Review: Weihnachten auf der Lindwurmfeste

Wer die Zamonien-Bücher von Walter Moers kennt, der weiß, was es mit der Lindwurmfeste auf sich hat: ein riesiger, kegelförmiger Felsen, der von Dinosauriern (im Volksmund auch „Lindwürmer“ genannt) bewohnt wird und auf dem sich alles um Bücher und Literatur dreht.

Die Lindwürmer sind Dichter, Denker und Bestsellerautoren, doch von ihren seltsamen Bräuchen wusste man außerhalb der Lindwurmfeste kaum etwas, bis nun Hildegunst von Mythenmetz einen Brief an seinen Freund Hachmed Ben Kibitzer geschrieben hat, in dem er von dem sonderbaren Fest Hamoulimepp, das unserem Weihnachtsfest überraschend ähnlich ist, berichtet.

Wie bei uns an Weihnachten werden die Lindwurmkinder reich beschenkt, allerdings nicht vom Christkind, sondern dem Hamoulimepp, das – je nach persönlicher Überzeugung – unter anderem die Gestalt eines quergestreiften Wolkengeistes, eines riesigen blauen Blumenkohls mit drei Beinen oder einer verrückten Gämse mit sieben Hörnern hat.

Statt Christbäume zu schmücken brechen die Lindwürmer große Stalaktiten in den Höhlen der Feste ab, die die Kinder dann bunt bemalen und schmücken dürfen und statt von christlicher Nächstenliebe handelt die Hamoulimepppredigt von der vorschriftlichen Faltung von Bettlaken aus Wildleder…

Doch einige Bräuche sind wirklich schön; so schön sogar, daß man ein bißchen traurig ist, daß wir keine Äquivalente dazu haben.
So gibt es am zweiten Hamoulimepp-Feiertag einen großen Bücherräumaus auf der gesamten Lindwurmfeste, bei dem jeder Bewohner eine Kiste mit ausrangierten Büchern vor seine Türe stellt und dann die Stadt durchstreift, um die Bücherkisten der anderen zu begutachten.

Auch schön: der Brauch der Lindwurmfesteschneckengedichte.
Hier werden die heimischen Lindwurmfesteschnecken eingefangen, vorsichtig mit Gedichten beschriftet und anschließend wieder freigelassen.
Ist die Schnecke irgendwann mal eines natürlichen Todes gestorben, darf man sich das Häuschen mit den Gedichten aneignen. Im besten Fall ist natürlich das Gedicht eines berühmten Lindwurmes darauf.

„Weihnachten auf der Lindwurmfest oder Warum ich Hamoulimepp hasse“ ist ein humorvolles Büchlein, das in keiner Zamonien-Sammlung fehlen sollte.
Illustriert wurde der Text von Walter Moers und Lydia Rode, mit der er ja schon an Prinzessin Insomnia & der alptaumfarbene Nachtmahr zusammengearbeitet hat, hat Taxonomische Tafeln, wie man sie aus alten Naturkundebüchern kennt, beigesteuert. Sehr schön!

2018-12-11_14.56.24

PS: Als kleines Hamoulimepp-Geschenk findet man am Ende des Buches noch eine kurze Leseprobe von Moers neustem Buch „Der Bücherdrache“, das im Frühjahr 2019 erscheinen wird.

 

Advertisements

Meine Weihnachtsgeschenketipps: Für Literaturliebhaber

Und schon haben wir den zweiten Advent und ab nächster Woche können wir dann alle in eine gepflegte Weihnachtspanik verfallen.
Von meiner Seite gibt es deshalb heute schon mal ein paar Tipps, welche Bücher Ihr getrost unter Euren Christbaum legen könnt.
Alle Titel sind dieses Jahr erschienen und sollten in jeder Buchhandlung vorrätig sein.

Zu jedem Buch schreibe ich hier ein paar Zeilen, eine ausführliche Rezension findet Ihr immer, wenn Ihr auf die blau unterlegten Titel klickt.
Viel Spaß beim Stöbern!

