Langsam Lesen

Seit gut einem Monat bin ich nun auf WordPress aktiv und ich muß sagen, daß es mir hier wirklich gut gefällt! So viele liebe Leute, die sich über Bücher austauschen. So viele nette Gespräche und Diskussionen. So viele Besprechungen!
Vermutlich ist das das Einzige, was mich ein wenig nervös macht… Die unglaubliche Menge am Büchern, die manche von euch jeden Monat wegfetzen!
In meinem Freundeskreis bin ich diejenige, die mit Abstand am meisten liest. In der Buchhandlung bin ich totaler Durchschnitt; manche lesen mehr, manche weniger…
Aber hier auf WordPress schaue ich mir einige Blogs an und denke, daß ich das Leseniveau eines Grundschulkindes habe, so wenig lese ich im Vergleich mit manchen von euch! Da werden jeden Monat zehn bis zwanzig Bücher verschlungen!
An manchen Tagen schüchtert mich die schiere Menge ganz schön ein…
Also habe ich darüber nachgedacht, warum ich eigentlich relativ langsam lese.

Wir könnten mit den üblichen Ausreden anfangen:
Lüge Nummer 1: Ich habe Kinder! Ein großes Kind, mit dem ich für die Schule lernen muss und ein kleines Kind, daß noch nicht mal in den Kindergarten geht und den ganzen Tag bespaßt werden muss!
Hört sich logisch an, wäre da nicht mein kleines Büchlein in dem ich mir jedes Buch, das ich seit meiner Ausbildung gelesen habe, notiert habe. Das Ergebnis: Abgesehen von den Jahren in denen ich schwanger war blieb meine Bücherquote ziemlich konstant. Also daran liegt es nicht… Ich hab auch schon vorher langsam gelesen.
Lüge Nummer 2: Aber… Englisch! Das dauert länger!
Nein… tut es nicht. Nicht wirklich.
Ich lese zwar viel auf Englisch und ich weiß, daß einige Leser da mehr Zeit einplanen müssen. Bei mir macht es aber keinen großen Unterschied, ob ich nun auf Deutsch oder Englisch lese.

Warum lese ich also derart gemächlich, aber immerhin stetig vor mich hin?
Die Wahrheit hört sich vermutlich etwas seltsam an.
Der wahre Grund ist, daß ich den Buchcharakteren die Zeit geben muss, die sie brauchen.
Verwirrt? – Hier ein Beispiel: Nehmen wir mal an, ich lese einen Satz wie „Er lehnte sich gegen den Baum und glitt langsam am Stamm hinunter“. In diesem Fall macht mein Gehirn ein drei- bis fünfsekündige Lesepause um dem Protagonisten genug Zeit zum Lehnen und Hinabgleiten zu geben.
Es wird noch merkwürdiger:
Lese ich zum Beispiel: „“Ich finde nicht, daß du das tun solltest!“, sagte sie schmollend“, dann kann es sein, daß ich den Satz zweimal lesen muss, bis er sich richtig anhört.
Vielleicht habe ich mir „Ich finde nicht, daß du das tun solltest!“ zuerst mit einer schnippischen oder nervösen Stimme vorgestellt. Wenn ich also die Information „schmollend“ danach lese, muss ich das gegebenenfalls korregieren.
Auch in meine Gedankenorte stecke ich viel Arbeit:
Je mehr Informationen ich zu einem Ort bekomme, desto genauer stelle ich ihn mir vor. Das erfordert ganz schöne Umbauarbeiten, wenn mein erstes Bild falsch war.
Dann muss ich neue Bilder aufhängen, die Farbe der Vorhänge ändern, und so weiter…

Manchmal habe ich das Gefühl, während ich lese ist ein kleiner, verschwitzter Regisseur in meinem Hirn dabei mein Gedankenkino am Laufen zu halten. Ein ganzer Stab von Schauspielern, Requisiteuren, Kostümschneidern und Maskenbildernern ist da im Dauereinsatz.

Ich denke, das ist der Grund, warum ich nie zweihundert Bücher im Jahr schaffen werde.
Trotzdem mag ich diese Art zu lesen. Bei jedem Buch läuft ein so detaillierter Film in meinem Kopf ab, daß ich mir die wichtigsten Szenen jederzeit vor Augen rufen und meinen Kunden davon erzählen kann. Ich mag das. 🙂

Wie lest ihr so? Langsam oder schnell?
Werdet ihr manchmal auch nervös, wenn ihr seht wieviele Bücher andere Blogger verschlingen?
Wie sieht euer Kopfkino aus?

Alles Liebe,
Eure Andrea

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Autor: Lesen... in vollen Zügen

Seit 20 Jahren arbeite ich als Buchhändlerin in München und seit 2017 gibt es nun "Lesen... in vollen Zügen". Hier möchte ich euch vorstellen, welche Bücher mich gerade bewegen. Meine Beträge verfasse ich im Plauderton, eben so, wie ich auch mit meinen Kunden im Laden ins Gespäch komme. Der Schwerpunkt liegt dabei auf aktueller deutsch- und englischsprachiger Literatur. Aber ich bin auch ein großer Fan von schönen Illustrationen und stelle deshalb regelmäßig Graphic Novels und spannende illustrierte Sachbücher vor. Zu meinen Lieblingsautoren gehören Haruki Murakami, Banana Yoshimoto und Amélie Nothomb. Außerdem mache ich mir immer wieder Gedanken zum Thema Leseverhalten in der Rubrik Mein Leben als Leser und plaudere aus dem Nähkästchen in Bekenntnisse einer Buchhändlerin. Wem jetzt aber die Züge bei "Lesen... in vollen Zügen" zu kurz kommen, der kann gerne bei In vollen Zügen nach… vorbei schauen. Hier berichte ich von meinen Zugreisen, den Büchern, die mich dabei begleiten, den Städten die ich besuche und natürlich auch von schönen Buchhandlungen, die es dort zu entdecken gibt.

