Welttag des Buches: Bücher über Bücher!

Der Welttag des Buches ist ja erst morgen, aber den werde ich feiern, wie es sich für eine Buchhändlerin gehört, das heißt im Laden stehen und Rosen an meine Kunden verteilen. Schön, oder? 😉

Also wollte ich den ruhigen Tag heute noch nutzen, um euch meine fünf liebsten Bücher über Bücher ans Herz zu legen. Bestimmt kennt ihr das ein oder andere schon, also möchte ich euch erzählen, wie sie mich ganz persönlich geprägt haben.
Fangen wir an!

Michael Ende: Die unendliche Geschichte

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Zusammen mit „Die rote Zora“ war „Die unendliche Geschichte“ ein Buch, das meine Kindheit geprägt hat.
Es begann mit einem Ausflug in die Bavaria Filmstudios, bei dem ich auf Fuchur reiten durfte. Sofort war ich verliebt in den Glücksdrachen und bettelte meine Mutter an, das Buch aus der Bücherei auszuleihen, obwohl ich eigentlich noch etwas zu jung dafür war.
Aber sie las es mir vor, als ich selbst noch nicht gut genug lesen konnte und weil sie meistens nur vor dem Schlafen gehen Zeit hatte, ein paar Seiten zu lesen und mir das eindeutig nicht schnell genug ging, strengte ich mich an und beendete „Die unendliche Geschichte“ schließlich als eigenständige Leserin.
Vor ein paar Jahren war ich dann mit meinem Großen in den Bavaria Filmstudios. Die Führerin fragte, welches Kind denn gerne auf Fuchur reiten würde und natürlich meldete sich der Große.
„Wie heißt du denn?“, fragte die Führerin.
„Bastian!“, sagte Bastian.
„Oh!“, rief die Führerin. „Na, das ist aber ein Zufall!“
Tja… von wegen Zufall! 😀

Umberto Eco: Der Name der Rose

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Das Buch, das meine Jugend geprägt hat, wie kein zweites war „Der Name der Rose“.
Auch dieses Buch las ich natürlich viel zu früh, nachdem der schlechteste Lehrer der Welt sagte, wir wären eh zu blöde, dieses Buch zu verstehen…
Habe ich es mit 13 Jahren verstanden? Hmmm… nicht wirklich…
Wobei Eco so viele Anspielungen auf obskure Ereignisse macht, daß des vermutlich kaum ein Leser je komplett verstehen wird und das ist auch gar nicht nötig, finde ich.
Für jeden, der nicht Philosophie, Theologie oder Mediävistik studiert hat, hat „Der Name der Rose“ immer noch eine spannende Krimigeschichte mit unvergesslichen Charakteren und eine sanfte Liebesgeschichte zu bieten.
Mittlerweile habe ich das Buch drei mal gelesen, mir das Hörbuch unzählige Male angehört und den Film an die siebzig mal gesehen.
Wobei die Beschreibung der Bibliothek und des Labyrinths im Buch einfach wunderbar ist, also sollte mal auf jeden Fall mal darüber nachdenken es zu lesen, wenn man nur den Film kennt. 😉

Carlos Ruiz Zafon: Der Schatten des Windes

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Ich hatte meine Ausbildung zur Buchhändlerin gerade erst beendet, als „Der Schatten des Windes“ auf den Markt kam.
Wie jeder, der Bücher liebt, war ich begeistert vom Friedhof der vergessenen Bücher.
Seitdem bin ich immer auf der Suche, nach einem Ort, der dem annähernd gleich kommt, aber oft endet die Suche mit Enttäuschungen, denn in der realen Welt ist es eher ernüchternd abertausende von Büchern, die langsam vor sich hinsterben zu sehen, zum Beispiel bei meinem Besuch im Acqua Alta in Venedig.
Es kommt doch nichts in der Realität an die Vorstellung in unseren Köpfen heran!

Walter Moers: Die Stadt der Träumenden Bücher

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Wie in „Der Schatten des Windes“ haben wir auch hier ein Buch, das sich voll und ganz der Liebe zu den Büchern verschrieben hat. Wer würde nicht gerne mal nach Buchhaim reisen? Es gibt ja richtige Bücherorte, die fast ausschließlich aus Buchhandlungen bestehen. Der Besuch von so einer Stadt steht definitiv noch auf meiner Bucket List!
Als „Die Stadt der Träumenden Bücher“ damals auf den Markt kam, waren wir Buchhändler also alle schwer verliebt. Wir gaben uns Buchlingsnamen und brüteten zusammen über den Anagrammen. Weil so viele in der Filiale das Buch gleichzeitig lasen und wir ständig darüber sprachen, war es eines der schönsten Leseerlebnisse meines Lebens.
Mittlerweile gibt es das Buch ja auch als Graphic Novel. Schaut mal rein:
Review: Die Stadt der Träumenden Bücher Teil 1: Buchhaim
Review: Die Stadt der Träumenden Bücher Teil 2: Die Katakomben

Markus Zusak: Die Bücherdiebin

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(Fast) ganz zum Schluss muss ich natürlich noch „Die Bücherdiebin“ erwähnen, welches eines meiner liebsten Bücher überhaupt ist!
Auch wenn es im zweiten Weltkrieg spielt und auch wenn der Erzähler der Tod höchstpersönlich ist, ist es doch eins der schönsten Bücher, das ich je gelesen habe.
Wer es noch nicht kennt sollte einfach morgen schnell in eine Buchhandlung seiner Wahl laufen, sich von seinem Lieblingsbuchhändler eine Rose in die Hand drücken lassen und dieses Buch mitnehmen!

Honorable Mention:

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Ganz zum Schluss wollte ich noch von einem Buch erzählen, das ich sehr, sehr liebe und das es auf dem deutschen Markt leider nicht besonders lange geschafft hat.
Die Rede ist von Diane Setterfield: „The Thirteenth Tale“ („Die dreizehnte Geschichte“).
Mittlerweile bekommt man das Buch nur noch auf Englisch, gebraucht oder als eBook, was wirklich schade ist…
Margaret ist eine junge unbekannte Biografin, die eines Tages eingeladen wird, die Biografie von Vida Winter zu verfassen, einer der bekanntesten und erfolgreichsten Autorinnen überhaupt.
Margaret recherchiert und findet heraus, daß nichts über Ms Winter bekannt ist – nicht einmal ihr wahrer Name.
In jedem Interview erzählt sie eine völlig andere Geschichte, doch Margaret ist nur an der Wahrheit interessiert. Vida Winter verspricht ihr, diese zu erzählen, doch was dann folgt ist ein haarsträubender Bericht, der Margaret mehr und mehr zweifeln lässt…
„Die dreizehnte Geschichte“ ist ein wirklich starkes Buch, das immer wieder Bezug auf die britischen Klassiker nimmt. Sollte ich jemals eine eigene kleine Buchhandlung eröffnen, würde ich sie auf jeden Fall „Die dreizehnte Geschichte“ nennen. 😉

So, das wars von meiner Seite!
Natürlich gibt es auch noch viele andere Romane, die sich mit Büchern beschäftigen… Was sind eure Favoriten in dem Bereich?
Ich habe mir aus einer langen Liste die Bücher herausgepickt, zu denen ich einen sehr persönlichen Bezug habe. Welche Bücher hatten Einfluss auf euer Leben?

Ich wünsche euch allen morgen einen wunderschönen Welttag des Buches!

Alles Liebe,
Andrea