Review: Der Speichermann

Wer noch auf der Suche nach einer Graphic Novel für lange Winternächte ist, dem möchte ich heute „Der Speichermann“ von Kai Meyer, illustriert von Jana Heidersdorf, empfehlen.

Als sich ein kleiner Junge auf den Dachboden des riesigen Landsitzes seiner Familie verirrt, macht er die Bekanntschaft eines seltsamen Alten, der behauptet, der Weihnachtsmann zu sein und versucht, den Jungen zu sich zu locken. Der Junge flieht, doch auch in späteren Jahren begegnet er dem Speichermann immer wieder, sobald er den Dachboden betritt.
Jedes Mal will ihn der Mann mit Geschenken und Versprechen zu sich locken, doch warum? Ist es wirklich der Weihnachtsmann, der während des restlichen Jahres auf dem weitläufigen Dachboden darauf wartet, das es Heiligabend wird und was kann er nur von seinem Besucher wollen?

„Der Speichermann“ basiert auf der gleichnamigen Kurzgeschichte, die Kai Meyer in den 1990er Jahren für eine Weihnachtsanthologie schrieb. Darin stellte er sich die Frage, warum der Weihnachtsmann keine Geschenke mehr bringt und was wohl mit ihm passiert sein könnte.

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Jana Heidersdorf ist eine unheimlich talentierte Fantasy-Illustratorin mit einem schaurig schönen Stil. Sie schuf unter anderem die Bilder für die illustrierte Ausgabe von Stephen Kings „Sleeping Beauties“ und die neuen Cover der „Merle“-Reihe von Kai Meyer.

„Der Speichermann“ besticht durch eine perfekte Mischung aus der gruseligen Geschichte und den düsteren Illustrationen, die die Handlung perfekt in Szene setzen.
Das ideale Buch also für lange, kalte Nächte, in denen die Grenzen zwischen Traum und Erinnerung verschwimmen.