69 Kommentare zu „Langsam Lesen“

  1. Ich lese, wenn ich Zeit dafür habe und auch nicht jedes Buch ist für mich eine Rezension wert. Ich versuche, mich nicht unter Druck setzen zu lassen. Jeder liest und bloggt anders. Und das ist gut so. Ich lese so gern Rezensionen und Bücherblogs, mein eigenes wächst nur super langsam, aber auch das ist ok. Es ist halt einfach so. Und das finde ich schön. Lesen soll nicht in Wettbewerb ausarten.
    Mein Kopfkino ist auch sehr gut besucht. Ich sehe mich immer im mentalen Kinosessel sitzen und mit gesichtslosen Sitznachbarn ratschen während wir den „Film“ analysieren. Manche Bücher lese ich so schnell, weil sie mich einfach in Atem halten und ich WISSEN muss wie es weitergeht. Manche Bücher lese ich langsam, weil ich manche Dinge einfach sacken lassen muss. Aktuell lese ich unter andere „Good Omens“,einfach weil es eines der Terry Pratchettbücher ist, die ich noch nicht gelesen habe. Trotzdem komme ich kaum voran. Ich liebe die Sprache und die Wortwahl, googel mir immer die Finger wund, wenn ich über Titel und Namen stolpere, bei denen ich einfach wissen muss, ob sie einen Bezug zur Realität haben
    Und irgendwie ist mein Kommentar heute voll zusammenhangslos habe ich das Gefühl. Aber es ist Freitag und ich bin schon voll bereit fürs Wochenende. ^_^

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      1. Es ist sehr unterhaltsam. Aber man merkt meines Erachtens den Wechsel im Schreibstil bei den Stellen die Gaiman schreibt und bei denen von Sir Terry. Vielleicht bilde ich mir das ja auch ein, aber irgendwie merkt man es schon. es ist ein schönes Buch. Sprachlich einfach brilliant. Etwas schwer zugänglich am Anfang aber es wird mit der Zeit xD Dir auch ein schönes Wochenende ❤

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    1. Zitat:
      „Manche Bücher lese ich so schnell, weil sie mich einfach in Atem halten und ich WISSEN muss wie es weitergeht. Manche Bücher lese ich langsam, weil ich manche Dinge einfach sacken lassen muss.“

      Genau das ist es! Auch ich habe manchmal Bücher, oder zumindest Stellen in Büchern, bei denen es sich mir verbietet langsam zu lesen^^

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  2. Huhu Andrea,

    vielen Dank für den sehr schönen Einblick in dein Seelenleben…:)

    Ich bin ja kein Buchblogger, insofern keine richtige „Benchmark“ für dich. Ich lese auch langsam und komme auf 6-12 Bücher im Jahr. Habe auch kleine Kinder (knapp 7 Jahre) und ich brauche zum Lesen Raum zum Entspannen (Urlaub etc.).

    Insofern kann ich deine Gedanken total nachvollziehen.

    Das Wichtigste ist, dass du in erster Linie für DICH liest (und am Ende darüber bloggst). Bitte stelle dich in keinen Wettbewerb, das erhöht den Stresslevel ungemein. Egal was du in deinem Leben tust, du wirst immer auf jemanden treffen, der irgendetwas vermeintlich „besser“ macht oder kann als du. Mit einer erwachsenen Gelassenheit begegnen und dich mit dem anderen drüber freuen, das zeigt für mich wahre Größe.

    Also, alles gut! Du schreibts wirklich schön und deine Gestaltung gefällt mir auch sehr.
    Bitte weiter so! 🙂

    LG Torsten

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  3. Hi Andrea,
    Ich finde man sollte sich da von sen ständigen Vergleichen gar nicht verrückt machen lassen. Lesen ist doch kein Wettbewerb. Jeder sollte so langsam oder schnell lesen wie er möchte.
    Generel hat ja auch jeder eine andere Lebenssituation. Viele Buchblogger bringen unglaublich viel freie Zeit mit, sei es, weil sie noch zur Schule gehen, sei es, weil sie im Studium sind und sich komplett frei organisieren können. Da verwundern lange Leselisten kaum. Was mich immer erschreckt, ist aber der Neid, der da mit reinspielt. War es weniger als letzten Monat, war es mehr? War es mehr als andere lesen? Absurd…
    Wow, so langsam wie du könnte ich gar nicht lesen, da würde ich immer total den Fden verlieren, bei längeren Sätzen 🙂 ich lese manchmal „betont“ im Kopf, manchmal auch einfach laut. Aber meist lese ich abends im Bett und da will mein Freune auch einschlafen von daher bleibt es meist bei stillem Lesen.
    VG Jennifer

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  4. Ich lese langsam! 🙂 Mein Motto: Qualität statt Quantität! Lesen soll Spaß machen! Da ich überwiegend Sachbücher lese, stellt sich mir das beschriebene Problem des schnellen Lesens nicht! 😉 Schönes vergnügliches Wochenende! 🙂

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  5. Ich nehme mir ebenfalls Zeit beim lesen. Ich gönne es jedem, der Zeit für 10 Bücher und mehr im Monat hat, ich selbst würde das gar nicht wollen. Schließlich gibt es noch genug Dinge im Leben außer lesen.

    Deshalb gibt es bei mir auch keine Leselisten, keine Monatsrückblicke und keine Teilnahme an „Challenges“, die für mich irgendwie immer literarische Versionen von Wettbewerben im Schnell-Essen darstellen. Das kann keiner wollen! 😉

    Ich mache mir auch keinen Blogplan mehr oder denke: „Jetzt muss ich aber mal wieder eine Rezension schreiben“. Mittlerweile gilt: „It´s done, when it´s done!“

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  6. Hey 🙂
    also ehrlich gesagt muss ich dir da vollkommen recht geben. Wenn ich mir die Lesemonate von so manch einem Blogger oder einer Bloggerin anschaue, muss ich schon schlucken, wenn ich „gerade mal“ 3 Bücher im Monat schaffe, manchmal auch weniger je nachdem wie mich die Uni einspannt. Zum Beispiel lese ich zu Hause kaum, weil ich für eine Prüfung lernen muss und da vorm Schlafengehen immer einmal durch die Unterlagen gehe. Also kommt mir nur meine Lesezeit in der Bahn zu Gute, aber auch hier kann es sein, dass ich einfach mal ne ganze Bahnfahrt mit meiner besten Freundin schreiben, Freunde irgendwie treffe und dann auch nicht lese.
    Insgesamt find ich aber auch, dass man sich als Blogger nicht mit anderen vergleichen sollte. Denn manchmal weiß man auch gar nicht so viel über die Person selber: Ist sie – wie du – Mama und schafft es einfach nicht oder liest eben langsamer oder ist es vielleicht noch eine Schülerin, die einfach ein bisschen mehr Zeit hat und dementsprechend viel liest?
    Sinn und Zweck vom Buchlesen ist es ja auch nicht, durch die Bücher zu kommen und am Ende des Monats zich Bücher gelesen zu haben, aber man kann sich kaum daran erinnert. Ich find es gut und auch schön, wenn man langsam liest und eben, wie du es auch sagst, den Charakteren Zeit lässt. Bei mir läuft auch immer eine Art Kopfkino ab und da kann ich nicht einfach mal n paar Zeilen oder Seiten überspringen, weil mir dann Szenen fehlen. Und genau wegen diesem Kopfkino lese ich. Es gibt auch Tage, da habe ich ein Buch beendet und kann einfach kein neues anfangen, weil mir die Geschichte vom anderen noch nachhängt.

