Lesegrüße aus Südtirol – Teil 2: Mit dem Ötzi durch die Alpen

Letzte Woche habe ich Euch ja schon ein bißchen von meinem Urlaub in Südtirol erzählt, heute möchte ich noch über ein Highlight der Reise berichten, nämlich den Besuch des Südtiroler Archäologiemuseums, in dem sich alles nur um einen dreht: den Ötzi.

Ich war gerade zehn Jahre alt geworden, als man diese Gletschermumie in den Ötztaler Alpen fand. Die Bilder der Bergung, die wohl heute noch jeden Archäologen zum Weinen bringen dürften, gingen damals um die Welt.
Schnell gab es die Vermutung, daß man es vielleicht mit einem mittelalterlichem Jäger zu tun haben könnte. Immerhin wurden ja allerhand altertümliche Gerätschaften bei ihm gefunden.
Doch als dann das Ergebnis der Analysen eintraf, konnte man es kaum glauben…
5.300 Jahre ist der Ötzi schon alt!
Um sich das besser vorzustellen: er lag schon tausend Jahre lang im Eis, als die Ägypter begannen, die großen Pyramiden zu bauen und er war bereits seit mehr aus 3.000 Jahren tot, als Jesus geboren wurde!

Für mich war diese Entdeckung als Kind absolut faszinierend…

Als mein Mann und ich also unseren Urlaub planten, war uns sofort klar, daß wir den Ötzi nun endlich einmal mit eigenen Augen sehen wollten.
Wir waren ziemlich enttäuscht, als er bei seiner neuen Arbeitsstelle keinen Urlaub mehr für diesen Zeitraum bekam.

Trotzdem beschlossen wir, daß ich mit den Kindern auf jeden Fall das Archäologiemuseum besuchen sollte, doch der Große war anfangs nicht besonders begeistert…
Zunächst einmal findet er Mumien gruselig, was ich natürlich verstehen kann. Dann erzählte ihm auch noch ein Klassenkamerad vom „Fluch des Ötzi“ was ihn zusätzlich noch nervös machte.

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Also zeigten wir ihm eine Doku im Fernsehen und ich besorgte das Buch „Ötzi und die Offenbarungen einer Gletschermumie“ aus der Arena Bibliothek des Wissens.
Eine wirklich gute Reihe übrigens!
Die Biografien sind für Kinder und Jugendliche ab zehn Jahren konzipiert und sehr kurzweilig.
In knappen Erzählkapiteln berichtet eine berühmte Person dabei in der Ich-Form (meist recht humorvoll) aus seinem Leben. Dazu gibt es noch witzige Illustrationen.
Dazwischen geschoben sind ebenso kurze Sachkapitel, in denen bestimmte Themen nochmals vertieft werden.

Für das „Ötzi“-Buch hat sich Autor Andreas Venzke nun etwas besonders cleveres einfallen lassen, denn die Geschichte ist nicht aus der Sicht des noch lebenden Ötzis geschrieben, sondern aus der, der Mumie.
So berichtet der Leichnam davon, wie er auftaut und gefunden wird, wie schmerzhaft er aus dem Eis geholt und fortgebracht wird, was die Forscher, die an ihm herumstochern herausfinden und wie er sich eigentlich nur zurück an sein gemütliches Lagerfeuer wünscht…
Das alles ist so humorvoll beschrieben, daß mein Sohn tatsächlich begann, den Ötzi immer sympathischer zu finden und weniger Angst zu haben.

Auf der Suche nach einem Hörbuch für die Fahrt, das die doch etwas breite Zielgruppe der 3-70jährigen ansprechen sollte, entdeckte ich dann noch „Ötzi – Der Sensationsfund“ aus der Reihe Rätsel der Erde.
Dieses Hörspiel hat mich sehr an die Abenteuer Wissen-Reihe erinnert, vermutlich weil es vom selben Verlag produziert wird.
Den Kindern und mir hat’s gefallen und sogar der Opa hat noch was dazugelernt.

Beides, Buch und Hörbuch, kann ich deshalb wirklich nur empfehlen und waren auch im Museumsshop erhältlich.

Nun aber ab ins Museum!

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Im Vorfeld hatte ich schon erfahren, daß man unter Umständen mit recht langen Wartezeiten rechnen muss. Eine ehemalige Kollegin von mir erzählte, daß sie zweieinhalb Stunden anstehen musste!
Also recherchierte ich ein bißchen und tatsächlich kann man Online-Tickets auf der Website des Museums kaufen.
Diese Tickets kosten genausoviel wie an der Kasse, man muss sich nur spätestens 24 Stunden vorher auf einen einstündigen Zeitslot festlegen, während dessen man auftauchen muss.
Dann kann man der wartenden Menge frech zuwinken, sofort das Museum betreten und solange bleiben wie man möchte. Schafft man es nicht rechtzeitig, verfällt das Ticket leider.
Für die Jungs und mich hat diese Variante jedenfalls wunderbar funktioniert.

Sobald man den ersten Stock betritt, steht man auch schon vor dem Vorraum zur Eismannbox. Also schnell anstellen, bevor die Kinder wieder Muffensausen bekommen!

Nach kurzer Anstehzeit und ein wenig Gejammere, ob es auch ganz sicher keinen Fluch gibt, standen wir also vor dem kleinen Fenster, durch das man den Ötzi betrachten kann, und was soll ich sagen… Meine Söhne waren von der Scheibe kaum weg zu bekommen, so fasziniert waren sie!
Mich haben auch die Beifunde sehr begeistert. Man kann gar nicht glauben, daß die leicht abgeschabte Fellmütze schon über 5.000 Jahre alt sein soll!

Das Museum beschäftigt sich tatsächlich nur mit dem Ötzi.
Im ersten Stock dreht sich alles um die Beifunde, im zweiten dann um die Forschung an der Mumie und hier gibt es auch die beeindruckende Rekonstruktion des Ötzi zu sehen.

Eigentlich ist ein großer Teil der Ausstellung nicht wirklich interessant für Kinder, trotzdem waren sie schwer begeistert.
Sogar der Kleinste hat ein Puzzle gemacht, bei dem erklärt wird, wie die Restauratoren die Birkengefäse des Eismannes wieder zusammengesetzt haben.

Im obersten Stock gibt es dann noch eine Lounge, die mit riesigen, bunten Filzmatten ausgelegt ist und in der man sich Bücher zum Thema Ötzi und Mumien ausleihen und lesen kann, aber machen wir uns nichts vor: alle Kinder hopsten wie Flummis auf den Matten herum.
Es war wirklich großer Spaß für die Kleinen!

Das war’s nun auch schon von meiner Reise nach Südtirol.

Nächstes Mal gibt es dann wieder ein richtiges In vollen Zügen nach…
Wohin es dann geht verrate ich Euch nächsten Monat.

Bis dahin alles Liebe,

Andrea

 

Den ersten Teil meiner Reise findet Ihr hier:

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Lesegrüße aus Südtirol – Teil 1: Vom Wasser