2018-11-28_14.24.31

Wolf Haas: Junger Mann

Am häufigsten habe ich die letzten Wochen dieses Buch im Laden empfohlen.
In „Junger Mann“ erzählt Wolf Haas von einem übergewichtigen Jungen, der sich in Elsa, die Frau des Fernfahrers Tscho verliebt.
Natürlich setzt er alles daran, der Angebeteten näher zu kommen, da packt ihn Tscho eines Tages kurzentschlossen ein und nimmt ihn mit auf einen denkwürdigen Roadtrip Richtung Griechenland.

„Junger Mann“ macht einfach Spaß zu lesen, es ist leicht geschrieben ohne dabei trivial zu werden, hat gelegentlich regelrecht philosophische Momente und dürfte Fernfahrer wie Akademiker gleichermaßen ansprechen.

Das perfekte Geschenk für: junge Männer, alte Männer und natürlich auch alle Altersgruppen dazwischen, genauso wie für Frauen… Einfach für alle, die gut geschriebene, humorvolle Bücher lieben.

2018-09-20_10.33.50

Alex Capus: Königskinder

In „Königskinder“ bleibt das Ehepaar Max und Tina mit ihrem Auto auf einem verschneiten Gebirgspass liegen. Um sich die Zeit zu vertreiben, beginnt Max die Liebesgeschichte von Jakob und Marie zu erzählen, allerdings nicht ohne daß sich Tina nicht immer wieder einschalten und die Handlung verändern würde…

Dieses Buch eignet sich einfach perfekt dazu, es sich gegenseitig an langen Winterabenden vorzulesen. Mit seinem leichten und charmanten Erzählton hat Alex Campus Charaktere geschaffen, die einem sofort sympathisch sind.

Das perfekte Geschenk für: alle Paare, egal ob sie erst vor kurzem zusammengekommen sind wie Jakob und Marie, oder sich schon so lange kennen wie Max und Tina.

2018-09-16_09.25.41

Juli Zeh: Neujahr

Nicht ganz so gemütlich geht es dagegen in Juli Zehs neustem Buch „Neujahr“ zu.
Darin fährt der Familienvater Henning mit Frau und Kindern über die Feiertage nach Lanzarote. Doch als er sich eine kurze Auszeit gönnt und zu einer Radtour in die Berge aufbricht, bricht auch ein Trauma auf, das lange in ihm geschlummert hat…

Das perfekte Geschenk für: eigentlich alle, aber besonders Eltern von kleinen Kindern werden dieses Buch mit Gänsehaut lesen.

2018-09-06_10.52.32

Benedict Wells: Die Wahrheit über das Lügen

Für alle, die wenig Zeit zum Lesen haben empfehle ich dieses Jahr gerne „Die Wahrheit über das Lügen“, eine Sammlung von zehn Kurzgeschichten des literarischen Ausnahmetalents Benedict Wells.

In jeder Geschichte schlägt Wells einen anderen Erzählton an, schlüpft in völlig unterschiedliche Charaktere und macht auch den ein oder anderen Ausflug in die Welt des magischen Realismus.

Das perfekte Geschenk für: Studenten im Prüfungsstress und jeden, der immer sagt, er hätte keine Zeit, ein Buch zu lesen. Die Geschichten haben zwar recht unterschiedliche Längen, trotzdem lässt sich jede einzelne recht schnell durchlesen.

2018-09-14_10.21.03

Der Held im Pardelfell

Für alle, die keine Lust auf zeitgenössische Literatur haben empfehle ich dieses Jahr den georgischen Nationalepos „Der Held im Pardelfell“.
Diese Geschichte genießt in Georgien in etwa den selben Status wie hierzulande das „Nibelungenlied“ und wurde nun von Tilman Spreckelsen zeitgemäß nacherzählt.
Dabei ist die Legende zweier Ritter, die versuchen die Frauen, die sie lieben für sich zu gewinnen, überraschend modern und multikulturell.

