Meine Last-Minute Buchgeschenke Tipps

Na, jetzt aber schnell!!! 😀

Heute ist schon der dritte Advent und traditionell ist das die Zeit, in der alle, die das Thema Weihnachtsgeschenke bis jetzt vor sich her geschoben haben, in eine leichte Panik verfallen…

Doch fürchtet euch nicht!

Hier habe ich ein paar meiner aktuellen Lieblinge zusammengestellt, die man guten Gewissens verschenken kann und die in jeder Buchhandlung greifbar sein dürften.

Für ausführlichere Rezensionen könnt ihr einfach auf die blauen Überschriften klicken… Ach, ihr wisst eh Bescheid! 😉

Ihr habt so wirklich gar keine Ahnung, was ihr schenken sollt? – Kein Problem!
Mein Buch für wirklich jeden ist dieses Jahr ganz klar der:
Atlas Obscura
Egal ob lesemuffliger Großvater, die beste Freundin, die ständig auf Reisen ist oder der kleine Neffe, der ein ziemlicher Dreikäsehoch ist und immer alles besser weiß…
Der „Atlas Obscura“ macht wirklich jedem Spaß.
Ein paar Freunde und Familienangehörige haben mir schon verraten, daß sie dieses Buch für ihre Lieben besorgt haben und auch mein Großer wird den „Atlas Obscura“ unter dem Christbaum finden. 😉

Soll es doch lieber ein Roman sein? Dann empfehle ich mein diesjähriges Lieblingsbuch:
Was man von hier aus sehen kann von Mariana Leky.
Ihr könnt jetzt gerne sagen: „Aber Andrea… Lieblingsbuch des Jahres ist ja schon ein sehr subjektiver Begriff!“.
Allerdings waren so viele Buchhändler meiner Meinung, daß „Was man von hier aus sehen kann“ zum Lieblingsbuch der unabhängingen Buchhändler 2017 gewählt wurde. 🙂
Dieses Buch hat einfach alles! Man kann lachen und weinen, es ist leicht zu lesen und hat trotzdem eine schöne Sprache…
Ich wünschte wirklich, ich könnte dieses Buch noch einmal zum ersten Mal lesen!

Aber vielleicht doch etwas leichteres? Bloß nichts was traurig ist? Vielleicht eine Liebesgeschichte? Dann her mit:
Wolkenschloss von Kerstin Gier.
Zugegeben, an die „Edelstein-Trilogie“ kommt Kerstin Giers neues Buch nicht ran, aber es punktet für mich einfach schon durch das wahnsinnig passende Setting. Denn „Wolkenschloss“ spielt in einem verschneiten und charmanten kleinen Luxushotel in den Schweizer Bergen und das auch noch zur Weihnachtszeit!
Wenn man also die Feiertage mit seiner Familie unterwegs ist, oder auch nur im elterlichen Zuhause gemästet wird und sich langsam der Lagerkoller einstellt ist „Wolkenschloss“ das perfekte Buch um sich damit auf der Couch einzurollen und die Welt um sich herum zu vergessen.

Last but not least kommen wir zu der Gruppe, die erfahrungsgemäß am schwierigsten zu beschenken ist: die Bücherwürmer! 😉
Man weiß zwar, daß sie sich garantiert über ein Buch freuen werden, aber man hat schon lange den Überblick verloren, was sie eigentlich schon haben oder noch wollen…
Rettung in der Not bringt da:
Die Stadt der Träumenden Bücher Teil 1: Buchhaim
In dieser Graphic Novel von Walter Moers und Florian Biege hat man alles was das Bücherherz begehrt. Eine Hymne an die Bücher und das Lesen!
Und mit dem stolzen Preis von 25€ pro Band ist es nicht unbedingt ein Buch, das man sich selber kauft, sondern darauf hofft, daß es vielleicht doch unter dem Christbaum landet. 😉

Ich hoffe, meine Tipps konnten euch weiterhelfen und bitte denkt auch in der letzten Woche vor Heiligabend daran und unterstützt eure lokalen Händler.
Wer meine Tipps zum halbwegs entspannten Einkaufen in der Weihnachtszeit noch nicht kennt möge hier klicken oder für immer schweigen:
Willkommen im Weihnachtswahnsinn 😉

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Review: Nacht über Frost Hollow Hall

„Nacht über Frost Hollow Hall“ ist bestimmt eines der besten Kinderbücher, das ich in den letzten Jahren gelesen habe!

