Welche Bücher haben Euer Leben geformt?

Einen wunderschönen Welttag des Buches wünsche ich Euch!
Letztes Jahr habe ich Euch ja meine liebsten Bücher über Bücher vorgestellt, dieses Jahr dachte ich, es wäre doch schön, Euch einmal zu erzählen welche Bücher mein Leben geformt haben und gleich zu fragen, welche Titel es waren, die Euer Leben vielleicht in die eine oder andere Richtung gelenkt haben.

dav

Kurt Held: Die rote Zora und ihre Bande

Das erste richtig dicke Buch, das mir meine Mutter vorgelesen hat, war „Die rote Zora“. Ich war damals wohl fünf oder sechs, hatte gerade erst mit der Schule angefangen und war zwar schon mehr oder weniger gewillt selbst zu lesen, doch so ein dickes Buch hätte ich noch nicht bewältigen können.
Zu diesem Zeitpunkt lief gerade die Serie im Fernsehen, aber immer wieder eine Woche warten zu müssen um zu sehen, wie es weiterging war zuviel! Ein Glück, daß „Die rote Zora“ das Lieblingsbuch meiner Mutter war und sie die Idee, mir mal eben 400 Seiten vorzulesen recht begeistert aufnahm.

Im Jahr davor war etwas passiert an das ich mich nach all der Zeit immer noch erinnere. Vermutlich, weil es einer dieser Aha-Effekte im Leben war…
Ich muss vier oder fünf Jahre alt gewesen sein, als mich meine Mutter zum Einkaufen mit in die Stadt nahm. Vor einem Geschäft wurde uns die Tür vor der Nase zugeknallt. Ein Mann hatte einfach nicht auf uns geachtet, während meine Mama davon ausgegangen war, daß er die Türe aufhalten würde.
Genervt zischte sie: „Ah, ein echter Gentleman!“
Ich wusste zwar noch nicht, was ein Gentleman ist, aber ich hatte schon eine ungefähre Ahnung von Sarkasmus, also lies ich mir das Wort erklären. „Das ist ein Mann, der nach Frauen schaut und ihnen die Tür aufhält, oder die Einkäufe trägt“, sagte sie. Ich überlegte kurz, dann stemmte ich meinen kleinen Körper gegen die Tür, drückte sie für meine Mutter auf und sagte: „Nein, das brauchen wir nicht. Ich bin auch stark genug.“

In meinem Kopf verknüpft sich dieses Erlebnis immer mit der roten Zora.
Auch sie hat nicht darauf gewartet, daß sich einer der Jungs aus ihrer Bande bequemte, ihr zur Hand zu gehen. Sie hat es entweder selbst gemacht, oder den Jungen die Meinung gegeigt.
Eine starke Heldin, die seinerzeit einen großen Eindruck auf mich gemacht hat und mich heute, wenn Kolleginnen meinen, daß wir uns  von den Männern helfen lassen sollten sagen lässt: „Neee, das können wir auch so!“

dav

Michael Ende: Die unendliche Geschichte

Ein weiteres Buch, an das ich lebhafte Vorlese-Erinnerungen mit meiner Mutter habe ist „Die unendliche Geschichte“. Meine Eltern hatten mich mit vielleicht sieben oder acht Jahren mit in die Bavaria Filmstudios genommen, wo ich auf dem Glücksdrachen Fuchur reiten durfte.
Ich hatte zu diesem Zeitpunkt weder das Buch gelesen, noch den Film gesehen, aber Fuchur: das war Liebe auf den ersten Blick!

Also nervte ich meine Eltern im Anschluß pausenlos, daß ich dieses Buch haben und den Film sehen musste. Leider zunächst erfolglos. Freundinnen meiner Mutter meinten, der Film wäre zu gruselig und das Buch zwar gut, aber noch zu kompliziert für mich.
Wochenlang litt ich und schaffte dann einfach Tatsachen, indem ich das Buch aus der Bücherei auslieh. Letztendlich einigten wir uns darauf, daß meine Mutter es mir vorlesen würde, was sie aber nicht lange durchhielt.
Also nahm ich die Sache selbst in die Hand, kämpfte mich durch einen Großteil des Buches selbst hindurch und beendete es als recht flüssige Leserin.
Heute mag man es kaum Glauben, aber in der Grundschulzeit empfand ich das Lesen immer als anstrengend. Ich fühlte mich mit Asterix, Fix und Foxi oder den Lustigen Taschenbüchern wohler, als mit dicken Schwarten.
„Die unendliche Geschichte“ hat eine begeisterte Leserin aus mir gemacht. Kein Wunder, daß mein Großer Bastian heißt!