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  7. Keine Sorge, nicht jeder hier kann drei bis vier Rezensionen pro Woche vorweisen. Ich bin froh, wenn ich es alle zwei Wochen schaffe. Und sich ständig mit anderen zu vergleichen schafft auch nur Bauchschmerzen.

    Die Vorstellung des kleinen Kopftheaters finde ich übrigens sehr reizend. Ein bisschen ähnlich geht es mir auch, vermutlich lese ich auch deshalb langsamer als andere. Andererseits kommt es auch auf die Art des Textes an, Unterhaltungsliteratur liest sich naturgemäß schneller als Kafka oder Jelinek.

    Interessant finde ich, dass es Menschen gibt, die im Kopf eine Art „Erzählerstimme“ haben, die ihnen den Text beim Lesen praktisch vorliest; andere haben das nicht. Ich nehme an, du würdest dich eher zu ersterer Gruppe zählen?

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      1. Tatsächlich nicht immer. Es gibt wohl Texte, bei denen es auffälliger ist; bei anderen ist es mir zumindest nicht bewusst. Es kommt vermutlich auch sehr auf die Art des Textes, die Bedeutung und Häufigkeit der Dialoge und natürlich die Charakterzeichnung an. Terry Pratchett ist auch für mich das perfekte Beispiel – seine wirklich immer einzigartigen Figuren sprechen auch für mich immer ganz individuell. Bei anderen Texten habe ich ab und an „aha“-Momente, in denen ich mir der Stimmen bewusst werde, gerne auch einmal laut lese.

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  8. Ich finde deine Art zu lesen sehr sympathisch 🙂 Was mein Gehirn sich nicht vorstellen kann, bleibt bis am Ende des Buches ein schwarzes Loch 😉
    Ansonsten habe ich Lesephasen: im Frühling/Sommer bin ich mehr draußen unterwegs und lese weniger. Außerdem hab ich noch ein paar andere Hobbies und je nachdem, ob die gerade „entflammen“ oder nicht, macht sich das auch fürs Lesen bemerkbar.
    Momentan lese ich viel, was daran liegt, dass ich körperlich ein wenig erschöpft bin und mir für mehr die Energie fehlt. Zudem lese ich mehrere Bücher parallel (gegen die Eintönigkeit) und da passiert es manchmal, dass ich vielleicht 3 Bücher direkt hintereinander beende. Aber ich stresse mich nicht beim Lesen. Manche Bücher benötigen auch definitiv mehr Zeit als andere 🙂

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  9. Ich kann mich nur allen Meldungen hier anschließen. Man liest eben wie man liest und ich selbst lese übrigens auch sehr langsam. Oder nein, wohl eher einfach wenig. Nicht unbedingt langsam. Es kommt sehr auf das Buch an. Und manchmal lese ich für zwei Monate gar nichts. Und dann erst wieder. – Natürlich ist das jetzt durch meinem Blog anders, denn nun will ich vorankommen und lese ein Buch nach dem andern^^

    Sehr schön fand ich deine Beschreibung von der Vorstellung des beschriebenen oder gesagtem. Auch ich korrigiere mich im Kopf immer, wenn nachträglich steht, wie der Charakter es gesagt habe.
    Ich finde, es gibt Momente, bei denen man diese Abschnitte sogar schnell lesen muss. Vielleicht weil es gerade rasant zur Sache geht und dann lese ich ebenso rasant mit. Andersherum geht es natürlich auch.

    Nun ja, aber verrückt gemacht habe ich mich noch nie. Ich kann nicht verstehen, wie jemand pro Monat mehr als sagen wir mal fünf Bücher lesen kann. Sofern es keine Kurzgeschichten oder Comics oder Mangas sind, kann man doch kein Buch in einer Woche schaffen und genießen; kann ich mir zumindest nicht vorstellen 😉

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    1. Ja… Wenn es temporeich zugeht lese ich auch schneller. Aber weil ich ein ziemlicher Angsthase bin lese ich sehr wenig Krimis und Thriller, weshalb es dann eher gemächlich zur Sache geht. 😉
      Tatsächlich hat ja Umberto Eco etwas ähnliches gemacht, als er „Der Name der Rose“ geschrieben hat. Er hat sich überlegt wie weit es von Punkt A nach Punkt B ist und dann überlegt, wie lange man dafür braucht wenn man schnell oder langsam geht. Dementsprechend hat er die Dialoge gehalten. Irgendwann hat wohl sein Verleger gemeint, ob man Gespräch X und Y nicht einfach zusammenfassen kann, worauf Eco meinte, daß die Distanz nicht lange genug wäre um auf dieser Strecke über so viel zu reden. 😉

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      1. Das mit dem Vorgehen des Autors von „Der Name der Rose“ wusste ich noch gar nicht. Aber ja, Erzählzeit VS. Erzählte Zeit. Es gibt auch viele avantgardistische Bücher, die damit ebenfalls spielen. Aber meistens ist mir das zu speziell 😀
        Aber du musst nicht unbedingt Krimis oder Thriller lesen, um das zu haben. Liebesszenen können durch die Hitze des Moments ebenso so rasant ablaufen und einen mitreißen. In Büchern mit Kämpfen/Gefechten (welche dann ja nicht zwingend brutal oder angsteinflößend ablaufen müssen) geht es auch meist temporeich ab 🙂

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      2. oh, das ist ja mal ein interessantes Stück Info. Da muss ich das Buch gleich mal wieder hervorkramen. Jetzt bin ich neugierig 😀 Ist eh schon so lange her, dass ich es gelesen habe. Wahrscheinlich muss ich es mir leihen oder das ebook kaufen. Habs sicherlich nicht mehr in irgendeiner Kiste.

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  10. Auch ich lese sehr langsam, kann deine Gedanken also zum Teil total nachvollziehen.
    Bei mir ist es jedoch nicht so, dass ich Pausen mache, sondern dass ich einfach langsam lese. Manchmal Sätze 2 oder 3 Mal lese, einfach weil ich sie so toll fand oder weil ich sie nicht ganz verstanden habe (zum Beispiel wenn mein Freund nebenbei quatscht).

