Mein Black History Month

Nein, ich bin nicht schwarz, wie man auf dem Foto unschwer erkennen kann… 😉 …doch als ich neulich in meinen TBR-Leselisten blätterte, fiel mir auf, daß ich recht viele Bücher von schwarzen Autoren notiert hatte.
Sing, Unburied, Sing von Jesmyn Ward, zum Beispiel, oder Piecing Me Together von Renée Watson. Und im Sommer erscheint das neue Buch von „The Hate U Give“-Autorin Angie Thomas.

Im Februar wird in den USA der Black History Month gefeiert, der dazu anregen soll, sich mit der Geschichte der schwarzen Bevölkerung auseinanderzusetzen.
Dieses Jahr dachte ich, es wäre doch eine schöne Idee, mich selbst ein bißchen mehr mit afroamerikanischen Autoren und ihren Geschichten zu beschäftigen.

Heute möchte ich euch ein paar Bücher zu dem Thema vorstellen, die mich im Laufe der Jahre berührt und begeistert haben. Sie wurden nicht alle von afroamerikanischen Autoren geschrieben, aber setzen sich mit dem Thema Diskriminierung aufgrund der Hautfarbe auseinander.

Im Laufe des Monats findet ihr dann hier die Besprechungen der Bücher, die ich dazu lesen werde.
Ich hoffe, ihr findet die Idee genauso spannend wie ich und macht vielleicht auch mit und schnappt euch diesen Monat bewusst mal ein Buch zu dem Thema. 🙂

2018-01-26_15.28.24

Den Anfang macht mein absolutes Lieblings-Sachbuch „The Immortal Life of Henrietta Lacks“ („Die Unsterblichkeit der Henrietta Lacks“). Dieses Buch ist in Deutschland leider nicht so bekannt, wie es sein sollte, wurde aber vor Kurzem in den USA mit Oprah Winfrey verfilmt.
Jeder sollte die Geschichte von Henrietta Lacks kennen, denn ihr Schicksal hatte Auswirkungen auf so gut wie jeden von uns.
Henrietta war eine arme schwarze Frau, die 1951, im Alter von 31 Jahren an Gebärmutterhalskrebs starb. Was jedoch danach passierte, sollte den Lauf der Medizingeschichte verändern, denn die Krebszellen, die ihr (ohne ihre Einwilligung) entnommen wurden, waren die ersten Zellen, die es schafften, außerhalb des Körpers weiterzuleben. Ein Großteil der medizinischen Forschung der letzten gut sechzig Jahre geht auf diese Zellen zurück und auch heute noch wird in der Krebs-, AIDS- und Strahlenforschung mit den HeLa-Zellen experimentiert.
Aber in „The Immortal Life of Henrietta Lacks“ geht es nicht nur um Wissenschaft. Rebecca Skloot hat sich für ihr Buch mit der Familie von Henrietta Lacks zusammengetan, die zunächst nichts von der Forschung an den Zellen ihrer Mutter wusste. So ist es ein zutiefst persönliches Buch, das nicht nur den Triumph der Wissenschaft zeigt, sondern auch die menschliche Tragödie, die dahinter steckt.

2018-01-26_15.58.57

Die wohl beste Autobiografie, die ich in den letzten Jahren gelesen habe war „Born a Crime“ („Farbenblind“) von Trevor Noah.
Noah ist einer der besten Comedians der Welt und moderiert seit einiger Zeit die Daily Show in den USA.
Aufgewachsen ist der in Südafrika zu Zeiten der Apartheid. Sein Vater ist Schweizer, seine Mutter Xhosa. Damit war er ein fleischgewordenes Verbrechen, denn zu dieser Zeit war es Schwarzen und Weißen untersagt, Beziehungen miteinander zu haben.
„Born a Crime“ ist ein unglaublich positives und humorvolles Buch, das trotzdem verstört. Trevor Noah ist drei Jahre jünger als ich, aber gelegentlich hatte ich das Gefühl, eine Geschichte aus einer anderen Epoche zu lesen, in so ärmlichen Verhältnissen wuchs er auf… Doch dann erwähnt er wieder Fernsehsendungen, die ich als Kind ebenfalls gesehen habe und es war für mich immer wieder ein Schlag ins Gesicht zu sehen, wie absolut unterschiedlich zwei Leben doch sein können und wie zynisch es fast schon ist, daß so viel von dem Umstand abhängt in welchem Land man zufällig geboren wurde.