Illustriert wurde die Geschichte wieder immer ganz wunderbar von meiner Lieblingsillustratorin Kat Menschik, was den „Held im Pardelfell“ nicht nur zu einem Klassiker der Literaturgeschichte, sondern auch zu einem bibliophilen Meisterwerk macht.

Das perfekte Geschenk für: alle die Märchen und Sagen lieben und illustrierte, wunderschön gemachte Bücher zu schätzen wissen.

Für den Fall, daß jetzt aber jemand sagt: „Nein, nein… Die Person, der ich das schenken will hat schon alles gelesen. Alles!!!“, habe ich noch einen Bonus-Tipp.
Mein Favorit in der Königsdisziplin „Hat schon alles, kennt schon alles“ ist „Bibliophile“ von Jane Mount.

2018-12-08_19.14.41

Leider ist dieser Titel bisher nur auf Englisch erschienen, allerdings kann er recht schnell bestellt werden und manche Buchhandlungen (wie zum Beispiel meine) haben ihn auch vorrätig.

In diesem Buch vereint Jane Mount alles, was den Bibliophilen glücklich macht.
Den Großteil machen illustrierte Bücherstapel zu allen möglichen Themen aus. Daneben werden einzigartige Buchhandlungen nebst der dort lebenden Hunde und Katzen vorgestellt, es gibt verschiedene Rätsel, in denen man beispielsweise die passenden Planeten zu SciFi-Geschichten zuordnen muss.
Auf jeder Seite entdeckt man Neues und hat sofort das Bedürfnis, all die wunderbaren Buchhandlungen zu besuchen und die Bücher stapelweise herauszutragen!

2018-12-08_19.24.14

So… das also waren meine Geschenketipps im Bereich Literatur. Nächste Woche empfehle ich Euch dann noch ein paar richtig gute und vor allem schöne Sachbücher für jede Altersgruppe.

Bis dahin wünsche ich Euch einen schönen Advent und lasst Euch nicht stressen!

Eure Andrea

Und hier nochmal meine Tipps, wie ihr den Geschenkekauf zur Weihnachtszeit möglichst stressfrei über die Bühne bringt:

Willkommen im Weihnachtswahnsinn

2017-12-03_11.24.40

Review: Der magische Adventskalender

Jonas ist ein schwieriger, bockiger Junge, der sich seit dem Tod seiner Großmutter vor einem Jahr mehr und mehr zurückgezogen hat. Doch am ersten Dezember macht er eine Entdeckung, die alles verändern wird.
Denn vor seiner Tür liegt ein seltsames Holzkästchen, ein Adventskalender, dessen Türchen sich jedoch nicht öffnen lassen. Stattdessen sind auf allen Türen Symbole, die für Menschen aus Jonas engerem oder auch weiterem Bekanntenkreis stehen. Nur mithilfe der richtigen Person am richtigen Tag lässt sich der Adventskalender öffnen und so muss Jonas lernen, wieder auf die Leute zuzugehen, um Hilfe zu bitten und auch etwas für andere zu tun…

Eine wirklich schöne Geschichte, die mir ein bißchen bekannt vorkam.
Euch auch?
Denn „Der magische Adventskalender“ wurde vor zwei Jahren im Rahmen einer Werbekampagne für die Telekom geschrieben. Damals gab es die Geschichte allerdings noch nicht als Buch, sondern als zweiminütigen Werbespot, den ich seinerzeit auch gesehen hatte und mich wohl unterbewusst beim Lesen daran erinnert habe.
Außerdem hat Rufus Beck die damalige Fassung als Hörbuch eingelesen, welches man sich auch gratis im Netz anhören kann.
Nun hatte Jan Brandt aber die Gelegenheit, diese schöne Geschichte nochmal nach seinen eigenen Vorstellungen zu bearbeiten und ihr eine persönlichere Note zu verleihen.