dav

Peter Høeg: Der Plan von der Abschaffung des Dunkels

Nachdem ich in den folgenden Jahren eine recht begeisterte Leserin von Kinderbüchern wie „Neues vom Süderhof“ oder „Berts Katastrophen“ wurde, fiel mir wohl mit etwa dreizehn Jahren ein Buch im Bertelsmann Club-Katalog meiner Mutter auf: „Der Plan von der Abschaffung des Dunkels“.
Der Titel klang so geheimnisvoll, daß ich nicht anders konnte, als meine Mutter zu beknien, es mir zu kaufen.

Ich begann also gespannt zu lesen und verstand erstmal gar nichts:
„Was ist Zeit? Wir stiegen fünf Etagen dem Licht entgegen, verteilten uns in dreizehn Reihen und wandten uns dem Gott zu, der das Tor des Morgens aufschließt.“
Was sollte das heißen? Welcher Gott? Welches Tor?
Bis zu diesem Punkt hatte ich nur geradlinige Kinderbücher gelesen, doch Peter Høeg schrieb anders. Jeder Satz war ein Rätsel, daß sich erst im Laufe der Geschichte erschloss.
Also kämpfte ich mich auch hier durch und jedesmal, wenn ich einen Satz mit all seiner Symbolik oder seinen unterliegenden Anspielungen verstand, dann jubelte ich.

Danach las ich alle anderen Bücher von Peter Høeg, die seinerzeit auf dem Markt waren und ich schrieb meine erste Buchbesprechung zu „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“ für unsere Schülerzeitung. Ich kann mich noch daran erinnern, wie stolz ich war, meinen Namen unter dem Artikel zu lesen.
Wer hätte gedacht, daß ich nach mehr als zwanzig Jahren immer noch solchen Spaß daran habe, Buchbesprechungen zu schreiben?

dav

Heinrich Böll: Die verlorene Ehre der Katharina Blum

In der Zeit, als ich vierzehn, fünfzehn Jahre alt war, war der Jugendbuchmarkt wie wir ihn heute kennen so gut wie nicht existent. Man las Kinderbücher bis man ein Teenager war, um dann mit einer Mischung aus Schullektüre, Krimis und Fantasy den Sprung zur Erwaschsenenliteratur zu machen.

Zu diesem Zeitpunkt war ich bis über beide Ohren in meinen Deutschlehrer verknallt. Der war Anfang, Mitte zwanzig, also uuuralt, aber ich dachte, ich könnte ihm wenigstens intellektuell nahe sein, wenn ich mich durch die Leseliste seiner Lektüreempfehlungen arbeitete. Ein Glück, sonst hätte ich mich wohl nie mit Kafka, Mann oder Frisch beschäftigt.

Als Klassenlektüre lasen wir damals „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“, ein Buch das bis heute nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat. Meine Mitschüler stöhnten unter Sätzen wie „Für den folgenden Bericht gibt es einige Neben- und drei Hauptquellen, die hier am Anfang einmal genannt, dann aber nicht mehr erwähnt werden.“  Vielversprechender Anfang, hm?
Ich las das Buch dreimal und guckte verliebt, was mir zwar zu diesem Zeitpunkt nichts brachte, mir dann aber am Ende meiner Ausbildung zur Buchhändlerin doch noch zugute kam.

Für die mündliche Prüfung mussten wir nämlich vier Büchern aus verschiedenen Epochen vorbereiten. „Katharina Blum“ war eines der Bücher, die ich dafür ausgewählt hatte und über das ich dann tatsächlich geprüft wurde.
Es lief gut. Verdammt gut sogar!
Die Prüfer der Buchhandlung Lehmkuhl, die nicht gerade dafür bekannt waren, Hugendubel Prüflingen etwas zu schenken wickelte ich um den kleinen Finger. Ich scherzte, becircte, gab gute, schlagfertige Antworten. Endlich machte sich meine unerwiderte Liebe zu meinem Deutschlehrer bezahlt!

