Review: Rebel Artists – 15 Malerinnen, die es der Welt gezeigt haben

„Good Night Stories for Rebel Girls“ gab ja den Startschuss für viele Bücher dieser Art: Kurzbiografien, in denen außergewöhnliche Frauen vorgestellt werden, die oft beeindruckendes geleistet haben und deren Geschichten meist vergessen wurden.
Mittlerweile habe ich einige dieser Titel gelesen und natürlich wiederholt sich vieles mit der Zeit. Doch immer wieder stößt man auf Bücher, die sich auf weibliche Vorreiterinnen in bestimmten Gebieten spezialisiert haben, wie zum Beispiel „Furchtlose Frauen, die nach den Sternen greifen“, in dem fünfzig bemerkenswerte Wissenschaftlerinnen porträtiert werden.

Beim C.H. Beck Verlag erschien nun vor kurzem ein Titel, der sich speziell mit Künstlerinnen befasst: „Rebel Artists – 15 Malerinnen, die es der Welt gezeigt haben“ von Kari Herbert.
Darin erfahren wir von den zum Teil sehr unterschiedlichen Lebenswegen von fünfzehn bemerkenswerten Frauen, von denen mir – das muss ich zu meiner Schande gestehen – die meisten tatsächlich völlig unbekannt waren!

Alte Bekannte, wie Frida Kahlo, Georgia O’Keeffe oder Gabriele Münter sind natürlich mit von der Partie, aber habt ihr schon einmal von der Inuit-Künstlerin Kenojuak Ashevak oder der Aborigine Emily Kame Kngwarreye, die erst mit 78 Jahren zu malen begann, gehört?

Doch auch über bekannte Künstlerinnen erfährt man viel Neues. So kennt man vielleicht die Pop-Art-Bilder von Corita Kent, ohne einen Namen damit in Verbindung zu bringen. Tatsächlich war Corita eine katholische Nonne, die sich eines Tages zwischen Kunst und Religion entscheiden musste. Eine einzigartige Biografie!
Und auch Tove Jansson, die man durch ihre Mumin-Büchern kennt, hatte ein unheimlich spannendes Leben. Angefangen von ihrer Kindheit in einer Künstlerfamilie, wo sie ihrem berühmten Vater gelegentlich als Modell für seine Skulpturen diente, über ihre lebenslange Liebe zu einer Frau, die sie immer geheim halten musste, zu ihrem Bruch und der späten Rückkehr zu den Mumins…
Es sind wirklich außergewöhnliche Geschichten, die man in diesem Buch finden kann!

Jede Kurzbiografie ist um die acht Seiten lang und reich bebildert, was den Titel auch schon für junge Leser, etwa ab dem Teenageralter spannend macht. Doch auch für Erwachsene, die schon von der ein oder anderen Künstlerin in dem Buch gehört haben, ist es eine wirklich interessante und kurzweilige Lektüre.

Unbedingt mal reinblättern!

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Autor: Lesen... in vollen Zügen

Seit 20 Jahren arbeite ich als Buchhändlerin in München und seit 2017 gibt es nun "Lesen... in vollen Zügen". Hier möchte ich euch vorstellen, welche Bücher mich gerade bewegen. Meine Beträge verfasse ich im Plauderton, eben so, wie ich auch mit meinen Kunden im Laden ins Gespäch komme. Der Schwerpunkt liegt dabei auf aktueller deutsch- und englischsprachiger Literatur. Aber ich bin auch ein großer Fan von schönen Illustrationen und stelle deshalb regelmäßig Graphic Novels und spannende illustrierte Sachbücher vor. Zu meinen Lieblingsautoren gehören Haruki Murakami, Banana Yoshimoto und Amélie Nothomb. Außerdem mache ich mir immer wieder Gedanken zum Thema Leseverhalten in der Rubrik Mein Leben als Leser und plaudere aus dem Nähkästchen in Bekenntnisse einer Buchhändlerin. Wem jetzt aber die Züge bei "Lesen... in vollen Zügen" zu kurz kommen, der kann gerne bei In vollen Zügen nach… vorbei schauen. Hier berichte ich von meinen Zugreisen, den Büchern, die mich dabei begleiten, den Städten die ich besuche und natürlich auch von schönen Buchhandlungen, die es dort zu entdecken gibt.

2 Kommentare zu „Review: Rebel Artists – 15 Malerinnen, die es der Welt gezeigt haben“

  1. Danke für die Buchvorstellung! Mich fasziniert daran, dass durch solche Bücher die Leistung von Frauen endlich bildlich sichtbar wird. Von wegen, „es gab doch gar keine guten Künstlerinnen/ Naturwissenschaftlerinnen/ Autorinnen“. Ihre Geschichten werden oft schlicht nicht (weiter-) erzählt und damit vergessen. Schön, dass das hier anders ist!
    Ich selbst habe vor kurzem mal drei beeindruckende Alleinerziehende porträtiert (https://mutter-und-sohn.blog/2019/10/19/drei-frauen-beeindruckende-alleinerziehende-und-ihre-geschichte/) und daraufhin von einem halben Dutzend weiterer Frauen aus der Geschichte erfahren, die alleinerziehend waren und Tolles geleistet haben. Darüber schreiben/ sprechen lohnt sich!🙂 Lg, Sarah

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