Review: Nachtlichter

Dieses Buch beginnt mit einem Schlag: ein Helikopter landet auf einer der Orkney Inseln um eine junge Mutter mit ihrem Neugeborenen zurück nach Hause zu bringen. Auf dem Rollfeld wird ihr ein Mann in Zwangsjacke entgegen geschoben, der ins Krankenhaus gebracht werden soll… Es ist der Vater ihres Babys Amy.

Trotz der bipolaren Störung ihres Vaters wächst Amy Liptrot behütet und geliebt auf der Farm ihrer Eltern auf, doch mehr und mehr hasst sie die Inseln auf denen sie geboren wurde. Als Teenager träumt sie von der Großstadt… von kosmopolitischen Freunden, Museen und Partys.
Sobald sie alt genug ist flieht sie von den Orkneys und zieht nach London, wo sie die nächsten Jahre wie im Rausch erlebt. Doch ihr Traum verwandelt sich nach und nach in einen Alptraum und Amy wird klar, daß sie so alkoholkrank geworden ist, daß sie ihr Leben nicht mehr unter Kontrolle hat.

Nach einer Therapie verordnet sie sich selbst eine Auszeit und besucht ihre Eltern auf den Orkneys. Doch obwohl sie nicht geplant hat zu bleiben, stellt sie fest, daß ihr die raue Natur hilft, die Sucht in Zaum zu halten.

„Nachtlichter“ hat mich schwer beeindruckt. Nicht so sehr die Geschichte ihrer Heilung, sondern die Art, wie Amy Liptrot davon erzählt… Schnörkellos, ehrlich, ohne Selbstmitleid oder Wut läuft sie die Stationen ihrer Sucht ab, wie die Küsten der Inseln.

Schon rein sprachlich gesehen fand ich „Nachtlichter“ ein beeindruckendes Debüt und ich bin gespannt, was wir in Zukunft noch von Amy Liptrot hören werden.

Neue Bücher, neues Jahr

Willkommen im neuen Jahr!
Ich hoffe, ihr hattet alle einen guten Rutsch! 🙂

Ich freue mich schon auf meinen Januarstapel, bei dem es wunderlich zugeht. 😉
Zum Beispiel mit Ein Wunder alle hundert Jahre von Ashley Ream. Da weiß ich noch gar nicht, was mich erwartet, aber das Cover hat mir einfach wahnsinnig gut gefallen.

Noch wunderlicher wird es mit dem Titel Das Wunder aus dem Wunderraum Verlag!
Vor einigen Jahren habe ich „Room“ (Raum) von Emma Donoghue gelesen und war absolut geplättet von diesem Buch. Danach habe ich dann noch „The Sealed Letter“ gelesen, was mich nicht wirklich begeistern konnte. „Das Wunder“ hört sich jedenfalls spannend und interessant an, da gebe ich der Autorin gern nochmal eine Chance.

Nachtlichter von Amy Liptrot wäre jetzt vermutlich kein Buch gewesen, daß ich mir ausgesucht hätte, wären meine Kolleginnen nicht absolut begeistert davon gewesen!
Hohe Erwartungen also, mal sehen, ob sie dieses Buch erfüllen kann.

Über The End We Start From von Megan Hunter bin ich auf Instagram gestolpert… #CoverOpfer! 😉
Ein sehr schmales Bändchen, bei dem jeder Satz ein eigener Absatz ist… Geheimnisvoll oder der Versuch, aus einer Kurzgeschichte ein ganzes Buch zu machen? – Ich werde berichten!

Zu guter Letzt habe ich mir Olga, das neue Buch von Bernhard Schlink aus den Leseexemplaren in der Arbeit ausgesucht.
In der zwölften Klasse haben wir damals „Der Vorleser“ als Schullektüre gelesen, wovon ich sehr angetan war. Später dann „Die Heimkehr“, was nicht schlecht war, mich aber auch nicht wirklich mitgerissen hat. Wie bei Emma Donoghue gibt es also nach vielen Jahren ein erneutes Treffen mit einem alten Bekannten. 😉

Was steht bei euch im Januar auf den Leselisten?
Kennt ihr das auch… Autoren, die euch begeistern konnten und die ihr trotzdem total aus den Augen verloren habt?

Ich wünsche euch einen großartigen Start ins neue Jahr!