Meine Weihnachtsgeschenketipps: Für Literaturliebhaber

Und schon haben wir den zweiten Advent und ab nächster Woche können wir dann alle in eine gepflegte Weihnachtspanik verfallen.
Von meiner Seite gibt es deshalb heute schon mal ein paar Tipps, welche Bücher Ihr getrost unter Euren Christbaum legen könnt.
Alle Titel sind dieses Jahr erschienen und sollten in jeder Buchhandlung vorrätig sein.

Zu jedem Buch schreibe ich hier ein paar Zeilen, eine ausführliche Rezension findet Ihr immer, wenn Ihr auf die blau unterlegten Titel klickt.
Viel Spaß beim Stöbern!

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Wolf Haas: Junger Mann

Am häufigsten habe ich die letzten Wochen dieses Buch im Laden empfohlen.
In „Junger Mann“ erzählt Wolf Haas von einem übergewichtigen Jungen, der sich in Elsa, die Frau des Fernfahrers Tscho verliebt.
Natürlich setzt er alles daran, der Angebeteten näher zu kommen, da packt ihn Tscho eines Tages kurzentschlossen ein und nimmt ihn mit auf einen denkwürdigen Roadtrip Richtung Griechenland.

„Junger Mann“ macht einfach Spaß zu lesen, es ist leicht geschrieben ohne dabei trivial zu werden, hat gelegentlich regelrecht philosophische Momente und dürfte Fernfahrer wie Akademiker gleichermaßen ansprechen.

Das perfekte Geschenk für: junge Männer, alte Männer und natürlich auch alle Altersgruppen dazwischen, genauso wie für Frauen… Einfach für alle, die gut geschriebene, humorvolle Bücher lieben.

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Alex Capus: Königskinder

In „Königskinder“ bleibt das Ehepaar Max und Tina mit ihrem Auto auf einem verschneiten Gebirgspass liegen. Um sich die Zeit zu vertreiben, beginnt Max die Liebesgeschichte von Jakob und Marie zu erzählen, allerdings nicht ohne daß sich Tina nicht immer wieder einschalten und die Handlung verändern würde…

Dieses Buch eignet sich einfach perfekt dazu, es sich gegenseitig an langen Winterabenden vorzulesen. Mit seinem leichten und charmanten Erzählton hat Alex Campus Charaktere geschaffen, die einem sofort sympathisch sind.

Das perfekte Geschenk für: alle Paare, egal ob sie erst vor kurzem zusammengekommen sind wie Jakob und Marie, oder sich schon so lange kennen wie Max und Tina.

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Juli Zeh: Neujahr

Nicht ganz so gemütlich geht es dagegen in Juli Zehs neustem Buch „Neujahr“ zu.
Darin fährt der Familienvater Henning mit Frau und Kindern über die Feiertage nach Lanzarote. Doch als er sich eine kurze Auszeit gönnt und zu einer Radtour in die Berge aufbricht, bricht auch ein Trauma auf, das lange in ihm geschlummert hat…

Das perfekte Geschenk für: eigentlich alle, aber besonders Eltern von kleinen Kindern werden dieses Buch mit Gänsehaut lesen.

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Benedict Wells: Die Wahrheit über das Lügen

Für alle, die wenig Zeit zum Lesen haben empfehle ich dieses Jahr gerne „Die Wahrheit über das Lügen“, eine Sammlung von zehn Kurzgeschichten des literarischen Ausnahmetalents Benedict Wells.

In jeder Geschichte schlägt Wells einen anderen Erzählton an, schlüpft in völlig unterschiedliche Charaktere und macht auch den ein oder anderen Ausflug in die Welt des magischen Realismus.

Das perfekte Geschenk für: Studenten im Prüfungsstress und jeden, der immer sagt, er hätte keine Zeit, ein Buch zu lesen. Die Geschichten haben zwar recht unterschiedliche Längen, trotzdem lässt sich jede einzelne recht schnell durchlesen.