England, 1881: Bei einer Mutprobe bricht die zwölfjährige Tilly in den zugefrorenen See von Frost Hollow Hall ein. Sie meint schon, ihr letztes Stündlein hätte geschlagen, da erscheint ihr im Wasser eine Gestalt – ein bildschöner Junge – der sie an die Oberfläche bringt und rettet.
Von da an träumt Tilly jede Nacht von dem Jungen, der sie um Hilfe bittet. Bald findet sie heraus, daß Kit Barrington, der Sohn des Lords von Frost Hollow Hall, genau zehn Jahre zuvor im See eingebrochen und ertrunken war. Tilly ist überzeugt, daß es Kit Barringtons Geist ist, der sie gerettet hat und der nicht in Frieden ruhen kann bis ein dunkles Geheimnis ans Licht kommt.
Sie nimmt eine Stelle als Dienstmädchen in Frost Hollow Hall an, um dem Geheimnis auf den Grund zu gehen und bald stellt sie fest, daß sie nicht die einzige ist, die glaubt, daß es auf dem Anwesen spukt. Doch der Geist im Herrenhaus hat nichts mit ihrem Retter aus dem See gemeinsam. – Dieser Geist ist auf Rache aus…

Ich muss zugeben, daß ich von „Nacht über Frost Hollow Hall“ nicht allzuviel erwartet habe. Ich fand das Cover einfach wahnsinnig schön und dachte, daß es bestimmt eine nette Lektüre für den Advent wäre. Kinderbücher habe ich schon lange nicht mehr einfach nur für mich gelesen. In der Regel gehe ich da eher nach dem Geschmack meiner Söhne.

Deshalb habe ich auch nicht damit gerechnet, daß ich mich als Erwachsene so angesprochen fühlen würde, denn obwohl es leicht und flüssig geschrieben ist, geht es zum Teil um sehr reife Themen: Mutterliebe, Verrat, Verzweiflung und Vergebung…

Vermutlich fühlen sich Kinder und Jugendliche eher von der wirklich spannenden Geistergeschichte angesprochen, für Erwachsene hat „Nacht über Frost Hollow Hall“ aber nochmal eine andere Tiefe.

Review: Die Stadt des Affengottes

So tapfer, wie sich Douglas Preston durch den Dschungel von Honduras gekämpft hat, habe ich mich durch dieses Buch gekämpft…

Doch fangen wir von vorne an:
Ich liebe Dokus. Es vergeht kaum ein Tag, an dem bei uns nicht die ein oder andere Dokumentation läuft und ganz besonders spannend finde ich alles über verschollene Kulturen und archäologische Ausgrabungen.
Warum das Ganze also nicht einmal als Buch versuchen?

In „Die Stadt des Affengottes“ schreibt der Bestsellerautor Douglas Preston über eine Expedition in den Dschungel von Honduras, an der er selbst teilgenommen hat.
Seit vielen Jahrhunderten hielt sich unter der Bevölkerung die Legende von einer geheimnisvollen weißen Stadt im Urwald, die von den Göttern verflucht wurde.
Mithilfe von hochmodernen Lidar-Aufnahmen (eine Art Super-Radar) finden die Forscher tatsächlich Ruinen und machen sich auf, ihre Funde vor Ort zu untersuchen.
Doch dazu müssen sie an einen der unwirtlichsten Orte der Erde vordringen…

Hört sich doch eigentlich ganz spannend an, und ich habe auch einige vier oder sogar fünf Sterne Bewertungen gelesen. Doch für mich hat das Buch leider einfach nicht funktioniert.
Ich habe mir tatsächlich mehrfach überlegt, ob ich es einfach abbrechen soll, aber das mache ich eigentlich nie. Irgendwie hoffe ich immer, daß solche Bücher mich dann doch noch positiv überraschen können.

