Englisch Lesen

Einige von Euch tun es gerne, andere schrecken davor zurück…
Heute möchte ich Euch erzählen, wie ich dazu kam, relativ viel auf Englisch zu lesen und welchen Tipps ich meinen Kunden gebe, wenn sie versuchen, ihr Englisch wieder aufzufrischen.

Eigentlich war ich schon immer von englischen Büchern umgeben… Mein Vater hatte keine Fremdsprache an der Schule gelernt und begann, als ich ein Kind war damit, sich Englisch weitestgehend selbst beizubringen.
Dazu hörte er Sprachkurse auf Kassetten an, besorgte sich einen Zweikanaltonfernseher und arbeitete sich mit einem Wörterbuch bewaffnet durch dicke Romane.

Zu diesem Zeitpunkt (vor einem viertel Jahrhundert 😉 ) waren englische Bücher noch unglaublich teuer. Ich erinnere mich an ein gebundenes Buch mit dem ich geliebäugelt habe, das über 80 Mark kostete!
Mein Vater besorgte sich also ziemlich vergilbte und komplett zerlesene Taschenbücher aus den 70er Jahren, die es in der Grabbelkiste im Secondhand Laden für eine Mark gab und las und las und las… Ich denke, es sagt viel über den Willen meines Vaters aus, daß er selbst die schlimmsten Schundromane las, um sein Englisch zu verbessern.

Je mehr Englisch ich lernte, desto öfter warf ich einen Blick in die Bücher meines Vaters, aber über ein paar Seiten kam ich nie hinaus. Später besorgte ich mir selbst ein paar englische Bücher, doch auch hier kapitulierte ich nach wenigen Kapiteln.
Vermutlich hätte ich nie damit angefangen, ernsthaft auf Englisch zu lesen, hätte ich nicht gegen Ende meiner Ausbildung ein Schlüsselerlebnis gehabt.

Ich war im Zug auf dem Weg in die Arbeit und mir gegenüber saß ein Mädchen, das etwa halb so alt war wie ich und „Harry Potter and the Philosopher’s Stone“ las.

Zu diesem Zeitpunkt gab es erst zwei Bände auf Deutsch und der Hype, der sich noch entwickeln sollte war nicht absehbar… Ja, es gab eine Zeit, in der Harry Potter tatsächlich nichts anderes war, als ein gutes Kinderbuch.
Ich hatte die ersten beiden Teile auf Deutsch gelesen und irgendwie begann es mich zu ärgern, daß dieses Mädchen das Buch einfach so auf Englisch lesen konnte.
Natürlich habe ich mich nicht über das Mädchen geärgert, aber wer schon mal als Erwachsener versucht hat, Ski fahren zu lernen kennt diesen blöde Gefühl, wenn Kleinkinder locker und leicht an einem vorbei ziehen.

Also rein in die Arbeit und her mit dem Buch!

Und tatsächlich schaffte ich es, zum ersten Mal in meinem Leben ein komplettes englisches Buch zu lesen. – Ich war schon ein bißchen stolz auf mich! 😉

Bald darauf machte ich den nächsten Schritt. „Harry Potter und der Gefangene von Azkaban“ war gerade auf Deutsch erschienen, aber ich hatte es noch nicht gelesen.
Also nahm ich mir die englische Ausgabe mit nach Kreta und las es dort innerhalb von wenigen Tagen.
Zuhause nahm ich es mir dann nochmal auf Deutsch vor und bis auf ein paar Kleinigkeiten hatte ich tatsächlich alles verstanden!

Ich begann also mehr und mehr auf Englisch zu lesen, allerdings hauptsächlich Bücher, die mir schon auf Deutsch gefallen hatten.
Wenn ich doch mal zuerst auf Englisch las, besorgte ich mir das Buch später noch auf Deutsch um mich nochmal zu vergewissern, daß ich alles verstanden hatte.
Diese „doppelte Buchführung“ machte ich ziemlich lang, bis ich eines Tages ein Buch auf Englisch las, das mir einfach nicht besonders gut gefiel. „Oh, I can’t be bothered!“, dachte ich mir, und zum ersten Mal verzichtete ich darauf, ein Buch in beiden Sprachen zu lesen.

Seitdem lese ich regelmäßig auf Englisch. Es macht etwa ein Drittel meiner Lektüre aus und bis auf wenige Ausnahmen (zum Beispiel bei ganz schlimmen Dialekten) merke ich kaum noch, in welcher Sprache ich lese.

