht die ganze Familie von New York in ein kleines Küstenstädtchen in Florida, in der Hoffnung, daß er hier den nötigen Abstand findet um wieder zu schreiben.

Sloane erwartet nicht, sofort neue Freunde zu finden, doch dann lernt sie die Zwillinge Vera und Gabe kennen.
Vera ist ein quirliger Instagram-Star, die Sloane sofort in ihr Herz schließt. Gabe dagegen ist ein recht ruhiger und zurückhaltender Typ, bei dem Sloane nicht so recht weiß, was sie von ihm halten soll.

Doch bald beginnt sie zu begreifen, was Gabe umtreibt, denn nach dem Tod seiner Mutter vor zwei Jahren, hat sein Vater eine blutjunge Studentin geheiratet und nun ist auch noch ein Baby unterwegs.
Als das Atelier von Gabe und Veras Mutter ausgeräumt wird, um dem neuen Kinderzimmer Platz zu machen, kommt es zum Eklat, denn das Bild, das ihre Mutter kurz vor ihrem Tod für die Zwillinge gemalt hat, wurde zusammen mit den anderen Bildern verkauft.

Als Sloane Zeugin dieses Streits wird, beschließt sie kurzerhand, sich auf die Suche nach dem verschwundenen Gemälde zu machen.
Helfen soll ihr dabei Remy, Gabes bester Freund.
Zusammen machen sie sich auf, um Hinweisen zu folgen, Galerien zu besuchen und hinter dem Bild herzujagen.

Dabei findet Sloane wirklich wunderbare Freunde und ihr Vater endlich wieder Inspiration, wenn auch durch eine ungewöhnliche Quelle…

„This Adventure Ends“ hat mir wirklich unheimlich gut gefallen, weil es mit ganz wunderbaren, witzigen und schlagfertigen Charakteren daherkommt und nicht jedes Jugendbuch-Stereotyp mitnimmt: es kommt tatsächlich ohne ein zartes Mädchen aus, das gerettet werden muss, ohne Love-Triangle, ohne großes Beziehungsdrama.

In dieser Geschichte steht einfach das Thema Freundschaft im Vordergrund und das mit wirklich liebenswerten Charakteren, an die ich noch lange denken werde.

Schrecklicher deutscher Titel: „Nicht nur ein Liebesroman“
(Aufgemerkt: Die kolibriverseuchte und blütenüberladene deutsche Ausgabe ist beim Königskinder-Verlag erschienen, wird also nicht mehr lange auf dem Markt sein.)

Review: Midnight at the Electric

Der einzige Nachteil daran, Buchhändlerin zu sein, ist für mich, daß ich keine Bücher mehr geschenkt bekomme.
Schade eigentlich, denn ich finde, es ist immer etwas ganz besonderes, wenn man ein Buch verschenkt, daß einen selbst begeistert hat. – Fast ein bißchen so, als würde man einen kleinen Teil seiner Seele mitverschenken. Nach dem Motto: Hier, das habe ich geliebt, ich hoffe so sehr, daß du es auch lieben wirst!

Solche Geschenke vermisse ich. Deshalb schenke ich mir gelegentlich einfach selbst Bücher, über die ich nichts weiß, ausser daß ein anderer Blogger es tränenreich in den Himmel gelobt hat.
Das kann natürlich kolossal schief gehen, manchmal macht man aber auch einen wirklichen Glücksgriff, wie mit „Midnight at the Electric“.

Im Jahr 2065 kämpft man mit den Folgen des Klimawandels; weltweit versinken die Küstenstädte in den Meeren…
Deshalb wurde vor kurzem damit begonnen, eine Kolonie auf dem Mars zu errichten und die junge Biologin und Ingenieurin Adri wurde ausgewählt, das Team zu verstärken.
Auf der Erde wird Adri wohl niemand vermissen, denn ihre Eltern starben schon früh bei einer der großen Klimakatastrophen. Doch kurz vor ihrem Abflug erfährt sie, daß sie noch eine entfernte Cousine hat: die 107jährige Lily.
Kurzentschlossen macht sich Adri auf den Weg zu Lily, die alleine auf einer abgeschiedenen Farm in Kansas lebt. Gesellschaft leistet ihr nur ihre uralte Schildkröte Galapagos.
Eines Nachts entdeckt Adri eine Postkarte aus dem Jahr 1920 auf der Galapagos erwähnt wird. Neugierig geworden macht sie sich auf die Suche nach weiteren Briefen, um hinter das Geheimnis der Schildkröte zu kommen…