Zunächst einmal hat es ganze 150 Seiten gedauert, bis der Autor den Dschungel tatsächlich betritt. Davor geht es hauptsächlich um die Hintergrundgeschichte, die Auswertung der Lidar-Aufnahmen und die Vorbereitung der Expedition.
Und ja… mir ist natürlich klar, daß diese Planungsphase ein gutes Stück länger dauert, als die eigentliche Expedition, aber es wirkte irgendwie künstlich in die Länge gezogen.
Jeder, der auch nur irgendwie an der Mission beteiligt war, wird namentlich erwähnt, zum Teil sogar mit einer kurzen Geschichte, wie sich seine Eltern kennen gelernt haben (kein Witz!), nur um zwei Seiten später wieder komplett von der Bildfläche zu verschwinden. Für alle, die an der Expedition beteiligt waren ist das bestimmt schön zu lesen, für mich war es einfach zuviel.
Nach sechzig Seiten sind sie auch schon wieder raus aus dem Dschungel und die letzten 150 Seiten handeln dann hauptsächlich davon, wie die Mission von anderen Archäologen kritisiert wird und wie fast alle an Leishmaniose (auch „weiße Lepra“ genannt) erkranken und überlegen, welche Behandlung wohl am besten wäre.

Insgesamt war ich leider recht enttäuscht von diesem Buch.
Nachdem es aber einige wirklich begeisterte Besprechungen davon gibt, liegt es vielleicht einfach an mir. 😉

Meine Liste der Schande

An manchen Tagen scheinen die Beratungsgespräche in der Buchhandlung perfekt zu laufen. In all der Titelflut zeigt der Kunde nur auf Bücher, die man gelesen und geliebt hat und man kann nach Herzenslust schwärmen… Man empfiehlt ein Buch nach dem anderen, der Stapel in den Armen des Kunden wird immer höher und seine Augen leuchten… In diesen Momenten fühle ich mich wie die Königin der Bücherwelt!

Doch dann kommt der Moment der Wahrheit: der Kunde erwähnt einen Klassiker, oder einen Literaturnobelpreisträger, den ich eigentlich schon vor Jahren hätte lesen müssen und ich kann nur mit den Schultern zucken.
Der Kunde ist enttäuscht und meine credibility dahin…

Natürlich kann ich nicht jedes Buch gelesen haben.
Wer eine grobe Ahnung davon hat, wieviele Bücher jedes Jahr erscheinen, kann sich ausrechnen, daß da für all die Highlights die erschienen sind, bevor ich lesen konnte wenig Zeit bleibt, wenn ich up to date bleiben will.

Und versteht mich nicht falsch!
Ich habe verhältnismäßig viele Klassiker gelesen!
Allerdings hatte ich keinen Deutsch Leistungskurs und auch kein Literaturstudium.

In der Realschule haben wir vielleicht zwei, drei Klassiker gelesen und jeder von uns sollte ein Referat über einen weiteren halten.
Ich habe diese Referate geliebt und tatsächlich viele Bücher von der Liste einfach nur für mich gelesen. „Homo faber“, „Der Erwählte“, „Der zerbrochene Krug“,… – alles Bücher zu denen mich niemand gezwungen hat.

An der FOS sah es mit der Lektüre auch eher mau aus. Im Sommer saßen wir im Schulgarten und hörten unserem Lehrer zu, der uns den „Vorleser“ vorlas… Das war wirklich schön, aber richtig ausgelastet war ich nicht.
Wann immer ein Lehrer ein Buch erwähnte landete es auf meiner Liste.
„Der Name der Rose“ habe ich nur gelesen, weil ein Lehrer meinte, wir wären zu dumm, es zu verstehen. „Menschenkind“ von Toni Morrison war ein Tipp von einem ziemlich angetrunkenen Musiklehrer…

Als ich dann mit meiner Ausbildung zur Buchhändlerin anfing wurden die Leselisten zwar ein klein wenig länger (wenn auch nicht viel… an der Frankfurter Buchhändlerschule ist die Liste wesentlich länger!), aber nach zwanzig Jahren „Effi Briest“ hatte unser Literaturkundelehrer wohl den Punkt erreicht, an dem er eher unbekanntere Bücher der großen Literaten durchnahm, um sich selbst nicht ganz so schrecklich zu langweilen.

Später, als ausgebildete Buchhändlerin hatte ich dann eben alle Hände voll damit zu tun, mich durch die Neuerscheinungen zu arbeiten und tatsächlich kommt es sehr selten vor, daß man eine wirklich anspruchsvolle Klassikerberatung machen muss.

