Review: Die Entstehung des Lebens – Evolution

Heute ist es einmal wieder Zeit, für ein schönes Buch aus der Kategorie illustriertes Sachbuch, die mir ja sehr am Herzen liegt, denn gibt es etwas Schöneres, als Wissen durch Kunst vermittelt zu bekommen?

Eine Reihe, die wirklich wunderbare Titel in diesem Bereich auf den Markt bringt, ist Eintritt frei! aus dem Prestel Verlag.

Für das neuste Buch „Die Entstehung des Lebens – Evolution“, das ein wenig kleiner daherkommt, als der Rest der Reihe, wurde wieder die Illustratorin Katie Scott verpflichtet, die auch schon die ersten beiden Bücher von Eintritt frei! so fabelhaft in Szene gesetzt hat: „Das Museum der Tiere“ und „Das Museum der Pflanzen“.

In „Die Entstehung des Lebens“ machen wir uns auf eine Reise durch die Geschichte der Erde, von ihrer Entstehung vor 4,6 Milliarden Jahren, bis in unsere heutige Zeit.
Dabei lernen wir spannende Lebewesen kennen, wie zum Beispiel LUCA, den Last Universal Common Ancestor, der vor 3,8 Milliarden Jahren auf den Plan trat, und von dem alles Leben auf unserer Welt abstammt.
Über die ersten Würmer und Fische geht es weiter, zu den großen Sauropoden des Jura und dem furchteinflößenden Tyrannosaurier der Kreidezeit, zu den gigantischen Säugetieren des Neogen, bis hin zu uns Menschen.

Da mich Dinosaurier schon immer fasziniert haben, sind Trias, Jura und Kreide natürlich Epochen, mit denen ich bereits bestens vertraut war, doch ich muss zugeben, daß ich über die Zeit davor und die danach – vor den Menschen – nicht besonders viel wusste.

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Die beiden Autorinnen Fiona Munro und Ruth Symons schaffen es, die komplette evolutionäre Geschichte der Erde auf überschaubare Episoden herunterzubrechen. Das ist kurzweilig und trotzdem sehr informativ.

Die wunderschönen Illustration von Katie Scott sind wie immer in ihrem unverwechselbaren Stil gehalten; wissenschaftlich akkurat und dennoch ein bißchen eigenwillig, das gefällt mir sehr!

Empfohlen wird „Die Entstehung des Lebens – Evolution“ ab acht Jahren, aber wie immer sage ich: nach oben ist da keine Grenze gesetzt!

Ein wirklich wunderbares Buch, das Wissen großartig in Szene setzt.

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Sonnige Lesetage im Juni

Heute Morgen bin ich schon viel zu früh wach, aber die Sonne scheint so schön durch mein Fenster und der Tag schreit förmlich danach, im Schwimmbad verbracht zu werden.
Doch vorher ist noch Zeit, Euch meinen Lesestapel für den Juni vorzustellen.

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Seit ich in der neuen Filiale arbeite, lesen zwei liebe Kollegen und ich ganz zufällig meist die gleichen Bücher zur gleichen Zeit. Wolf Haas, Fred Vargas, Hilmar Klute, Takis Würger, Vea Kaiser, Joel Dicker und zuletzt Friedemann Karig… die Neuerscheinungen dieser Autoren landeten irgendwie immer auf den Lesestapeln von mindestens zwei, wenn nicht gar allen dreien von uns.
Das ist dann auch immer ein schöner Anlass, nach der gemeinsamen Abendschicht noch etwas trinken zu gehen und sich über das aktuelle Buch zu unterhalten. Wir haben zwar einen sehr ähnlichen Geschmack, gehen aber oft völlig verschieden an die Titel heran.
Bei mir muss das Bauchgefühl stimmen, der eine Kollege analysiert und fertigt mitunter schon mal Hefteinträge an, um seine Meinung zu unterstreichen (kein Wunder, immerhin wird er bald Lehrer) und der andere Kollege wird dann zum Schlichter, wenn wir uns gar nicht einigen können.
Ihr merkt schon: ich liebe diesen kleinen, unorganisierten Lesekreis!

Auch diesen Monat wird wieder ein Buch ganz zufällig zusammen gelesen, nämlich „Maschinen wie ich“ von Ian McEwan.
Die Kollegen haben schon damit angefangen und ich habe es nun gestern begonnen. Ich bin schon sehr gespannt, wie unsere Meinungen ausfallen werden!

