Review: Jack

Obwohl ich bisher noch nichts von Jack Kerouac gelesen habe, war ich doch sehr gespannt auf Anthony McCartens neues Buch „Jack“, weil eine Kollegin so davon schwärmte…

Als das Gerücht umgeht, daß sich der berühmte Autor Jack Kerouac langsam aber sicher zu Tode säuft, setzt die junge Literaturwissenschaftlerin Jan alles daran, den zurückgezogen lebenden Schriftsteller zu finden.
Ihr Traum ist es, seine erste Biografie zu schreiben und so steht sie eines Tages vor seiner Haustür und bittet ihn um Interviews.
Kerouac ist zu diesem Zeitpunkt schwer alkoholkrank und dabei, körperlich zu verfallen. Die forsche Jan, die ihn offenbar sehr bewundert schmeichelt ihm dabei so, daß er einwilligt, ihr von seinem Leben zu erzählen.
Doch die Stimmung kippt, als die Rede auf Neal Cassady, das Vorbild zu Dean Moriarty in „On the Road“, kommt.
Kerouac verweigert jeden Zusammenarbeit mit Jan und sie setzt alles auf eine Karte, um das Vertrauen ihres Idols nicht zu verlieren…

Es fällt mir ein bißchen schwer, eine Besprechung zu diesem Buch zu schreiben, weil die Karten im Lauf der Geschichte des Öfteren gemischt werden und man seine Sichtweise dementsprechend ändern muss.
Deshalb bleibt es bei einer sehr kurzen Inhaltsangabe um keine Wendung zu spoilern.

Ich liebe ja Geschichten, in denen der erste Schein trügt und man immer wieder überrascht wird…

Wie schon gesagt, habe ich bisher noch kein Buch von Jack Kerouac gelesen, aber das war auch nicht nötig, um diesen Roman zu genießen.
„Jack“ ist eine gelungene Mischung aus Literaturgeschichte und Fiktion und dabei noch spannend wie ein Thriller.

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Autor: Lesen... in vollen Zügen

Seit 19 Jahren arbeite ich als Buchhändlerin in München und seit knapp einem Jahr gibt es nun "Lesen... in vollen Zügen". Hier möchte ich euch vorstellen, welche Bücher mich gerade bewegen. Meine Beträge verfasse ich im Plauderton, eben so, wie ich auch mit meinen Kunden im Laden ins Gespäch komme. Der Schwerpunkt liegt dabei auf aktueller deutsch- und englischsprachiger Literatur. Aber ich bin auch ein großer Fan von schönen Illustrationen und stelle deshalb regelmäßig Graphic Novels und spannende illustrierte Sachbücher vor. Zu meinen Lieblingsautoren gehören Haruki Murakami, Banana Yoshimoto und Amélie Nothomb. Außerdem mache ich mir immer wieder Gedanken zum Thema Leseverhalten in der Rubrik Mein Leben als Leser und plaudere aus dem Nähkästchen in Bekenntnisse einer Buchhändlerin. Wem jetzt aber die Züge bei "Lesen... in vollen Zügen" zu kurz kommen, der kann gerne bei In vollen Zügen nach… vorbei schauen. Hier berichte ich von meinen Zugreisen, den Büchern, die mich dabei begleiten, den Städten die ich besuche und natürlich auch von schönen Buchhandlungen, die es dort zu entdecken gibt.

9 Kommentare zu „Review: Jack“

  1. Auch wenn ich ‚On the Road‘ von Jack Kerouac nicht wirklich mochte (ich brauchte drei Anläufe, um es fertig zu lesen und war danach einfach nur enttäuscht :D), finde ich die Idee richtig gut, den Autor in eine Geschichte einzuweben. Ich bin ein absoluter Fan von Plot Twists, also könnte das Buch tatsächlich auf meiner Wunschliste landen 😀
    Liebste Grüße,
    Ida

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    1. Ich muss ganz ehrlich zugeben, daß ich immer noch keine Lust auf „On the Road“ habe. 😉
      Nach „Mrs Hemingway“ hab ich mir doch mal „A Moveable Feast“ zu Gemüte geführt, aber ich glaube Kerouac ist von meinem Leben so weit weg wie nur irgend was… Ich hätte wohl gar keine Berührungspunkte und auch wenn es ja schön ist, mal etwas ganz anderes zu lesen, muss die Chemie stimmen und das sehe ich irgendwie nicht…
      Naja… Der McCarten war jedenfalls gut. 😉

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      1. Naja, immerhin etwas 😀
        Man muss ja auch zum Glück nicht alles mögen, was da draußen so an Literatur herumschwirrt. Ich jedenfalls habe Kerouac mittlerweile komplett abgeschrieben und werde meine Ausgabe von ‚On the Road‘ an einen offenen Bücherschrank spenden 😀

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  2. Jack Kerouac hat wohl mehr die beginnende Hippie-Generation inspiriert. Ich habe ein Buch von ihm gelesen, weiss aber nicht Mehr welches, vielleicht „On the road“. Ich hatte Schwierigkeiten, mich damit zu identifizieren. Ich habe dann lieber meine eigenen Road-Geschichten erlebt und geschrieben … 😉

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  3. Ich liebe die Bücher von Jack Keroauc! Deshalb interessiert mich der Roman natürlich, auch wenn ich ein bisschen Angst habe, dass es mir mein Schriftsteller-Idol irgenwie ruiniert 😉 Das passiert mir leider ab und zu, wenn ich Biografien etc. von Autoren lese oder sehe, deren Bücher ich toll finde und dann erfahren muss, was für Menschen sie eigentlich waren (so zuletzt bei F. Scott Fitzgerald in der Serie „Z“). Aber ich weiß natürlich schon genug über die Beatniks, um darauf vorbereitet zu sein 😉 Ist der Roman fiktional, aber behält die Fakten zu Kerouacs Biografie bei?

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    1. Ich hab mich ja nicht wirklich mit Jack Kerouac beschäftigt, bevor ich das Buch gelesen habe, aber ich denke, die Fakten sind schon weitestgehend berücksichtigt, wobei natürlich eine fiktionale Ebene eingeführt wird.
      Irgendwie war Kerouac aber für mich eher der Nebendarsteller des Romans, weil man ständig versucht, hinter Jans Geheimnis zu kommen. Als fiktionaler Charakter war Kerouac in dem Buch durchaus sympathisch… Ein ziemlicher Trunkenbold halt, aber sympathisch. 😉

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  4. Ich habe das Buch auch momentan auf dem SUB und werde es nächste Woche beginnen. Habe bisher noch nichts von Kerouac gelesen, aber für Biographien bin ich immer offen. 🙂 Ich freue mich nun umso mehr, weil du geschrieben hast, dass es auch spannend ist.

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