Trotzdem versuche ich jedes Jahr an meinen Lücken zu arbeiten…
Und da gibt es noch erschreckend viele!
Ich habe noch nie etwas von Dostojewski oder Tolstoi gelesen! (Es sei denn, das „Anna Karenina“-Hörbuch zählt?)
Auch bei spanisch- und französischsprachigen Autoren sieht es düster bei mir aus…

Deshalb habe ich irgendwann angefangen, eine Liste zu machen, die ich humorvoll meine „Liste der Schande“ nenne.
Darauf stehen all die Titel und Autoren, die ich wirklich irgendwann mal lesen muss!
Wenn ich also im Beratungsgespräch mit einem Kunden zugeben muss, noch kein einziges Buch von Mario Vargas Llosa gelesen zu haben, sage ich gleich: „Aber er steht auf meiner Liste der Schande!“
Dann lachen die Kunden und mit einem Augenzwinkern kann man weiter beraten.

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Jedes Jahr können ein paar Bücher von meiner Liste der Schande gestrichen werden. Dieses Jahr waren es zum Beispiel: „To Kill a Mockingbird“, „A Moveable Feast“ und Der Report der Magd.

Ich habe nicht das Gefühl, daß es etwas ist, was ich für die Kunden mache. Ich mache das hauptsächlich für mich. Denn diese Bücher sind nicht umsonst zu Klassikern geworden, und auch wenn mich einige Werke nicht wirklich überzeugen können, ist es manchmal faszinierend zu sehen, woher bestimmte Referenzen kommen. Und manchmal versteht man auch einfach nur einen Witz mehr bei den „Simpsons“… 😉

Wie sieht es bei euch aus?
Lest ihr Klassiker auch wenn euch niemand dazu zwingt? 😉
Habt ihr manchmal das Gefühl, daß ihr literarische Wissenslücken dringend schließen solltet?
Enttäuschen euch Klassiker, oder begeistern sie euch?

Ich wünsche euch noch einen schönen zweiten Advent! 🙂

Review: Sieh mich an

Dieses Buch war nicht, was ich erwartet hatte…
In vielen Blogs wurde es ja als „amüsant“ bezeichnet, deshalb war ich nicht darauf gefasst, daß es mich persönlich so berühren würde.
Ich hatte es auf dem Weg zur Krebsvorsorge noch schnell in meine Tasche gesteckt, weil ich ein wenig Unterhaltung für das Wartezimmer brauchte, was im Nachhinein betrachtet natürlich vielleicht nicht die beste Wahl war…

Aber fangen wir an:

Ein Tag im Leben der Katharina Theodoroulakis. Von ihrem Ziel, endlich ihre Doktorarbeit in Musikwissenschaften fertig zu schreiben, hat sie sich innerlich schon lange verabschiedet und arbeitet als Musiklehrerin im Kindergarten. Ihr Sohn ist mittlerweile siebzehn und geht seine eigenen Wege, die elfjährige Tochter hat ADHS und strapaziert Katharinas Nerven. Ihre Ehe ist im Lauf der Zeit zu einer Wochenendbeziehung verkümmert und für ihre Schwester, die Nachbarn und die Kindergartenmamas ist sie nur der Kummerkasten…
Doch während sie plant, organisiert, wäscht, kocht, beruhigt, sucht und findet ist Katharina schon gar nicht mehr ganz da. In ihrer Brust hat sie einen Knoten ertastet und nachdem schon ihre Mutter, Großmutter, Tante und Cousine den Kampf gegen den Krebs verloren haben, ist Katharina einfach nur resigniert.
Sie steuert durch den Tag, hält ihre Familie am Laufen und denkt sich bei fast jedem Handgriff mir einer gehörigen Portion Galgenhumor: „Bald muss ich das nicht mehr machen…“

Ihr seht schon… „Sieh mich an“ war das schlimmste Buch, das ich da auf der Wartebank vor meinem Arzttermin lesen konnte (alles in Ordnung bei mir, übrigens), aber ich fühlte mich an so vielen Stellen mit Katharina verbunden.