_20170413_101613

Ein Buch, das ich wohl nicht mehr weiter vorstellen brauche ist „The Hate U Give“ von Angie Thomas.
Die Geschichte, die von der Black Lives Matter Bewegung inspiriert wurde sollte meiner Meinung nach zur Schullektüre werden.
Die Geschichte dreht sich um die 16jährige Starr, die Zeugin wird, wie ihr Sandkastenfreund bei einer Verkehrskontrolle von einem Polizisten erschossen wird.
Jedesmal, wenn es in der USA zu einem ähnlichen Fall kommt hat man das Gefühl, daß die Behörden dem immer gleichen Drehbuch zu folgen und ich kann die Ohnmacht und Frustration der schwarzen Bevölkerung absolut nachvollziehen.

2018-01-26_15.16.36

Aber kehren wir doch auch mal vor der eigenen Haustür…
In „Neger, Neger, Schornsteinfeger“ erzählt Hans Jürgen Massaquoi von seiner Kindheit in Deutschland, wo er als Sohn einer Weißen und eines liberianischen Prinzen geboren wurde. Die Familie seines Vaters zieht nach Afrika zurück und Hans bleibt mit seiner Mutter in Hamburg, doch bald darauf ergreifen die Nazis die Macht…

2018-01-26_20.32.36

Zu guter Letzt wollte ich euch noch den wunderbaren Roman „The Help“ („Gute Geister“) von Kathryn Stockett ans Herz legen, der auch mit ganz viel Herzblut verfilmt wurde.
Als die junge Skeeter 1962 vom College zurück nach Hause kommt, ist die schwarze Haushälterin, die sie praktisch aufgezogen hat spurlos verschwunden. Skeeter versucht herauszufinden, wohin sie gegangen ist, doch von ihren Eltern bekommt sie keine Antworten und so beginnt sich Skeeter bei den schwarzen Nannies und Haushälterinnen ihrer Freundinnen umzuhören… Bald wird ihr klar, daß alle ihre eigenen Geschichten zu erzählen haben und Skeeter beschließt mit Hilfe der verunsicherten Aibileen und der frechen Minny ein Buch zu schreiben…

Wie sieht es bei euch aus?
Habt ihr euch schon mal ganz bewusst mit dem Thema Black History auseinander gesetzt?
Kennt ihr meine Empfehlungen und was sind Bücher zu dem Thema, die euch begeistern konnten?
Ich freue mich schon auf eure Kommentare.

Alles Liebe,
Andrea

Update: Schaut auch mal bei Niamh von BritLitScout vorbei, die sich ebenfalls Gedanken zum Black History Month gemacht hat und uns ihre Favoriten vorstellt.
Toll, daß so eine richtig große Auwahl zusammen kommt! 🙂

Weitere Rezensionen zum Thema:

2018-07-29_17.03.36

Review: Piecing Me Together

2018-02-27_15.04.01

Review: Sing, Unburied, Sing

2018-02-22_11.20.03

Review: Little Leaders – Bold Women in Black History

2018-02-08_15.06.09

Review: Heimkehren

2017-08-30_15.38.20

Review: Underground Railroad

 

Werbeanzeigen

Review: A Column of Fire

Vor mehr als tausendseitigen Büchern schrecke ich ja meist zurück, doch „Die Säulen der Erde“ hatte ich seinerzeit verschlungen.
„Die Tore der Welt“ habe ich dann auch überraschend schnell gelesen, nun also war es Zeit für den dritten Teil der Kingsbridge-Saga…

„A Column of Fire“ („Das Fundament der Ewigkeit“) spielt etwa 400 Jahre nach „Die Säulen der Erde“ und 200 Jahre nach „Die Tore der Welt“. Wir befinden uns also in der Tudor-Zeit, der wohl spannendsten Epoche der englischen Geschichte.

Hauptperson ist Ned Willard, Sohn einer einflussreichen Kauffrau, die (wie sollte es anders sein) schon bald um ihr komplettes Vermögen gebracht wird.
Doch Follett wäre nicht Follett, wenn nicht auch noch Neds Liebste gegen ihren Willen mit einem schrecklichen Kerl (mit einem noch schrecklicheren Vater) verheiratet wird.
Und so hat Ned gerade nichts besseres zu tun, als die rechte Hand der rechten Hand von Elizabeth Tudor zu werden, die bald darauf zur Königin von England gekrönt wird.

„A Column of Fire“ umspannt die gesamte Regierungszeit von Königin Elizabeth und Ken Follett hat es sich offenbar zur Aufgabe gemacht, alles, aber auch wirklich alles, was in dieser Zeit in Europa passiert ist in dieses Buch zu packen…
Von der Erbfolge des britischen Königshauses angefangen, über die Bartholomäusnacht in Frankreich, die Befreiung und spätere Hinrichtung von Maria Stuart, die Schlacht gegen die Spanische Armada und last but not least die Pulververschwörung um Guy Fawkes.

