Review: Aristotle and Dante Discover the Secrets of the Universe

Auf der Suche nach leichten Büchern für den Sommer, die allerdings auch mit ein wenig Tiefgang daher kommen, stolperte ich über diese Empfehlung von John Green: „Aristotle and Dante Discover the Secrets of the Universe“ von Benjamin Alire Sáenz.

Der fünfzehnjährige Aritoteles – genannt Ari – lernt eines Tages den gleichaltrigen Dante kennen. Die beiden Einzelgänger verstehen sich auf Anhieb, Eisbrecher sind nicht zuletzt ihre aussergewöhnlichen Namen.
Schon bald entwickelt sich eine innige Freundschaft zwischen den Jungen, doch im darauffolgenden Sommer passiert ein schlimmer Unfall: Ari schafft es gerade noch Dante davor zu bewahren, überfahren zu werden, doch ihm selbst werden beide Beine und ein Arm gebrochen.

Danach steht die Freundschaft vor einer Zerreißprobe… Ari will kein Mitleid und wird regelrecht aggressiv, weil Dante und seine Familie ihn mit Dankbarkeit und Schuldgefühlen überschütten.
Kurz darauf zieht Dantes Familie für ein Jahr nach Chicago und Ari ist beinahe schon froh darüber.

Als die beiden sich im nächsten Sommer wieder treffen hat sich viel verändert, denn Dante steht mittlerweile dazu, daß es schwul ist und Ari weiß nicht, wie er damit umgehen soll…

Mit den Empfehlungen von John Green hatte ich bisher eigentlich immer recht gute Erfahrungen gemacht, bei diesem Buch bin ich allerdings etwas zwiegespalten.
Vielleicht lag das an meiner Erwartungshaltung… Ich denke, ich hatte mir ein wenig mehr Feel good-Literatur erwartet, doch Aristoteles ist ein Charakter, der sehr mit seinen Problemen zu kämpfen hat.
Seine Gefühle für Dante kamen dabei viel zu kurz, was auch schon der größte Kritikpunkt für mich war.

Die ganze Zeit hadert er mit seinen Eltern… Seinem Vater, der nicht über seine Erlebnisse im Vietnamkrieg sprechen kann (das Buch spielt in den 1980er Jahren) und seiner Mutter, die Aris älteren Bruder Bernardo aus ihrem Leben gestrichen hat, seit dieser im Gefängnis sitzt.
Ari weiß nicht, warum Bernardo verurteilt wurde, aber er leidet sehr am Schweigen seiner Eltern.

Und leider war das auch ein Grund, warum mich das Buch ein wenig enttäuscht hat. Es wird mit der Zeit immer anstrengender Ari beim Trübsal blasen zuzusehen.

Dabei fiel mir ein anderes Buch ein, das von Thema her sehr ähnlich war, mich aber restlos begeistern konnte.
In We Are Okay von Nina LaCour haben wir eine ganz ähnliche Geschichte.
Eine junge Frau, die ebenfalls mit Geheimnissen hadert, die sich ebenfalls verraten fühlt, weil man ihr ihre Geschichte vorenthalten hat und einer ebenfalls engen Beziehung zu ihrer besten Freundin mit leisen homoerotischen Untertönen.

We Are Okay funktioniert allerdings wesentlich besser für mich, weil man bei der Protagonistin wirklich nachvollziehen kann warum sie mit niemandem reden möchte.
Bei „Aristoteles und Dante…“ verstehe ich es ehrlich gesagt nicht, weil seine Eltern immer sehr aufmerksam, besorgt und kommunikativ sind.

Vielleicht hatte ich mir auch einfach etwas leichteres (mit weniger Selbstzerfleischung) für den Sommer erwartet.
Es ist kein schlechtes Buch, es ist nur etwas trübsinniger, als ich dachte oder aktuell Lust darauf hatte.

Deutscher Titel: Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums

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