1934 ist kein gutes Jahr um in Kansas zu leben, denn der Dust Bowl, eine der schlimmsten Dürrekatastrophen der USA, hat das Land fest im Griff.
Catherine, die mit ihrer Mutter, ihrer kleinen Schwester Beezie und der Schildkröte Galapagos inmitten des Dust Bowls lebt, kann nicht verstehen, warum ihre Mutter die kleine Farm nicht verlassen möchte.
Denn Beezie leidet schon an Staublunge und Catherine wird klar, daß sie alles was liebt zurücklassen muss, wenn sie ihre kleine Schwester retten will…

1919 erholt man sich in England langsam von den Folgen des Krieges, doch Lenore leidet noch sehr darunter. Ihr Bruder ist im Kampf gefallen und ihre beste Freundin Beth wurde zu Beginn des Krieges nach Amerika geschickt, um dort in Sicherheit zu sein. Lenore vermisst Beth sehr, schreibt ihr fast täglich, doch Antworten erhält sie nur selten.
Da begegnet sie in einer verfallenen Hütte im Wald den rätselhaften James, der im Krieg entstellt wurde und sich nun vor der Welt versteckt. Bald wird er Lenores engster Vertrauter, doch immer wieder entdeckt sie Widersprüche in seinen Erzählungen.
Kann sie im wirklich vertrauen?

„Midnight at the Electric“ war ein Buch, daß mich sehr berührt hat.
Anfangs dachte ich, daß die Geschichten irgendwie durch die Schildkröte verbunden sein müssen, später vielen mir dann immer mehr gemeinsame Themen auf…
Drei Frauen, alle auf der Flucht vor menschengemachten Katastrophen: dem Krieg, der Dürre, dem Klimawandel.
Erst gegen Ende, wenn man die fehlenden Puzzleteile zusammensetzt, stellt man fest, wie eng verbunden die drei Geschichten wirklich sind.

Ich muss zugeben, daß ich die letzten fünfzig Seiten Rotz und Wasser geheult habe.
Ein wirklich wunderbares Buch!
Schade, daß es noch nicht übersetzt wurde.

Lesegrüße vom Gardasee

Diesen Sommer bin ich ja nicht nur einmal, sondern gleich zweimal in Italien und den Anfang machte nun letztes Wochenende ein Ausflug zum Gardasee.
Da ich schon wusste, daß ich die meiste Zeit meinen Kindern hinterherjagen darf, stellte ich mich also darauf ein, nicht besonders viel zum Lesen zu kommen. Also packte ich kurzerhand einige Comics und Mangas ein, die ich an teilweise recht ungewöhnlichen Orten lesen sollte…

Nach fünf Stunden Fahrt kamen wir gut und ohne Stau in Peschiera am Südufer des Gardasees an.
Die Hitze erschlug uns fast, als wir aus dem Auto ausstiegen, also schnell die Koffer in die Ferienwohnung getragen und sofort weiter zum Strand!

Es ist ja am Gardasee oft nicht leicht, einfach so Baden zu gehen. Viele Strandabschnitte gehören zu Hotels oder Campingplätzen, andere Strände verlangen 6 € Leihgebühr für eine Liege… pro Stunde! Und wer da einfach sein Handtuch auf den Boden wirft und sich hinlegt, macht dann schnell Bekanntschaft mit der Strandaufsicht.

Deshalb hatten wir uns schon vorher schlau gemacht und einen Strand in Santa Maria di Lugana (zwischen Peschiera und Sirmione) gefunden, der nicht nur kostenlos war, sondern – Hallelujah! – auch noch über einen ebenso kostenfreien Parkplatz verfügte!

Das Wasser ist an dieser Stelle recht flach. Ich musste fast hundert Meter hinausgehen, bis ich wirklich keinen Boden mehr unter den Füßen hatte.
Für die Kinder war es natürlich ideal und sie planschten den ganzen Nachmittag in den Wellen und sammelten Muscheln.

