Review: Mit Opa ist alles anders

Heute möchte ich Euch ein Bilderbuch vorstellen, das mich sehr berührt hat: „Mit Opa ist alles anders“ von Clare Helen Welsh und Ashling Lindsay.

Ein wirklich schönes Gespräch auf der Leipziger Buchmesse hatte ich ja mit Harald Kiesel, dem Verleger des 360 Grad Verlags, dessen wunderbar illustrierten Sachbücher mich ja immer wieder begeistern.
TigerStern ist das Bilderbuch-Imprint des Verlags und widmet sich auch gerne mal schwierigen Themen, die trotzdem unheimlich liebevoll und kindgerecht aufgearbeitet werden.

In „Mit Opa ist alles anders“ geht es um so ein schwieriges Thema, nämlich Demenz.
Ein kleines Mädchen erzählt von einem Tag am Meer, den sie mit ihrem geliebten Opa verbringt, doch immer wieder tut Opa seltsame Dinge, wie die Brote im Sand zu vergraben.
Ihre Mama versucht dem Mädchen zu erklären, was mit Opa los ist, doch das macht dem Mädchen Angst: was, wenn er eines Tages sie vergisst?

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Dieses Buch hat bei mir alle Schleusen geöffnet und ich musste mich schwer beherrschen um am Stand nicht loszuheulen. Schließlich habe ich die Alzheimererkrankung meines eigenen Opas von den ersten kleinen Irritationen bis hin zum bitteren Ende, an dem er gar nicht mehr da war, miterlebt.
Mein Großer war zu diesem Zeitpunkt etwa vier (also in genau dem richtigen Alter für dieses Buch, hätte es das damals schon gegeben) und fand die Anwandlungen seines Uropas anfangs noch lustig, bis ich mich schweren Herzens dazu entscheiden musste, ihn nicht mehr mit ins Pflegeheim zu nehmen um ihn zu beschützen.

Nein, Demenz und Alzheimer ist wirklich kein Spaß, wie jeder bestätigen wird, der damit seine Erfahrungen gemacht hat. Schon für Erwachsene ist es schwer, damit umzugehen, schließlich ist man selbst oft überfordert. Wie soll man also die richtigen Worte finden, um es den Kindern zu erklären?

Ein Glück also, daß es Verlage gibt, die auch nicht vor diesen schwierigen Themen zurückschrecken und die das Ganze dann auch noch wirklich liebevoll umsetzen.
Jeder Familie, in der jemand von Demenz betroffen ist und in der es kleine Kinder gibt, kann ich deshalb „Mit Opa ist alles anders“ nur ans Herz legen!

In vollen Zügen auf der Leipziger Buchmesse 2019

Ein Geständnis am Rande: obwohl ich seit mittlerweile zwanzig Jahren im Buchhandel arbeite, war ich bisher erst einmal auf einer Buchmesse.
Es war wohl im schönen Jahr 2000, als wir damals in der Berufsschule eine Klassenfahrt zur Frankfurter Buchmesse unternahmen. Morgens hin, abends zurück und dazwischen erinnere ich mich eigentlich nur an ein Gefühl der Überforderung.
Es gab keine Ansprechpartner, ich kannte ausser meinen Klassenkameraden und Mitazubis niemanden. Also wanderte ich stundenlang durch die Gänge und wusste nicht, was ich tun sollte, oder was von mir erwartet wurde…

All die Jahre später hat sich die Situation für mich natürlich grundlegend verändert. Durch meinen Beruf, aber noch mehr durch die Bloggerei bin ich in Kontakt mit Verlagsmenschen, Autoren und anderen Bloggern, die ich nun doch endlich mal im richtigen Leben treffen wollte.
Also lies ich mich Akkreditieren, buchte ein Hotelzimmer und beschloß, mir zwei Tage Buchmesse, nämlich am Donnerstag und Freitag zu gönnen.

Mit Scharnow von Bela B im Ohr schaffte ich die vier Stunden nach Leipzig in dreieinhalb und war bereit für was immer mich auch auf der Messe erwarten würde.