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Gleich zwei Titel aus dem Hause Luchterhand haben mich vor Kurzem erreicht:
„Geschichte einer Ehe“ von Geir Gulliksen passt ganz wunderbar in meine Leseplanung, weil ich vor der Buchmesse ohnehin noch ein paar norwegische Autoren lesen wollte und „Herkunft“ von Sasa Stanisic wurde mir jetzt schon mehrfach empfohlen, ganz besonders von einem Kollegen, der in der selben Gegend wie Stanisic aufgewachsen ist.
Bisher kenne ich nur seine Kurzgeschichtensammlung „Fallensteller“, die ist mir aber durch einen sehr angenehmen Stil in Erinnerung geblieben.
Ich freu mich drauf!

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Im Bereich Sachbuch gibt es diesen Monat gleich zwei Bücher, die sich mit dem Thema Evolution beschäftigen.

Mit „Ausgestorben, um zu bleiben“ von Bernhard Kegel habe ich schon seit Längerem geliebäugelt, schließlich bin ich seit meiner Kindheit fasziniert von Dinosauriern und lasse auch heute noch kein Museum aus, in dem es Fossilien und Dinosaurierskelette zu bestaunen gibt.
Als ich dann die Ausgabe der Büchergilde Gutenberg gesehen habe, war ich vollkommen hin und weg! Unter dem Schutzumschlag versteckt sich nämlich nochmal ein echter Hingucker.
Hoffentlich begeistert mich der Inhalt genauso sehr wie die Aufmachung.

Als illustriertes Sachbuch ist im Juni Die Entstehung des Lebens – Evolution aus dem Prestel Verlag mit dabei. Die Illustratorin Katie Scott kennt der ein oder andere von Euch ja vielleicht von „Das Museum der Tiere“, das ebenfalls in der „Eintritt frei!“-Reihe erschienen ist. Ausserdem hatte ich letztes Jahr das von ihr illustrierte Sachbuch Von Inseln, die keiner je fand vorgestellt.

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Und natürlich darf auch diesen Monat keine Graphic Novel fehlen!
Sehr begeistert war ich, als ich in der Vorschau des Splitter Verlags Nennt mich Nathan von Catherine Castro und Quentin Zuttion entdeckte.
Darin geht es um den Transjungen Nathan und seinen Weg zur Geschlechtsangleichung, aber auch um seine Familie, die mit der Situation emotional überfordert ist.
Das Thema Transgender interessiert mich nun schon seit längerem, denn als sich der Sohn einer lieben Bekannten als trans outete, stellte ich fest, wie wenig ich eigentlich über Geschlechtsangleichungen wusste.
Ein Glück, daß es YouTube-Kanäle gibt, auf denen man sich schlau machen kann und jetzt eben auch eine sehr persönliche Graphic Novel, die auf einer wahren Geschichte beruht.

Das ist er also, der Juni-Stapel!
Ich bin sehr glücklich mit der Auswahl der Titel und freue mich, Euch bald mehr von ihnen berichten zu können.
Was liegt gerade auf Euren Lesestapeln und kennt ihr vielleicht schon das ein oder andere Buch von meinem?

Ich wünsche Euch einen ganz wunderbar sonnigen Juni!

Eure Andrea

Review: Die Kunst zu Lesen

Bücher und Kunst: meine beiden Leidenschaften!
Kein Wunder also, daß ich sofort mit dem schönen Titel „Die Kunst zu Lesen“ geliebäugelt habe.

Darin versammelt der Kunsthistoriker David Trigg Werke aus mehr als 2.000 Jahren, die sich mit dem Thema Buch und Lesen auseinandersetzten.
Von den Wandfresken Pompejis bis hin zu raumfüllenden Installationen mit „Fliegenden Büchern“; in allen Epochen und Stilrichtungen haben Künstler das Buch neu interpretiert.

Das spannende und manchmal auch wirklich witzige an diesem Buch ist, das Trigg sich dagegen entschieden hat, die Kunstwerke nach Epochen zu ordnen, sondern sie in einen inhaltlichen Zusammenhang zu setzen.
Da sieht man beispielsweise die Grabplastik der Eleonore von Aquitanien aus dem frühen 13. Jahrhundert, die die Königin mit einem aufgeschlagenen Buch in den Händen darstellt, direkt neben einem futuristischen Bild aus dem 21. Jahrhundert, auf dem eine auf geometrische Formen reduzierte Frau in sehr ähnlicher Haltung im Bett liegt und liest.

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Mann kann durch das Buch blättern und die einzelnen Bilder für sich betrachten, sich Gedanken zu den Wechselbeziehungen der gegenüberliegenden Werke machen, oder sich wiederholende Themen entdecken.