Im Laden habe ich oft Kunden, denen es geht, wie mir damals. Nur, daß ihnen kein kleines Mädchen erscheint, über dessen Sprachkenntnisse sie sich ärgern könnten. 😉

Meine Tipps für alle, die ihr Englisch (Französisch, Spanisch oder Italienisch,…) mit Büchern wieder aufpolieren wollen sind folgende:

  • Lasst es langsam angehen! Fangt mit dünnen Büchern an, dann habt ihr ein schnelleres Erfolgserlebnis und ein geringeres Risiko, es abzubrechen.
  • Fangt ganz leicht an! Im Fitnessstudio würdet ihr euch auch nicht untrainiert auf die 50 Kilo Hanteln stürzen, warum also bei Büchern?
    Bestimmt kann man Leute damit beeindrucken, den letzten Nobelpreisträger im Original gelesen zu haben, aber Jugendbücher eignen sich für den Einstieg wesentlich besser.
  • Habt Spaß! Kauft nur Bücher, auf die ihr wirklich Lust habt und nicht, weil euch jemand sagt, daß ihr dieses oder jenes unbedingt im Original gelesen haben müsst!
    Eine Kundin sagte mal zu mir, daß es für sie die perfekte Ausrede ist, um ChickLit zu lesen. 😉
  • Wenn ihr einen eReader habt: macht euch mit der Übersetzungsfunktion vertraut und ladet euch die Wörterbücher aus der Cloud.
    Viele eReader, wie z.B. der Tolino, haben bereits vorinstallierte Übersetzungsprogramme, mit denen ihr einzelne Worte ganz schnell übersetzen könnt. Eine Kollegin von mir, die wirklich gut Englisch spricht hat sich über Jahre nicht an englische Bücher heran getraut, weil sie immer diese Horrorvorstellung hatte, daß sie in der U-Bahn sitzt und ein bestimmtes Wort nicht verstehen könnte, woraufhin sich ihr der ganze Rest des Buches nicht mehr erschließen würde.
    Seit sie ihren eReader hat liest sie plötzlich viel auf Englisch und als ich sie fragte, wie oft sie denn nun Übersetzen müsste, meinte sie nur: „Eigentlich mach ich das nie. Meistens kann ich mir denken, was es bedeuten soll… Aber es ist gut zu wissen, daß ich es könnte.“

In diesem Sinne… Traut euch ran, an die Englischen Bücher!
Ihr könnt euren Wortschatz aufbessern, im besten Fall spart man ein bißchen Geld, wenn die englische Taschenbuchausgabe lange vor der deutschen erscheint und man entdeckt den einen oder anderen Schatz vor allen anderen. 🙂

Wie geht es Euch dabei?
Lest ihr auch gerne auf Englisch oder lieber zur Entspannung auf Deutsch?
Was war euer erstes Buch in einer Fremdsprache?

Liebe Grüße,

Andrea

Autor: Lesen... in vollen Zügen

Seit 20 Jahren arbeite ich als Buchhändlerin in München und seit 2017 gibt es nun "Lesen... in vollen Zügen". Hier möchte ich euch vorstellen, welche Bücher mich gerade bewegen. Meine Beträge verfasse ich im Plauderton, eben so, wie ich auch mit meinen Kunden im Laden ins Gespäch komme. Der Schwerpunkt liegt dabei auf aktueller deutsch- und englischsprachiger Literatur. Aber ich bin auch ein großer Fan von schönen Illustrationen und stelle deshalb regelmäßig Graphic Novels und spannende illustrierte Sachbücher vor. Zu meinen Lieblingsautoren gehören Haruki Murakami, Banana Yoshimoto und Amélie Nothomb. Außerdem mache ich mir immer wieder Gedanken zum Thema Leseverhalten in der Rubrik Mein Leben als Leser und plaudere aus dem Nähkästchen in Bekenntnisse einer Buchhändlerin. Wem jetzt aber die Züge bei "Lesen... in vollen Zügen" zu kurz kommen, der kann gerne bei In vollen Zügen nach… vorbei schauen. Hier berichte ich von meinen Zugreisen, den Büchern, die mich dabei begleiten, den Städten die ich besuche und natürlich auch von schönen Buchhandlungen, die es dort zu entdecken gibt.

