Mein Lesejahr 2019

2019… Was für ein Jahr!
Es ist so unheimlich viel passiert hier auf dem Blog, daß ich fast gar nicht glauben kann, daß das alles in 365 schmale Tage gepasst haben soll.
Deshalb heute ein Rückblick auf das vergangene und ein kleiner Ausblick auf das nächste Jahr…

Vor ein paar Tagen stand die YouTuberin Dana Newman von „Wanted Adventure“ im Laden und rief begeistert: „It’s our one year anniversary!!!“ – Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht.
Danas YouTube-Kanal kannte ich schon seit Jahren, also war es für mich ein wenig surreal, als wir Ende letzten Jahres ins Gespräch kamen. Sie hatte zu diesem Zeitpunkt gerade „You go me on the cookie“ veröffentlicht; ein wirklich unheimlich lustiges Buch darüber, welche Herausforderung es ist die deutsche Sprache zu lernen, wenn sie ganz offensichtlich keinen logischen Regeln zu folgen scheint.
Im Januar trafen wir uns dann zu einem Interview – das erste übrigens auf diesem Blog – und schafften es im Sommer sogar, einen Buch-Event im Laden zu organisieren – übrigens auch meine erste Erfahrung dieser Art.
Und auch wenn ich an diesem Tag extrem nervös war, ob alles klappen würde, war der Event im Nachhinein ein wirkliches Highlight für mich, denn es kamen an die hundert Fans; einige sogar aus Düsseldorf und Salzburg!

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Tausend Dank an Dana für die Fotos, ich war an dem Tag offenbar zu beschäftigt damit, an einer Säule zu lehnen (rechts oben) anstatt Bilder zu machen…

Im Laden ist aber auch abgesehen davon viel passiert!
Es vergeht kaum eine Woche, ohne einen spannenden Event und es macht wirklich unheimlichen Spaß, da an vorderster Front mit dabei zu sein, auch wenn es meistens bedeutet, verdammt viele Stühle zu schleppen. 😉

Veranstaltungen, die mich ganz persönlich begeistert haben, waren die „Seitenspringer“ Karla Paul und Günter Keil, die mit ihrem Literaturduell für Stimmung und viel Leseinspiration sorgten.

Dann war da noch Ben Aaronovitch, dessen „Flüsse von London“-Bücher ich ja schon seit Jahren liebe und der gemeinsam mit dem Hörbuchsprecher Uve Teschner seinen neusten Titel „Der Oktobermann“ vorstellte.

Ein weiteres Highlight war der literarische Abend, den meine Kollegin Lalena organisierte. Zum Thema „Abgründe“ hatte sie Corinna T. Sievers („Vor der Flut“),  Luba Goldberg-Kuznetsova („Lubotschka“), Gunther Geltinger („Benzin“) und Gunnar Kaiser („Unter der Haut“) eingeladen.
Es war ein wirklich toller Event und viele Gäste meinten danach, daß sie selten so einen ungezwungenen und entspannten Autorenabend erlebt hätten. Ich hoffe also sehr, daß es nicht bei diesem einen literarischen Abend bleiben wird.

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Langweilig kann jeder… Bei uns im Laden ist dafür immer was los! Egal ob Literaturbattle, Autorenabend, Lesung oder Signierstunde…

Aber auch die Verlage luden zu Autorentreffen ein.
Im Frühling lernten wir beim Hanser Verlag Karen Köhler kennen, kurz bevor „Miroloi“ veröffentlicht wurde. Es war ein wirklich lustiger, entspannter Abend, bei dem uns Karen mit ihrer Erzählstimme absolut einnehmen konnte.
Außerdem wurde ich zu Joel Dickers Buchpräsentation von „Das Verschwinden der Stephanie Mailer“ ins Literaturhaus eingeladen.
Ein unheimlich sympathischer Autor, der im Interview verriet, daß er die verschiedenen Handlungsstränge und Zeitebenen tatsächlich alle während des Schreibprozesses im Kopf behält und sich kaum Notizen macht. Ich war schwer beeindruckt!