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Der Held im Pardelfell

Für alle, die keine Lust auf zeitgenössische Literatur haben empfehle ich dieses Jahr den georgischen Nationalepos „Der Held im Pardelfell“.
Diese Geschichte genießt in Georgien in etwa den selben Status wie hierzulande das „Nibelungenlied“ und wurde nun von Tilman Spreckelsen zeitgemäß nacherzählt.
Dabei ist die Legende zweier Ritter, die versuchen die Frauen, die sie lieben für sich zu gewinnen, überraschend modern und multikulturell.

Illustriert wurde die Geschichte wieder immer ganz wunderbar von meiner Lieblingsillustratorin Kat Menschik, was den „Held im Pardelfell“ nicht nur zu einem Klassiker der Literaturgeschichte, sondern auch zu einem bibliophilen Meisterwerk macht.

Das perfekte Geschenk für: alle die Märchen und Sagen lieben und illustrierte, wunderschön gemachte Bücher zu schätzen wissen.

Für den Fall, daß jetzt aber jemand sagt: „Nein, nein… Die Person, der ich das schenken will hat schon alles gelesen. Alles!!!“, habe ich noch einen Bonus-Tipp.
Mein Favorit in der Königsdisziplin „Hat schon alles, kennt schon alles“ ist „Bibliophile“ von Jane Mount.

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Leider ist dieser Titel bisher nur auf Englisch erschienen, allerdings kann er recht schnell bestellt werden und manche Buchhandlungen (wie zum Beispiel meine) haben ihn auch vorrätig.

In diesem Buch vereint Jane Mount alles, was den Bibliophilen glücklich macht.
Den Großteil machen illustrierte Bücherstapel zu allen möglichen Themen aus. Daneben werden einzigartige Buchhandlungen nebst der dort lebenden Hunde und Katzen vorgestellt, es gibt verschiedene Rätsel, in denen man beispielsweise die passenden Planeten zu SciFi-Geschichten zuordnen muss.
Auf jeder Seite entdeckt man Neues und hat sofort das Bedürfnis, all die wunderbaren Buchhandlungen zu besuchen und die Bücher stapelweise herauszutragen!

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So… das also waren meine Geschenketipps im Bereich Literatur. Nächste Woche empfehle ich Euch dann noch ein paar richtig gute und vor allem schöne Sachbücher für jede Altersgruppe.

Bis dahin wünsche ich Euch einen schönen Advent und lasst Euch nicht stressen!

Eure Andrea

Und hier nochmal meine Tipps, wie ihr den Geschenkekauf zur Weihnachtszeit möglichst stressfrei über die Bühne bringt:

Willkommen im Weihnachtswahnsinn

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Weihnachtliches im Dezember und ein kleines Gewinnspiel

Und schon ist es wieder Dezember und das Weihnachtsgeschäft hat begonnen… Während wir uns im neuen Laden gerade noch alles zurechtruckeln, rennen uns die Kunden natürlich schon die Türen ein und wollen Empfehlungen für ihre Liebsten.

Ich werde Euch die nächsten Sonntage ein paar Geschenke-Tipps mit an die Hand geben, heute wollte ich Euch aber zunächst einmal vorstellen mit welchen Büchern ich ganz persönlich durch den Dezember komme.

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Überraschend weihnachtlich ist es auf meiner Dezemberliste geworden.
Natürlich steht Weihnachten auf der Lindwurmfeste von Walter Moers ganz oben auf der Leseliste!
Hier beschreibt Hildegunst von Mythenmetz das Fest Hamoulimepp, das unserem Weihnachten wohl überraschend ähnlich sein soll. 😉
Illustriert wurde das Ganze von Walter Moers und Lydia Rode, die ja auch schon Prinzessin Insomnia einen bunten Look verpasst hat. Dazu dann noch eine Leseprobe von „Der Bücherdrache“, das im Frühjahr erscheinen wird… Ich freu mich!