    Manchmal beneide ich Menschen, die in einem Tag ein Buch beenden können. Das könnte ich allein schon nicht, weil ich nicht STUNDENLANG NUR lesen kann. 2 bis 3 Stunden okay, aber mehr nicht. Da bekomme ich Kopfweh. Kleine Pausen brauche ich einfach zwischendrin.

    LG Becky

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  11. Hallihallo 🙂

    Lesetempo ist, wie ich finde, etwas sehr relatives. Jeder liest und erlebt das Gelesene auf seine ganz eigene Art und Weise und die Anzahl der gelesenen Bücher im Monat ist letztendlich nur eine Zahl, die nichts darüber aussagt, ob die Bücher einen bewegt haben, immer noch beschäftigen, ob man sie nun mochte oder nicht.

    Ich selbst komme auf 10+ Bücher, einfach weil ich durch die Arbeit viel schnell lesen muss und aufnehmen muss, daher hat sich mein normales Just-For-Fun Lesetempo mit der Zeit auch automatisch verbessert. Ich muss zugeben, am Anfang habe ich mich auch immer fast schon schlecht gefühlt, wenn ich gesehen habe wie schnell und wie viel manche hier lesen. Inzwischen sehe ich das entspannter. 🙂

    Ich lese mal schnell, mal langsam. Ich schreibe auch nicht zu allen Büchern eine Rezension (und manchmal schreibe ich die Rezension auch Wochen später erst). Ich lese letztendlich weil lesen meine Leidenschaft ist, und die lebe ich so aus, wie ich es selbst für richtig halte. 🙂

    Liebe Grüße,
    Katja

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  12. Einen sehr schönen persönlichen Text hast du da geschrieben! Die Frage ist, ob du wirklich langsam liest. Ich kenne das „Problem“. Unter meinen Freunden gelte ich als Buchnerd und kaum einer versteht meinen hohen Lesekonsum. In der Buchcommunity fühle ich mich öfter auch schlecht. Anderseits muss ich einmal sagen, dass ich irgendwie es auch mag, ein Buch nicht innerhalb eines Tages zu lesen. Ich bin quasi gern Genießer, haha. Zudem kommt es tatsächlich auch auf die Bücher an. Ohne jemand vor den Kopf stoßen zu wollen, bei denjenigen, die 10-20 Bücher lesen, sind oft viele leichte Liebesromane und Young Adult mit dabei. Ich lese gern das Genre Literatur und Sachbücher. Die lesen sich nicht so einfach weg. Außerdem sind diese Buchverschlinger auch bei den Buchbloggern eher Ausnahme. Ich kenne viele, die eher zwischen 3-5 Büchern pro Monat wie ich lesen. Gerade wenn wir doch auch noch nebenher Vollzeit arbeiten, sollte das durch aus ok sein. Es ist unsere Leidenschaft e basta. Du machst also alles richtig 😉 …

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      1. Ich muss sagen, wenn ich sehr lange lese, bin ich danach auch irgendwie platt. Wie gesagt, klar wenn mich ein Buch packt, lege ich es nicht so schnell aus der Hand. Aber nur um zu sagen: Ich habe ein Buch an einem Tag gelesen… Nein, das klingt auch wenig nach Genuss!

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      2. Geht mir genauso!
        Es gibt ganz seltene Fälle.
        Den „Fürst des Nebels“ von Carlos Ruiz Zafon hab ich tatsächlich am Stück gelesen und zwar im TGV von Paris nach München… Es war aber auch nicht so als hätte ich gerade noch andere Sachen zu tun gehabt. 😂

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  13. Hallo liebe Andrea! Habe dich gerade entdeckt und gleich mal aboniert 😉 Ich habe früher super schnell und sehr viele gelesen. Aber seit ich studierte wird es leider weniger und weniger. Ich bin teilweise einfach zu ausgelastet und schaffe daher meistens nicht mal ein ganzes Buch im Monats, was sehr schade ist. Dafür lese ich in den Semsterferien wieder mehr! 🙂

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  14. Kann man das überhaupt steuern: langsam oder schnell lesen? Meiner Erfahrung nach „fordern“ bestimmte Bücher ein bestimmtes Tempo. Einen Regiokrimi lese ich schneller als einen Roman von Isaac Singer, einen Thomas Mann sicherlich langsamer als einen TC Boyle.
    Wenn man im Monat auf 20+ gelesene Bücher kommen will, gibts nur eins: Die Hälfte Graphic Novels und die andere Hälfte Chick Lits. Dann könnte es sogar dreistellig werden.

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  15. Ich glaube, die Freude am Bloggen erhält man sich nur, wenn man sich überhaupt nicht mit anderen vergleicht und einfach sein Ding macht. Ich bin nun zwar zugegebenermaßen eine Vielleserin (da ich keine Kinder habe, kann ich mir auch die Zeit nehmen) und eine Schnellschreiberin, das ist bei mir einfach auch ein Stück berufliches Handwerk. Damit das jetzt nicht zu eitel klingt: Schnelligkeit und Häufigkeit heißen ja deshalb noch nicht, dass das Qualität bringt. Ich denke mir manchmal, wenn ich Neuerscheinungen bespreche, ob ich die Bücher mit etwas Abstand noch ebenso sehen und besprechen würde.
    Lass dich also nicht abschrecken, sondern mach, was Dir wirklich Freude macht – und das merken deine Mitleser und goutieren es, egal wie oft und häufig du bloggst.

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  16. Du wirst lachen… ich hatte genau die selben Gedanken.. Ich bin seit nicht einmal drei Wochen hier unterwegs, ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht mehr wann ich mit dem bloggen angefangen habe (hier auf WordPress) – aber gesgtern habe ich gemerkt, dass ich doch versuche 1 Buch pro Woche zu lesen und das, ist schon relativ viel für mich, denn mit den anderen Hobbies die ich habe, verplemper ich ganz schön viel Zeit. Also ich bin eher der 1 Buch pro Woche (max 2 Wochen) Leser und es gefällt mir ganz gut so. Ich stimme dir voll und ganz zu, dass ich manche Sätze mit dem richtigen „ton“ in meinem Kopf nachlesen muss oder dem Protagonisten die Zeit gebe total außer Atmen die Treppe hoch zu laufen. – Vielen Dank für diesen Beitrag, ich hoffe dass ich durch das „langsame lesen“ auch viel schönere und manchmal auch persönlichere Rezensionen hinbekomme. Im Moment sind es noch weniger Leser, aber das muss nichts heißen 🙂 Es macht Spaß, nicht? Das ist das Wichtigste!