Am Ende der Prüfung drehte sich die schlechteste Wirtschaftskundelehrerin der Welt zu mir um und nuschelte: „Na, dann gehen Sie mal bitte raus, daß wir uns beraten können, ob sie bestanden haben.“
Ich stand auf, verdrehte die Augen und sagte nur: „Also bitte…“ Dann verließ ich lachend den Saal und war Buchhändlerin.

dav

Terry Pratchett: Gevatter Tod

Im Sommer bevor ich 18 Jahre alt wurde stellten sich bereits Weichen, die den Rest meines Lebens lenken sollten, auch wenn mir das damals nicht bewusst war.
Ich lernte meine beste Freundin kennen, machte meinen Schulabschluß, startete meine Fahrstunden, verliebte mich in den Mann, den ich später einmal heiraten sollte und begann meine Ausbildung.
Den literarischen Soundtrack dieser Zeit machten Terry Pratchetts Scheibenwelt-Romane aus, die damals in meiner Clique rauf und runter gelesen wurden. Das erste dieser Bücher, das mir von einem Kumpel in die Hand gedrückt wurde, war „Gevatter Tod“.

Die seltsamen Gesetze dieser Welt, die verrückte aber unumstößliche Logik, die allem zugrunde lag; all das begeisterte mich sofort.
Als ich meinen zukünftigen Ehemann zum ersten Mal sah, erinnerte er gleich an die Beschreibung des Hauptcharakters Mort. Ich beendete das Buch und war verliebt.

Zwanzig Jahre sind mittlerweile vergangen und vieles hat sich verändert, aber vieles, was in diesem Sommer, als wir Terry Pratchett lasen und nächtelang in der Studentenkneipe saßen und uns über unsere Lieblingsstellen totlachten, auf den Weg gebracht wurde, ist gleich geblieben.
Auch wenn meine Ehe gelegentlich schlingert wie ein Schiff im Sturm, ist mein Mann immer noch da. Auch wenn uns mittlerweile Länder trennen, ist meine beste Freundin immer noch meine beste Freundin. Und auch wenn die goldene Zeit des Buchhandels, in denen ich damals meine Ausbildung begann, mittlerweile vorbei sind, stehe ich immer noch gerne im Laden und verkaufe nun zwar weniger Bücher an weniger Kunden, aber immer noch voller Begeisterung.

Wie jung und dumm wir damals an dem Tag am Badesee waren, als mir mein Kumpel „Gevatter Tod“ in die Hand drückte. Unsere Leben lagen noch vor uns wie ein unbeschriebenes Blatt und doch wurden damals schon alle Linien gezogen.

All diese Bücher haben mein Leben geformt.
Und es gibt so viele andere. Bis heute weiß ich, welches Buch ich gelesen habe, als ich meinen Großvater das letzte Mal im Pflegeheim besuchte, welche Titel mit im Krankenhaus dabei waren, als ich meine Kinder zur Welt brachte, oder welchen Roman ich während der Flitterwochen las…
Es ist schön zu wissen, daß man immer solche treuen Begleiter an seiner Seite hat und sie nur kurz aufschlagen muss, um sofort wieder in die Zeiten transportiert zu werden, in denen man sie zum ersten Mal las.

Und jetzt seid Ihr dran!
Welche Bücher haben Euer Leben geprägt, geformt oder beeinflusst?
Ich bin wirklich gespannt auf Eure Antworten!

In diesem Sinne noch einen fabelhaften Welttag des Buches uns allen!

Eure Andrea

Autor: Lesen... in vollen Zügen

Seit 20 Jahren arbeite ich als Buchhändlerin in München und seit 2017 gibt es nun "Lesen... in vollen Zügen". Hier möchte ich euch vorstellen, welche Bücher mich gerade bewegen. Meine Beträge verfasse ich im Plauderton, eben so, wie ich auch mit meinen Kunden im Laden ins Gespäch komme. Der Schwerpunkt liegt dabei auf aktueller deutsch- und englischsprachiger Literatur. Aber ich bin auch ein großer Fan von schönen Illustrationen und stelle deshalb regelmäßig Graphic Novels und spannende illustrierte Sachbücher vor. Zu meinen Lieblingsautoren gehören Haruki Murakami, Banana Yoshimoto und Amélie Nothomb. Außerdem mache ich mir immer wieder Gedanken zum Thema Leseverhalten in der Rubrik Mein Leben als Leser und plaudere aus dem Nähkästchen in Bekenntnisse einer Buchhändlerin. Wem jetzt aber die Züge bei "Lesen... in vollen Zügen" zu kurz kommen, der kann gerne bei In vollen Zügen nach… vorbei schauen. Hier berichte ich von meinen Zugreisen, den Büchern, die mich dabei begleiten, den Städten die ich besuche und natürlich auch von schönen Buchhandlungen, die es dort zu entdecken gibt.