Ich muss zugeben, daß ich ziemlich lange für dieses Buch gebraucht habe.
Nicht, weil es etwa schlecht gewesen wäre, aber besonders spannend fand ich es leider nicht. Das mag zum Teil damit zusammenhängen, daß ich über diese Zeit schon so viele Bücher gelesen habe, daß mich die Ereignisse einfach nicht überraschen konnten, aber auch damit, daß sich die fiktiven Figuren ebenfalls ziemlich vorhersehbar verhalten.
Dazu kommt dann noch, daß Charaktere eingeführt werden und über weite Teile zu Hauptfiguren werden, nur um dann ab der Hälfte des Buches sang- und klanglos zu verschwinden…

Ihr merkt schon, richtig begeistern konnte mich „A Column of Fire“ nicht, aber vielleicht ist es spannender für alle, die die Ereignisse der Tudor-Zeit noch nicht aus dem Effeff kennen. 😉

Deutscher Titel: Das Fundament der Ewigkeit

Review: Das Wunder

„Das Wunder“ ereignet sich in einem kleinen irischen Dörfchen, Mitte des 19. Jahrhunderts: Die elfjährige Anna O’Donnell hat seit vier Monaten keine Nahrung mehr zu sich genommen und ist dennoch gesund und munter.
Von Nah und Fern kommen Pilger, um das kleine Wunder mit eigenen Augen zu sehen, doch es gibt auch Zweifler…
Also beschließt man, Anna rund um die Uhr bewachen zu lassen, um entweder das Wunder zu bestätigen, oder den Betrug aufzudecken.
Die englische Krankenschwester Lib Wright ist eine der beiden Wächterinnen und von Natur aus skeptisch. Sie mag an kein Zeichen göttlicher Macht glauben, doch selbst nach Tagen der ununterbrochenen Überwachung kann sie keinen Betrug feststellen.
Aber dann geht es Anna plötzlich immer schlechter und Lib wird klar, daß ihre Wache Ereignisse ins rollen gebracht hat, die das Mädchen das Leben kosten könnten…

In meiner Monatsübersicht habe ich ja schon geschrieben, daß meine Erfahrungen mit Emma Donoghue sehr gemischt waren: „Room“ („Raum“) hat mich absolut geplättet. Ich habe es in zwei Tagen durchgelesen und hatte danach den schlimmsten Sonnenbrand meines Lebens, weil ich meine Nase nicht mehr aus diesem Buch bekommen habe.
Ein Jahr später hatte ich dann „The Sealed Letter“ gelesen und war in erster Linie gelangweilt.
Als dann aber die ersten Bücher des neuen Wunderraum Verlages bei uns in der Buchhandlung eintrudelten, war ich gleich sehr begeistert von der wunderbaren Ausstattung: glänzendes Halbleinen, eine schöne Folienprägung, gemustertes Vorsatzpapier und ein Lesebändchen mit der Aufschrift „Lesepause“…
Da lacht das Buchhändlerherz!

2018-01-25_11.30.31

Deshalb wollte ich schnell ein Buch dieses Verlages lesen und hielt es für eine gute Gelegenheit Emma Donoghue noch eine Chance zu geben. 😉

Tatsächlich hatte ich die ersten vierzig bis fünfzig Seiten ein wenig mit „Das Wunder“ zu kämpfen… Das Setting war einfach so trist und trostlos, daß ich schon befürchtete, ich würde mich ähnlich langweilen, wie bei „The Sealed Letter“.
Doch nach und nach wurde das Buch immer spannender… und das obwohl kaum etwas passiert: Lib tut eigentlich nichts anderes als Anna beim Beten und Fasten zuzuschauen und trotzdem fiebert man mit.
Welcher Trick könnte hinter allem stecken? Kann man der anderen Wächterin trauen? Warum tut der Arzt nichts? Warum tut eigentlich niemand etwas, um diesem Kind zu helfen?!?
Gegen Ende habe ich teilweise schon die Hände hochgeworfen und das Buch regelrecht angeknurrt, so sehr hat mich die Geschichte mitgenommen!

Ich bin also wirklich froh, daß ich Emma Donoghue noch nicht abgeschrieben hatte, denn ich liebe Bücher, bei denen man so mitfiebert, daß man alles andere vergisst.