57 Kommentare zu „Englisch Lesen“

  1. Wow, Hut ab vor Deinem Vater! Ich lese oft auf Englisch schlicht deshalb, weil die englischen eBooks meist deutlich billiger sind als die übersetzten. Und mit der Übersetzungsfunktion geht das auch sehr ordentlich – wobei ich die eher selten nutze, ich muss nicht unbedingt jedes Wort verstehen, meist erschliest sich aus dem Zusammenhang, was gemeint ist. Wenn ich auf Englisch lese, dann allerdings nur Titel, die auch auf Englisch geschrieben wurden – die englische Übersetzung z.B. eines spanischen Titels macht eher keinen Sinn für mich.

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    1. Das darf ich meinem Dad gar nicht sagen, sonst kriegt der nur Höhenflüge. 😉
      Bücher, die im Original anderssprachig sind lese ich auch meistens auf Deutsch… Allerdings kam es auch schon oft vor, daß ein Titel von beispielsweise Banana Yoshimoto auf Englisch erschien und auf Deutsch nicht mal angekündigt war, da hab ich es mir natürlich auf Englisch besorgt. 😉

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  2. Ich lese total gerne auf Englisch, aber dann habe ich wieder so Bücher daheim, die es mir versauen…obwohl ich wirklich Lust darauf hatte, sie zu lesen (Dracula zB). Ich denke, deine Bekannte ist da also an was dran, leichte Lektüre macht da am meisten Spaß!

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      1. Das Ding ist…eigentlich bin ich drin, also es fällt mir nicht schwer auf Englisch zu lesen – aber Klassiker mag ich schon im Deutschen überhaupt nicht, vllt war das also ein falscher Ansatz 😀

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  3. Hi. Das finde ich ja mal einen tollen Beitrag. Natürlich ist es mir nicht entgangen, dass Du viel auf Englisch liest. Ich bin nämlich auch eine von denen, die sich schwer tun. Und auch bei mir war es ein Potter, der auf Deutsch einfach zu lange zum Erscheinen brauchte und der mir gar nicht so schwer fiel. Davor habe ich mich das ein oder andere Mal schon durch Bücher gekämpft. In der Regel waren es Titel aus Reihen, die nicht mehr übersetzt wurden, ich wollte aber wissen, wie es weiter geht, oder die Übersetzung dauerte mir zu lange. Mittlerweile lese ich fast nur noch abends im Bett mit der ollen Lesebrille und schlafe eigentlich dabei zu schnell ein. Schlimmschlimm! Und wenn ich dann noch was auf Englisch lese, bin ich total verratzt. Aber mein Mann liest fast nur auf Englisch und auch meine Söhne wagen sich manchmal ein wenig ran. Ich finde es toll, dass man so viele fremdsprachige Titel heute lesen kann.
    Liebe Grüsse
    Nina

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    1. Ja, obwohl ich ja wirklich viel Englisch lese tu ich mir auch schwer, wenn ich müde bin. Da muss was leichtes, am besten auf deutsch, her. Ich bin auch mal gespannt, ob meine Söhne englische Bücher lesen werden. Der Große klaut sich ja schon immer meine Comics. 😉
      Ganz liebe Grüße zurück!
      Andrea

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  4. Da meine Muttersprache Ungarisch ist, sind bereits die deutschsprachigen Bücher in einer Fremdsprache für mich. Die meisten Bücher, die ich lese, sind auf Deutsch, aber ich lese auch gerne mal was auf Englisch (wie jetzt gerade). Und hin und wieder auch auf Ungarisch, damit ich so ungefähr weiß, was gerade in der Gegenwartsliteratur los ist.
    Man muss tatsächlich nicht immer jedes Wort verstehen, und ich bin überzeugt davon, dass auch ohne Wörterbuch sich die Bedeutung neuer Wörter erschließen lässt und sie werden nach einer Zeit Teil unseres Wortschatzes.

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  5. Bei mir hat es sich einfach so ergeben: Englisch LK in der Schule, ein Jahr Jurastudium in England und danach hab ich gemerkt, dass die englischen Bücher günstiger sind und mir die Übersetzungen selten gefallen. Ich lese zu 90% auf Englisch, aber weitere Fremdsprachen beherrsche ich auch nicht wirklich 😉

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  6. Eine gute Freundin hat mal versucht, den ersten Teil von „A Song of Ice and Fire“ zu lesen und sagte zwischendurch sinngemäß:

    „Ich habe nicht gewusst, wie viele verschiedene Begriffe es im Englischen für „Pferd“ gibt. Irgendwann bin ich dazu übergegangen, jedes Wort, das ich nicht verstanden habe, mit „Pferd“ zu übersetzen, um mir das Nachschlagen zu sparen!“ 🙂

    Ich persönlich traue mich an englische Originale weiterhin nicht heran, ich schätze, ich bin von deutschen Übersetzungen zu verwöhnt.