34 Kommentare zu „Welche Bücher haben Euer Leben geformt?“

  1. Liebe Andrea!

    Wie immer: sehr, sehr schön…!!! 😊

    Allerdings werde ich Dir meine Bücher, die mein Leben geformt haben, (noch) NICHT verraten,…
    …und das hat natürlich einen Grund: Da ich in diesem Jahr zum wiederholten Male nulle, wird zu meinem Geburtstag ein Bericht über „Dir Bücher meines Lebens“ erscheinen. Ich hoffe, Du kannst Dich noch einige Monate gedulden!

    Lieben Gruß
    Andreas

    Übrigens: Auf meiner fb-Seite stelle ich hin und wieder Blogger-Kolleginnen und –Kollegen kurz vor. Du bist am 30. April „dran“! 🥳

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  2. Happy Welttag 🙂
    Ich habe jetzt gerade überlegt, welche Bücher das sein könnten bei mir… Gar nicht so einfach, wie ich zunächst dachte. Denn eigentlich formen mich ja alle Bücher, die ich lese, irgendwie ein Stückchen.

    Auf alle Fälle waren Nesthäkchen und Der Trotzkopf ganz früh meine ersten Lesebegleitungen, richtige dicke Wälzer 🙂 Da war ich halt noch sehr Mädchen…

    Betty und ihre Schwestern gehören auch noch in die Kategorie. Damals wollte ich auch Schwestern haben, hatte aber einen Bruder 😉

    Ein kleines Intermezzo, mit Spuren bis heute hat Die unendliche Geschichte hinterlassen. Ich habe mir erst diese wunderschöne Sonderausgabe gekauft und bin schwer verliebt…wie damals eigentlich, als ich mit 12 in unserer Bibliothek saß und das Buch inhaliert habe.

    Und dann kam der Bruch. Auf einmal gab es da John Sinclair-Hefte. Uuuuh, gruselig… der Schritt zu Stephen King war da gar nicht mehr sooo groß und da in der Ecke bin ich ja auch hauptsächlich hängen geblieben. Carrie wars, die mich auf die dunkle Seite holte.

    Mal überlegen, was war denn sonst nochso…

    Sklavin von Mende Nazer. Eine furchtbare Geschichte, die ich auch nach all den Jahren nicht vergessen kann. Die aber meine Sicht auf unsere westliche Welt doch sehr verändert hat (anders, als „Nicht ohne meine Tochter“).

    Harry Potter! Unfassbar! Da war ich ja schon erwachsen, verheiratet und auf einmal brach dieser ganze Hype um Harry los… ich habe lange stand gehalten, bis zum 5 Band. Da haben um mich rum so viele davon geschwärmt. Kollegen, nicht deren Kinder 😉 Und da hat mein Mann mir dann zum Erscheinen des 5. Bandes alle 5 auf einmal geschenkt ❤ Ich finde nach wie vor, dass das mit die beste Fantasy-Reihe ever ist! Herr der Ringe mal ausgeklammert, da kam der Hype ja erst mit den Filmen 😉

    Ich könnte jetzt wirklich noch elendig lange weiter erzählen, deswegen bleib ich dabei, irgendwie prägt einen doch jedes Buch irgendwie 🙂

    Liebe Grüße
    Bine

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    1. Grüß dich Bine,
      ja da hast du wohl recht! Beinahe jedes Buch trägt in irgendeiner Weise dazu bei, unser Leben zu verändern.
      Und ja… Harry Potter! 😂 Ich war auch schon 18, als ich auf den Trichter kam. Da gab es gerade mal die ersten beiden Bände und der dritte war in Planung.
      Wenn ich jetzt mit jüngeren Kollegen darüber spreche, stelle ich fest, daß einige von ihnen nur im Buchhandel gelandet sind, weil sie als Kinder Harry Potter so geliebt haben.
      Dann fühle ich mich richtig alt! 😂