Natürlich war die Handlung etwas überspitzt. – So viel Drama passiert nicht nur an einem Tag… Trotzdem kenne ich als Mutter das Gefühl, daß man sich aufarbeitet, um das Leben der Kinder zu organisieren, ohne ein Wort des Dankes. Und auch ich kenne es, mich nach tausend Sachen zu bücken und mich manchmal dabei zu fragen: „Wie, zur Hölle, würde es hier nur aussehen, wenn ich nicht mehr da wäre?“.

Ich habe mich von „Sieh mich an“ sehr verstanden gefühlt.
Ich weiß nicht, wie das Buch auf Leute wirkt, die keine Kinder haben und dieses Gefühl nicht kennen, einen Teil von sich selbst irgendwann aus den Augen verloren zu haben…
Es zu hassen, daß Kinder dein Leben so durcheinander bringen und es zu lieben, daß Kinder dein Leben so durcheinander bringen…
Es ist für Mütter nicht leicht, diese widersprüchlichen Gefühle in Worte zu fassen.
Mareike Krügel schafft es in diesem Buch.

Review: We Are Okay

Dieses Buch konnte ich die letzten zwei Tage nicht aus der Hand legen!

Eigentlich hatte ich mir „We Are Okay“ in erster Linie wegen des schönen Covers und der Empfehlung von John Green gekauft, ohne groß zu wissen, worum es ging, aber nun ist es definitiv mein liebstes Jugendbuch des Jahres!

New York im Dezember: Vor vier Monaten hat Marin Kalifornien verlassen, ohne sich von irgendjemandem zu verabschieden und mit nichts als den Kleidern, die sie gerade trug.
Mittlerweile hat sie ich an der Uni gut eingelebt, doch in den Winterferien ist sie die einzige, die in ihrem Wohnheim zurückbleibt, weil sie niemanden hat, bei dem sie die Ferien verbringen könnte.
In ihre Einsamkeit platzt jedoch ihre ehemals beste Freundin Mabel, die monatelang versucht hat, Marin zu finden. Sie will eine Erklärung, warum ihre Freundin so plötzlich verschwunden ist und jeden Kontakt abgebrochen hat.
Anfangs findet Marin keine Worte, doch während der Schnee fällt, beginnen ihre Dämme zu brechen…

Ich weiß nicht, was ich noch zu diesem Buch sagen soll, außer daß ich es einfach perfekt fand!
Die Sprache ist leicht und klar und dennoch poetisch, Marins Geheimnis hat mich betroffen gemacht, ohne auf irgendwelche schockierenden Klischees zurückzugreifen.
„We Are Okay“ ist ein sehr langsames, ruhiges Buch und trotzdem habe ich es verschlungen, wie einen Krimi, weil ich endlich hinter all die Geheimnisse kommen wollte.
Dabei nimmt die Geschichte immer wieder überraschende Wendungen, so daß ich mich wirklich zwingen musste, es aus der Hand zu legen, um meine Kinder halbwegs zu versorgen. 😉

Ich kann nur hoffen, daß dieses Buch möglichst bald auf Deutsch erscheinen wird.
Solange werde ich mir wohl frühere Geschichten von Nina LaCour vornehmen…

Für mich war „We Are Okay“ ein Highlight meines Lesejahres.

Willkommen im Weihnachtswahnsinn

Heute möchte ich über ein Thema schreiben, das mir sehr am Herzen liegt.
Ich verspreche, daß ich mich kurz halten werde und ihr dürft euch unterwegs an Illustrationen aus der Stadt der Träumenden Bücher Graphic Novel erfreuen. 😉
Bereit? – Dann geht’s los!

Es ist der erste Advent und für uns Buchhändler hat die wichtigste Zeit des Jahres begonnen.
Bücher sind immer noch eins der beliebtesten Weihnachtsgeschenke und wer im Dezember eine Buchhandlung betritt, weiß wie voll es dort ist.
Was viele Kunden aber nicht wissen ist, daß ein erfolgreiches Weihnachtsgeschäft nicht unbedingt das Sahnehäubchen auf dem Geschäftsjahr ist. Für viele Buchhandlungen entscheidet das Weihnachtsgeschäft auch dieses Jahr darüber, ob es ein nächstes Geschäftsjahr geben wird.
Tatsächlich konzentriert sich ein riesiger Anteil des Buchgeschäftes auf diese vier Wochen im Dezember und Banken und Vermieter werden Kredite und Verträge von dem Ergebnis abhängig machen.