PS: Sogenannte Hungermädchen gab es – besonders im viktorianischen Zeitalter – wirklich. Wenn sie allerdings den Beweis antreten sollten, daß sie wirklich ohne Nahrung überleben konnten endete die Geschichte entweder mit der Aufdeckung des Betrugs oder dem Tod des Kindes. Ein spannendes Thema, von dem ich bis dahin noch nie gehört hatte.

Review: Jane, the Fox & Me

Nachdem ich von allen Seiten gehört habe, wie schön „Jane, der Fuchs & ich“ sein soll, habe ich es mir nun auch mal gegönnt und mein erster Gedanke war, daß ich diese Graphic Novel gerne schon gehabt hätte, als ich jung war.

Hélène macht durch, was viele Mädchen im Teenageralter erleben: Sie wurde von ihrer Clique ausgeschlossen und ist seitdem eine Einzelgängerin, die von ihren ehemaligen Freundinnen in der Schule gemobbt wird.
Ihre einzige Zuflucht ist das Buch, das sie gerade liest: Jane Eyre. Hélène kann sich mit Jane identifizieren, die zunächst von niemandem geliebt wird und die im Vergleich zu anderen Frauen unscheinbar und langweilig wirkt.
Als die Klasse in ein Sommercamp fährt, leidet Hélène weiter unter den Streichen ihrer Mitschülerinnen, doch dann begegnet ihr ein Fuchs im Wald. Auch wenn die Begegnung nur kurz ist, ist Hélène verzaubert von dem Tier und kurz nach seinem Verschwinden taucht die lebenslustige Géraldine, die ebenfalls von der Mädchenclique verstoßen wurde, in Hélènes Zelt auf… und zusammen sieht die Welt gleich viel bunter aus.

Hélènes Geschichte hat mich wirklich tief berührt, besonders eine Episode im Schulbus war ganz eindeutig aus meiner eigenen Teenagerzeit abgezeichnet! 😉

2018-01-20_11.12.13

Überhaupt hat mir der Zeichenstil sehr gefallen, obwohl das Buch weitestgehend aus sehr schlichten Bleistift- und Kohlezeichnungen besteht.
Nur „Jane Eyre“ bringt etwas Farbe in Hélènes Leben und diese Teile wurden in Pastellfarben aquarelliert.
Erst als der Fuchs und später Géraldine in Hélènes Leben treten, werden auch ihre Bilder bunter.

2018-01-20_11.21.55

„Jane, the Fox & Me“ hat mich wirklich berührt und ich habe mir jetzt „Louis Undercover“, das nächste Buch von Fanny Britt und Isabelle Arsenault bestellt.
Ich bin schon gespannt! 🙂

Deutscher Titel: Jane, der Fuchs & ich
Allen Preisfüchsen kann ich empfehlen, bei Graphic Novels immer mal zu schauen, ob es eine günstigere englischsprachige Ausgabe gibt. In diesem Fall hat sich das wirklich gelohnt.

Review: Nachtlichter

Dieses Buch beginnt mit einem Schlag: ein Helikopter landet auf einer der Orkney Inseln um eine junge Mutter mit ihrem Neugeborenen zurück nach Hause zu bringen. Auf dem Rollfeld wird ihr ein Mann in Zwangsjacke entgegen geschoben, der ins Krankenhaus gebracht werden soll… Es ist der Vater ihres Babys Amy.

Trotz der bipolaren Störung ihres Vaters wächst Amy Liptrot behütet und geliebt auf der Farm ihrer Eltern auf, doch mehr und mehr hasst sie die Inseln auf denen sie geboren wurde. Als Teenager träumt sie von der Großstadt… von kosmopolitischen Freunden, Museen und Partys.
Sobald sie alt genug ist flieht sie von den Orkneys und zieht nach London, wo sie die nächsten Jahre wie im Rausch erlebt. Doch ihr Traum verwandelt sich nach und nach in einen Alptraum und Amy wird klar, daß sie so alkoholkrank geworden ist, daß sie ihr Leben nicht mehr unter Kontrolle hat.

Nach einer Therapie verordnet sie sich selbst eine Auszeit und besucht ihre Eltern auf den Orkneys. Doch obwohl sie nicht geplant hat zu bleiben, stellt sie fest, daß ihr die raue Natur hilft, die Sucht in Zaum zu halten.

„Nachtlichter“ hat mich schwer beeindruckt. Nicht so sehr die Geschichte ihrer Heilung, sondern die Art, wie Amy Liptrot davon erzählt… Schnörkellos, ehrlich, ohne Selbstmitleid oder Wut läuft sie die Stationen ihrer Sucht ab, wie die Küsten der Inseln.