      Liebe Grüße,
      Andrea

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  3. Hach ja… Als ich vor kurzem ein Seminar über Kinderliteratur gemacht habe, habe ich schonmal über all die Bücher nachgedacht, die ich als Kind so geliebt habe. Wie bei Bine war es am Anfang auch Nesthäckchen. Ich weiß gar nicht wie oft ich diesen dicken Wälzer gelesen habe, dann auch noch Blitz und dann bin ich schon in die Bibliothek und habe alles von TKKG und den drei ??? gelesen. Irgendwann dazwischen kam Die Unendliche Geschichte, von der ich aber immerhin schon den Film kannte und ich war auch mit meinen Eltern im Bavaria Filmstudio :). Hatte damals so einen kleinen Fuchur-Anhänger. Vor kurzem habe ich mir das Buch gekauft, weil ich in einer Lesechallenge ein Buch lesen soll, dass ich früher sehr geschätzt habe. Und ich hatte es damals ja nur aus der Bücherei. Nach den ??? kam dann Stephen King und allerlei Romane.
    Das tolle ist, ich kann all die schönen Bücher immer noch lesen. Ein paar stehen sogar noch bei meinen Eltern im Regal. 🙂

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    1. Ich bin neidisch auf den Fuchur Anhänger! 😂
      Als ich dreizehn, vierzehn war gab es damals auch einen ziemlichen Stephen King Hype. All meine Klassenkameraden haben seine Bücher verschlungen. Nur ich nicht, und warum?
      Weil ich ein Schisser bin! 😂
      Bis heute habe ich noch kein einziges King Buch gelesen!
      Sollte ich vielleicht mal ändern, aber ich bin in all den Jahren nicht einen Deut mutiger geworden. 😅

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      1. Ich kann mich noch erinnern, dass ich als ich Es gelesen habe, eine Woche lang nichts essen konnte, weil das Buch so schlimm war, dass mir ganz schlecht wurde. Am Schluss fand ich es aber großartig, aber wirklich nichts für schwache Nerven. Da kann ein Film nicht dagegen anstinken. 🙂

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  4. Der Erzählband „Das Schnurren der Katze“ von Hugh B. Cave hat mich damals, als ich es zum ersten Mal gelesen habe, unglaublich beeindruckt. Mein Bruder hatte das Buch aus der Bibliothek ausgeliehen. Das ist jetzt gute 30 Jahre her. Die Geschichten gingen mir nicht mehr aus dem Kopf. Ganz großartige Gruselgeschichten. Daher war ich überglücklich, als ich das Buch vor ein paar Jahren bei einem Antiquariat entdeckt habe. Das ist das einzige Buch, das ich seitdem immer wieder lese. 🙂

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  5. Mein Leben haben in erster Linie Sachbücher/Ratgeber geprägt: „Die 7 Wege zur Effektivität“ (ich führe seitdem eine Irgendwannliste und erledige alles, was innerhalb von 2min erledigt ist, sofort), „Refuse to Choose“ von Barbara Sher, die mir gezeigt hat, dass es ok ist, viele Hobbies zu haben, „Organizing form the inside out“ (seitdem habe ich grob getrennte Funktionsbereiche), „Magic Cleaning“ (ich verstaue nun fast alles ordentlich in Boxen) und „Der Weg des Künstlers“ von Julia Cameron…ah und „Big Magic“ von Elizabeth Gilbert.

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    1. Ah, organisieren und ordnen kann das Leben wirklich komplett verändern!
      Seit meinem großen Kehraus und seitdem ich etwas mehr Platz für mich habe, kann ich endlich Yoga machen, ohne vorher tausend Legosteine wegräumen zu müssen. Dadurch geht es mir auch körperlich viel besser.
      Seltsam, was für große Auswirkungen solche kleinen Dinge haben…
      Deshalb auf jeden Fall ein Daumen nach oben für Ratgeber! 🤗