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Doch auch dieses Jahr werden wir Buchhändler wohl wieder viele Kunden an den Online-Handel verlieren und wisst ihr was? – Ich kann es sogar irgendwie verstehen…

Ich kenne Geschäfte in der Adventszeit… Es ist stickig und voll, vieles ist ausverkauft und kein Mitarbeiter weit und breit…

Und auch für uns Buchhändler ist das alles kein Zuckerschlecken.
Viele Kollegen stehen schon morgens um sieben im Laden um ihn halbwegs begehbar zu machen und die Ware auszupacken.
Zwei Kollegen sind krank und jedes mal, wenn man sich umdreht, steht da schon der nächste Kunde mit seiner Wunschliste…

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Trotzdem möchte ich euch bitten, euren lokalen Buchhandlungen die Treue zu halten. Gerade in dieser Zeit!
Ich weiß, wie verführerisch einfach es ist alles gemütlich von der Couch aus per Mausklick zu bestellen und deshalb möchte ich euch drei einfache Tipps an die Hand geben, wie ihr im Dezember relativ entspannt einkaufen und trotzdem die Läden in eurer Nähe unterstützen könnt.

Tipp 1: Kommt zu ruhigen Zeiten vorbei!
Ja… ja… ich weiß… Diese ruhigen Zeiten sind in der Regel unter der Woche am Vormittag und die meisten von euch sind dann selbst in der Arbeit, Uni, Schule…
Aber vielleicht könnt ihr euch ja trotzdem einen Tag im Dezember freischaufeln oder Samstag gleich in der Früh vorbei schauen. Auch da ist es meistens noch relativ entspannt und vielleicht rettet ihr euren Lieblingsbuchhändler, der von einer Ladung Libri-Wannen verschüttet wurde. 😉

Tipp 2: Ihr habt keine Möglichkeit vormittags vorbeizuschauen? Kein Problem! Ruft an!
Macht euch doch einfach eine Bestellliste und versucht euren Buchhändler an die Strippe zu bekommen. Auch hier empfehle ich die ruhigen Zeiten. – Vielleicht könnt ihr das ja mal kurz vom Büro aus machen.
Lasst euch einfach alles von eurem Buchhändler zusammensuchen, bzw bestellen, fragt vielleicht gleich noch nach, ob er es euch in einer ruhigen Minute als Geschenk verpacken kann und holt alles ab, wenn ihr Zeit habt.
Gut möglich, daß Samstag nachmittag eine erschreckend lange Schlange an der Kasse steht, aber am Ende dieser Schlange warten all eure Einkäufe auf euch. Im besten Fall schon schön verpackt. 🙂

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Tipp 3: Bestellt online!
„Aber Andrea!“, höre ich euch schon sagen. „Erst sagst du, wir sollen nicht online bestellen und jetzt das?!?“ 😉
Ganz ehrlich… Ich verstehe absolut, daß man im Dezember keine Zeit oder Lust hat in die überfüllte Stadt zum Einkaufen zu gehen.
Aber was viele Kunden nicht wissen ist, daß man Bücher nicht unbedingt beim großen A bestellen muss.
Ich arbeite in einer recht großen Buchhandlung und bin immer wieder überrascht, wieviele Kunden annehmen wir hätten keine Website und würden Bücher nicht versandkostenfrei nach Hause liefern. Natürlich machen wir das!
Ich habe zum Spaß ein paar richtig kleine Buchhandlungen, die ich kenne gegoogelt und siehe da: Jede davon hatte eine Möglichkeit, online zu bestellen.

Ich hoffe, diese Tipps helfen ein paar von euch und wir alle kommen halbwegs entspannt durch das Weihnachtsgeschäft.
Wenn ihr trotzdem bei You-Know bestellt… Ich möchte nicht mit dem erhobenen Zeigefinger daherkommen… Bestimmt habt ihr auch Argumente, warum es für euch so besser ist.
Ich möchte nur auf Alternativen hinweisen von denen viele Kunden nicht mal wissen, daß es sie gibt.

Passt ein bißchen auf eure lokalen Geschäfte auf…
Dann kommen wir alle zusammen gut ins nächste Jahr!

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