Als nächstes durfte Petra Hartlieb mit „Weihnachten in der wunderbaren Buchhandlung“ mit. Zwar habe ich den ersten Teil noch nicht gelesen, aber als Buchhändlerin gehe ich mal davon aus, daß ich auch so ins Thema hineinfinden werde.

Ein Buch, das ich gar nicht auf der Liste hatte und das mir der Dumont Verlag im Rahmen der Aktion #GeschichtenvomTeilen (schaut dazu doch auch mal auf Instagram vorbei) zukommen hat lassen, ist Der magische Adventskalender von Jan Brandt.
Und weil man Geschichten am besten teilt, in dem man sie verschenkt, lagen tatsächlich zwei „magische Adventskalender“ im Päckchen, wovon ich ein Exemplar gerne verlosen möchte.
Am Ende dieses Beitrags stelle ich Euch das Buch also noch etwas genauer vor und verrate Euch die Teilnahmebedingungen für das Gewinnspiel.

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Endlich komme ich auch dazu, mir „Mittagsstunde“ von Dörte Hansen vorzunehmen!
„Altes Land“ hat mir ja damals unheimlich gut gefallen, nun ist also Hansens zweites Buch erschienen.
Die Besprechungen, die ich bisher gelesen habe waren entweder begeistert oder enttäuscht, das übliche Drama, nachdem man einen Publikumsliebling geschrieben hat.
Ich habe mir aber vorgenommen, da ganz unbefangen heranzugehen.

Thriller lese ich ja eigentlich nie… Dazu bin ich ein zu großer Angsthase!
Einzige Ausnahme: Fred Vargas!
Von ihr habe ich tatsächlich jedes Buch gelesen, also musste natürlich auch „Der Zorn der Einsiedlerin“ her. Wieder einmal gehen wir mit Kommissar Adamsberg auf Spurensuche, allerdings gibt es wohl den Gastauftritt eines Evangelisten. (Wer Fred Vargas nicht kennt wird sich jetzt vermutlich am Kopf kratzen, Fans der drei Evangelisten-Reihe dagegen begeistert in die Hände klatschen.)

Ein Buch, das ich mir bis Dezember aufgehoben habe, weil es nach einer fabelhaften Lektüre für lange, kalte Nächte klingt ist „Geisternächte“ von André Mumot.
Darin geht es um eine Schauspielerin, die so tut, als wäre sie ein Medium, das mit Geistern kommunizieren kann, um so ihr Geld zu verdienen.
Doch eines Tages bekommt sie es mit einen waschechten Mordfall zu tun…
Hört sich doch spannend an, oder?

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Zwei illustrierte Bücher tummeln sich diesen Monat auf meinem Bücherstapel:

„Die entsetzliche Angst der Epiphanie Schreck“ ist bei toonfish, der Kinder- und Jugendreihe des Splitter Verlags erschienen.
Darin geht es um die achtjährige Epiphanie und ihre Angst, die ihr wie ein Schatten folgt. Ein spannendes Thema, gerade für diese Altersgruppe!

Von Shaun Tan habe ich ja schon des Öfteren geschwärmt, nun kann ich mich auf sein neues Buch „Reise ins Innere der Stadt“ freuen.
Viele von Euch kennen ja „Ein neues Land“, welches ohne ein einziges Wort auskommt. Hier nun erwarten den Leser kurze Geschichten und fantastische Bilder von Tieren, die die Stadt erobern.

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Zu guter Letzt kommt wieder meine geliebte Kategorie illustriertes Sachbuch. Hier schaue ich mir diesen Monat „Weltentdecker“ von Jonathan Litton aus dem 360 Grad Verlag an.
Darin erfahren wir alles über Abenteurer und Forschungsreisende, schön illustriert mit ausdrucksstarken Tuschezeichnungen.