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Nachdem ich mich ein bißchen abgekühlt hatte, schnappte ich mir also den ersten Teil der „Saga“-Comics von Brian K. Vaughan.
Zur Zeit stolpert man ja gefühlt überall über seine Geschichten…

Was soll ich sagen? „Saga“ hat mich absolut begeistert und das trotz viel grafischer Gewalt, womit man mich ja eigentlich jagen kann. Die Figuren sind zum Teil wirklich schräg, wie Roboterwesen mit menschlichen Körpern und einem Röhrenbildschirm als Kopf, und gelegentlich auch schwer anzusehen, wie der Geist eines Teenagermädchens deren Unterleib fehlt, weswegen man ihr Innenleben leider allzugut sehen kann.
Eigentlich würde ich mir den Comic auf diese Beschreibung hin nie und nimmer kaufen, aber schon auf der zweiten Seite musste ich grinsen und ab Seite drei hatte ich die Protagonisten fest ins Herz geschlossen.
Teil zwei und drei sind schon bestellt!

Am zweiten Tag stand der Caneva Aquapark auf dem Programm.
Als Kind war ich ja mit meinem Dad in Florida und habe dort Typhoon Lagoon und Blizzard Beach besucht und Caneva hat die Gestaltung hier ganz klar abgekupfert.
Dazu dann noch einige Rutschen, die selbst mir als Rutschen-Enthusiastin recht fragwürdig erscheinen und fertig ist ein großer Spaß für die ganze Familie!

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Diesesmal kam dann gleich der nächste Brian K. Vaughan Comic mit, nämlich „Paper Girls“. Ich habe das Gefühl, jeder liest zur Zeit diesen Comic, zumindest lässt es Instagram vermuten.
Im direkten Vergleich fand ich aber „Saga“ deutlich besser und das, obwohl es in „Paper Girls“ lang nicht so blutrünstig zugeht.
Der Zeichenstil erinnert sehr an die 80er Jahre, die Illustrationen kommen in knalligen Pink-, Lila- und Blautönen daher.
Nachdem es sich hier um eine Zeitreisegeschichte handelt, werde ich auf jeden Fall mal in Band zwei hineinblättern. Oft entwickeln solche Geschichten ja noch viel mehr Potenzial, wenn sie die Möglichkeit haben, sich in sich selbst zu verschachteln.

Mit dem Thema Zeitreise ging es dann an Tag drei im Gardaland weiter. Nämlich mit dem zweiten Teil von „Orange“ von Ichigo Takano.
Zu Mangas hatte ich bisher eigentlich keinen Zugang, „Orange“ wurde mir dann auch für Nicht-Manga-Leser empfohlen und nach anfänglichen Startschwierigkeiten (nein, ich habe das Buch nicht verkehrt herum gehalten!) habe ich vor kurzem Band 1 gelesen.

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In „Orange“ geht es um die Schülerin Naho, die plötzlich Briefe von ihrem zehn Jahre älteren Ich erhält.
So versucht sie, den Selbstmord eines Freundes zu verhindern und Naho beginnt, in die Geschichte einzugreifen.
Ich finde, daß die Handlung noch viel Potenzial hat, denn im Moment sieht es so aus, als könnte Naho ihr zukünftiges Leben beeinflussen, was für mich als Mutter dann natürlich die Frage aufwirft, ob sie sich irgendwann entscheiden muss, der Geschichte doch ihren Lauf zu lassen, um nicht zu verhindern, daß ihr Kind zur Welt kommt.
Da bin ich sehr gespannt!

Im Gardaland hatten die Kinder unheimlich viel Spaß!
Ich freue mich ganz besonders, daß es immer noch Attraktionen aus meiner Kindheit gibt, wie zum Beispiel die Raupen-Achterbahn, und ich meine Erinnerungen so mit meinen Kindern teilen kann.

„Orange“ Band 3 stand am vierten und letzten Tag auf dem Plan. Zusammen mit dem Movieland Park.
Hier wurde fleißig bei den Universal Studios geklaut und ich vermute, der besondere Reiz der Attraktionen ist, daß man sich einfach nur freut, überlebt zu haben.
Und das ist nicht mal übertrieben… Jeder TÜV-Prüfer würde hier vermutlich einen Nervenzusammenbruch bekommen. Die Kinder und ich waren begeistert!
Besonders, weil wir bei der Bullenhitze ständig bis auf die Unterwäsche durchnässt wurden. Das tat richtig gut!

Letztendlich war es ein wahnsinnig schöner Ausflug. Die Kinder hatten so viel Spaß und ich kam zwar nicht wirklich zum Lesen, konnte ich mir die Wartezeit vor den Kinderkarussels aber gut mit Comics und Mangas vertreiben.