Schon rein sprachlich gesehen fand ich „Nachtlichter“ ein beeindruckendes Debüt und ich bin gespannt, was wir in Zukunft noch von Amy Liptrot hören werden.

Review: Der Fuchs und der Stern

Heute möchte ich euch ein kleines aber feines Buch vorstellen, das ich schon länger umschlichen und mir jetzt doch endlich zugelegt habe.

„Der Fuchs und der Stern“ ist ein dünnes Bändchen. Ein Märchen, das hauptsächlich von seinen wunderbaren, im Ornamentstil gehaltenen Illustrationen lebt.

Darin geht es um einen Fuchs, dessen einziger Freund ein Stern ist. Als dieser Stern aufhört zu scheinen fällt der Fuchs zunächst in tiefe Trauer, doch dann macht er sich auf die Suche um seinen Stern zu finden.

Obwohl „Der Fuchs und der Stern“ ihr erstes Buch ist, war die Autorin Carolie Bickford-Smith keine Unbekannte für mich. Schließlich designed sie schon seit Jahren die Cover für die fabelhafte Penguin Clothbound Classics Reihe, die mich früher oder später noch ins Armenhaus bringen wird… Doch das ist – wie Michael Ende immer zu sagen pflegte – eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden...

„Der Fuchs und der Stern“ ist eine Fabel, die vom Leser – je nach Gemütslage – auf verschiedene Arten gedeutet werden kann.
Freunde von liebevoll gestalteten Büchern sollten auf jeden Fall mal einen Blick hinein werfen.

2018-01-17_10.41.53

Woher es kommt… und wohin es geht

Auf diesen Blogbeitrag freue ich mich schon seit Langem! 🙂

Immer wieder werde ich gefragt, ob es denn Absicht war, daß man meinen Blognamen auf zwei Arten verstehen kann… und deshalb wollte ich euch einmal erzählen was es mit dem Namen auf sich hat.

Vor ein paar Jahren standen mein Kollege Stefan und ich am Münchner Hauptbahnhof und warteten auf unseren Zug. Wir plauderten ein bißchen, ich muss wohl eine meiner Anekdoten zum besten gegeben haben, denn irgendwann sagte Stefan: „Du könntest auch mal ein Buch schreiben!“
Darauf antwortete ich, was ich in solchen Situationen immer sage (frei nach Marcel Reich-Ranicki): „Es gibt Leser und es gibt Schreiber… ich bin Ersteres.“
Doch während wir weiter auf unseren Zug warteten, dachte ich ein wenig nach und sagte: „Aber wenn, wenn ich jemals ein Buch schreiben sollte, dann wäre es eine Art Reiseführer. Ich würde einfach mit der Bahn in alle europäischen Metropolen fahren und dabei lesen. Und dann würde ich darüber schreiben, was ich gelesen habe, was ich auf der Zugfahrt und in der Stadt erlebt habe und welche schönen Buchhandlungen es dort gibt… Und nennen würde ich es… Lesen… in vollen Zügen!“
Stefan lachte ein bißchen, schüttelte den Kopf und meinte: „Na, dann brauchst du nur noch einen Verlag und ganz viel Urlaub.“
Und das war das Ende der Geschichte…

Aber dieser Titel Lesen… in vollen Zügen wollte mir nicht mehr aus dem Kopf. Es war eine ganz spontane Eingebung am Bahnhof gewesen, aber ich mochte die Idee…
Als mich mein Freund dann überredete, aus meinen Buchbesprechungen, die ich nur auf meinem privaten Facebook Account gepostet hatte einen Blog zu machen kam deshalb auch nur dieser Name für mich in Frage.

Seit ich mit dem Bloggen angefangen habe bin ich leider nicht wirklich viel zum Reisen gekommen… doch dieses Jahr wird das anders!

Ich habe einige Zugreisen schon gebucht und andere bereits in Planung.
Natürlich möchte ich dann all das machen, was ich Stefan damals erzählt habe… und euch möchte ich natürlich mitnehmen! (Zumindest virtuell.) 😉

Beginnen werden wir mit… Venedig!
Hach, ich liebe diese Stadt und war schon viel zu lange nicht mehr dort.
Im Februar geht es mit dem Nachtzug dorthin und dann möchte ich auch endlich in die sagenhafte Buchhandlung Acqua Alta gehen.

2018-01-14_12.36.42

Vielleicht habt ihr ja auch noch ein paar Tipps für mich?

Ich freu mich jedenfalls wahnsinnig auf meine Reisen dieses Jahr, auf die Zugfahrten, die Lektüre, die Buchhandlungen und all die Abenteuer.
Ich hoffe, ihr seid dabei!

Eure Andrea