Illustriert wurde „Der magische Adventskalender“ von Daniel Faller, der daraus kein süßliches Winterwunderland machte, sondern dem Ganzen einen eher düsteren Look in Blau- und Schwarztönen gab, was mir persönlich richtig gut gefällt. Ich mag es ja, wenn Verlage Neues ausprobieren und nicht dem üblichen 08/15-Schema folgen.

2018-12-07_11.41.05

Vielleicht wirkt dieses Buch auf den ersten Blick ein wenig fehl am Platz, wenn man es auf dem Weihnachtstisch zwischen all den pummeligen Englein und fröhlichen Weihnachtsmännern sieht, doch lasst Euch davon nicht täuschen: die Geschichte ist spannend, geht ans Herz und spricht Leser aller Altersgruppen gleichermaßen an.
So kann man es auch wunderbar zur abendlichen Adventslektüre für die ganze Familie machen.

Wenn Ihr nun an dieser Stelle sagt: „Das hört sich aber gut an, doch wo nur wo bekomme ich dieses wunderbare Buch?“, dann schaut doch noch bei meinem Gewinnspiel vorbei:

Weihnachtliches im Dezember und ein kleines Gewinnspiel

2018-12-02_11.20.21

Im Rahmen der Aktion #GeschichtenvomTeilen des Dumont Verlages verlose ich nämlich noch bis morgen Abend (Samstag, den 08.12.2018 um 23:59 Uhr) ein Exemplar von „Der magische Adventskalender“.
Schaut mal vorbei!

Review: Marlène

Dan, Richard, Nath und Mona… eine Familie im weitesten Sinne.
Richard, der Kriegsheimkehrer, der im zivilen Leben nicht zurechtkommt, in die Kleinkriminalität abrutscht und zunächst im Knast landet, seine Frau Nath, die es noch einmal wissen will und mit jungen Männern anbändelt, Mona, die achtzehnjährige Tochter der beiden, die keinen Nerv für das ganze Drama hat und kurzerhand auszieht und natürlich Dan, der diese Familie fast im Alleingang zusammenhält.
Er ist Richards ehemaliger Kriegskamerad, der alles daran setzt, daß sein bester Freund nicht wieder im Gefängnis landet, Naths engster Vertrauter, der auch schon mal ihrem Liebhaber eine Abfuhr erteilen muss und ein Ersatzvater für Mona, die bei Stress Zuhause zu ihm flüchtet.
Als wäre das alles noch nicht genug, muss Dan selbst versuchen, sein Leben nach dem Krieg wieder auf die Reihe zu bringen, sein Trauma zu bewältigen und in der Gesellschaft zu funktionieren…

Da schneit plötzlich Naths Schwester Marlène zur Tür herein.
Jahrelang hatten die beiden keinen Kontakt zueinander nun soll Nath Marlène helfen. Die ist nämlich schwanger, wurde gerade verlassen und hat alle Brücken hinter sich abgebrannt.
Dabei bringt Marlènes Auftauchen das fragile Gleichgewicht dieser ohnehin schon zerrütteten Familie so durcheinander, daß bald alles auf eine Katastrophe zusteuert…

„Marlène“ war mein erstes Buch von Philippe Djian, obwohl er mir schon seit Jahren als grandioser Schriftsteller empfohlen wurde.
Ich muss allerdings zugeben, daß ich mit Djians Stil etwas zu kämpfen hatte.
Zunächst einmal wird man ohne große Erklärungen mitten in die Handlung hineingeworfen.
Wer die Figuren sind und wie sie zueinander stehen, muss man schon selbst herausfinden und dem ganzen ein bißchen Zeit geben.
Dazu kommt, daß Djian offenbar kein Freund leerer Zeilen ist, denn die Absätze sind ohne Unterbrechung aneinandergereiht und so passiert es ständig, daß von einer Zeile auf die nächste in eine andere Erzählperspektive oder zu einem neuen Ort gewechselt wird.