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  17. 10 bis 20 Bücher pro Monat?? Das hieße ja, im Schnitt mindestens 2 Bücher pro Woche zu lesen… Unglaublich! Ich lese, meine ich subjektiv jedenfalls, ziemlich schnell – aber ich muss erst einmal überhaupt die Zeit zum Lesen haben. 2 Bücher pro Woche schaffe ich allerhöchstens im Urlaub, wenn ich wirklich gar nichts anderes vorhabe und tue. Aber auch dann stehen ja gelegentlich noch andere Dinge an. Natürlich kommt es auch darauf an, von welcher Länge die Bücher sind – meine haben meistens 400 Seiten aufwärts. Und, wie viele vor mir hier schon gesagt haben, sollte das Lesen ja auch nicht zu einem Wettbewerb ausarten. Ich persönlich freue mich sehr darüber, dass ich seit ungefähr einem Jahr mir überhaupt wieder bewusst Zeit zum Lesen nehme und so seitdem etwa 2 Bücher/Romane/Krimis pro Monat lese.
    Und Kopfkino findet hier auch statt – das finde ich das allerschönste am Lesen und ist für mich ein Zeichen für ein gutes Buch, wenn in meinem Kopf Orte und Situationen und Personen entstehen.
    Ich folge mal unauffällig zurück und lasse liebe Grüße da! 🙂
    Hannah

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  18. Also ich lese meiner Meinung nach auch weniger, aber vielleicht nicht wirklich langsamer. Ich genieße einfach mein Buch und wenn ich mal keine Lust habe zu lesen, dann lese ich auch nicht 😉. Was mich hier nur so fasziniert ist, dass die Leute so viele Rezensionen schreiben. Ich denk mir oft: bevor ich mich hinsetze und schreibe könnte ich doch eigentlich in eine neue Geschichte eintauchen.
    Mach dir auf jeden Fall keinen Stress deswegen weil andere mehr lesen. Jeder soll das in seinem Tempo machen, aber allen voran soll es Spaß machen 😊.

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  19. Ein wunderbarer Beitrag mit vielen bereichernden Kommentaren, denen ich öfters mit einem heftigen Kopfnicken zustimme.
    Es kommt auf das Buch an, auf meine innere Verfassung, auf die äußere Umgebung, in welchem Tempo ich ein Buch lese. ABER, das kann auch ins Auge gehen: Pascal Merciers „Nachtzug nach Lissabon“ habe ich zwei Mal gelesen, beide unter verschiedenen Bedingungen. Das erste Mal an einem Tag durch, während einer Zugfahrt, aber das Buch hat mir nicht sonderlich gut gefallen, weil kaum etwas bei mir hängen geblieben ist. Beim zweiten Mal ein paar Jahre später gab ich dem Buch eine zweite Chance UND ein paar Tage Zeit. Siehe da, ich konnte die sprachliche Schönheit und die spannende Handlung entdecken.
    Jeder soll für sich selbst entscheiden, was ihm/ihr gut tut.
    Und, 200 Bücher im Jahr? Es ist super, dass es eine Vielfalt an Büchern gibt, aber das Leben hat auch andere schöne Seiten zu bieten.

    Liebe Grüße aus Wien

    S.

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  20. Ich lese zwar relativ schnell, aber ich kann es total gut nachvollziehen, wie Du liest und kenne das teilweise auch – vor allem diese „Umbauarbeiten“, wenn der Autor mit einer wichtigen Info herausrückt, nachdem ich mir im Kopf schon ein ganz anders Bild gemacht habe, sind mir leider nur zu bekannt. Ganz oft ist meine Vorstellung steitenverkehrt zum Autor und wenn der Protagonist sich dann z. B. nach rechts zu anderen Leuten wendet, würde er bei mir an die Wand schauen 😉 Sehr lästig, sowas.
    Gerade bei Krimis sollte man nicht allzu schnell lesen, um keine versteckten Hinweise auf den Täter zu verpassen, aber wenn die Spannung zu groß ist, dann steigt mein Lesetempo. Dann verpasse ich auch schon mal solche eingestreuten Hinweise oder würdige einen schönen Satz oder eine besonders gelungene Passage nicht ausreichend. Das ist mir schon bewusst, dass Deine genießerische Art zu lesen und sich alles in Ruhe vozustellen, ein intensiveres Leseerlebnis bietet – aber wenn mich die Spannung mitreißt, dann kann ich nicht anders 😉
    Allerdings komme ich auch nicht auf 200 + Bücher. Dieses Jahr werde ich etwa 150 schaffen, wobei Gay Romance Bücher in der Regel nur um die 200 Seiten dick sind und schnell mal zwischendurch gelesen werden können, auch auf englisch klappt das inzwischen flüssig.
    Man neigt schon ein bisschen dazu, sich mit anderen zu vergleichen, was die Anzahl der gelesenen Bücher angeht, aber zum Glück ist das ja kein Wettbewerb. Und wenn man „nur“ 4 odeer 5 Bücher im Jahr liest – wenn man an ihnen seine Freude hat, ist alles wunderbar so.
    LG Gabi

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  21. Was mir vor allem wahnsinnig auffällt seitdem ich seid ein paar Tagen begeistert durch alle möglichen „Bücherblogs“ klicke und lese ist.
    Wieviele von euch zwei, drei, oder sogar noch mehr Bücher 📚 parallel lesen 😳🤔
    Find ich echt Wahnsinn.
    Mir gehts da ähnlich wie der Bloggerin, lese immer eher langsam und stell mir dabei alles vor.
    Bei Büchern welche mich nicht so wirklich fesseln (was selten vorkommt) ertappe ich mich auch ab und zu ein bis zwei Wörter oder Sätze zu überfliegen aber was ich wirklich gar nicht kann ist zwei Bücher parallel lesen.
    Ich komm dann bei keinem von beiden irgendwie in die Geschichte und komme bei beiden nicht mehr voran 🙈
    Anscheinend bin ich mit diesem Problem relativ alleine 🙈🤔

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  22. Ich lese normalerweise schnell, aber durchaus auch ein Buch öfter, wenn es mir gut gefallen hat. Das kann passieren, wenn mir die Geschichte sehr gefällt, die Personen oder einfach nur die Lyrik, wie z. B. bei Jean Giono, der schreibt poetische Prosa (wie der Graf von Borg vom desgrafenlesestunde-Blog in seinem „Momente“).