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  6. Oh, was für eine schöne Idee, dieser Blogeintrag – und mir wird warm ums Herz, dass du die „Rote Zora“ auch kennst – und schätzst: habe sie ebenfalls von meiner Mutter ererbt und dann verschlungen. Die „Unendliche Geschichte“ ist eigentlich bis heute ein Lieblingsbuch für mich und Verbindung zu meiner Großmutter, die es mir mit 10 Jahren samt persönlicher Widmung in Sütterlin geschenkt hat.
    Tja, und im Erwachsenenalter? Ehrlich gesagt eher Sachbücher als Belletristik, nachhaltig bereichernd für meinen Zugang zu mir und der Welt vor einigen Jahren ein Ratgeber von Russ Harris zur Acceptance and Commitment Therapy (ACT), den ich in meinem Blog in einem Artikel auch schon mal erwähnt habe: https://mutter-und-sohn.blog/2019/04/06/15-stunden-unter-strom-kind-beruf-und-hochsensibilitaet/ Herzlichen Gruß und bei Gelegenheit gern wieder, Sarah

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    1. Seit gestern bekomme ich so viele Nachrichten von Fans der Roten Zora, das macht mich auch ganz froh und ein bisschen nostalgisch.
      Habe heute beschlossen, daß ich nächstes Jahr aber wirklich mal die Kinder einpacken und nach Senj fahren muss! 😂

      Und wie du haben einige geschrieben, wie wichtig Sachbücher für sie waren… Die hatte ich gar nicht so auf dem Schirm.
      Spannend wie gleich und wie unterschiedlich die Interessen doch liegen.

      Liebe Grüße,
      Andrea

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  7. Boah, viele Bücher haben mein Leben geprägt… Als Kind „Lollo“ von Mira Lobe. „KIM – Die Tagebuchaufzeichnungen und Briefe von Kim Malthe-Bruun“ sowie ( als Schulliteratur) „Die Züchtigung“ von Anna Mitgutsch als Jugendliche, der Koran als junge Erwachsene, den ich nach 9/11 gelesen habe um zu erfahren wieviel von dem was man so hört(e) wahr ist. Anfang 20 „neunundreißigneunzig“ von Frederic Beigbeder und „American Psycho“ von Bret Easton Ellis. Als End20erin „So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein“ von Christoph Schlingensief. Dann mit Anfang 30 „Syrien verstehen“ von Gerhard Schweizer (natürlich von meinem Mann bekommen), Mitte30 „How to stop worrying and start living“ sowie „How to win friends & influence people“ beide von Dale Carnegie, die ich gerne allen Chefs, die ich je hatte oder haben könnte, vorlegen würde.

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  8. Ganz schwierige Frage, denn jedes Buch, das beeindruckt, führt mich ein bisschen weiter – und im Laufe der Jahrzehnte wurden es so unendlich viele! In der Kinderzeit waren es „Das doppelte Lottchen“ und die spannenden „Fünf Freunde“-Romane. Mädchen-Literatur war mir zu langweilig. Sehr früh kam die Begeisterung fürs Theater und damit Brecht und Shakespeare, einschließlich der Sonette. Überhaupt: Gedichte – nicht nur in der Teenagerzeit sehr wichtig! Die Abi-Rede ging über Dokumentar-Literatur, Hochhuths „Stellvertreter“ oder „In der Sache Oppenheimer“ (über die Entwicklung der Atombombe und das Gewissen des Wissenschaftlers), das hat uns damals bewegt und geprägt. Sartre und Camus natürlich, Siegfried Lenz und Heinrich Böll „Das Brot der frühen Jahre“ usw. Und heute: zuletzt „Becoming Michele Obama“ die beeindruckende und ganz und gar uneitle Biografie eines bildungshungrigen, farbigen Mädchens im weißen Amerika, das auch als Präsidentengattin nicht nur schmückendes Beiwerk und Wohltätigkeits-Schirmherrin sein wollte. – Und nicht zu vergessen über all die Jahre hinweg spannende Sachbücher: „Götter, Gräber und Gelehrte“ beeinflusste letztlich auch die Studienwahl.

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  9. Hallo,

    oh Gott, du hast „Der Plan von der Abschaffung des Dunkels“ erwähnt! Das Buch hat mich auch sehr geprägt, und bisher hatte ich immer das Gefühl, als hättes es außer mir niemand gelesen… Ich glaube, da war ich gerade im zweiten Ausbildungsjahr im Buchhandel, als das erschien.

    Dieser erste Absatz hat mich nie ganz verlassen – wie ulkig, ich habe vor ein paar Tagen gesehen, dass ein Exemplar des Bucher im öffentlichen Bücherschrank stand und habe es zur Hand genommen, um diesen Absatz nochmal zu lesen!

