Review: Blau ist eine warme Farbe

Seit ein paar Jahren habe ich mit „Blau ist eine warme Farbe“ geliebäugelt, bei meinem letzten Geburtstagseinkauf durfte es jetzt endlich mit. Ein Glück! 😀

In dieser preisgekrönten Graphic Novel geht es um die anfangs fünfzehnjährige Clementine, die mit der Zeit merkt, daß sie sich nicht wirklich zu Jungen hingezogen fühlt.
Während sie mit ihren Gefühlen kämpft, trifft sie Emma, eine Kunststudentin, die seit Jahren offen lesbisch lebt. Für Clementine ist es Liebe auf den ersten Blick, trotzdem will sie nicht wahr haben, daß sie homosexuell ist.
Doch mit der Zeit werden Clementines Gefühle zu Emma immer stärker und ihr ganzes Leben wird auf den Kopf gestellt…

Vor kurzem ging es ja in der Montagsfrage um Comics. Viele schrieben, daß ihnen hier das Kopfkino fehlen würde, daß sie sich die Figuren nicht selbst vorstellen könnten.
Ich hielt dagegen, daß man dafür eben keinen inneren Monolog hätte, daß das Kopfkino in Graphic Novels darin besteht, in einem Bild zu lesen, wie es den Charakteren geht.
Julíe Maroh ist dafür ein tolles Beispiel. In einer Szene des Buches standen auf einer Seite gerade mal drei Worte. Trotzdem sind mir die Tränen in die Augen gestiegen…

Überhaupt habe ich viel geweint. Gut, ich hab auch nah am Wasser gebaut, aber „Blau ist eine warme Farbe“ ist wirklich wahnsinnig traurig, aber eben auch unheimlich schön.
Dieses Buch hat mich sehr berührt und ist definitiv eines meiner Lieblingsbücher geworden.

2017-09-21_15.51.03