Im Vorfeld hatte ich auf Instagram meine Garderobe für die Messe gepostet, so daß jeder meiner Follower, der mich gerne ansprechen wollte eine Ahnung davon hätte, wie ich aussehe. Mein Gesicht ist nämlich nicht besonders einzigartig.
Diese Taktik schien voll aufzugehen, denn noch bevor ich überhaupt das Pressezentrum gefunden hatte, hörte ich eine Stimme hinter mir rufen: „Lesen in vollen Zügen!!! Ich erkenne dich an deinem Kleid!“
Überrascht drehte ich mich um und sah Jakob Bedford, den ich vor ein paar Wochen kennengelernt hatte, als er seinen Roman „Abtrünniges Blut“ bei uns im Laden vorstellte.
Schön, gleich zu Beginn ein freundliches Gesicht zu sehen.

Danach war ich aber zunächst einmal ein wenig erschlagen von den Menschenmassen und den Ausmaßen der Messehallen… So viele Bücher sieht man auch als Buchhändlerin selten auf einem Fleck.
Schön, daß Jakob und ich ein bißchen zusammen herumschlendern konnten und ich dann auch gleich ein paar nette Gespräche am Stand von weissbooks und beim fabelhaften Mare Verlag hatte.

Anschließend traf ich Tobias vom Buchrevier und Ilja von Muromez und zusammen schauten wir bei Vea Kaiser am KiWi-Stand vorbei.
Ihre ersten beiden Bücher habe ich damals unheimlich gern gelesen und aktuell leistet mir ihr neuster Roman Rückwärtswalzer Gesellschaft beim Pendeln. Auch menschlich war ich sofort beeindruckt von ihrem selbstbewussten Auftreten und ihrer netten, direkten Art.
Wir führten ein interessantes Gespräch darüber, wie Autorinnen in Interviews oft damit zu kämpfen haben, daß ihre Weiblichkeit ständig zum Thema gemacht wird. Sie selbst wird seit der Hochzeit immer wieder nach ihrem Kinderwunsch gefragt…
In meinem Freundeskreis gehen aktuell immer mehr Frauen auf die Barrikaden, weil sie diese Frage nicht mehr hören können. Wäre schön, wenn Vea ihre gepfefferte Meinung dazu irgendwann mal niederschreiben würde.
Mich hat sie jedenfalls sofort für sich eingenommen.

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Danach schaute ich bei Harald Kiesel vom 360 Grad Verlag vorbei.
Er verlegt wirklich wunderbare illustrierte Sachbücher, die – das wissen ja vielleicht einige von Euch – einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen einnehmen.
Auch hier muss ich sagen: tolle Bücher und ein toller Mensch der dahinter steht.
Er las mir aus dem Bilderbuch Mit Opa ist alles anders, das ich hier demnächst vorstellen möchte vor, in dem das Thema Demenz für Kinder greifbar gemacht wird.
Mein eigener Opa hatte sich vor seinem Tod schon komplett vergessen und so lagen Harald und ich uns irgendwann mit Tränchen in den Augen in den Armen…
Warum war ich nochmal so lange nicht auf Messen?
Die meisten Leute hier sind wirklich wunderbar!

Und weil mich kleine Verlage, die richtig hochwertige Bücher abliefern ja tausendmal mehr begeistern, als große, elitäre Verlage, bei denen man am Stand die Worte „ordinärer Buchhändler“ dreimal in unter einer Minute hört (und nein, ich nenne keine Namen) freute ich mich umso mehr auf mein Treffen mit Marianna vom Reisedepeschen Verlag.
Wer diesen Zweimann-Verlag, der unglaublich schöne Reise-Handbücher und Bildbände herausgibt noch nicht kennt, der sollte dringend mal einen Blick auf ihr Programm werfen.
Von Marianna lies ich mir von dem Abenteuer erzählen, das es ist, einen eigenen Verlag zu gründen und dann gleich nach dem ersten Weihnachtsgeschäft mit der KNV-Insolvenz klarkommen zu müssen.
Und natürlich über Schuppentiere! Denn ein Schuppentier sind nicht nur einfach fabelhaft, es ist auch das Verlagslogo von Reisedepeschen.

Danach ging es dann auch schon weiter zum Bloggertreffen von Klett-Cotta in der R10 Bar, wo mir der beste Schokoladenkuchen der Stadt versprochen wurde und meine Güte… Es war der beste Schokokuchen meines Lebens!
Dort las unter anderem die sympathische Elisabeth R. Hager aus ihrem Roman „Fünf Tage im Mai“ und ich traf so viele andere Blogger, denen ich zum Teil schon folge, seit ich das erste Mal einen Fuß in diese Gewässer gesetzt habe, daß mir immer noch der Kopf schwirrt.
Schön war es!