    Fräulein Smilla mochte ich auch, mit „Die Frau und der Affe“ konnte ich mich dann gar nicht anfreunden… Eigentlich will ich schon länger mal wieder was von diesem Autor lesen.

    Und „Die Unendliche Geschichte“ habe ich im Laufe der Jahre immer wieder gelesen, das Buch ist einfach grandios und da steckt so viel drin. Ich glaube, das erste Mal habe ich es gelesen, als der Film damals in die Kinos kam. Da war ich acht Jahre alt und vieles habe ich sicher noch nicht vollends verstanden – oder der Tiefgang ging zumindest noch teilweise an mir vorüber. Also verbinden wir beide unser achtes Lebensjahr mit diesem Buch!

    Die Scheibenwelt-Romane habe ich fast alle gelesen, ich glaube, da fehlen mir noch zwei oder drei.

    Ich kann mich noch erinnern, wie meine beste Freundin mal aus „Pyramiden“ vorgelesen hat und der Rest von uns fast erstickt ist, weil wir aus dem Lachflash gar nicht mehr rauskamen…

    Jetzt überlege ich, welche Bücher mein Leben geprägt haben, und da fallen mir als erstes die Bücher meiner Kindheit ein. „Mio, mein Mio“ von Astrid Lindgren und „Die Brüder Löwenherz“ habe mich damals zutiefst beeindruckt, ich glaube, weil ich da gerade in einem Alter war, in dem ich anfing, mich mit dem Tod zu beschäftigen.

    LG,
    Mikka

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    1. Oh, wie schön daß wir so viele Titel gemeinsam haben.
      Beim Plan von der Abschaffung des Dunkels dachte ich, daß der Titel bestimmt niemandem geläufig ist… Naja, immerhin ist der Autor bekannt.
      Wahnsinn, daß dieser Anfang auch auf dich so einen bleibenden Eindruck gemacht hat, daß du ihn nach all den Jahren – wie ich – immer noch im Kopf hast!
      Ganz liebe Grüße zurück,
      Andrea

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  10. Das ist ein sehr schöner Gedankenanstoß – welche Bücher haben mein Leben geformt? Einige, die du nennst, sind mir auch wichtig wie Die unendliche Geschichte. Mich hat geprägt und so richtig zum Lesen gebracht: Simone de Beauvoir Memoiren einer Tochter aus gutem Hause. Danach habe ich etliche ihrer Bücher gelesen. Das Lesen gehört zu meinem Leben dazu. Ich kann nicht ohne. Liebe Grüße und DANKE.

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  11. Eine gute Frage – welche Bücher haben mich geprägt?
    Ausser der Pflichtlektüre in der Schule gab es immer wieder Buchgeschenke, denn meine Mutter und meine Schwester haben auch gerne gelesen. Als ich jünger war bekam ich ‚Onkel Toms Hütte‘ oder Huckleberry Finn von Mark Twain. Später hat mich ein Roman „Madame Curie“ (verfasst von ihrer Tochte Eve) über das Leben der Forscherin sehr beeindruckt.
    Die unendliche Geschichte wie auch Momo habe ich verschlungen! Auch die Scheibenwelt von Terry Pratchett habe ich gerne gelesen. So bin ich zu meinem Lieblings-Genre SciFi und fantasy gekommen und hängengeblieben. … 😉
    Krimis und historische Romane lese ich auch zwischendurch, aber eigentlich warte ich immer auf die Neuerscheinungen von Walter Moers, der mit ‚Zamonien‘ eine ganz eigene Welt geschaffen hat. Sein Stil gefällt {nicht nur} mir außerordentlich gut und seine Wortspiele in ‚Stadt der träumenden Bücher‘ und ‚Labyrinth der träumenden Bücher‘ liebe ich ❗
    Geprägt, bzw. stark beeindruckt hat mich Lewis Caroll „Alice in Wonderland“ in der englischen Ausgabe – die Wortspiele sind grandios und nicht nur eine Geschichte für Kinder … 😉
    Lesen ist eben eine große Reise in die Fantasie, die niemals endet 🙂

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    1. Ende, Moers, Pratchett…
      Alles großartige Autoren! 🤗
      Ich freue mich schon sehr auf den August, dann kommt eine illustrierte Ausgabe der „Unendlichen Geschichte“ auf den Markt. Und die Illustrationen sehen sooo gut aus!
      Ich freu mich schon!
      Liebe Grüße,
      Andrea