So… und nun kommen wir zurück zum Gewinnspiel:

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Zu gewinnen gibt es eine Ausgabe von Der magische Adventskalender von Jan Brandt, illustriert von Daniel Faller.

Darin geht es um den schüchternen Jonas, der eines Tages einen geheimnisvollen Adventkalender vor seiner Tür findet. Doch um die Türchen zu öffnen braucht er die Hilfe von verschiedenen Bewohnern seiner Stadt.
So muss Jonas lernen, auf Leute zuzugehen und findet dabei neue Freunde…

Hört sich doch gut an, oder?
Also ich freue mich schon sehr darauf.
Die Illustrationen finde ich übrigens wahnsinnig gut gelungen. Sie sind recht düster, in Blau- und Schwarztönen gehalten und strahlen erstmal nicht den typischen Weihnachtsbäckerei-Look aus, den man ja zur Genüge kennt.
Mal was anderes… Gefällt mir!

Dann kommen jetzt die Teilnahmebedingungen:

Teilnehmen kann jeder Follower meines Blogs.
Ihr müsst nur einen kleinen Kommentar unter diesem Post hinterlassen, in dem ihr mir verratet, welches Eure liebste Weihnachtsgeschichte ist. Es kann auch einfach etwas sein, was Ihr mit Weihnachten verbindet, bei mir wäre das zum Beispiel „Ronja Räubertochter“.
Teilnahmeschluß ist der 08.12.2018 um 23:59 Uhr.
Der Gewinner wird dann ausgelost und unter diesem Post bekannt gegeben.
Bitte meldet euch dann bei mir und schreibt mir Eure Adresse, daß ich Euch den Gewinn zusenden kann. Eure Adresse wird von mir natürlich weder weitergegeben noch gespeichert.

Ich wünsche Euch viel Glück und einen wunderbaren Advent!

Andrea

PS: Letztes Jahr habe ich Euch ein paar Tipps zusammengeschrieben, wie Ihr Eure Weihnachtseinkäufe halbwegs stressfrei erledigen und trotzdem die Geschäfte in Eurer Stadt unterstützen könnt. Ich verlinke Euch das Ganze nochmal hier:

Willkommen im Weihnachtswahnsinn

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Meine Last-Minute Buchgeschenke Tipps

Na, jetzt aber schnell!!! 😀

Heute ist schon der dritte Advent und traditionell ist das die Zeit, in der alle, die das Thema Weihnachtsgeschenke bis jetzt vor sich her geschoben haben, in eine leichte Panik verfallen…

Doch fürchtet euch nicht!

Hier habe ich ein paar meiner aktuellen Lieblinge zusammengestellt, die man guten Gewissens verschenken kann und die in jeder Buchhandlung greifbar sein dürften.

Für ausführlichere Rezensionen könnt ihr einfach auf die blauen Überschriften klicken… Ach, ihr wisst eh Bescheid! 😉

Ihr habt so wirklich gar keine Ahnung, was ihr schenken sollt? – Kein Problem!
Mein Buch für wirklich jeden ist dieses Jahr ganz klar der:
Atlas Obscura
Egal ob lesemuffliger Großvater, die beste Freundin, die ständig auf Reisen ist oder der kleine Neffe, der ein ziemlicher Dreikäsehoch ist und immer alles besser weiß…
Der „Atlas Obscura“ macht wirklich jedem Spaß.
Ein paar Freunde und Familienangehörige haben mir schon verraten, daß sie dieses Buch für ihre Lieben besorgt haben und auch mein Großer wird den „Atlas Obscura“ unter dem Christbaum finden. 😉

Soll es doch lieber ein Roman sein? Dann empfehle ich mein diesjähriges Lieblingsbuch:
Was man von hier aus sehen kann von Mariana Leky.
Ihr könnt jetzt gerne sagen: „Aber Andrea… Lieblingsbuch des Jahres ist ja schon ein sehr subjektiver Begriff!“.
Allerdings waren so viele Buchhändler meiner Meinung, daß „Was man von hier aus sehen kann“ zum Lieblingsbuch der unabhängingen Buchhändler 2017 gewählt wurde. 🙂
Dieses Buch hat einfach alles! Man kann lachen und weinen, es ist leicht zu lesen und hat trotzdem eine schöne Sprache…
Ich wünschte wirklich, ich könnte dieses Buch noch einmal zum ersten Mal lesen!

