Der Hype ist real im Februar

Der Lockdown hatte mich im Januar voll im Griff und meine Lesezeit ist zwischen den Hausaufgaben des Großen und den Basteleien des Kleinen sehr knapp geworden.
Ich drücke die Daumen, daß ich ab Mitte des Monats wieder im Laden stehen darf und während des Pendelns wieder zum Lesen zu komme. Bis dahin versuche ich mir hier und da ein bißchen Lesezeit freizuschaufeln, um mich unter anderem diesen tollen Neuheiten zu widmen, die inzwischen schon extrem gehyped werden.

Den Anfang machen zwei Titel, die auf Instagram gerade in aller Munde sind: „Kindheit“ von Tove Ditlevsen und „Erste Person Singular“ von Haruki Murakami.
Für beide Titel gibt es gerade schöne Lesekreis-Aktionen der Verlage:
Unter dem Hashtag #tovelesen hat Maria Piwowarski von der Buchhandlung Ocelot gemeinsam mit dem Aufbau Verlag dazu aufgerufen, den ersten Teil von Tove Ditlevsens Kopenhagen-Trilogie zu lesen, die bereits in den 1960er Jahren erschienen war und nun wieder neu aufgelegt wurde.
Der Dumont Verlag ruft unter #murakamilesen dazu auf, den neusten Erzählband eines meiner liebsten Schriftsteller gemeinsam zu lesen und auf murakamilesen.de (wofür ich auch ein Zitat beisteuern durfte) zu diskutieren.

Auch an den nächsten beiden Titeln, kommt man derzeit kaum vorbei:
Seit „Mädchen, Frau etc.“ von Bernardine Evaristo 2019 den Booker Prize gewann, höre ich nichts als hymnische Besprechungen. Nun ist endlich die deutsche Übersetzung erschienen.
Und auch „Die Mitternachtsbibliothek“ von Matt Haig tummelt sich schon seit es auf Englisch erschien auf fast allen Bookstagram-Seiten.
Von Matt Haig habe ich bis jetzt noch nichts gelesen, aber nachdem meine Kollegin Frani in einer Podcast-Folge so von „Ich und die Menschen“ geschwärmt hat, bin ich wirklich neugierig geworden.

Den letzten Titel, den mir die Kunden in der Buchhandlung noch aus den Händen rissen, bevor wir coronabedingt schließen mussten, war „Alle sind so ernst geworden“, in dem sich Martin Suter und Benjamin von Stuckrad-Barre über Gott und die Welt unterhalten.

Ich bin schon unheimlich gespannt auf diese fünf Neuerscheinungen und hoffe, daß ich trotz der Lockdown-Leseflaute und dem verzweifelten Versuch, meinen SuB weiter abzubauen, schon bald dazu komme, sie alle zu lesen.

Wie sieht es bei euch aus?
Seid ihr im Team Leseflaute oder Team Lesemarathon?
Und kennt ihr schon eines oder mehrere meiner Februar-Bücher?

Alles Liebe, eure Andrea

Autor: Lesen... in vollen Zügen

Seit 20 Jahren arbeite ich als Buchhändlerin in München und seit 2017 gibt es nun "Lesen... in vollen Zügen". Hier möchte ich euch vorstellen, welche Bücher mich gerade bewegen. Meine Beträge verfasse ich im Plauderton, eben so, wie ich auch mit meinen Kunden im Laden ins Gespäch komme. Der Schwerpunkt liegt dabei auf aktueller deutsch- und englischsprachiger Literatur. Aber ich bin auch ein großer Fan von schönen Illustrationen und stelle deshalb regelmäßig Graphic Novels und spannende illustrierte Sachbücher vor. Zu meinen Lieblingsautoren gehören Haruki Murakami, Banana Yoshimoto und Amélie Nothomb. Außerdem mache ich mir immer wieder Gedanken zum Thema Leseverhalten in der Rubrik Mein Leben als Leser und plaudere aus dem Nähkästchen in Bekenntnisse einer Buchhändlerin. Wem jetzt aber die Züge bei "Lesen... in vollen Zügen" zu kurz kommen, der kann gerne bei In vollen Zügen nach… vorbei schauen. Hier berichte ich von meinen Zugreisen, den Büchern, die mich dabei begleiten, den Städten die ich besuche und natürlich auch von schönen Buchhandlungen, die es dort zu entdecken gibt.

3 Kommentare zu „Der Hype ist real im Februar“

  1. Bei mir liegt gerade nur „leichte Lektüre“. Selbst wenn ich Zeit habe, fehlt mir oft die Ruhe oder ich nutze sie kreativ, da die Arbeit mit den Händen den augedrehten Geist beruhigt.
    Ich drücke Dir die Daumen, sowohl bezüglich Lesen als auch jobmäßig.
    Ganz liebe Grüße
    Nina

    Gefällt 1 Person

  2. Ich fands ganz interessant, mal live beobachten zu können, wie „real“ zwei parallele Hypes sind. Ich hatte Glück, und konnte sowohl für Edelbauers „Dave“ (das mE sogar überschaubar beworben wurde) und Evaristos „Mädchen, Frau, etc…“ (das zumindest auf vielen Blogs besprochen wird) die erste Besprechung auf Amazon einstellen. Und auf Evaristo (mE übrigens ziemlich gelungen) gibt es bisher kaum Reaktionen. Das Interesse an Dave scheint zumindest auf (potentieller?) KäuferInnenseite deutlich höher. kA natürlich, wie sich das dann real in Verkaufszahlen niederschlägt.

    Gefällt 1 Person

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