Mit Jules Verne zum Mittelpunkt der Erde

Schon als Kind liebte ich die Abenteuer von Jules Verne, lange bevor mit klar wurde, daß all die wunderbaren Geschichten wie „In 80 Tagen um die Welt“ oder „20.000 Meilen unter dem Meer“, die ich aus Filmen und Serien kannte, aus der Feder des selben Mannes stammten…

Einen besonderen Platz in meinem Herzen hat aber die „Reise zum Mittelpunkt der Erde“, denn auch wenn diese Geschichte vielleicht nicht so zukunftsweisend war, wie andere seiner Romane, beginnt die Reise zur Mitte der Welt ja am Snaefellsjökull in Island und tatsächlich ist die Snaefellsnes-Halbinsel einer meiner liebsten Orte auf der Welt.

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Umso schöner ist es dann, wenn man ganz plötzlich in eben diese Geschichte hineinstolpert!

Denn gestern war ich mit Freunden bei One Hour Left, einem der besten Escape Game Anbieter hier in München, um ihren neuen Raum „Reise ins Unbekannte“ zu spielen und tatsächlich kann man hier Jules Vernes legendäre Reise zum Mittelpunkt der Erde selbst erleben.

Zwar seilt man sich nicht in einen Vulkankrater ab – die Reise beginnt auf dem Dachboden des Geologieprofessors Lidenbrock – doch schon bald gerät man selbst in eine unterirdische Welt und stößt immer wieder auf Szenen und Orte aus dem Buch.

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Besonders positiv an diesem Spiel war, daß man viele Rätsel parallel bearbeiten kann. Ich habe schon viele, zum Teil wirklich sehr hochwertige Escape Games gespielt, bei denen immer nur ein oder zwei Spieler an der Lösung eines Rätsels arbeiten konnten, während die anderen dabei zuschauen mussten…
Das passiert bei der „Reise ins Unbekannte“ nie. Wir haben zu fünft gespielt und waren eigentlich immer alle gut beschäftigt.

Auch die Rätsel waren insgesamt sehr ausgewogen. Von Logik über Geschicklichkeit und Teamwork war alles dabei.

Schön ist auch, daß man bei diesem Raum zwischen verschiedenen Schwierigkeitsgraden wählen kann und es sogar möglich ist, eine Variante für Kinder (ab 8 Jahren) zu buchen.

Ich freue mich ja immer sehr, wenn Escape Räume von einem Buch inspiriert wurden. Die Möglichkeit, auf diese Weise selbst Teil der Handlung zu werden, finde ich wirklich ganz großartig!

Habt ihr auch schon mal Escape Räume mit literarischem Hintergrund gespielt und wenn ja; welche könnt ihr empfehlen?

Ich freue mich schon auf eure Anregungen!

Liebe Grüße,
Andrea

Vor ein paar Wochen hatte ich ja schon von meiner Reise nach Hamburg berichtet, bei der ich in einem richtig guten Raum war, der von „Die drei ???“ inspiriert wurde.
Meinen Bericht dazu könnt ihr hier gerne nochmal nachlesen:

In vollen Zügen nach… Hamburg | Tag 1: Die drei ??? und die weinende Frau

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Die Szenenfotos aus „Reise ins Unbekannte“ benutze ich mit freundlicher Genehmigung von One Hour Left.
Hierbei handelt es sich um keine Kooperation.

Review: 20.000 Meilen unter dem Meer

Vor einiger Zeit hatte ich ja meine Liste der Schande erwähnt, die bei euch auf großes Interesse gestoßen ist.
Deshalb wollte ich heute mal einen Klassiker vorstellen, den bestimmt jeder von euch kennt, auch wenn ihn vielleicht die wenigsten komplett gelesen haben. 😉

„20.000 Meilen unter dem Meer“ hat mich schon als Kind fasziniert und damals gab es auch eine illustrierte Kinderbuchausgabe in unserer kleinen Stadtteilbücherei.
Die Vorstellung, im Meer zu leben hat mich absolut verzaubert, aber auch furchtbar gegruselt… man denke nur an den Riesenkraken!

Erst viele Jahre später habe ich dann die Originalausgabe gelesen und war überrascht, wie prophetisch und sozialkritisch dieser Roman wirklich ist.
In der Kinderbuchausgabe war der Text natürlich stark gekürzt und vereinfacht… Spätestens bei dem Kapitel „Einige Zahlen“, in dem auf etwa dreißig Seiten das Fassungsvermögen und die Kapazität der Nautilus erörtert werden, würden die meisten Teenager entnervt aufgeben. 😉

Für alle, die die Geschichte nur vom Hörensagen kennen:
Im Jahr 1867 nimmt der Meeresforscher Pierre Aronnax an einer Reise teil, bei der das Geheimnis eines vermeintlichen Seemonsters gelüftet werden soll. Innerhalb eines Jahres wurden nämlich mehrere Schiffe von einem mysteriösen Etwas unter Wasser regelrecht aufgeschlitzt.
Auch Aronnaxs Schiff wird angegriffen, doch er selbst, sein Diener Conseil und der Harpunier Ned Land können sich retten… und befinden sich plötzlich in einem hochmodernen Unterseeboot, der Nautilus.
Kapitän dieses Schiffes ist der geheimnisvolle Nemo, der mit einer handvoll Gleichgesinnter ein Leben unter Wasser und fernab einer Zivilisation, die er verabscheut, gewählt hat.
Aronnax, Conseil und Land bleibt keine andere Wahl, als auf der Nautilus zu bleiben und sich auf einer abenteuerlichen Reise den Gefahren der Meere und den Abgründen der menschlichen Seele zu stellen…

Ich bin ja ein großer Fan von Jules Verne und immer wieder erstaunt darüber, wie prophetisch seine Werke zuweilen sind.
Als ich diese wunderbar illustrierte Ausgabe des Knesebeck Verlages entdeckt habe war ich absolut begeistert und musste einfach zuschlagen.
Hierbei handelt es sich um den Originaltext, weshalb mein Großer leider ein wenig daran verzweifelt… aber für alle diejenigen, die schön gestaltete Bücher lieben ist diese Ausgabe ein richtiger Schatz!

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