Aber vielleicht doch etwas leichteres? Bloß nichts was traurig ist? Vielleicht eine Liebesgeschichte? Dann her mit:
Wolkenschloss von Kerstin Gier.
Zugegeben, an die „Edelstein-Trilogie“ kommt Kerstin Giers neues Buch nicht ran, aber es punktet für mich einfach schon durch das wahnsinnig passende Setting. Denn „Wolkenschloss“ spielt in einem verschneiten und charmanten kleinen Luxushotel in den Schweizer Bergen und das auch noch zur Weihnachtszeit!
Wenn man also die Feiertage mit seiner Familie unterwegs ist, oder auch nur im elterlichen Zuhause gemästet wird und sich langsam der Lagerkoller einstellt ist „Wolkenschloss“ das perfekte Buch um sich damit auf der Couch einzurollen und die Welt um sich herum zu vergessen.

Last but not least kommen wir zu der Gruppe, die erfahrungsgemäß am schwierigsten zu beschenken ist: die Bücherwürmer! 😉
Man weiß zwar, daß sie sich garantiert über ein Buch freuen werden, aber man hat schon lange den Überblick verloren, was sie eigentlich schon haben oder noch wollen…
Rettung in der Not bringt da:
Die Stadt der Träumenden Bücher Teil 1: Buchhaim
In dieser Graphic Novel von Walter Moers und Florian Biege hat man alles was das Bücherherz begehrt. Eine Hymne an die Bücher und das Lesen!
Und mit dem stolzen Preis von 25€ pro Band ist es nicht unbedingt ein Buch, das man sich selber kauft, sondern darauf hofft, daß es vielleicht doch unter dem Christbaum landet. 😉

Ich hoffe, meine Tipps konnten euch weiterhelfen und bitte denkt auch in der letzten Woche vor Heiligabend daran und unterstützt eure lokalen Händler.
Wer meine Tipps zum halbwegs entspannten Einkaufen in der Weihnachtszeit noch nicht kennt möge hier klicken oder für immer schweigen:
Willkommen im Weihnachtswahnsinn 😉

Willkommen im Weihnachtswahnsinn

Heute möchte ich über ein Thema schreiben, das mir sehr am Herzen liegt.
Ich verspreche, daß ich mich kurz halten werde und ihr dürft euch unterwegs an Illustrationen aus der Stadt der Träumenden Bücher Graphic Novel erfreuen. 😉
Bereit? – Dann geht’s los!

Es ist der erste Advent und für uns Buchhändler hat die wichtigste Zeit des Jahres begonnen.
Bücher sind immer noch eins der beliebtesten Weihnachtsgeschenke und wer im Dezember eine Buchhandlung betritt, weiß wie voll es dort ist.
Was viele Kunden aber nicht wissen ist, daß ein erfolgreiches Weihnachtsgeschäft nicht unbedingt das Sahnehäubchen auf dem Geschäftsjahr ist. Für viele Buchhandlungen entscheidet das Weihnachtsgeschäft auch dieses Jahr darüber, ob es ein nächstes Geschäftsjahr geben wird.
Tatsächlich konzentriert sich ein riesiger Anteil des Buchgeschäftes auf diese vier Wochen im Dezember und Banken und Vermieter werden Kredite und Verträge von dem Ergebnis abhängig machen.