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Nur einen einzigen Roman habe ich mitgenommen, nämlich „Weit weg von Verona“ von Jane Gardam… Wo sonst sollte ich ihn denn lesen, wenn nicht gar nicht so weit weg von Verona?
Nachdem ich aber eigentlich nur morgens ein wenig Zeit für mich hatte, wenn die Kinder noch geschlafen haben, konnte ich nur knapp ein Viertel des Buches lesen.
Jetzt muss ich also doch weit weg von Verona zu Ende lesen…

Am Wochenende geht es dann auch schon wieder weiter noch Südtirol.
Ich freue mich schon, hoffe aber, daß es ein klein wenig entspannter wird und ich vielleicht ein bißchen mehr zum Lesen komme.

Liebe Sommergrüße,
Andrea

Review: Sunshine State

Mittlerweile dürften wohl die meisten mitbekommen haben, daß ich an Büchern mit schönen Covern einfach nicht vorbeigehen kann… Nicht einmal dann, wenn die Kritiken ziemlich verhalten sind.
So auch bei „Sunshine State“…
Bei einer so wunderschönen Gestaltung muss man doch zuschlagen!
Oder hätte ich besser auf die Kritiken gehört?

In „Sunshine State“ hat Sarah Gerard acht sehr unterschiedliche Essays versammelt; sowohl die Länge als auch die Themen der Geschichten variieren stark.
Das verbindende Element ist wohl einfach, daß sie alle in Florida spielen.

Es gibt kürzere, sehr persönliche Geschichten und längere Essays, die sich fast wie Drehbücher oder Exposés zu kurzen Dokumentarfilmen lesen.
Darin geht es um die verschiedensten Themen; von einer Firma, die mit dem Schneeballsystem den großen Reibach macht, während alle Leute, die für sie arbeiten verarmen, einer Kirche, die darum kämpft, kostenloses Frühstück für Obdachlose anzubieten, bis zu dem Gründer einer Vogelauffangstation, der dafür berüchtigt ist, Vögel mit nach Hause zu nehmen und dort regelrecht zu horten…

Die anderen Besprechungen, die ich zu diesem Buch gelesen habe, warnten davor, daß die Qualität der Geschichten sehr stark variieren würde und ich kann das nur bestätigen.
Manche Essays sind wirklich interessant und besonders Gerards persönlichere Erzählungen sind zum Teil sehr berührend und stellenweise wunderbar spitzfindig, andere Geschichten dagegen sind einschläfernd langweilig.

Ich habe überlegt, woran es liegen könnte, und zum Teil unterscheidet sich der Schreibstil sehr stark, zum anderen waren auch einfach Themen dabei, die mich absolut nicht fesseln konnten.

Schade! Denn neben dem schönen Cover gibt es hier wirklich gute Denkansätze… nur leider konnten mich zwar einzelne Geschichten, nicht aber das ganze Buch überzeugen.

Auf in den August!

Es ist August, das Wetter ist wunderbar, eigentlich schon ein bißchen zu heiß und wenn ihr das hier lest, bin ich gerade im schönen Italien, denn ich fleißiges Bienchen habe noch meine Monatsplanung für Euch vorgeschrieben.

Der August ist immer ein Monat, in dem ich möglichst keine Novitäten lese, einfach aus dem Grund, daß ich die nächsten Monate fast nur Neuerscheinungen durcharbeiten werde.
Als vorbildliche Buchhändlerin muss ich schließlich wissen, was man dieses Jahr an Weihnachten verschenken kann! 😉

Deshalb mache ich im August nochmal einen kleinen persönlichen Leseurlaub. Ein kurzes Luftholen, bevor ich mich in die Novitäten stürze.

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Na gut… Eine Neuerscheinung durfte dann doch mit… Nämlich „Weit weg von Verona“ von Jane Gardam. Warum? Weil ich, wenn dieser Beitrag online geht, gar nicht weit weg von Verona bin und ich gerne „rebellisch“ lese. 😉
Von Jane Gardam habe ich bisher nur „Old Filth“ („Ein untadeliger Mann“) gelesen und auch wenn mir der Stil sehr gefallen hat, hat mich die Geschichte nicht wirklich packen können.
Die Handlung von „Weit weg von Verona“ hört sich jedoch ziemlich vielversprechend an. Eine Protagonistin, die immer die Wahrheit sagt? – Das verspricht spannend zu werden!