    Die Worte „Lesen“ und „Schaffen“ passen für mich gar nicht zusammen. Für mich ist Lesen eine Freizeitbeschäftigung und keine Leistung. Ich lese gar nicht so viele Bücher mehr, mal mehr, mal weniger, weil ich auch gerne Comics lese. Ich habe von meinem Bruder 5 vollständige Sammlungen Carl Barks und Don Rosa mit Donald Duck und Dagobert Duck. Mit denen bin ich im Gang und ich lese auch Webcomics und E-Books anstatt Papierbücher.

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  23. Ich wünschte, ich könnte das langsame Lesen lernen. Sobald ich Buchstaben vor mir sehe, rast mein Blick los. Was zum Beispiel die unangenehme Folge hat, dass ich Fehler nie sehe. Ich hangele mich wahrscheinlich wie alle Schnellleser/innen an den Konsonanten lang und sause im Karacho durch die Texte. Gut, weil ich oft große Lesemengen bewältigen muss, ansonsten aber mehr als schade. Na, wer weiß, vielleicht lerne ich im Alter ja noch dazu 😉

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    1. Musst du Fehler finden? Wenn nicht, sei froh, dass du sie nicht siehst. Ich habe 10 Jahre lang Korrektur gelesen, ich sehe alles. Das ist manchmal schon lästig, denn es nimmt den Spass am Lesen, wenn da zu viele Fehler sind. Einmal habe ich ein Buch weggeworfen, nicht lange gelesen, weil es einfach zu schlampig gemacht war. Das ist dann schon eine Beleidigung für die Leser.

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      1. Ja, ich lese gelegentlich gegen, also nicht wirklich Lektorat, mehr auf Inhalt und Verständnis. Aber es nervt schon, wenn ich die gröbsten Fehler nicht sehe. Andererseits, klar, die Laune bleibt vielleicht besser, wenn man nicht so übers Gepfusche stolpert. Andererseits sind solche Bücher meist auch inhaltlich nicht gerade die Highlights…

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  24. Bei mir ist es unterschiedlich. Wenn mich ein Buch so richtig fesselt dann kann es schon mal passieren ,dass ich es in einem Zug durchleses. Ich lese das was mir gefällt. Den lesen soll Spaß machen und kein Wettbewerbsvorteil sein.

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  25. Hat dies auf Kreatives von Sabine Müller rebloggt und kommentierte:
    Hallo, ich lese auch langsam und stelle mir die Szenen nach.
    Auf mich warten soviel Bücher! Seit ich mich der Kunst widme, lese ich Biographien von Künstlern, Mslern. Und da bleibt man noch öfters „stecken“. Entdeckt was, googelt dazu, malt oder zeichnet etwas nebenbei undundund….
    Alles gehört dazu. Liebe Grüße Sabine

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  26. Ich lese relativ schnell, habe aber im Moment auch viel Zeit um meine Bücher regelrecht zu verschlingen. Finde es aber faszinierend, wie alle sich versuchen zu rechtfertigen, warum sie so langsam lesen. Ich bin kein Fan von Sachbüchern und Krimis und bevorzuge deswegen „Chick Lit“ und Liebesromane. Und bei manchen von euch kommt das teilweise wirklich rüber, als wäre das was schlechtes. Tatsache ist, ich muss einen Satz nicht mehrmals lesen, damit er in meinem Kopf richtig abspielt – das klappt gleich beim ersten Mal. Ich lese, weil ich es mag. Und ich lese so viel, weil ich es mag. Manche schreiben, dass es auch noch was anderes, als lesen, gibt. Jup. Ist mir klar. Ich bevorzuge es aber gemütlich auf meiner couch zu sitzen und zu lesen. Ich finde es sollte gar kein Thema sein, wieviele Bücher man pro Monat liest und sich dann darüber zu unterhalten, da es ja unglaublich viele sind. Der jenigene kann die Romane ja dann gar nicht richtig gelesen haben – oder es waten „einfachere“ Bücher , denn das ist was individuelles. Und sowas kann man gar nicht vergleichen. Auch wenn es nicht böse gemeint ist, aber als ich deinen Beitrag gelesen habe, wurde ich wütend und traurig zu gleich – denn es kommt für mich so rüber, als ob du urteilen würdest. Und das obwohl ich dachte, dass gerade die Lese-Community einen so akzeptiert, wie man ist.

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    1. Guten Morgen!
      Das erschüttert mich ja richtig, daß du den Beitrag so verstanden hast, als würde ich über Schnellleser urteilen… 😦
      In „Langsam Lesen“ geht es ja um einen Kampf, den ich mit mir selber führe. Nicht mit anderen!
      Also ich plaudere jetzt mal ein bißchen aus dem Nahkästchen… An den meisten Tagen ist es richtig schön, Buchhändlerin zu sein, aber an manchen Tagen fühlt sich wie ein absoluter Loser!
      Ein Buch, das laut System im Bestand ist lässt sich einfach nicht finden, die Kunden lassen sich gar nicht begeistern und das Schlimmste: Du gehst mit dem Kunden durch die Abteilung und er zeigt von einem Buch aufs andere „Wie ist das?“, „Und was ist damit?“ und er zeigt ausschließlich auf Bücher, die du nicht gelesen hast. Natürlich kann ich nicht alles lesen, aber in den Momenten frage ich mich: Meine Güte, was hab ich denn überhaupt gelesen?! Und es gibt dann Kunden, die gerne sagen: Ach, sie lesen wohl gar nicht?!
      An solchen Tagen komm ich heim und bin nicht happy, in meinem absoluten Traumjob zu arbeiten, sondern ich bin komplett leer und ausgelaugt.
      So, wenn ich jetzt durch die Blogs schaue und dann sehe: „Guckt mal! Das sind die zwanzig Bücher, die ich diesen Monat gelesen habe!“ während es bei mir nur fünf oder sechs waren, dann denke ich mir: Achach… IHR solltet Buchhändler sein! Ich schaff das Pensum ja gar nicht mehr.
      Verstehst du… DAS ist der Hintergrund, warum ich mich mal hingesetzt habe und darüber nachgedacht habe warum ich so langsam lese. Damit ich MIR sagen kann: Ich habe eine Daseinsberechtigung in diesem Job.
      Ich bin eine wirklich gute Buchhändlerin. Ich will da jetzt nicht überheblich klingen, aber ich hab viel Energie, plaudere gerne, bin immer gut drauf, scherze mit den Kunden und versuche, jedes Problem schnell zu lösen und jedes Buch zu finden… Aber ich hab das Gefühl, mit dem Lesen komm ich nicht mit. Und nur darum geht es in „Langsam Lesen“.
      Um MEINEN persönlichen kleinen Kampf und wie ich meinen Frieden damit machen muss, um weiterhin Spaß an meinem Job zu haben.
      Wieviel oder wie schnell jemand liest ist für mich wirklich kein Grund, das zu verurteilen. Ganz im Gegenteil, wenn ich mir deinen Beitrag durchlese denke ich mir eher: Oh! Die liest soviel Chicklit! Die hätte ich gerne dabei, wenn ich bei Liebesromanen beraten muss! 😉
      Ich hoffe, das ist nachvollziehbar.
      Liebe Grüße,
      Andrea.