Nachdem ich mich schweren Herzens von dem Schokokuchen getrennt hatte, nicht ohne ihm zu versprechen, bald wieder zu kommen, brachen wir zur Tropen-Party auf, eigentlich ein Fußweg von fünf Minuten, der sich dank der Orientierung unserer Führer zu einer halbstündigen Nachtwanderung entwickelte.
Immerhin habe ich so auch noch etwas von Leipzig gesehen!

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Auf der Tropen-Party war es dann voll, voller, am vollsten. Trotzdem waren interessante Gespräche möglich, wenn auch das Atmen mit der Zeit schwierig wurde.
Also schnell die gute Silke eingepackt und zurück ins Hotel, schließlich stand mir ja noch ein weiterer Tag bevor.

Am Freitag stand schließlich auch einiges auf dem Programm…

Mittags lud Kiepenheuer und Witsch zur Lesung mit Vea Kaiser im schicken Kongresszentrum. In ihrem neuen Buch Rückwärtswalzer erzählt Vea von der Familie Prischinger und den drei fabelhaften Tanten, die den ganzen Tag mit Kochen und Backen verbringen. Schnell wurde klar, daß sie von ihrer eigenen Familie zu dieser Geschichte inspiriert worden war, denn ihre Tante Waldtraud hatte ihr acht Kilo „Kekse“ für den Notfall mitgegeben. Und mit „Kekse“ war hier keine staubige Angelegenheit gemeint. Wir sprechen hier von Rumkrapfen und Co! Der Schokoladenkuchen vom Vortag hatte durch Tante Waldtraud ernstzunehmende Konkurrenz bekommen!
Dazu dann noch Speckchips und Wein. Nein, darben mussten wir bei Vea Kaiser bestimmt nicht!
Nebenbei erzählte sie auf ihre lustige und charmante Weise aus ihrem Leben und „Rückwärtswalzer“. Ich war begeistert!

Gleich im Anschluß fand das Bloggertreffen des Diogenes Verlags statt. Mit dabei: Daniela Krien, deren Buch Die Liebe im Ernstfall ich ja hier schon vorgestellt habe und das mich sehr bewegt hat.
Nach einem kurzem Gespräch mit Daniela Krien schrieb sie mir eine sehr persönliche Widmung, die mir viel bedeutet, ins Buch. So eine nette Autorin!

Im Anschluß legten sich die Damen von Diogenes mächtig ins Zeug und priesen das kommende Programm so an, daß ich am liebsten jetzt schon jedes Buch daraus in Händen halten würde.

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Am Galiani Stand lauerte ich dann Kat Menschik auf, deren Illustrationen ich ja sehr liebe und die mir mein Exemplar von „Essen essen“ nicht nur signierte, sondern auch mit einem selbstgemachtem Stempel verschönerte.
Wahnsinnig lieb, trotz meiner – zugegebenermaßen – etwas frechen Störung.

Weiter ging es zu Max Schlegel vom Splitter Verlag.
Seit einiger Zeit tauschen wir uns ja per Mail über Graphic Novels aus, nun war es mir eine Freude, ihn endlich einmal persönlich kennenzulernen und darüber zu philosophieren, warum sich die Graphic Novel noch so schwer tut, als ernstzunehmende Kunstform anerkannt zu werden.
Überraschende Trivia: Margaret Atwood, ja genau… DIE Margaret Atwood ist ein begeisterter Comic-Fan und schreibt für ihre eigene Superhelden-Comic-Reihe „Angel Catbird“. Wusste ich vorher auch noch nicht!

Mein letzter Termin auf der Messe war ein spontanes Treffen mit Torsten Woywod vom Dumont Verlag, mit dem ich bisher nur per Mail und Instagram in Kontakt war.
Dabei redeten wir über ein gemeinsames Lieblingsthema: Bücher über Bücher, und ich horchte ihn ein wenig zu seinem ersten Roman aus, an dem er gerade fleißig schreibt.

Danach hieß es Abschied nehmen…
Auf dem Weg nach draußen plauderte ich noch mit einer völlig entkräfteten Nicci und freute mich so, Brösels treuen Gefährten Konrad Freiherr von Keks halten zu dürfen, daß ich ihn beinahe mitgenommen hätte.

