Review: The Smell of Other People’s Houses

Nachdem „Der Geruch von Häusern anderer Leute“ dieses Jahr den Deutschen Jugendliteraturpreis gewonnen hat, war ich schon sehr gespannt darauf und das englische Cover fand ich einfach unwiderstehlich. 😉

Alaska, 1970:
Die sechzehnjährige Ruth lebt seit dem Tod ihres Vaters bei ihrer mürrischen Großmutter. Sie möchte einfach, daß jemand liebevoll zu ihr ist und als sie sich in den gutaussehenden Bruder einer Freundin verliebt, scheinen ihre Wünsche wahr zu werden. Doch schon wenige Wochen später ist Ruth schwanger und wird sitzengelassen…
Im Haus gegenüber wohnt die gleichaltrige Dora. Doch sie ist hier nur zur Besuch. – Seit ihr Vater ihr immer öfter Gewalt angetan hat lebt sie bei einer Freundin. Deren Familie behandelt sie zwar wie eine Tochter, doch die Angst, wieder zu ihren alkoholkranken Eltern zurück zu müssen bringt Dora fast um den Verstand…
Alyces Leben ist dagegen relativ ruhig. Ihr einziges Kümmernis ist es, daß sie den Sommer auf dem Fischkutter ihres Vaters verbringen soll und sie deshalb die Aufnahmeprüfung für die Ballettakademie verpassen wird…
Zur selben Zeit sind Hank und seine Brüder Sam und Jack als blinde Passagiere auf der Fähre nach Kanada unterwegs. Doch dann geht Sam über Bord…

Im Lauf der Geschichte kreuzen sich die Schicksale der Jugendlichen immer wieder und auch, wenn es im richtigen Leben sehr unwahrscheinlich ist, daß sich eine handvoll Menschen über eine so große Distanz immer wieder trifft, haben diese Begegnungen doch den Zauber des Buches für mich ausgemacht.

Letzte Woche hatte ich ja Little Fires Everywhere von Celeste Ng gelesen (Ich glaube, das ist wegen der Feiertage ziemlich untergegangen. – Schaut da auch gern nochmal vorbei!) und mir fiel auf, daß sich viele Grundthemen wiederholten. Ungewollte Schwangerschaft und Adoption, zum Beispiel.
Doch während „Little Fires Everywhere“ in einem behüteten Viertel voller reicher Leute spielt ist das Setting von „The Smell of Other People’s Houses“ das totale Gegenteil.
So fühle ich mich wieder in meiner alten Annahme bestätigt: es ist letztendlich egal, wieviel Geld du auf deinem Konto hast… Die Probleme bleiben in weiten Teilen doch die selben.

Deutscher Titel: Der Geruch von Häusern anderer Leute