Wenn man also, wie ich, meistens in der Bahn liest, mit halbem Ohr einer Durchsage lauscht und die Augen dabei kurz nicht völlig konzentriert über die nächsten drei Zeilen gleiten, können plötzlich schon Wochen im Buch vergangen sein.
So musste ich dann, wenn mir bewusst wurde, daß die Erzählperspektive oder der Ort wieder einmal ganz plötzlich gewechselt hatten zurückgehen, um nichts durcheinanderzubringen.

Immer wieder werfen die Charaktere dem Leser dann auch Informationsbröckchen hin, von denen ich oft nicht wusste, ob es nun Tatsachen, Vermutungen oder Lügen waren.
Überhaupt haben die Protagonisten so viele Geheimnisse voreinander, während sie mit anderen Personen völlig offen darüber reden, daß man schon sehr bald den Überblick darüber verliert, wer jetzt eigentlich was von wem weiß und wer nicht.

Obwohl ich das Buch nun schon seit bestimmt schon zwei Wochen ausgelesen habe, bin ich noch zu keinem abschließenden Urteil darüber gekommen.
Einerseits hat mich die Geschichte gefesselt und Dan und Marlène waren wirklich spannende Charaktere über die ich am Liebsten noch mehr erfahren hätte.
Gleichermaßen anstrengend fand ich allerdings diesen absatzlosen, erklärungsarmen Stil. Vielleicht liegt das auch einfach daran, daß man sich hier voll und ganz auf das Buch konzentrieren muss, was während meiner Lesezeit (in der S-Bahn oder zwischendurch, wenn die Kinder gerade spielen) einfach nicht möglich ist, wer weiß?

Kennt Ihr da Buch und wenn ja: wie hat es Euch gefallen?

Liebe Grüße,
Andrea

Weihnachtliches im Dezember und ein kleines Gewinnspiel

Und schon ist es wieder Dezember und das Weihnachtsgeschäft hat begonnen… Während wir uns im neuen Laden gerade noch alles zurechtruckeln, rennen uns die Kunden natürlich schon die Türen ein und wollen Empfehlungen für ihre Liebsten.

Ich werde Euch die nächsten Sonntage ein paar Geschenke-Tipps mit an die Hand geben, heute wollte ich Euch aber zunächst einmal vorstellen mit welchen Büchern ich ganz persönlich durch den Dezember komme.

2018-12-02_11.16.06

Überraschend weihnachtlich ist es auf meiner Dezemberliste geworden.
Natürlich steht Weihnachten auf der Lindwurmfeste von Walter Moers ganz oben auf der Leseliste!
Hier beschreibt Hildegunst von Mythenmetz das Fest Hamoulimepp, das unserem Weihnachten wohl überraschend ähnlich sein soll. 😉
Illustriert wurde das Ganze von Walter Moers und Lydia Rode, die ja auch schon Prinzessin Insomnia einen bunten Look verpasst hat. Dazu dann noch eine Leseprobe von „Der Bücherdrache“, das im Frühjahr erscheinen wird… Ich freu mich!

Als nächstes durfte Petra Hartlieb mit „Weihnachten in der wunderbaren Buchhandlung“ mit. Zwar habe ich den ersten Teil noch nicht gelesen, aber als Buchhändlerin gehe ich mal davon aus, daß ich auch so ins Thema hineinfinden werde.

Ein Buch, das ich gar nicht auf der Liste hatte und das mir der Dumont Verlag im Rahmen der Aktion #GeschichtenvomTeilen (schaut dazu doch auch mal auf Instagram vorbei) zukommen hat lassen, ist Der magische Adventskalender von Jan Brandt.
Und weil man Geschichten am besten teilt, in dem man sie verschenkt, lagen tatsächlich zwei „magische Adventskalender“ im Päckchen, wovon ich ein Exemplar gerne verlosen möchte.
Am Ende dieses Beitrags stelle ich Euch das Buch also noch etwas genauer vor und verrate Euch die Teilnahmebedingungen für das Gewinnspiel.