Die meisten Bilder in „Die Kunst zu Lesen“ stehen für sich, allerdings gibt es auch auf vielen Seiten Bildunterschriften, die auf die Symbolik der Werke, ihre Entstehungsgeschichte, oder ihre Aussage eingehen.

„Die Kunst zu Lesen“ ist ein wunderbares Büchlein für alle die die Kunst und das Lesen lieben. Blättert bei Eurem nächsten Besuch in der Buchhandlung auf jeden Fall mal rein!

Review: Colorama – Das Buch der Farben

Mein neues Highlight in der Kategorie „Illustriertes Sachbuch“ ist „Colorama – Das Buch der Farben“ der französischen Designerin Marie-Laure Cruschi, auch bekannt als Cruschiform.

Ich liebe Farben.
Ich liebe „unnützes“ Wissen.
Ich liebe schön illustrierte Bücher…
Ihr ahnt es schon…
Ich liebe „Colorama – Das Buch der Farben“!

Schon alleine die Aufmachung hat mich sofort angesprochen:

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In diesem Buch werden 133 Farbtöne beschrieben.
Auf der rechten Seite findet man ganzseitig die vorgestellte Farbe, auf der linken Seite erwartet den Betrachter eine wunderschöne Illustration und eine kurze Erklärung, woher die Farbe kommt, wie sie zu ihrem Namen kam, oder andere spannende Anekdoten.

Dabei durchläuft man das gesamte Farbspektrum, mit so poetischen Tönen wie „Mondlicht“, „Sonnenaufgang“ oder „Mitternachtsblau“ aber auch „Kackbraun“ wird augenzwinkernd beschrieben.

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Die Ursprünge der Farben sind meist sehr unterschiedlich und so lernt man auf jeder Seite in wenigen Sätzen einiges über Physik, Chemie, Biologie, Geschichte und sogar Sport.

Als kleines Beispiel habe ich die Seite zur Farbe „Tennissand“ ausgewählt.
Große Teile meiner Kindheit verbrachte ich auf Tennisplätzen (mein Dad ist ein begeisterter Spieler), allerdings wusste ich, bis ich dieses Buch gelesen habe nicht, warum Tennissand ausgerechnet rot ist.

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Ich bin absolut verliebt in dieses Buch, weil einfach alles stimmt… Die äußere Aufmachung, die innere Gestaltung und besonders die spannenden und lehrreichen Geschichten zu den Farben, die mit wenigen Sätzen auskommen und vielleicht gerade deshalb im Gedächtnis bleiben.

Von mir gibt es eine absolute Kaufempfehlung für alle, die schön designte Bücher lieben und sich für Kunst und Farben interessieren.

 

Review: Vom höchsten Turm zum kleinsten Stern

Mittlerweile dürfte sich herumgesprochen haben, daß mich schön illustrierte Sachbücher schwer begeistern können.

„Von höchsten Turm zum kleinsten Stern – Das Buch der Vergleiche“ fiel mir zum ersten Mal bei meinem Besuch in der Buchhandlung Felix Jud in Hamburg in die Hände und konnte mich sofort faszinieren.

Es ist eines dieser Bücher, die eine schöne Mischung aus Kindersachbuch und Coffee Table Book für Erwachsene sind; spannende Lerninhalte werden mit schönen Illustrationen in Szene gesetzt. Dabei gibt es nun wirklich viele Kinderbücher, in denen Lebewesen, Bauwerke oder Planeten miteinander verglichen werden, doch „Vom höchsten Turm zum kleinsten Stern“ setzt die Inhalte in oft ungewöhnliche Bezüge.

So ist der höchste Berg nicht etwa der Mount Everest, oder der Mauna Kea, der vom Meeresboden aus gemessen, diesen Titel beanspruchen würde, sondern hoch über allen ragt der Olympus Mons auf dem Mars. So eine Illustration habe ich bisher noch nirgendwo gesehen.

Und auch was geschichtliche Zusammenhänge angeht hat man in diesem Buch oft Aha!-Momente. Würde man beispielsweise die gesamte Geschichte unseres Universums in ein Jahr packen, dann wären die Dinosaurier erst am 30. Dezember ausgestorben!

Das Buch wurde von Page Tsou in einem an die 20er Jahre erinnernden Retro-Stil in recht gedeckten Farben illustriert.
Es ist also kein typisches, knallbuntes Bilderbuch, sondern dürfte wirklich viele Altersgruppen ansprechen.
Ein Band, in dem Kinder zusammen mit ihren Eltern und Großeltern blättern und dabei einiges lernen können.

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