Review: Der kleine Nick – Wie alles begann

Hach, der kleine Nick…
Schon als Kind mochte ich diesen frechen kleinen Kerl und vor ein paar Jahren habe ich dann einige Bände mit dem großen Sohn zusammen gelesen. Bis der Kleinste aber alt genug ist, daß ich wieder in den Genuss komme, habe ich mir die Zeit mit „Der kleine Nick – Wie alles begann“ vertrieben, das vor kurzem im Diogenes Verlag erschienen ist.

Was ich nämlich nicht wusste: bevor der kleine Nick zum Kinderbuchhelden wurde, war er Mitte der 1950er Jahre die titelgebende Figur von Comic-Strips, die regelmäßig im belgischen Magazin Le Moustique erschienen.

Damals schrieb Goscinny noch unter dem Pseudonym Agostini und Sempé zeichnete den kleinen Nick noch nicht mit der markanten Nase, die er später all seinen Figuren geben würde.
Im direkten Vergleich sehen sich der Comic-Nick und der kleine Nick, wie wir ihn kennen noch nicht wirklich ähnlich:

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Nachdem die Comics eingestellt wurden dauerte es ein paar Jahre, dann begann Goscinny Geschichten vom kleinen Nick für eine französische Zeitung zu schreiben, die Sempé dann mit den Bildern illustrierte, die wir heute kennen.

Doch nicht nur das Aussehen der Figuren hat sich geändert, auch der Schwerpunkt der Geschichten wurde verlagert.
Während die Erzählungen ja sehr kindlich sind und sich hauptsächlich um Nicks Abenteuer in der Schule, in den Ferien oder mit seinen Freunden drehen, geht es in den Comic-Strips hauptsächlich um die Beziehung zwischen Nick und seinem Vater. Es wirkt fast so, als wären seinerzeit auch die Väter die Zielgruppe der Comics gewesen.

In den meisten Geschichten versucht Nicks Vater, seinem Sohn eine wertvolle Lektion zu erteilen, oder einfach Zeit mit seinem Jungen zu verbringen, was aber meist durch ein Missgeschick ziemlich nach hinten losgeht.
Dabei erinnerten mich die Nick-Comics oft an die „Vater und Sohn“ Geschichten von e. o. plauen, allerdings natürlich mit Text.

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Am Ende des Buches findet man zwei Comics und die dazugehörigen Nick-Geschichten, die sich daraus entwickelt haben. Es war spannend zu sehen, wie sich die Geschichten darin verändert haben und welche Elemente gleich geblieben sind.

Auch wenn ich sagen muss, daß ich den kleinen Nick aus den bekannten Kinderbüchern niedlicher finde, als den aus den Comics, hat mich dieser Band sehr angesprochen.
Er weckte nostalgische Gefühle an meine Kindheit und liefert einen aufschlussreichen Einblick in den künstlerischen Prozess, der zu dem Kinderbuchhelden führte, der seit mittlerweile fast sechzig Jahren immer noch von jung und alt geliebt wird.

Autor: Lesen... in vollen Zügen

Seit 20 Jahren arbeite ich als Buchhändlerin in München und seit 2017 gibt es nun "Lesen... in vollen Zügen". Hier möchte ich euch vorstellen, welche Bücher mich gerade bewegen. Meine Beträge verfasse ich im Plauderton, eben so, wie ich auch mit meinen Kunden im Laden ins Gespäch komme. Der Schwerpunkt liegt dabei auf aktueller deutsch- und englischsprachiger Literatur. Aber ich bin auch ein großer Fan von schönen Illustrationen und stelle deshalb regelmäßig Graphic Novels und spannende illustrierte Sachbücher vor. Zu meinen Lieblingsautoren gehören Haruki Murakami, Banana Yoshimoto und Amélie Nothomb. Außerdem mache ich mir immer wieder Gedanken zum Thema Leseverhalten in der Rubrik Mein Leben als Leser und plaudere aus dem Nähkästchen in Bekenntnisse einer Buchhändlerin. Wem jetzt aber die Züge bei "Lesen... in vollen Zügen" zu kurz kommen, der kann gerne bei In vollen Zügen nach… vorbei schauen. Hier berichte ich von meinen Zugreisen, den Büchern, die mich dabei begleiten, den Städten die ich besuche und natürlich auch von schönen Buchhandlungen, die es dort zu entdecken gibt.

8 Kommentare zu „Review: Der kleine Nick – Wie alles begann“

  1. Moin Andrea!

    Leider kenne ich die Bücher nicht. Wir waren aber damals vom Kinofilm total begeistert.
    Als wir vom Kino nach Hause gefahren sind, mussten wir häufig anhalten, da wir vor lauter Lachen nicht in der Lage waren, einen Wagen zu lenken!

    Vielleicht sollte ich mich mal mit den Büchern beschäftigen…!!!

    Lieben Gruß
    Andreas

    Gefällt 2 Personen

    1. Grüß dich Andreas,
      den Film habe ich damals auch mit dem Sohnemann gesehen. Ich glaube er ist irgendwann lachend am Boden gelegen. 😅
      Ich glaube, den müssen wir uns bald mal wieder ansehen.
      Die Bücher sind wirklich nett.
      Ein bißchen kindlich naiv geschrieben, als Erwachsener liest man da natürlich viel zwischen den Zeilen, was den Kindern eher entgeht, so haben alle was zum Lachen. 😉
      Liebe Grüße zurück,
      Andrea

      Gefällt 1 Person

  2. Hey, die alten Zeichnungen/Comicstrips kenn ich noch! Und klar habe ich die Bücher gelesen als Kind, aber nie mit den Strips aus der Zeitung verbunden.
    Das ist bestimmt ein Buch für mich, Vater und Sohn habe ich auch als Gesamtausgabe.
    Ich liebe dieses mit wenigen Zeichnungen viel aussagen
    Liebe Grüsse
    Nina

    Gefällt 1 Person

    1. Ja, ich hab die Vater und Sohn Geschichten während meiner Schulzeit gerne angeschaut.
      Als ich dann gestern e. o. plauen gestern gegoogelt hatte, weil ich dunkel im Kopf hatte, daß er sich mit Kleinbuchstaben schreibt, habe ich zum ersten Mal über sein Leben gelesen und hatte danach einen dicken Kloß im Hals.
      Jetzt muss ich mir auch dringend mal eine Ausgabe zulegen…
      Liebe Grüße zurück,
      Andrea

      Gefällt 1 Person

  3. Ooooh der kleine Nick! Das sind auch so Geschichten, die einem ein kuschlig-wohliges Gefühl geben. 🙂
    Und zu den Vater-und-Sohn-Geschichten mussten wir früher Aufsätze in der Grundschule schreiben. Das hat mir immer ganz besonderen Spaß gemacht. Auch wenn ich wahrscheinlich viel zu viel Zeit damit vertrödelt habe, mich über die Comic-Strips zu freuen. 😀
    Liebste Grüße,
    Ida

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  4. Das Buch vom kleinen Nick kenne ich leider auch nicht, hab ich jetzt mit Interesse gelesen, wie das entstanden ist. Aber die Geschichten von e.o. Plauen, die kenne ich auch und finde sie herrlich, nach deinem obigen Kommentar hab ich nun auch mal nach e.o. Plauen gegoogelt und kann deinen Kloß im Hals sehr gut verstehen, ich hatte ihn auch.
    Liebe Grüße
    Monika.

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