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  27. Hallo Andrea,
    mit dem Thema hast Du ja wohl ins Schwarze getroffen. Die Zahl der Kommentare zeigt, wie sehr das Thema uns alle offensichtlich bewegt. Langsam- oder Schnellleser, ChickLit oder anspruchsvolle Bücher, und dann gibt’s da auch noch Leute wie mich, die sich neben Job und Familie Zeit fürs Lesen (und dann auch noch fürs Bloggen) nehmen.
    10 Bücher im Monat? – Dafür müsste ich mein Leben vollkommen auf den Kopf stellen, aufs Schlafen verzichten oder nie wieder Freunde treffen, ins Kino oder ins Theater gehen, und das möchte ich einfach nicht, denn dann wäre mein Leben nicht mehr mein Leben. Wenn man nicht ganz so viel Zeit hat, müht man sich auch nicht so oft mit Büchern ab, die einem nicht wirklich gefallen oder die einfach nicht gut sind, sondern man legt sie einfach wieder weg. Lesen soll schließlich Spaß machen, und warum einen Verriss über ein Buch schreiben, wenn man einfach darüber schweigen kann?
    Von einer Buchhändlerin verlange ich auch nicht, dass sie alle Bücher gelesen hat, die sie verkauft. Sie soll nur eine Ahnung davon haben, was wo in ihrem Shop zu finden ist und mich bezüglich verschiedener Genres beraten können, wenn ich mal ein Geschenk suche.
    Liebe Grüße
    Niamh

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    1. Ja, da hab ich wohl einen Nerv getroffen… 😉
      Du würdest dich aber wundern, wie viele Kunden recht genervt reagieren, wenn man ausgerechnet das Buch, das sie interessiert nicht kennt. 😂
      Ich hatte mal eine Kollegin, die hat irgendwann mal angefangen sich einfach irgendwelche Geschichten zu Büchern, die sie nicht gelesen hat auszudenken. In einer Zeit, in der Harry Potter noch kein weltweites Phänomen war (ja diese Zeiten gab es) und erst das erste Buch auf dem Markt war, sagte sie den Kunden es wäre ein Schachroman für Kinder! 😂 (Wegen des deutschen Covers.)
      Ich kann das gar nicht!
      Wenn ich so tun würde, als hätte ich ein Buch gelesen daß ich nicht kenne, würde ich unkontrolliert kichern müssen. 😉
      Und ausserdem denke ich, ich habe auf lange Sicht ein besseres Verhältnis zu meinen Kunden wenn ich ehrlich bin. 🙂

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      1. Kann mir gut vorstellen, wie nervig Kunden manchmal sein können, und dem einen oder anderen einen Streich zu spielen, würde sicher Spaß machen 😉
        Aber grundsätzlich ist es sicher besser, bei der Wahrheit zu bleiben. Das gleiche gilt, denke ich, beim Bloggen: so zu tun, als würde man auch noch beim Zähneputzen Bücher lesen und niemals den Fernseher aufdrehen ist alles andere als authentisch, und das rächt sich früher oder später. Erstens klingt’s nicht glaubwürdig, und zweitens macht’s dann irgendwann keinen Spaß mehr.

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  28. Hey!
    Das ist ja mal ein wirklich cooler und witziger Einblick, danke dafür!
    Ich musste echt schmunzeln über dein Kopfkino und die Tatsache, dass dein Kopf zwischendurch was umbasteln muss.
    Ich gehöre – glaube ich – mit 8-12 Büchern pro Monat eher zu den Viel- und Schnelllesern, jedoch kenne ich dieses Phänomen auch. Manches muss ich mehrmals lesen, eben wie du es sagst, wenn Dinge geäußert werden und aber erst danach steht wie sie geäußert werden, schmollend, mit zitternder Stimme, patzig,…
    Bei mir schwankt es also, manche Seiten lese ich flott, andere eher nicht.
    Druck mache ich mir da nie, wenn ich sehr wie viel manche so „schaffen“, ich freue mich einfach über jedes gelesene Buch, das ich auf meine Liste schreiben kann, es macht mich immer wieder stolz.
    Jede Geschichte, die ich entdecken durfte, ist für mich ein Erfolg 🙂

    Liebe Grüße,
    Nicci

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  29. In aktiven Lesejahren hatte ich zwei bis drei Bücher gleichzeitig am Wickel und habe ein Buch in Windeseile durchgelesen. Meine Leseleidenschaft fing in jungen Jahren mit den Karl May Büchern an, die ich fast alle gelesen habe. Ein Buch als Weihnachtsgeschenk war sinnlos; ich fand schon vorher das Versteck und hatte es bis Heilig Abend längst heimlich durchgelesen. Heute habe ich keine Geduld mehr für lange Romane; ich liebe schnelle kurze Geschichten.

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  30. Ohne jetzt die ganzen anderen Kommentare gelesen zu haben: Ich finde, lesen muss Spaß machen. Wie schnell oder langsam man liest, ist für mich ganz und gar nebensächlich. Wenn ich mir vorstelle, ich ließe mich dabei unter Druck setzen, dann hätte ich gar keine Lust mehr dazu, ehrlich gesagt. In diesem Sinne wünsche ich dir weiterhin viel Lesevergnügen. 🙂

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  31. Hallöchen 🙂
    Also ich bin zwar kein Langsam – Leser was die Lesesituation an sich angeht. Aber mich schreckt es hin und wieder auch ab, wenn ich höre, dass Leute 100 Seiten am Tag lesen – unter der Woche, nach der Arbeit oder Uni oder Ähnlichem (!).
    Ich schaffe das vielleicht, wenn ich mir einen Sonntag dafür Zeit nehme xD.
    Aber ich finde es auch gar nicht schlimm, langsam zu lesen. Manchmal denke ich mir, ich sollte wahrscheinlich etwas langsamer lesen, um eben mehr von der Geschichte zu haben und vielleicht auch zu behalten.
    Finde es auf jeden Fall interessant, sich über so etwas Gedanken zu machen :).
    Liebe Grüße

