Fabelhaftes im Februar

Der Januar ist so schnell vergangen, daß ich kaum glauben kann, daß schon wieder Februar ist. Gelesen habe ich so gut wie nichts… Schrecklich!
Meine freie Zeit verbringe ich aktuell damit, alles in meiner Wohnung zu ordnen, auszusortieren und neue Heime für alte Dinge zu finden. Schuld daran ist nicht etwa Marie Kondo, sondern der Plan, die Zimmer neu zu verteilen. Eine gute Gelengenheit zu entrümpeln, allerdings mit dem Nachteil, daß viel Lesezeit wegfällt…
Naja, wenn alles so läuft, wie ich mir das vorstelle, ist das Schlimmste in zwei Monaten geschafft und ich hätte dann sogar einen eigenen Arbeitsplatz und müsste nicht immer am Küchentisch oder auf dem Bett schreiben.

Trotzdem sind natürlich auch diesen Monat wieder neue Bücher auf dem Lesestapel gelandet. Hoffentlich komme ich dazu, wieder mehr zu lesen, denn auf die Titel freue ich mich schon sehr!

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Los geht es mit zwei Büchern, von denen eines die letzten Wochen so auf den Blogs und Instagram gehyped und diskutiert wurde, daß ich es schon fast gar nicht mehr sehen kann: Stella von Takis Würger.

Der andere Titel wurde im Dezember im Literarischen Quartett sehr begeistert besprochen und mir von einem Kollegen noch begeisterter empfohlen, bis ich es nun auch endlich haben musste: Was dann nachher so schön fliegt von Hilmar Klute.

Der Spaß bei diesen beiden Büchern ist nun der: während besagter Kollege den Klute über den grünen Klee lobte, konnte ihn „Stella“ nicht wirklich überzeugen.
Das aber gefiel wiederum meiner Kollegin sehr, die ihrerseits „Was dann nachher so schön fliegt“ nicht besonders begeistern konnte.
Nun werde ich also beide Bücher selbst lesen und sehen, ob ich eher mit dem Kollegen oder der Kollegin auf einer Wellenlänge bin.
Ich bin schon gespannt!

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Worauf ich mich ebenfalls sehr freue ist Die Liebe im Ernstfall von Daniela Krien.
Vor einigen Jahren hatte ich ja meinen Glauben an die moderne deutsche Literatur ein wenig verloren, wenn ich ganz ehrlich bin…
Jedes Buch schien die selbe Geschichte zu erzählen und nichts konnte mich wirklich begeistern. Sobald ein Titel einen deutschen Verfasser hatte, sagte ich nur: „Danke, nein.“

Doch dann kam „Irgendwann werden wir uns alles erzählen“ auf den Markt und mein Chef redete so lange auf mich ein, bis ich es las. Gottseidank!
Daniela Krien hat mich damals fast im Alleingang wieder für die moderne deutsche Literatur begeistern können, also liegt die Erwartungshaltung bei ihrem neuen Buch natürlich hoch.

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Nachdem ich ja im letzten Jahr einige wirklich gute Autobiografien gelesen habe, ist es nun diesen Monat endlich Zeit für Ich bin, ich bin, ich bin von Maggie O´Farrell.
Darin schildert sie ihre Siebzehn Berührungen mit dem Tod; ein verdammt spannendes Thema!

Ich selbst hatte erst einmal das zweifelhafte Vergnügen, dem Sensenmann von der Klinge zu springen und habe nicht das Verlangen, es so schnell wieder zu tun.
Umso mehr interessiert mich nun Maggie O´Farrells Geschichte.