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    1. 😂 Die Übersetzung deiner Freundin find ich ja super! Sofort hab ich die schönsten Pferdesätze im Kopf!

      In meiner Ausbildung war ich mal in der Remittenden Abteilung, da arbeitete eine reichlich verschrobene Frau weitestgehend allein und sag in herrlich dialektlasigem Englisch vor sich hin. Eines Tages kam sie zu uns Azubis und meinte: „Ich habe jetzt dieses Harry Potter auf Englisch gelesen, aber eine Frage habe ich… Was ist denn eigentlich so ein Wizard?“ 😂
      Stell dir mal die Filme vor, wenn das jemand mit „Pferd“ übersetzt hätte! Göttlich! 😂

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  7. Nett hast Du das geschrieben, ich habe auch so angefangen wie Du, ich hatte im Urlaub am Strand immer ein englisches Buch und ein Wörterbuch dabei.
    Ich habe allerdings gleich mit ganzen Roman angefangen und keine Kurzgeschichten oder so gelesen. Aktuell habe ich das wieder sehr schleifen lassen, wobei jetzt mit meinem Tolino wäre es wieder um einiges einfach und auch im Urlaub die Gefahr von zu viel Gepäck hinzukriegen. Ich beobachte schon eine ganze Weile, dass Du sehr viel auf Englisch liest und bewundere das auch sehr.
    Meine Erfahrungen sind, wenn man es schleifen lässt, geht einfach der Wortschatz, der ja sowieso beim Lesen, erstmal passiv ist, auch wieder zurück.
    Lieben Dank für Deine Ermunterung und Respekt, dass Du das so machst.
    Nett hast Du das geschrieben, ich habe auch so angefangen wie Du, ich hatte im Urlaub am Strand immer ein englisches Buch und ein Wörterbuch dabei.
    Ich habe allerdings gleich mit ganzen Roman angefangen und keine Kurzgeschichten oder so gelesen. Aktuell habe ich das wieder sehr schleifen lassen, wobei jetzt mit meinem Tolino wäre es wieder um einiges einfach und auch im Urlaub die Gefahr von zu viel Gepäck hinzukriegen. Ich beobachte schon eine ganze Weile, dass Du sehr viel auf Englisch liest und bewundere das auch sehr.
    Meine Erfahrungen sind, wenn man es schleifen lässt, geht einfach der Wortschatz, der ja sowieso beim Lesen, erstmal passiv ist, auch wieder zurück.
    Lieben Dank für Deine Ermunterung und Respekt, dass Du das so machst.

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  8. Ein Tipp von der Übersetzerin fürs Lesen fremdsprachlicher Texte: wenn man nicht jede Nuance und Verästelung des Texts verstehen muss, wenn man also eher zum Vergnügen liest: nicht alles nachschlagen. Das hält auf, macht keinen Spaß, und man merkt sich ohnehin die wenigsten Vokabeln bewusst. Einfach weiterlesen, dann das nächste Buch, und das übernächste, irgendwann wird das von selbst leichter. Das Vokabular, das man sich auf diese Weise nach und nach erschließt, „sitzt“ auf Dauer viel besser als das, was man sich mit Hilfe von Vokabellisten einpaukt. Beim Lesen lernt man nicht nur einzelne Wörter, sondern man lernt die Wörter im Zusammenhang, weiß also irgendwann auch, mit welchem Fall sie stehen oder mit welchem Verb sie gebraucht werden.
    Gegen Chicklit ist dabei nichts einzuwenden. Das darin verwendete Vokabular kann man in der Regel besser gebrauchen als Shakespeare und Chaucer.

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    1. Sehr fein… Ich erinnere mich an ein Erlebnis nachdem ich ganz stolz darauf war, den „Lord of the Rings“ komplett durchgelesen zu haben… Englischsprachige Kunden kamen in den Laden und suchten nach College Blöcken. Ich versuchte ihnen zu sagen, daß sie einfach bloß in den Laden ums Eck müssten, aber ich hatte keine Ahnung was „Schreibwarenladen“ auf Englisch heißt! Tausend Seiten und kein einziger Schreibwarenladen auf dem Weg nach Mordor! 😂

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  9. Vor vielen Jahren hatte ich auch einmal eine Zeit, wo ich hauptsächlich Bücher auf Englisch gelesen habe. Mittlerweile bin ich froh, wenigstens eins pro Jahr lesen zu können. LG

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  10. Ich lese viel auf Englisch, schon allein, weil die E-Book-Ausgaben eher und auch günstiger zu haben sind. Wenn ich allein bei A Song of Ice and Fire denke, was ich da gespart habe gegenüber der deutschen Ausgabe. Ein zweiter Grund ist die oft unschöne Übersetzung, gerade bei Stephen King ist mir das aufgefallen. Meine Ausbildung beinhaltete sehr viel Englisch, da habe ich es natürlich leicht. Nur an französische Bücher traue ich mich noch nicht ran.

