Review: Mary Who Wrote Frankenstein

Heute ist so ein düsterer, ungemütlicher Tag… wie wäre es da wohl, den regnerischen Sommer mit seinen Freunden in einer Villa am Genfersee zu verbringen und Gewitter und Sturm auszusitzen, während man sich Geistergeschichten erzählt?

Genau das taten Mary Shelly und ihre Freunde vor zweihundert Jahren, und während die berühmten Poeten Percy Bysshe Shelley und Lord Byron lediglich Fragmente ihrer Geschichten ablieferten, schufen der Arzt John Polidori und die erst achtzehnjährige Mary (damals noch Godwin) zwei Werke, die die Literaturgeschichte nachhaltig beeinflussen sollten.

Polidori schrieb „Der Vampyr“, ein Buch das viele Schriftsteller zu weiteren Vampirgeschichten inspirieren sollte; nicht zuletzt Bram Stoker zu seinem Klassiker „Dracula“.
Und Mary schrieb „Frankenstein“, ein Name der auch heute noch in aller Munde ist…

„Mary Who Wrote Frankenstein“ von Linda Bailey ist eines dieser wunderbaren Bilderbücher, die man auch – oder vielleicht besonders – als Erwachsener einfach gesehen haben muss!

Es erzählt die Geschichte der jungen Mary, die ihre Mutter viel zu früh verlor, ein rebellischer Teenager wurde, mit den bekanntesten Poeten ihrer Zeit davonlief und beinahe aus dem Nichts heraus einen der großen Klassiker der Literaturgeschichte schrieb.

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Stimmungsvoll düster illustriert von Júlia Sardá, passen die Bilder hervorragend zum Text und verwandeln die Geschichte in ein Gesamtkunstwerk.

Empfohlen wird das Buch vom Verlag bereits ab fünf Jahren. Ich halte das fast für ein wenig früh, vermutlich dürften sich eher Erwachsene von dem Thema und den schaurig-schönen Illustrationen angesprochen fühlen, es spricht aber nichts dagegen, diese Geschichte auch schon mit Kindern zu lesen, die sich gerne gruseln.

Eine deutsche Übersetzung ist derzeit leider noch nicht geplant.