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      1. Woher weisst du, daß die Ausgabe gut aussieht – hast du ein Probeexemplar bekommen? 😉
        Wenn du auch fantasy begeistert bist: kennst du die beiden Bücher von Nicole Rensmann?
        Sie schreibt ihren ganz eigenen Stil – ich habe beide Romane von ihr gelesen und finde, daß sie für ihre Ideen
        Anerkennung verdient. Bis sie ein Profi ist, dauert es wohl noch einige Zeit, aber ich lese es gern

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      2. Haha… Schön wärs! Nein, leider habe ich kein Vorabexemplar bekommen, aber in der Thienemann Vorschau gab es gleich mehrere Seiten mit Bildern. Hach… Genau mein Stil! 😍
        Ich muss ja zugeben, daß ich mittlerweile kaum noch Fantasy lese. Moers oder Aaronovitch sind natürlich gesetzt, aber ich habe die Fantasy Abteilung bei uns im Laden bestimmt zehn Jahre lang betreut, weil es sonst niemanden interessiert hat und irgendwann war ich dann völlig übersättigt.
        Trotzdem: für innovative Geschichten, die nicht immer nur den Herrn der Ringe nacherzählen, kann man mich immer noch haben.😉

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  12. Fräulein Smilla hat mir am Krimi – Anfang sehr gut gefallen, gleitet mir dann aber zu sehr in eine andere, in eine Fantasygeschichte ab. Dagegen Pratchett, den find ich auch gut (ebenso per Anhalter durch die Galaxis, beides nicht gut verfilmt. Das gilt auch für Stansilaw Lem. Und Tolkien). Und Böll, nun, der ist wichtig für die jüngere Geschichte, für die Geschichte der alten Bonner Bundesrepublik. Leben wir heute nicht in einer neuen Runde der sogenannten Nachrüstung nach gekündigtem Mittelstreckenvertrag? Und bleiben nicht manche seiner Feststellungen zeitlos, gerade über die Macht der wenig differenzierten Massenmedien wie bei der Katharina? Böll war mir immer näher als z.B. Grass, der ohne Frage große, spannende Geschichten entwickeln kann. Oder Lenz. Lesen, also so richtig lesen lernte ich allerdings mit etwas ganz anderem. Nämlich mit dem Zugriff auf des älteren Bruders Bücherschrank, wohlgefüllt mit den grünen Karl – May Einbänden. Erst danach kamen so typische Jugendbücher zum selber lesen, ob Lindgren oder Lottchen oder was auch immer. Ich war immerhin so geprägt, dass ich beim ersten lesen von Mark Twain den Mangel an Indianern bedauerte, obgleich natürlich der Amerikaner viel näher an der Wirklichkeit dran war als der sächsische Phantast!

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    1. Ich habe tatsächlich bis heute kein einziges Buch von Karl May gelesen, sehr zum Leidwesen meiner Mutter, die ihn immer sehr verehrt hat. Aber nachdem sie immer versuchte, mir ihre anderen Lieblingsbücher wie „Pucki wird eine glückliche Hausfrau“ schmackhaft zu machen war ich misstrauisch. 😅

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  13. Ja, das könnte im Nachhinein ein guter Vergleich sein… Zum einen war er ein unkritisches Kind seiner Zeit, wußte also, welcher Platz dem Weibe gebührt. Zum anderen Teil lebte er in einer völlig abgehobenen Phantasiewelt. Ich denke, dass es schwierig ist, als erwachsener, lesender Mensch noch mit May anzufangen, aber als kindlicher und jugendlicher Leser hätte ich mir jede Kritik verbeten! An den Büchern, die Filme fand ich schon damals schlecht, wenn auch natürlich nicht den französischen Winnetou. Welches Ei der Vielschreiber mir schon damals legte – ich lese heute noch gerne seriell. Also fast alles von den erwähnten Pratchett und Tolkien. Oder auch H. Heine. Zugegeben, mein Goethe ganz lesen – Projekt humpelt noch gewaltig, ebenso wie Shakespeare.. nicht einmal Stefan Zweig, Kafka oder eben Böll, Grass habe ich so weit! Es gibt noch viel zu tun, lesen wir weiter.

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