Review: Hawking

Ich finde es ja immer großartig, wenn komplexe Themen mithilfe der Kunst anschaulich und dadurch verständlicher gemacht werden.
Autor Jim Ottaviani und der Illustrator Leland Myrick nehmen sich in ihren Graphic Novels die bekanntesten Physiker vor und nun ist mit „Hawking“ nach „Feynman: Ein Leben auf dem Quantensprung“ (auf Deutsch leider mittlerweile vergriffen, aber auf Englisch noch lieferbar) ihre zweite Biografie erschienen.

Darin erzählen sie von Stephen Hawkings Leben, angefangen bei seiner Kindheit, über das Studium und die niederschmetternde Diagnose Motoneuron-Krankheit, seine Karriere und Theorien.
Dabei muss gesagt werden, daß Hawkings Privatleben nicht im Fokus der Geschichte steht, sondern daß eher versucht wird, seine Arbeit und Ideen zeichnerisch zu vermitteln. Diese werden mit der Zeit natürlich immer komplexer und um ehrlich zu sein konnte ich ihnen nur zum Teil folgen.

Was ich aus diesem Buch mitnehme ist, daß Begriffe wie „schwarze Löcher“ oder die Idee eines sich ausdehnenden Universums, die heutzutage jedes halbwegs interessierte Schulkind kennt, zu der Zeit, als Stephen Hawking begann, sich mit theoretischer Physik zu beschäftigen, noch gar nicht existierten oder als Denkkonzepte in den Kinderschuhen steckten.
Hawking hat mit seinen Arbeiten Diskussionen angestoßen, die unsere Vorstellung vom Universum maßgeblich vorangetrieben haben.

Man braucht aber definitiv nicht in Panik zu verfallen, wenn man den Theorien in dieser Graphic Novel nicht immer folgen kann. Hawkings Lebensgeschichte wird in die Kapitel über theoretische Physik immer mit eingeflochten, so daß allen unter uns, die nicht Physik studiert haben, trotzdem nicht langweilig wird.

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Illustriert wurde die Graphic Novel von Leland Myrick mit einfachen Tuschezeichnungen, die dann recht flächig koloriert wurden; dennoch kann man trotz des recht reduzierten Stils viele Details und die Gesichtsausdrücke immer klar erkennen.

„Hawking“ ist eine umfangreiche Graphic Novel-Biografie, die sowohl interessierte Laien, als auch Fachleute ansprechen und begeistern wird.
Egal, wie viel man von theoretischer Physik versteht, das ein oder andere wird man garantiert aus diesem Buch lernen und dabei trotzdem bestens unterhalten.

Autor: Lesen... in vollen Zügen

Seit 20 Jahren arbeite ich als Buchhändlerin in München und seit 2017 gibt es nun "Lesen... in vollen Zügen". Hier möchte ich euch vorstellen, welche Bücher mich gerade bewegen. Meine Beträge verfasse ich im Plauderton, eben so, wie ich auch mit meinen Kunden im Laden ins Gespäch komme. Der Schwerpunkt liegt dabei auf aktueller deutsch- und englischsprachiger Literatur. Aber ich bin auch ein großer Fan von schönen Illustrationen und stelle deshalb regelmäßig Graphic Novels und spannende illustrierte Sachbücher vor. Zu meinen Lieblingsautoren gehören Haruki Murakami, Banana Yoshimoto und Amélie Nothomb. Außerdem mache ich mir immer wieder Gedanken zum Thema Leseverhalten in der Rubrik Mein Leben als Leser und plaudere aus dem Nähkästchen in Bekenntnisse einer Buchhändlerin. Wem jetzt aber die Züge bei "Lesen... in vollen Zügen" zu kurz kommen, der kann gerne bei In vollen Zügen nach… vorbei schauen. Hier berichte ich von meinen Zugreisen, den Büchern, die mich dabei begleiten, den Städten die ich besuche und natürlich auch von schönen Buchhandlungen, die es dort zu entdecken gibt.

2 Kommentare zu „Review: Hawking“

  1. Mit dem Buch liebäugle ich schon eine ganze Weile. Ich glaube ich schenke es mir mal selbst zu Weihnachten. Ich finde das Leben und Arbeiten von Hawking einfach spannend. Wie er mit seiner Krankheit noch so lange gelebt und geforscht hat ist einfach unglaublich.
    LG Kerstin

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