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Zurück also nach Bayern, schließlich musste ich am Samstag wieder frisch wie der junge Morgen im Laden stehen.
Was bleibt ist ein großes Gefühl der Dankbarkeit, daß ich nun nach all den Jahren doch endlich mal wieder auf einer Buchmesse war und für all die netten Menschen, die mir begegnet sind.
Egal ob Verleger, Autoren, Verlagsmenschen, Journalisten und Blogger… es war eine absolute Bereicherung, mit Euch allen zu sprechen und so viele Meinungen und Geschichten zu hören.

Also nochmal ein großes DANKE an alle, die ich kennenlernen durfte.
Bis hoffentlich ganz bald mal wieder!

Eure Andrea

Review: Weltentdecker

Heute möchte ich Euch einmal wieder ein schönes Buch aus der Kategorie illustriertes Sachbuch vorstellen.
„Weltentdecker“ von Jonathan Litton aus dem 360 Grad Verlag ist ein wunderbares Buch für Jung und Alt, in dem von Forschern, Abenteurern und Reisenden berichtet wird, die uns die Welt erklärt und ein Stückchen näher gebracht haben.

Angefangen bei polynesischen Seefahrern aus dem 7. Jahrhundert, die bereits erste Karten aus Zweigen flochten, über Lewis und Clark, die den Wilden Westen kartografierten, bis hin zu den Apollo Missionen, die den ersten Menschen auf den Mond brachten…
„Weltentdecker“ liefert ein beeindruckendes Panorama dieser Reisen über Wasser und Land und durch Eis und Schnee.

Viele dieser Forscher und ihre Reisen sind natürlich bekannt, wie Darwins Weltumseglung auf der Beagle, Amundsens Expedition zum Südpol, oder Sir Edmund Hillarys Besteigung des Mount Everest.
Doch es gibt auch viele spannende Geschichten über Abenteurer, von denen ich zuvor noch nie gehört hatte, wie von James Holman, der in seinem Leben mehr als 400.000 Kilometer gereist war und das völlig blind!
Oder von Henry Brown, einem Sklaven, der sich kurzerhand selbst per Holzkiste in die Freiheit verschickte.

Manche dieser Reisen haben Weltgeschichte geschrieben, wie die Wiederentdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus. Andere wiederum sind eher in Vergessenheit geratene kuriose Randnotizen, wie die abenteuerliche Weltumrundung des Thomas Stevens, der mit einem Hochrad durch Amerika, Europa und Asien radelte, und das nur zwei Jahre bevor das moderne Fahrrad erfunden wurde und das Hochrad schon wieder veraltet war.

Bebildert wurde „Weltentdecker“ von gleich vier verschiedenen Illustratoren, trotzdem hat es einen sehr einheitlichen Stil mit pastellig kolorierten Tuschezeichnungen.

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Empfohlen wird „Weltentdecker“ von 8-80 Jahren und auch wenn es dadurch wohl eher in der Kinderbuchabteilung zu finden ist, kann ich es ebensosehr für interessierte ältere Leser empfehlen.
Viele Geschichten sind so spannend, daß man sofort mehr über die vorgestellten Abenteurer erfahren möchten und gleich bei Wikipedia weiterliest oder nach Dokus googelt.

„Weltentdecker“ zeigt einmal wieder deutlich wieviel Spaß Sachbücher machen können. Von mir gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung!

Review: Der Mond – Mystische Geheimnisse und wissenschaftliche Fakten

Der Mond… seit Jahrtausenden befeuert er die Fantasie und die Vorstellungskraft der Menschen, doch nicht jeder, der ihn am Nachthimmel sieht, denkt auch an das selbe.
Da gibt es die Träumer, die sich an Geschichten aus ihrer Kindheit erinnern, „Peterchens Mondfahrt“ zum Beispiel.
Dann diejenigen, die jedes Jahr einen Mondkalender kaufen, um nachschlagen zu können, an welchen Tag man sich am besten die Haare schneiden, oder die Pflanzen düngen sollte.
Und die, die an die Mondlandung denken, und daran, daß es vielleicht noch zu unseren Lebzeiten eine bemannte Station dort oben geben könnte. Aber auch jene, die das ganze für eine große Verschwörung halten.

Der Mond fasziniert uns alle, oft jedoch aus den unterschiedlichsten Gründen.
Wer also in der Buchhandlung nach dem Thema „Mond“ sucht, wird in verschiedene Bereiche gehen müssen, um sich umfassend zu informieren.
Im Bereich Esoterik findet man die Mondkalender. Wissenswertes über die Geografie des Mondes und die Apollo-Missionen liegt bei den Naturwissenschaften und wer Gedichte und Geschichten sucht, bei denen sich alles um den Mond dreht, der muss in den Bereichen Lyrik oder Literatur suchen.