Mit nach Südtirol darf dann eine Woche später „The Uncommon Type“ („Schräge Typen“) von Tom Hanks.
Da der liebe Ehemann wegen seiner neuen Arbeitsstelle nicht mit in den Urlaub kann ist mein Vater eingesprungen und freut sich schon darauf, die Gegend um Meran mit seinen beiden Lieblingsenkeln unsicher zu machen.
Weil er die Filme von Tom Hanks immer gerne sieht, dachte ich, es wäre bestimmt ganz schön, dieses Buch mit in den gemeinsamen Urlaub zu nehmen und sich vielleicht ein bißchen daraus vorzulesen.

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Ohne Coverkäufe geht es wohl nie, deshalb durfte „Nobody Is Ever Missing“ („Niemand verschwindet einfach so“) von Catherine Lacey mit, obwohl die Besprechungen, die ich bisher gelesen habe eher so lala waren.
Wunderschön finde ich auch das Cover von „Never Mind“ von Edward St Aubyn. Erst später bin ich dahinter gekommen, daß es ja der erste Teil der Patrick Melrose-Reihe ist, die vor kurzem mit Benedict Cumberbatch verfilmt wurde. Gesehen habe ich die Serie noch nicht. Jetzt wird erstmal gelesen!

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Zwei Titel bei denen ich noch gar nicht weiß, was mich erwartet, sind „This Adventure Ends“ („Nicht nur ein Liebesroman“) von Emma Mills und „Aquarium“ (Deutscher Titel ist überraschenderweise auch „Aquarium“) von David Vann.
Beide Bücher wurden von verschiedenen Bloggern über den grünen Klee gelobt, also immer her damit!

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Das Buch, auf das ich diesen Monat am meisten gespannt bin, ist „The Water Cure“ von Sophie Mackintosh. Ich hatte es mir schon ausgesucht, da rutschte es noch auf die Longlist für den Booker Prize.
Offenbar ist es ein dystopischer Frauenroman im Stil von Der Report der Magd. Hoffentlich ist meine Erwartungshaltung deshalb nicht zu hoch. 😉

Und endlich mal kümmere ich mich ein wenig um den SUB-Abbau mit „Schwimmen“ von Sina Pousset. Wie vielen anderen Bloggern wurde mir das Buch letzten Herbst vom Verlag zugeschickt und bisher habe ich nur überschwängliche Kritiken gelesen, aber nachdem ich ja eine schreckliche Jahreszeiten-Leserin bin, lag das Buch bis jetzt ungelesen herum. Jetzt bin ich aber gespannt!

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Zusätzlich durfte noch ein ganzer Stapel Comics, Mangas und natürlich die obligatorische Graphic Novel mit.
Diesen Monat ist es ein ziemlicher Wälzer, nämlich „Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß“ nach dem gleichnamigen Roman von Hiromi Kawakami, illustriert von Jiro Taniguchi.
Denn ich werde die nächsten Wochen viel Zeit am See, Pool, und Spielplatz mit meinen Kindern verbringen. So richtig kann ich mich da nie auf Romane konzentrieren. Da ist es besser, ich kann alle paar Bilder kurz aufschauen um zu sehen, was die Jungs treiben. 😉

Ich freue mich wahnsinnig auf den Urlaub und hoffe, ich komme bei all dem Freizeitstress noch zum Lesen!

Was habt ihr im Sommer geplant?

Ich wünsche Euch einen wunderschönen August!

Liebe Grüße,
Andrea

PS: Diese Woche feiere ich ja meinen ersten Bloggeburtstag. Schaut deshalb auf jeden Fall auch noch bei meinem Gewinnspiel vorbei!

1. Bloggeburtstag und ein kleines Gewinnspiel

Heute ist es also soweit!
Vor genau einem Jahr ging Lesen… in vollen Zügen online…
Zeit, eine kleine Bilanz zu ziehen!

Seit ein paar Jahren schon habe ich immer wieder Besprechungen auf meiner privaten Facebook-Seite gepostet. Hauptsächlich für meine Buchhändler-Kollegen, aber auch andere meiner Facebook-Freunde nahmen meine Empfehlungen immer wieder gerne als Anregung.
Es war wirklich ein schönes Gefühl, wenn sich jemand, mit dem ich seit Jahren wenig Kontakt hatte, bei mir meldete um mir zu sagen, wie sehr ihm/ihr ein Buch gefallen hatte.
Auf der anderen Seite gab es auch immer wieder viel Frust… Denn einige meiner Freunde machten es sich zur Aufgabe, meine Besprechungen zu korregieren und mir Nachrichten zu schicken, in denen ich auf fehlende Kommas, verdrehte Buchstaben oder veraltete Rechtschreibung aufmerksam gemacht wurde.
Es war bestimmt lieb gemeint, aber an manchen Tagen frustrierten mich diese Nachrichten so sehr, daß ich alles hinschmeißen wollte. Denn es ist für mich nicht leicht, einen perfekten Beitrag zu schreiben.