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    1. Ja… Bei „The Name of the Wind“ hatte ich dieses Erlebnis mit der unschönen Übersetzung. Ich habs auf Englisch gelesen und dann meinem Mann auf Deutsch mitgebracht und immer wenn ich geguckt hab, wo er gerade ist hat es mich beinahe schon geschaudert, so holprig war das übersetzt! Das hat mich so geärgert, daß ich Kunden auch immer rate, es englisch zu lesen, wenn sie können. Ich verdien dann zwar weniger, weil die deutsche Ausgabe fast das dreifache kostet, aber das ist mir dann egal. So eine schöne Sprache so zu verunstalten kann man einfach nicht unterstützen!

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  11. Toller Beitrag. Ich habe bisher drei Bücher auf englisch „hust“ angefangen „hust“ 🙂 Ich bin immer bis zur Hälfte gekommen. Ich weiß nicht woran das liegt, eigentlich habe ich es ja ziemlich gut verstanden. Es liegt wohl eher daran, dass so anstrengend ist. Aber dein Beitrag, hat mich super motiviert. Es ja eigentlich nur besser werden, oder ? 🙂

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    1. Ich finde ja, daß Lesen so ist, wie einen Muskel zu trainieren. Das merk ich immer wieder bei meinem Großen, für den ein 400 seitiges Buch noch ein ziemlicher Kraftakt ist. Und wenn man dann noch außerhalb seiner Komfortzone liest, zum Beispiel Sachbücher, Klassiker oder eben Englisch, dann ist das erstmal wieder ganz schön anstrengend, weil man diese Art zu lesen eben auch trainieren muss.
      Ich finde das absolut verständlich, wenn das manchmal zu anstrengend wird. Also langsam angehen lassen und mit der Zeit gewöhnt man sich daran. ☺️

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  12. Ich lese auch sehr viel auf Englisch. Ich spreche Englisch fließend und schaue auch Filme und Serien bevorzugt im englischen Originalton. Ich hab damals mit Herr der Ringe angefangen, mein Englisch wieder aufzufrischen. Erst habe ich „Die Gefährten“ auf Deutsch mit englischen Untertiteln geschaut, dann englisch mit Deutschen Untertiteln und irgendwann Englisch mit englischen Untertiteln (was besonders bei Aragorn praktisch war, denn der nuschelte wie doof). Auch Hörbücher höre ich sehr gern auf Englisch. Ich bin ein großer Fan von Sprachwitz und der geht oftmals in der Übersetzung verloren. Gutes Beispiel: „Bob, evil is afoot.“ – „Of course it is afoot. Had it switched to the metric system, it’d be up to a meter by now.“ Ich steh auf sowas. Oder „Arrow smith. Is that the shirt of your weapon dealer?“ -„No.“ – „Then why are you wearing a shirt of someone else’s weapon dealer?“ ich könnte mich über sowas einfach nur scheckig lachen. Deswegen liebe ich die Dresden Files oder Terry Pratchett so sehr. Die spielen nicht nur mit normalem Witz, die bringen Sprachwitz rein und darauf stehe ich einfach so sehr. Seit ich Englisch lese, schwelge ich in sprachlichen Spielereien viel mehr, als wenn ich Deutsch lese.

    Was als Anfängertipp auch gut ist: lies ein Buch, das Du schon fast auswendig kennst. Das Erfolgserlebnis beim Verstehen in fremder Sprache ist dabei absolut gigantisch.