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    1. Gestern hab ich erst wieder mit meinem Dad darüber geredet. Der hat vor kurzem „Die Geschichte der Baltimores“ von Joel Dicker gelesen und gegen Ende sogar nur noch zehn Seiten am Tag gelesen und sein Buchausweh möglichst nach hinten zu schieben. 😂
      Das mach ich dann doch nicht, da hat mir mein Vater noch einiges voraus. 😉

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  32. Hi, Andrea! Was für ein lieber Beitrag! 🙂
    Alsooo, ich lese normalerweise rasend schnell …, wenn mich das Buch interessiert bzw so richtig mitreißen kann. Mach dir doch keine Gedanken, wie rasch oder langsam andere lesen. 😀 Darauf kommt es ja auch gar nicht an. 🙂 Schau, es gibt Tage, an denen ist man superkonzentriert und verschlingt einige hundert Seiten. Dann gibt es Tage, an denen sehr viele andere Gedanken im Kopf herumschwirren …, und dann musste ich über eine einzelne Passage bestimmt fünfmal oder öfter drüberlesen und hatte danach noch immer keinen blassen Schimmer, was ich da nun eigentlich gelesen haben sollte. 🙂 Also: Sammle deine Konzentration fürs Lesen statt für die Sorgen um die Geschwindigkeit, und genieß den Lesestoff in vollen Zügen. 🙂 Aja: Schön, dass du hierher gefunden hast. Mir gefällt dein Blog sehr gut. Du bist eine der Ersten, denen ich heute nach Blogerstellung folge. 🙂 Bye!!

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    1. Ach, Danke! 😘
      Keine Sorge… Ich sitze nicht nur daheim und denke über meine Lesegeschwindigkeit nach. 😉
      In 18 Jahren beruflichen Lesens fallen mir nur bestimmte Muster auf. Erst gestern bin ich mit einer anderen Bloggerin in den Kommentaren ins Plaudern gekommen und wir haben festgestellt, daß wir beide unsere Bücher nach der passenden Jahreszeit auswählen. Sie hat sich total gefreut, daß sie damit nicht alleine ist. 😂
      Deshalb macht es auch immer mal Spaß nicht nur über die Bücher sondern auch über das Lesen zu schreiben.
      Viel Erfolg mit deinem neuen Blog.
      In Wien war ich auch schon lang nicht mehr… Da muss ich wohl dringend mal wieder hin. 😉

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  33. Bewahre Dir Deine Art zu lesen, ich finde sie wunderschön. So viel Kopfkino spielt sich bei mir nicht ab. Vor Jahren habe ich noch versucht, es den Viellesern gleichzutun. Aber was war das für ein Krampf. Da lese ich lieber ruhig und ein paar Bücher weniger im Monat.
    Obwohl ich auch heute noch manchmal überlege: Vor einigen Jahren habe ich sehr viel Zeit ins Lesen investiert, habe vormittags und abends gelesen – bis fünf Stunden täglich. Im Jahr habe ich es da bis 85 Bücher geschafft. Zusätzlich zum Rumtummeln in Bücherforen und Blogs und Buchvorstellungen schreiben. Da frage ich mich manchmal schon, wie die anderen das packen. Liest man wirklich noch Wort für Wort? Nimmt man noch alles auf? Wann schreiben die ihre Rezis? Und ich habe ganz tolle Rezis gelesen. Wobei es auch einige gibt, wo ich denke, das ist eine Vorlage, wo nur die Protagonisten und die Location passend eingesetzt wird. Und die tummeln sich auch noch in Foren, Sozialen Medien usw.
    Egal, wie, auf 85 Bücher komme ich wohl nicht mehr, weil mir das abendliche Lesen fehlt. Ich bin jetzt nach der Arbeit zu kaputt. Da reicht es nur noch für Handarbeit. Und dabei bin ich dann zum Serienjunkie geworden. Hat alles seine Vor- und Nachteile.

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  34. Liebe Andrea!

    Wahrscheinlich wurde von meinen Vor-Redner/-innen schon alles gesagt.
    Darum nur so viel: IST DOCH EGAL!

    Wenn andere schneller und mehr lesen: IST DOCH EGAL! Sagt dies etwas über die Qualität aus? Nein! Möchte ich mit ihnen in Konkurrenz treten? Nein!

    Der persönliche Vorgang des Lesens, die Rituale, die jeder einzelne pflegt, oder die Atmosphäre, die beim Lesen unterstützt, sind absolut individuell – ebenso wie das Lesetempo!

    Mir geht es hier um Austausch und Inspiration, nicht um größer, schöner & weiter,…
    …darum folge ich auch nur Bloggern, bei denen ich das Gefühl habe, es geht ihnen ähnlich.

    Darum: Alles gut!

    Liebe Grüße
    Andreas

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  35. Als Autor bin ich Schnellleser. Nun habe ich Zeit, da ich mich zur Ruhe gesetzt habe. Eigentlich bruchte ich nicht mehr schnell zu lesen, aber es ist mir zur Angewohnheit geworden. Ich finde, beim Schnelllesen bekommt man besser Zusammenhänge mit. Allerdings besticht ein Buch durch seinen Stil, dann goutiere ich es lagsam. Meistens lese ich in Englisch, da ich in einem idyllischen Ort an der Ostküste Englands lebe. Ich liebe K. Ishiguro und J. Barnes. Allerdings bin ich auf nordische Literatur spezialisiert. Mir hat sehr ‚Min Kemp‘ von Knausgård gefallen, dessen Bände ich allerdings sehr schnell las. Richtig Zeit nahm ich mir bei Jan Kjærstads Wergeland-Trilogie, bei der ich wie bei einem Versteckspiel viel Verblüffendes fand, das ich beim Schnelllesen wohl übersehen hätte. Es scheint mir so zu sein, dass beim Schnelllesen Zusammenhänge klarer werden, beim langsamen Lesen dagegen das Detail mehr auffällt.
    Vor über zwei Jahren haben wir auf unseren Fabfourblog auch etwas zum schnellen und langsamen Lesen gepostet https://fabfourblog.com/2016/06/03/reading-fast-and-slow/
    Ich wünsche ein frohes Wochenende
    Klausbernd 🚶‍♂️und der Rest 👭💃 der Fab Four of Cley

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