2018-12-02_11.22.27

Endlich komme ich auch dazu, mir „Mittagsstunde“ von Dörte Hansen vorzunehmen!
„Altes Land“ hat mir ja damals unheimlich gut gefallen, nun ist also Hansens zweites Buch erschienen.
Die Besprechungen, die ich bisher gelesen habe waren entweder begeistert oder enttäuscht, das übliche Drama, nachdem man einen Publikumsliebling geschrieben hat.
Ich habe mir aber vorgenommen, da ganz unbefangen heranzugehen.

Thriller lese ich ja eigentlich nie… Dazu bin ich ein zu großer Angsthase!
Einzige Ausnahme: Fred Vargas!
Von ihr habe ich tatsächlich jedes Buch gelesen, also musste natürlich auch „Der Zorn der Einsiedlerin“ her. Wieder einmal gehen wir mit Kommissar Adamsberg auf Spurensuche, allerdings gibt es wohl den Gastauftritt eines Evangelisten. (Wer Fred Vargas nicht kennt wird sich jetzt vermutlich am Kopf kratzen, Fans der drei Evangelisten-Reihe dagegen begeistert in die Hände klatschen.)

Ein Buch, das ich mir bis Dezember aufgehoben habe, weil es nach einer fabelhaften Lektüre für lange, kalte Nächte klingt ist „Geisternächte“ von André Mumot.
Darin geht es um eine Schauspielerin, die so tut, als wäre sie ein Medium, das mit Geistern kommunizieren kann, um so ihr Geld zu verdienen.
Doch eines Tages bekommt sie es mit einen waschechten Mordfall zu tun…
Hört sich doch spannend an, oder?

2018-12-02_11.24.30

Zwei illustrierte Bücher tummeln sich diesen Monat auf meinem Bücherstapel:

„Die entsetzliche Angst der Epiphanie Schreck“ ist bei toonfish, der Kinder- und Jugendreihe des Splitter Verlags erschienen.
Darin geht es um die achtjährige Epiphanie und ihre Angst, die ihr wie ein Schatten folgt. Ein spannendes Thema, gerade für diese Altersgruppe!

Von Shaun Tan habe ich ja schon des Öfteren geschwärmt, nun kann ich mich auf sein neues Buch „Reise ins Innere der Stadt“ freuen.
Viele von Euch kennen ja „Ein neues Land“, welches ohne ein einziges Wort auskommt. Hier nun erwarten den Leser kurze Geschichten und fantastische Bilder von Tieren, die die Stadt erobern.

2018-12-02_11.26.34

Zu guter Letzt kommt wieder meine geliebte Kategorie illustriertes Sachbuch. Hier schaue ich mir diesen Monat „Weltentdecker“ von Jonathan Litton aus dem 360 Grad Verlag an.
Darin erfahren wir alles über Abenteurer und Forschungsreisende, schön illustriert mit ausdrucksstarken Tuschezeichnungen.

So… und nun kommen wir zurück zum Gewinnspiel:

2018-12-02_11.20.21

Zu gewinnen gibt es eine Ausgabe von Der magische Adventskalender von Jan Brandt, illustriert von Daniel Faller.

Darin geht es um den schüchternen Jonas, der eines Tages einen geheimnisvollen Adventkalender vor seiner Tür findet. Doch um die Türchen zu öffnen braucht er die Hilfe von verschiedenen Bewohnern seiner Stadt.
So muss Jonas lernen, auf Leute zuzugehen und findet dabei neue Freunde…

Hört sich doch gut an, oder?
Also ich freue mich schon sehr darauf.
Die Illustrationen finde ich übrigens wahnsinnig gut gelungen. Sie sind recht düster, in Blau- und Schwarztönen gehalten und strahlen erstmal nicht den typischen Weihnachtsbäckerei-Look aus, den man ja zur Genüge kennt.
Mal was anderes… Gefällt mir!