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    1. Ich hab dafür bei Johnny Depp in „Pirates of the Caribbean“ kein Wort verstanden! 😂
      Ja, gerade bei Butcher und Pratchett kann man viel Spaß mit Wortspielen haben. Ich fand es ja ziemlich peinlich, daß der Rabe in den ersten paar Bänden noch „Quoth“ genannt wurde, bis irgendein neuer Übersetzer den Gag kapiert hat und ihn „Sprach“ genannt hat. 🙄

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  13. Großartiger Beitrag! Ich habe mich bisher nicht getraut, aber ich wünsche es mir es eines Tages zu schaffen. Bisher habe ich mich nur einmal getraut eine englische Serie mit Untertitel zu schauen – Dr. Who. In Staffel 7 oder 8, vielleicht auch früher, begann ich sogar im Alltag auf englisch zu denken, achtete kaum noch auf den Untertitel. Inzwischen versuche ich das ab und zu wieder, allein um wenigstens hier am Ball zu bleiben.
    Meist liest mein Freund Bücher in Englisch. Er ist auch ganz glücklich über seinen Reader, weil er trotz recht guter Kenntnisse immer wieder mal zum Handy greifen musste und in seinem Wörterbuch nachschlagen musste. So ist es für ihn auf jeden Fall bequemer.

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    1. Ui! Vielen Dank! Ja, mit einem eReader spart man sich das ständige hin und her schauen zwischen Buch und Handy. Das find ich eine wirklich gute Funktion.
      Viele Kunden fragen mich aber immer, ob das das ganze Buch übersetzen kann und dann denk ich mir immer, wenn man mal gesehen hat, was Google Translate schon bei einem Brief so anstellt… Will man das? 😅

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  14. Ich lese manchmal gerne auf Englisch, zum Beispiel Chicklit oder Harry Potter. Den habe ich verschlugen, aber bei manchen Klassikern streiche ich echt die Segel, vor allem wenn man da nicht richtig reinkommt und sich nur quält. Ansonsten lese ich viel auf Spanisch, denn da sind die Übersetzungen meist auch eher holperig oder ab und an mal etwas ganz dünnes auf Italienisch.

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    1. Wow… So viele Sprachen!
      Ja, Klassiker sind eine harte Nummer! Ich konnte nicht mal was mit dem Simplicissimus anfangen, bis ich ihn in einer Übertragung aus dem barocken Hochdeutsch gelesen habe. 😂
      Meine eigene Sprache und ich hab nur Bahnhof verstanden! 😅

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  15. Beim mir war es auch Harry Potter, weshalb ich mit dem auf Englisch lesen begonnen habe. Ich wollte einfach nicht warten, bis die Bücher auf Deutsch erscheinen, deshalb habe ich es ab dem 5. Buch auf Englisch gelesen, dann nochmal auf Deutsch, das letzte Buch habe ich schon nur noch auf Englisch gelesen (als ich es letztes Jahr nochmal gelesen habe, musste ich schon schmunzeln über die Worte, die ich mir als Teenager angestrichen hatte, weil ich sie nicht verstand ;)) Heute lese ich alle Bücher von englischsprachigen Autoren auf Englisch. Mein Schlüsselerlebnis dabei war „On the Road“ von Jack Kerouac. Ich habe es auf Deutsch begonnen und die 50er Jahre Straßensprache ging mir total auf den Geist, als ich es dann auf Englisch gelesen habe, habe ich die Ausdrucksweise geliebt und das Buch mittlerweile bestimmt fünf oder sechs mal gelesen. Ich finde einfach, dass etwas bei Übersetzungen verloren geht, ganz besonders bei Büchern, die stark auf den Stil bauen und weniger auf den Plot.

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  16. Huhu,
    ich finde es gerade total amüsant, denn auch ich bin über Harry Potter zum Englisch lesen gekommen. In der Schule war ich nie schlecht in Englisch, aber erst als ich anfing, auf Englisch zu lesen, ging die Post so wirklich ab. Und das war gar nicht so leicht. Denn anfangs hab ich wirklich ewig gebraucht. Als ich mich nach den sieben Potter-Teilen an das erste eigenständige englische Buch heranwagte, hab ich auch noch oft nach dem Wörterbuch gegriffen und eine halbe Ewigkeit für jede Seite gebraucht. Wenn ich mich recht erinnere, war Perks of Being a Wallflower dieses Buch. Ich war so stolz auf mich, als ich es ausgelesen hatte, wobei ich definitiv nicht jede Kleinigkeit verstanden hatte. Vielleicht wäre es cool, das Buch jetzt nochmal zu lesen. Inzwischen studiere ich Englisch, schaue seit Jahren so gut wie alle Serien und Filme auf Englisch und merke oft gar nicht mehr, mit welcher der beiden Sprachen ich gerade konfrontiert bin. Auch bei der Lesegeschwindigkeit gibt es keinen Unterschied mehr. Die Entscheidung, Harry Potter auf Englisch zu lesen hat meine Liebe zum Lesen und meine Liebe zu dieser Sprache wirklich entfacht und ohne diese Entscheidung würde ich heute vielleicht etwas ganz anderes studieren.
    Deine Tipps finde ich wirklich super gut und sehr hilfreich 🙂 Aufgrund meiner Erfahrungen möchte ich eben nur den Tipp hinzufügen, mit Büchern anzufangen, die man schon auf Deutsch kennt. Das hilft beim Verstehen ungemein, da man zumindestens ungefähr weiß, worum es geht. Und vielleicht noch ein Tipp aus meinem Lehramtsstudium: Schlagt nicht gleich jedes Wort nach, denn die Bedeutung eines Wortes aus dem Kontext erschließen zu können ist eine wichtige Fähigkeit, die man unbedingt trainieren sollte.