Dank des Eichborn Verlags hatte ich dann im Sommer die Möglichkeit, mit der kanadischen Erfolgsautorin und zweifachen Giller-Prize Gewinnerin Esi Edugyan ein Interview zu führen.
Ihr neustes Buch „Washington Black“ schaffte es letztes Jahr auf die „Bücher des Jahres“-Liste von Barack Obama und soll demnächst verfilmt werden.
Natürlich war ich unheimlich nervös, mich bei einem Interview mit einer so intelligenten und erfolgreichen Autorin nicht völlig zu blamieren, aber nachdem wir das Gespräch kurzerhand nach draußen in den Sonnenschein verlegt hatten, führten wir ein wirklich schönes und entspanntes Gespräch, das nicht nur gezeigt hat, wie reflektiert und überlegt Esi ist, sondern auch, wie offen und humorvoll sie sein kann.

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Autoren zu treffen ist immer spannend. Besonders großartig ist es, wenn die Verlage für eine entspannte Umgebung sorgen und man dabei ins Plaudern kommen kann.

Im Winter stellte dann Monika Helfer ihr neustes Buch „Die Bagage“ vor, das nächstes Jahr im Februar erscheinen wird und das ich vorab lesen durfte. – Für mich jetzt schon eines der Frühjahrs-Highlights 2020, also schreibt Euch das dringend auf die Merklisten!

Und bei Piper wurde zu einem wirklich üppigen Essen mit Lisa Taddeo geladen, deren New York Times Bestseller „Three Women – Drei Frauen“ im Januar auf Deutsch erscheinen wird.
Ein wirklich spannender Titel und eine absolut sympathische Autorin, mit der ich unheimlich viel Spaß hatte, als wir feststellten, daß wir beide unsere Kinder nach Lieblingsbuchcharakteren benannt haben.

Im März war ich ja zum ersten Mal auf der Leipziger Buchmesse und hatte endlich die Möglichkeit, viele Blogger, Verlagsmenschen und Autoren im echten Leben kennenzulernen.
Eine tolle Gesprächspartnerin war Vea Kaiser, die nun für meine Punschkrafenabhängigkeit verantwortlich ist.
Auch das Treffen mit Daniela Krien bei Diogenes war sehr bewegend für mich.

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Buchmesse mit den besten Kollegen! Stellvertretend für all die vielen Autoren und Events müssen Saša Stanišić und Simone Lappert herhalten. Oh, und ich bin in der Blogbuster Jury! Einsendeschluss ist übrigens heute!

Nachdem ich ja in Leipzig noch alleine auf die Messe gefahren bin, hatte ich dann in Frankfurt eine ganze Truppe zur Verstärkung dabei: meine Kollegen Andi und Kafka mit Laura.
Es war so viel los und geboten, daß ich vermutlich eine ganze Woche gebraucht hätte, um am Ende das Gefühl gehabt zu haben, mich nicht von einem Termin zum anderen zu hetzen, aber immerhin schaffte ich es auch hier wieder, ein paar wunderbare Büchermenschen zu treffen und ich freue mich definitiv schon wieder auf Leipzig im Frühjahr.

Und weil ich meinen Kollegen Andi gerade noch erwähnte: Hat eigentlich irgendjemand noch nicht mitbekommen, daß wir beide dieses Jahr einen Podcast gestartet haben?
Hört auf jeden Fall mal bei „Seite an Seite“ rein!

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Warum eigentlich nur im Laden über Bücher reden? Zusammen mit meinem Kollegen Andi machen wir das auch nach Dienstschluss. Mit Mikros!

Für das nächste Jahr haben wir einiges geplant und hoffen sehr, daß sich alles so umsetzen lässt, wie wir und das wünschen. Also bleibt gespannt!

Und die Bücher?