Dann kommen jetzt die Teilnahmebedingungen:

Teilnehmen kann jeder Follower meines Blogs.
Ihr müsst nur einen kleinen Kommentar unter diesem Post hinterlassen, in dem ihr mir verratet, welches Eure liebste Weihnachtsgeschichte ist. Es kann auch einfach etwas sein, was Ihr mit Weihnachten verbindet, bei mir wäre das zum Beispiel „Ronja Räubertochter“.
Teilnahmeschluß ist der 08.12.2018 um 23:59 Uhr.
Der Gewinner wird dann ausgelost und unter diesem Post bekannt gegeben.
Bitte meldet euch dann bei mir und schreibt mir Eure Adresse, daß ich Euch den Gewinn zusenden kann. Eure Adresse wird von mir natürlich weder weitergegeben noch gespeichert.

Ich wünsche Euch viel Glück und einen wunderbaren Advent!

Andrea

PS: Letztes Jahr habe ich Euch ein paar Tipps zusammengeschrieben, wie Ihr Eure Weihnachtseinkäufe halbwegs stressfrei erledigen und trotzdem die Geschäfte in Eurer Stadt unterstützen könnt. Ich verlinke Euch das Ganze nochmal hier:

Willkommen im Weihnachtswahnsinn

2017-12-03_11.24.40

Review: 1913 – Was ich unbedingt noch erzählen wollte

Rechtzeitig zum Jahr 2013 brachte Florian Illies ja das fabelhafte Buch „1913 – Der Sommer des Jahrhunderts“ heraus. Nun ist es nicht so, daß sich dieses Jahr ins kollektive Bewusstsein der Menschen gebrannt hätte… Jahreszahlen wie 1933 oder 1945 sind da wesentlich präsenter, doch Illies schrieb eine Hymne auf ein Jahr, in dem Kunst und Kultur in Europa einen Höhepunkt erreichten, bevor dieser Kontinent von zwei schrecklichen Kriegen zerrissen wurde.

Damals begeisterte mich dieses Buch so, daß ich es schon während des Lesens zu einem meiner liebsten Sachbücher kürte, und daran hat sich in den letzten fünf Jahren nicht viel geändert.
Als ich damit fertig war hatte ich einen schweren Fall von Buchausweh (das ist wie Heimweh, nur nach Büchern) und wünschte mir, die Geschichten all der interessanten Personen weiterlesen zu können.

Mein Chef meinte damals: „Jetzt willst du „1914“ oder was?“
Aber nein, das wollte ich nicht!
Ich wollte nichts von Krieg und Tod lesen! Ich wollte einen zweiten Band von „1913“ und ich rechne es Florian Illies hoch an, daß er diesen nun extra für mich geschrieben hat. 😉

„1913 – Was ich unbedingt noch erzählen wollte“ folgt dem selben Schema wie auch schon sein Vorgänger. In kleinen Notizen und Episoden, die manchmal zwei Seiten, dann wieder nur wenige Zeilen lang sind, schreibt Illies was von Januar bis Dezember 1913 so alles passierte:
Sigmund Freud behandelt die großen Denker seiner Zeit, Kafka schreibt seiner Verlobten Felice Bauer, daß es keine gute Idee wäre, ihn zu heiraten und Marcel Proust arbeitet sein Manuskript von „Das Flimmern des Herzens“ so lange um, bis sein Lektor fast wahnsinnig und der Titel schließlich in „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ geändert wird…

Solche und ähnliche Anekdoten zeichnen ein lebendiges Bild dieses Jahres; mal humorvoll, dann wieder mit wunderbar unnützen Wissen gespickt und gerne auch mal die Schatten der Zukunft vorauswerfend.