Doch glücklicherweise gibt es nun mit dem schönen Titel „Der Mond – Mystische Geheimnisse und wissenschaftliche Fakten“ aus dem 360 Grad Verlag ein Buch, in dem all das vereint wird.

Hier schreibt Hannah Pang woher die Geschichte vom Mann im Mond kommt, ebenso wie darüber, wie der erste Mann tatsächlich auf den Mond kam.
Man erfährt von Mond-Mythen unterschiedlicher Kulturen, darüber woher die „Meere“ des Mondes ihre Namen haben, welche Feste zu seinen Ehren gefeiert werden, ob der Mondzyklus sich tatsächlich auf die Geburtenrate auswirkt, welche Romane und Filme von unserem Trabanten inspiriert wurden und wie er der Menschheit in Zukunft als Sprungbrett in die Tiefen des Weltalls dienen könnte.

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Illustriert wurde das Buch von Thomas Hegbrook, der es geschafft hat, sowohl stimmungsvolle Bilder für die mythologischen Geschichten, als auch detaillierte Darstellungen der technischen Komponente zu liefern.

Empfohlen wird „Der Mond“ ab elf Jahren, doch auch Erwachsene, die sich einen groben Überblick über all die verschiedenen Aspekte dieses Themas verschaffen wollen, werden hier noch viel lehrreiches und spannendes entdecken.

Review: Total verrückte Wörter – Eine Sammlung unübersetzbarer Wörter aus der ganzen Welt

Heute möchte ich Euch ein ganz wunderbares Buch aus dem 360 Grad Verlag vorstellen: „Total verrückte Wörter – Eine Sammlung unübersetzbarer Wörter aus der ganzen Welt“.

Viele von Euch wissen ja mittlerweile, daß ich illustrierte Sachbücher liebe, besonders wenn sie dann auch noch randvoll mit „unnützem“ Wissen sind, das man bei den unpassendsten Gelegenheiten zum besten geben kann. 😉

Deshalb war ich auch sofort hin und weg von „Total verrückte Wörter“. Nicola Edwards hat hier Unübersetzbares aus allen Herren Länder zusammengetragen, das vielleicht irgendwann doch seinen Weg in den Sprachgebrauch findet, so schön sind manche dieser Wörter!
Zu meinem Großen sage ich nun auch schon Pochemuchka, das russische Wort für Kinder, die zu viele Fragen stellen, während er sich auf Gluggavedur freut. – Das isländische Wort für Wetter, das vom Fenster aus schön anzusehen, aber zu ungemütlich ist, um nach draußen zu gehen.

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Dabei werden aber nicht nur die Wörter erklärt, sondern auch immer kurz auf Eigenheiten des Landes oder der Kultur eingegangen, die in manchen Fällen nicht direkt etwas mit dem Wort zu tun haben, sondern schon alleine für sich sehr interessant sind und sich mit den Bildern wunderbar ergänzen.
So ist „Total verrückte Wörter“, obwohl es schon ab sieben Jahren empfohlen wird, definitiv ein Buch, das die ganze Familie ansprechen und begeistern dürfte.

Die Bandbreite der Wörter geht von so amüsanten Ausdrücken wie Poronkusema (die Entfernung, die ein Rentier unterwegs sein kann, bevor es pinkeln muss), bis hin zu so poetischen wie Kawaakari (das Schimmern des letzten Lichts auf einem Fluß bei Sonnenuntergang).

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Illustriert wurde alles ganz liebevoll von Luisa Uribe, die in fast jedem Bild kleine Details versteckt hat, die erst nach und nach ins Auge fallen.

„Total verrückte Wörter – Eine Sammlung unübersetzbarer Wörter aus der ganzen Welt“ ist ein wirklich wunderbares Büchlein, das sich jede Familie gönnen sollte, die gerne zusammen liest und lustige Dinge lernt.
Und natürlich auch ein perfektes Geschenk!

PS: Wer sich bis jetzt gefragt hat, wie lange wohl die Strecke ist, die ein Rentier zurücklegen kann, bevor es pinkeln muss: es sind etwa 7,5 Kilometer.
Gern geschehen! 😉