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Doch auch dieses Jahr werden wir Buchhändler wohl wieder viele Kunden an den Online-Handel verlieren und wisst ihr was? – Ich kann es sogar irgendwie verstehen…

Ich kenne Geschäfte in der Adventszeit… Es ist stickig und voll, vieles ist ausverkauft und kein Mitarbeiter weit und breit…

Und auch für uns Buchhändler ist das alles kein Zuckerschlecken.
Viele Kollegen stehen schon morgens um sieben im Laden um ihn halbwegs begehbar zu machen und die Ware auszupacken.
Zwei Kollegen sind krank und jedes mal, wenn man sich umdreht, steht da schon der nächste Kunde mit seiner Wunschliste…

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Trotzdem möchte ich euch bitten, euren lokalen Buchhandlungen die Treue zu halten. Gerade in dieser Zeit!
Ich weiß, wie verführerisch einfach es ist alles gemütlich von der Couch aus per Mausklick zu bestellen und deshalb möchte ich euch drei einfache Tipps an die Hand geben, wie ihr im Dezember relativ entspannt einkaufen und trotzdem die Läden in eurer Nähe unterstützen könnt.

Tipp 1: Kommt zu ruhigen Zeiten vorbei!
Ja… ja… ich weiß… Diese ruhigen Zeiten sind in der Regel unter der Woche am Vormittag und die meisten von euch sind dann selbst in der Arbeit, Uni, Schule…
Aber vielleicht könnt ihr euch ja trotzdem einen Tag im Dezember freischaufeln oder Samstag gleich in der Früh vorbei schauen. Auch da ist es meistens noch relativ entspannt und vielleicht rettet ihr euren Lieblingsbuchhändler, der von einer Ladung Libri-Wannen verschüttet wurde. 😉

Tipp 2: Ihr habt keine Möglichkeit vormittags vorbeizuschauen? Kein Problem! Ruft an!
Macht euch doch einfach eine Bestellliste und versucht euren Buchhändler an die Strippe zu bekommen. Auch hier empfehle ich die ruhigen Zeiten. – Vielleicht könnt ihr das ja mal kurz vom Büro aus machen.
Lasst euch einfach alles von eurem Buchhändler zusammensuchen, bzw bestellen, fragt vielleicht gleich noch nach, ob er es euch in einer ruhigen Minute als Geschenk verpacken kann und holt alles ab, wenn ihr Zeit habt.
Gut möglich, daß Samstag nachmittag eine erschreckend lange Schlange an der Kasse steht, aber am Ende dieser Schlange warten all eure Einkäufe auf euch. Im besten Fall schon schön verpackt. 🙂

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Tipp 3: Bestellt online!
„Aber Andrea!“, höre ich euch schon sagen. „Erst sagst du, wir sollen nicht online bestellen und jetzt das?!?“ 😉
Ganz ehrlich… Ich verstehe absolut, daß man im Dezember keine Zeit oder Lust hat in die überfüllte Stadt zum Einkaufen zu gehen.
Aber was viele Kunden nicht wissen ist, daß man Bücher nicht unbedingt beim großen A bestellen muss.
Ich arbeite in einer recht großen Buchhandlung und bin immer wieder überrascht, wieviele Kunden annehmen wir hätten keine Website und würden Bücher nicht versandkostenfrei nach Hause liefern. Natürlich machen wir das!
Ich habe zum Spaß ein paar richtig kleine Buchhandlungen, die ich kenne gegoogelt und siehe da: Jede davon hatte eine Möglichkeit, online zu bestellen.

Ich hoffe, diese Tipps helfen ein paar von euch und wir alle kommen halbwegs entspannt durch das Weihnachtsgeschäft.
Wenn ihr trotzdem bei You-Know bestellt… Ich möchte nicht mit dem erhobenen Zeigefinger daherkommen… Bestimmt habt ihr auch Argumente, warum es für euch so besser ist.
Ich möchte nur auf Alternativen hinweisen von denen viele Kunden nicht mal wissen, daß es sie gibt.

Passt ein bißchen auf eure lokalen Geschäfte auf…
Dann kommen wir alle zusammen gut ins nächste Jahr!

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