    Liebe Grüße,
    Smarty

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  17. Hmmm… vielleicht sollte ich mich doch noch einmal an ein englisches Buch wagen!?
    Meine erste Begegnung war ein Fachbuch, „Getting things done“ von David Allen. Gefühlt musste ich in jedem zweiten Satz ein Wort nachschlagen, das war ziemlich frustrierend.
    Die Nachschlage-Funktion bei den Tolinos finde ich dafür wirklich praktisch. Vielleicht sollte ich mal schauen, ob es das Buch auch als eBook gibt.

    Grüße
    Andre

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  18. Ich lese ab und zu auch auf Englisch, vornehmlich Stephen King, da mir die deutschen Übersetzungen überhaupt nicht gefallen. Wollte mich allgemein mal mehr an englischsprachige Bücher wagen, aber wie es meist so ist, siegt die Bequemlichkeit.

    Liebe Grüße
    Marc

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  19. Grüße und Respekt an Deinen Vater und Dir ein riesengroßes Dankeschön für diesen tollen Artikel!! Mein Englisch ist leider absolut nicht mehr das Beste, obwohl ich eine Zeit lang fast fließend gesprochen habe (gesprochen, niemals gelesen *g*). Das war aber vor 20 Jahren (scheiße, ist das lange her). Nun bin ich wohl auf Grunschul-Niveau. Ich habe hier sogar Harry Potter auf Englisch liegen, aber trau mich nicht den zu lesen aus Angst es 1. nicht zu verstehen und 2. dadurch keinen Spaß daran zu haben, denn lesen soll doch Spaß machen und nicht in Arbeit ausarten. Durch Deinen Beitrag fühle ich mich aber so ein klein bisschen in den Hintern getreten und auch ermutigt endlich einmal Bücher in Englisch zu lesen. Mich wurmt es sowieso nicht die Originalausgaben lesen zu können und die aber vom Cover her um so viel besser aussehen als die deutschen Ausgaben.
    Mit bestem Dank und Verbeugungen
    Conny

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      1. Huch… Viel zu früh auf senden gekommen. 😉
        Also, wenn du Harry Potter eh daheim hast kannst du dir ja ein kleines Tagesritual vornehmen, bei dem du zum Beispiel abends, bevor du müde wirst oder dein anderes Pensum liest bloß eine Seite liest. Nicht viel nachschlagen, außer das Wort kommt ständig vor und nicht zu viel drüber nachdenken. Nach ein paar Wochen sollte es dann schon ganz einfach gehen. 😉
        Liebe Grüße!

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  20. Ich habe als erstes englisches Buch mich an einem Roman von John Grisham versucht, den ich schon auf deutsch kannte. Das Wörterbuch brauchte ich dabei ständig, weil einfach zu viele Fachbegriffe auftauchten. Und dann kam Harry Potter. Die Bücher habe ich nur auf englisch gelesen. Ich stimme dir da voll und ganz zu, dass Kinder- und Jugendbücher sehr viel einfacher für den Anfang zu lesen sind. Beim ersten Harry Potter Film war ich leicht verwirrt. Ich hatte mir einige Begriffe nicht übersetzt, sondern sie einfach so akzeptiert und verstanden. Und musste nach dem deutschen Film erst mal schauen, was im englischen damit gemeint war.
    Inzwischen lese ich gerne auch einen John Grisham wieder im Original. Mein Englisch ist dafür inzwischen gut genug, dass ich das Wörterbuch nicht mehr brauche.
    LG Kerstin