Anfang des Jahres hatte ich ja eine ziemliche Leseflaute, weil ich schwer damit beschäftigt war, einen Teil der Wohnung zu renovieren, was dann doch sehr zeitintensiv und erschöpfend war.
Und auch die letzten Wochen kam ich kaum zum Lesen. Naja, solche Phasen gibt es eben immer mal wieder.
Trotzdem habe ich es dieses Jahr dann doch noch auf genau 100 Titel gebracht.

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Meine 100 Bücher des Jahres. Man kann nachzählen, wenn man will…

Es gab viele Bücher, von denen ich nicht viel erwartet hatte, die mich aber extrem positiv überrascht haben und andere Bücher, die sehr gehyped wurden und mit denen ich oft wenig bis gar nichts anfangen konnte.

Mein Lieblingsbuch des Jahres ist „Herkunft“ von Saša Stanišić und ich finde es großartig, daß Stanišić dieses Jahr nicht nur Abitur über sein eigenes Buch geschrieben, sondern auch den Deutschen Buchpreis gewonnen hat und er begeisterte mich mit seiner Rede, seinen Interviews auf der Buchmesse, seiner sympathische Art und seinen Beiträge auf Twitter, die einem selbst den miesesten Tag versüßen können.

Andere Titel, die mich dieses Jahr großartig unterhalten haben, waren „Das Licht ist hier viel heller“ von Mareike Fallwickl, „Die Zeuginnen“ von Margaret Atwood, „Fuchs 8“ von George Saunders, „Dort dort“ von Tommy Orange, „Schöner als überall“ von Kristin Höller und „Wir von der anderen Seite“ von Anika Decker.
Klickt auf jeden Fall mal auf die blau unterlegten Titel, um meine ausführlichen Gedanken zu diesen Romanen zu erfahren.

Alles in allem war es ein wirklich schönes Lesejahr, das durch die vielen Begegnungen mit Autoren und Verlagsmenschen unheimlich aufgewertet wurde.

Und 2020?
Es stehen einige Projekte und Ideen an, auf die ich mich schon unheimlich freue.
Mehr dazu gibt es dann hoffentlich ganz bald!

Bis dahin einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Eure Andrea

Autor: Lesen... in vollen Zügen

Seit 20 Jahren arbeite ich als Buchhändlerin in München und seit 2017 gibt es nun "Lesen... in vollen Zügen". Hier möchte ich euch vorstellen, welche Bücher mich gerade bewegen. Meine Beträge verfasse ich im Plauderton, eben so, wie ich auch mit meinen Kunden im Laden ins Gespäch komme. Der Schwerpunkt liegt dabei auf aktueller deutsch- und englischsprachiger Literatur. Aber ich bin auch ein großer Fan von schönen Illustrationen und stelle deshalb regelmäßig Graphic Novels und spannende illustrierte Sachbücher vor. Zu meinen Lieblingsautoren gehören Haruki Murakami, Banana Yoshimoto und Amélie Nothomb. Außerdem mache ich mir immer wieder Gedanken zum Thema Leseverhalten in der Rubrik Mein Leben als Leser und plaudere aus dem Nähkästchen in Bekenntnisse einer Buchhändlerin. Wem jetzt aber die Züge bei "Lesen... in vollen Zügen" zu kurz kommen, der kann gerne bei In vollen Zügen nach… vorbei schauen. Hier berichte ich von meinen Zugreisen, den Büchern, die mich dabei begleiten, den Städten die ich besuche und natürlich auch von schönen Buchhandlungen, die es dort zu entdecken gibt.

8 Kommentare zu „Mein Lesejahr 2019“

  1. Wahu, was für ein erfolgreiches und spannendes Jahr für Dich, wenn man das noch mal geballt hier liest, war das wirklich viel für 365 Tage. ☺ Gut das es nächstes ( so in ein paar Std) einen Tag mehr gibt.
    Gute Erholung und ein gutes neues Jahr und ich bleibe gespannt, logisch.
    Alles Liebe
    Nina

    Gefällt 1 Person

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