Mein Kleinster ist noch nicht im Kindergarten, wer also einen meiner Blogposts liest kann sich vorstellen, wie ich ihn schreibe, während der Kleine neben mir Purzelbäume schlägt, oder der Große mit seinen Mathehausaufgaben unter meiner Nase herumwedelt.
Es ist für mich fast unmöglich, eine ruhige Minute zum Bloggen zu finden. Und selbst wenn ich meine Beiträge zweimal durchlese und ein Rechtschreibprogramm benutze… der ein oder andere Fehler wird sich wohl nie vermeiden lassen, solange ich konstant abgelenkt bin.

Doch immer wieder wurde ich gefragt, ob ich mir nicht vorstellen könnte, meine Besprechungen öffentlich zu machen, aber meine größte Angst war, daß aus den gelegentlichen Korrekturmails meiner Freunde ein wahres Korrekturgewitter wildfremder Menschen werden würde.

Vor einem Jahr dann war ich von Facebook ziemlich genervt.
In meiner Newsfeed las ich plötzlich so gut wie gar nichts mehr von Freunden, alles war voller Clickbait und Werbung.

Also wagte ich den Versuch hier auf WordPress Beiträge zu schreiben.
Meinen ersten Beitrag habe ich bestimmt zehnmal durchgelesen, aus Angst, daß mich ein falsch gesetztes Komma zum Spott des Internet machen würde.
Aber dann passierte… nichts.
Wochenlang nahm kaum jemand Notiz von „Lesen… in vollen Zügen“, dafür begann ich die Bloggerwelt um mich herum zu erkunden.
Jeden Tag entdeckte ich neue Buchblogs und ich freute mich so ungemein, einen Platz gefunden zu haben, an dem so viele Menschen Bücher so sehr liebten, wie ich.

Mit der Zeit traute ich mich, Kommentare zu schreiben, Bücher zu empfehlen, in kleine „Gespräche“ verwickelt zu werden…
Und plötzlich fühlte ich mich pudelwohl.
Immer mehr Leute besuchten meine Seite und tauschten sich mit mir aus… Es ist wirklich eine Freude und eine unerwartete Bereicherung meines Lebens.

Dafür möchte ich Euch allen danken und ein kleines Gewinnspiel veranstalten.

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Zu gewinnen gibt es ein kleines Paket mit folgendem Inhalt:
Die „Gebrauchsanweisung fürs Lesen“ von Felicitas von Lovenberg. Auch wenn ich sicher bin, daß sie keiner von euch braucht, gibt es einige schöne Anregungen und Ideen für jeden Bibliophilen.
Eines meiner liebsten kleinen Geschenkbücher: „Alle Kinder – Ein ABC der Schadenfreude“. Kennt ihr „Alle Kinder“ schon? Wenn nicht; es ist ein Buch mit diesen alten Kindernamensreimen, allerdings ziemlich zynisch und lustig illustriert.
Und damit ihr den Faden nicht verliert, gibt es noch ein schickes Set mit drei Oscar Wilde Magnetlesezeichen.

Hab ich Euch auf den Geschmack gebracht? 😉

Dann kommen jetzt die Teilnahmebedingungen:

Teilnehmen kann jeder Follower meines Blogs.
Ihr müsst nur einen kleinen Kommentar unter diesem Post hinterlassen, in dem ihr mir schreibt, was Euch gefällt, oder was Ihr Euch in Zukunft noch von meinem Blog wünschen würdet.
Teilnahmeschluß ist der 08.08.2018 um 23:59 Uhr.
Der Gewinner wird dann ausgelost und unter diesem Post bekannt gegeben.
Bitte meldet euch dann bei mir und schreibt mir Eure Adresse, daß ich Euch den Gewinn zusenden kann. Eure Adresse wird von mir natürlich weder weitergegeben noch gespeichert.
Bitte denkt daran, daß aktuell Ferien sind und ich den Gewinn je nachdem, wann Ihr Euch meldet vielleicht nicht sofort losschicken kann, weil ich unterwegs bin. 😉

Ich danke Euch allen nochmal für dieses schöne, spannende Jahr mit all den netten Kommentaren und Gesprächen!

Auf ins nächste Blogjahr!

Liebe Grüße,
Andrea