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  21. Wenn ich jetzt sage, dass es bei mir nicht der Potter war, scheine ich ja fast eine Ausnahme zu sein. Zugegeben, der Phönix-Band war das erste engl. Buch, das ich mir selbst gekauft habe. Gelesen hatte ich davor aber auch schon andere Bücher; nämlich im Englischunterricht. Im Gegensatz zum Deutschunterricht waren das aber nicht nur olle Klassiker, sondern unter anderem „Fahrenheit 451“ und „Brave New World“ – genau mein Ding. Es stimmt also, dass es viel dazu beiträgt, mit welchen Titeln man anfängt und ob man auch wirklich Lust auf die Texte hat. Zudem kann ich nur wiederholen, was schon ein paar Mal gesagt wurde: Nicht jedes Wort nachschlagen, sondern auch mal auf die Intuition hören, aus dem Kontext lesen. Jeder Griff zum Wörterbuch, selbst im Tolino, zerrupft einfach den Lesefluss. Und als Rückgriff auf meine Erstlektüre: Die kleinen (roten) Reclam-Büchlein haben meist Vokabelhilfen dabei. Das hilft natürlich bei kniffligen Worten.

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  22. Liebe Andrea,
    danke für die tollen Tipps 🙂
    Ich habe mir für dieses Jahr vorgenommen, wieder mehr auf Englisch zu lesen.
    (Spoiler: klappt bisher kaum)
    Ich habe letztes Jahr zu A Court of Thorns and Roses und den 2. Band gegriffen, was erstmal gar nicht so einfach war, vor allem wegen der ganzen Begriffe aus dem Fantasy-Universum.
    Aber ich blieb dran und habe irgendwann kaum noch gemerkt, dass ich nicht auf Deutsch lese.
    Das Schlüsselereignis bei dir finde ich sehr interessant.

    Du motivierst mich, wieder mehr englische Bücher zu lesen.
    Danke dafür!

    Liebe Grüße,
    Nicci

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  23. Oh, englische Bücher, wie ich sie liebe! Ich muss sagen, gerade die Cover finde ich im Englischen meistens schöner als in der deutschen Ausgabe 😀
    Ich Küken bin Jahrgang 1995, also Generation Internet, und da im Internet vieles auf Englisch ist, kam ich natürlich nicht drumherum, viele Texte online auf Englisch zu lesen. Dass ich ab der dritten Klasse Englischunterricht hatte, hat sicherlich auch geholfen. Und als dann meine Internetfreunde mir Bücher empfohlen haben, die es nicht auf Deutsch gab, blieb mir natürlich auch nichts anderes übrig, als sie im englischen Original zu lesen. Ich muss sagen, ich weiß manchmal im Nachhinein gar nicht mehr, ob ich ein Buch auf Englisch oder Deutsch gelesen habe, weil man sich einfach so sehr an die Sprache gewöhnt. Manchmal, wenn ich sehr viel auf Englisch lese, ertappe ich mich sogar dabei, auf Englisch zu denken! 😀
    Außerdem finde ich, wenn ein Buch im Original auf Englisch erschienen ist, liest es sich meistens auch besser als die deutsche Übersetzung. Neulich habe ich zum Beispiel Die Schatzinsel auf Deutsch gelesen und dachte an vielen Stellen: hm, das klingt im englischen Original bestimmt besser, vor allem der Piraten-Slang (ins Deutsche übersetzt sprachen die Rauhbeine irgendwie wie Ostfriesen, was ein bisschen seltsam war).
    Neuerdings habe ich die französische Sprache wiederentdeckt und will nun versuchen, nach langer Zeit mal wieder Bücher auf französisch zu lesen. Meine Sprachkenntnisse sind zwar eingerostet, weil ich zuletzt im Abitur französische Texte gelesen habe (das ist auch schon wieder vier Jahre her), aber wie du schon sagst: wenn man motiviert ist und es langsam angehen lässt, ist es möglich. Wünsch mir Glück.

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    1. Ja klar… Das mit dem Internet ist ja wirklich eine Generationenfrage. Ich glaube, ich hatte erst mit 18 Internet und einen DVD Player. Jetzt fühl ich mich alt! 😂
      Mein Großer ist elf und schaut ständig Youtube Videos auf Englisch. Für den ist das ganz normal. Was er versteht freut ihn und der Rest kümmert ihn nicht groß. Der wird hoffentlich mal keine Berührungsängste mit englischen Büchern haben. Meine Comics klaut er mir zumindest schon immer. 😉

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  24. Ich liebe es auf Englisch zu lesen! Ich finde das hilft einem extrem gut die Sprache besser zu lernen. Manche Schreibstile finde ich allerdings auf Englisch ganz schön anstrengend…
    Toller Post!
    LG aus Frankfurt

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