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Bei den illustrierten Büchern habe ich mir für den Februar die Graphic Novel zu Wer die Nachtigall stört von Harper Lee vorgenommen.
Den Roman habe ich vor ein paar Jahren gelesen und ich bin wirklich gespannt, wie diese doch recht komplexe Geschichte zeichnerisch in Szene gesetzt wurde.
Das Buch möchte ich auch wirklich gerne meinem Großen in die Hand drücken und mit ihm darüber diskutieren. Im Moment liest er gerade eine Biografie über Nelson Mandela und das Thema Rassismus beschäftigt ihn sehr. Da bietet es sich natürlich an, über „Wer die Nachtigall stört“ zu sprechen.

Ein weiteres illustriertes Buch, das allerdings deutlich textlastiger ist, ist The Restless Girls von Jessie Burton. Von ihr hatte ich vor Jahren „The Miniaturist“ („Die Magie der kleinen Dinge“) gelesen, das mir wirklich gut gefallen hat.
Nun hat sie ein feministisches Märchen für Jugendliche geschrieben, und Jen Campbell, die Autorin von The Beginning of the World in the Middle of the Night, deren YouTube Kanal ich auch sehr empfehlen kann hat es gleich in verschiedenen Videos immer wieder begeistert in die Kamera gehalten. Klar also, das „The Restless Girls“ mit musste!

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Und zu guter Letzt möchte ich Euch diesen Monat noch zwei ganz wunderbare Bilderbücher näher bringen, nämlich Mama von Hélène Delforge und Quentin Gréban und Frida von Sébastien Perez und Benjamin Lacombe.

Mama beschäftigt sich mit dem Thema Mutterschaft und ist beim ersten Durchblättern eher für Erwachsene geeignet.
Wunderschöne Illustrationen und ehrliche Texte… ich hatte gleich Tränen in den Augen.

Frida ist ebenfalls für Erwachsene gedacht und zeigt die Welt der Frida Kahlo in herrlich farbenfrohen Bildern, die sich durch Cutouts bei jedem Umblättern verändern.
Klar, daß ich das haben musste!

Das ist er also, mein Februarstapel.
Hoffentlich komme ich diesen Monat wieder mehr zum Lesen.
Wie sieht es bei Euch aus? Habt Ihr auch manchmal Leseflauten?
Ein bißchen beruhigt hat es mich, am Montag nach der Arbeit noch mit Kollegen Essen zu gehen. Da meinten so gut wie alle, daß sie im Januar recht wenig geschafft haben.
Vielleicht ist das ja eine buchhändlerische Ermüdungserscheinung…
Immerhin haben wir bis Dezember gelesen wie die Wahnsinnigen um im Weihnachtsgeschäft gut beraten zu können.

Ich wünsche Euch allen einen tollen Start in den Februar!

Eure Andrea

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Autor: Lesen... in vollen Zügen

Seit 20 Jahren arbeite ich als Buchhändlerin in München und seit 2017 gibt es nun "Lesen... in vollen Zügen". Hier möchte ich euch vorstellen, welche Bücher mich gerade bewegen. Meine Beträge verfasse ich im Plauderton, eben so, wie ich auch mit meinen Kunden im Laden ins Gespäch komme. Der Schwerpunkt liegt dabei auf aktueller deutsch- und englischsprachiger Literatur. Aber ich bin auch ein großer Fan von schönen Illustrationen und stelle deshalb regelmäßig Graphic Novels und spannende illustrierte Sachbücher vor. Zu meinen Lieblingsautoren gehören Haruki Murakami, Banana Yoshimoto und Amélie Nothomb. Außerdem mache ich mir immer wieder Gedanken zum Thema Leseverhalten in der Rubrik Mein Leben als Leser und plaudere aus dem Nähkästchen in Bekenntnisse einer Buchhändlerin. Wem jetzt aber die Züge bei "Lesen... in vollen Zügen" zu kurz kommen, der kann gerne bei In vollen Zügen nach… vorbei schauen. Hier berichte ich von meinen Zugreisen, den Büchern, die mich dabei begleiten, den Städten die ich besuche und natürlich auch von schönen Buchhandlungen, die es dort zu entdecken gibt.

7 Kommentare zu „Fabelhaftes im Februar“

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