Die beiden „1913“-Bände sind keine trockenen Geschichtsbücher, sondern leicht fiktionalisierte, literarische Werke, die auch jedem, der sich sonst nicht besonders für historische Themen interessiert einfach Spaß beim Lesen machen.
Man greift ständig zum Smartphone um bestimmte Kunstwerke zu googeln, oder Sachverhalte ausführlicher auf Wikipedia nachzulesen.
Nach dem ersten Teil las ich anschließend sofort die Alma Mahler-Werfel Biografie „Witwe im Wahn“ von Oliver Hilmes, so neugierig hatte mich die Geschichte von Alma und Oskar Kokoschka gemacht.

„1913 – Was ich unbedingt noch erzählen wollte“ ist ein ganz ausgezeichnetes Buch, das man auch wunderbar verschenken kann.
Wer den ersten Band noch nicht gelesen hat, kann ohne Probleme mit Teil zwei beginnen, es sind aber ein paar Insider-Witze für Fans des ersten Bandes eingebaut.
So fragte mich ein Kunde, dem ich das neue Buch in die Hand drückte augenzwinkernd: „Und Rilke?“
Worauf ich antwortete: „Der hat immer noch Schnupfen!“

Review: Junger Mann

Seit ich letzte Woche das Vergnügen hatte, dieses Buch zu lesen, drücke ich es so gut wie allen Kunden, die in den Laden kommen in die Hand. Mein verwegener Plan: unter jedem Christbaum soll dieses Jahr „Junger Mann“ von Wolf Haas liegen und weil es zeitraubend ist, jeden Kunden einzeln zu überzeugen, stelle ich es Euch heute einfach hier vor.

Von Wolf Haas kannte ich bisher nur die „Brenner“-Krimis und obwohl ich nur Gutes über seine Romane gehört habe, hatten wir bisher noch nicht das Vergnügen.

Als also ein „Junger Mann“ in den Laden schneite, dachte ich, ich lese mal die Inhaltsangabe, vielleicht ist das ja was für mich.

Der Klappentext war dann allerdings so kurz und so gut, daß ich auflachte und das Buch sofort ins Herz schloss.

Denn der Text lautet:

2018-11-28_14.22.03

Und auf der Rückseite:

2018-11-28_14.23.47

Ganz ehrlich, da hat der Klappentexter bei Hoffmann und Campe meiner Meinung nach alles richtig gemacht!

Doch worum gehts?

Der „junge Mann“ ist dreizehn, fast vierzehn, wiegt 93 Kilo und arbeitet in den Schulferien an einer Tankstelle, als er sich unsterblich in Elsa, die Frau des Fernfahrers Tscho verliebt.
Klarer Fall: er muss dringend abnehmen und dann das Herz seiner Angebeteten gewinnen.

Und schon bald bietet sich ihm die perfekte Gelegenheit, Elsa näher zu kommen, denn sie bittet ihn, ihr Englisch beizubringen. Immer wenn Tscho also mit seinem Sattelschlepper Richtung Teheran aufbricht, besucht der junge Mann Elsa heimlich, paukt mir ihr Vokabeln und hat das Gefühl, ihr immer näher zu kommen.

Doch eines Tages steht Tscho plötzlich an der Tankstelle und teilt ihm mit, daß sie gemeinsam nach Griechenland fahren werden. Sein Übersetzertalent ist am Zoll gefragt!

Und so beginnt ein mehr oder weniger unfreiwilliger Roadtrip, bei dem man zunächst nicht wirklich weiß, warum sich dieses ungleiche Duo eigentlich auf den Weg macht…

Humorvoll und manchmal fast ein bißchen philosophisch erzählt Wolf Haas diese Geschichte, die einfach nur Spaß beim Lesen macht!
Gespickt mit so fabelhaften Sätzen wie: „Mein Gesicht war so heiß, dass mir der Kaffee leidtat, als er sich an meinen Lippen verbrannte.“

Was will man mehr?!