Review: Junger Mann

Seit ich letzte Woche das Vergnügen hatte, dieses Buch zu lesen, drücke ich es so gut wie allen Kunden, die in den Laden kommen in die Hand. Mein verwegener Plan: unter jedem Christbaum soll dieses Jahr „Junger Mann“ von Wolf Haas liegen und weil es zeitraubend ist, jeden Kunden einzeln zu überzeugen, stelle ich es Euch heute einfach hier vor.

Von Wolf Haas kannte ich bisher nur die „Brenner“-Krimis und obwohl ich nur Gutes über seine Romane gehört habe, hatten wir bisher noch nicht das Vergnügen.

Als also ein „Junger Mann“ in den Laden schneite, dachte ich, ich lese mal die Inhaltsangabe, vielleicht ist das ja was für mich.

Der Klappentext war dann allerdings so kurz und so gut, daß ich auflachte und das Buch sofort ins Herz schloss.

Denn der Text lautet:

2018-11-28_14.22.03

Und auf der Rückseite:

2018-11-28_14.23.47

Ganz ehrlich, da hat der Klappentexter bei Hoffmann und Campe meiner Meinung nach alles richtig gemacht!

Doch worum gehts?

Der „junge Mann“ ist dreizehn, fast vierzehn, wiegt 93 Kilo und arbeitet in den Schulferien an einer Tankstelle, als er sich unsterblich in Elsa, die Frau des Fernfahrers Tscho verliebt.
Klarer Fall: er muss dringend abnehmen und dann das Herz seiner Angebeteten gewinnen.

Und schon bald bietet sich ihm die perfekte Gelegenheit, Elsa näher zu kommen, denn sie bittet ihn, ihr Englisch beizubringen. Immer wenn Tscho also mit seinem Sattelschlepper Richtung Teheran aufbricht, besucht der junge Mann Elsa heimlich, paukt mir ihr Vokabeln und hat das Gefühl, ihr immer näher zu kommen.

Doch eines Tages steht Tscho plötzlich an der Tankstelle und teilt ihm mit, daß sie gemeinsam nach Griechenland fahren werden. Sein Übersetzertalent ist am Zoll gefragt!

Und so beginnt ein mehr oder weniger unfreiwilliger Roadtrip, bei dem man zunächst nicht wirklich weiß, warum sich dieses ungleiche Duo eigentlich auf den Weg macht…

Humorvoll und manchmal fast ein bißchen philosophisch erzählt Wolf Haas diese Geschichte, die einfach nur Spaß beim Lesen macht!
Gespickt mit so fabelhaften Sätzen wie: „Mein Gesicht war so heiß, dass mir der Kaffee leidtat, als er sich an meinen Lippen verbrannte.“

Was will man mehr?!

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Autor: Lesen... in vollen Zügen

Seit 19 Jahren arbeite ich als Buchhändlerin in München und seit knapp einem Jahr gibt es nun "Lesen... in vollen Zügen". Hier möchte ich euch vorstellen, welche Bücher mich gerade bewegen. Meine Beträge verfasse ich im Plauderton, eben so, wie ich auch mit meinen Kunden im Laden ins Gespäch komme. Der Schwerpunkt liegt dabei auf aktueller deutsch- und englischsprachiger Literatur. Aber ich bin auch ein großer Fan von schönen Illustrationen und stelle deshalb regelmäßig Graphic Novels und spannende illustrierte Sachbücher vor. Zu meinen Lieblingsautoren gehören Haruki Murakami, Banana Yoshimoto und Amélie Nothomb. Außerdem mache ich mir immer wieder Gedanken zum Thema Leseverhalten in der Rubrik Mein Leben als Leser und plaudere aus dem Nähkästchen in Bekenntnisse einer Buchhändlerin. Wem jetzt aber die Züge bei "Lesen... in vollen Zügen" zu kurz kommen, der kann gerne bei In vollen Zügen nach… vorbei schauen. Hier berichte ich von meinen Zugreisen, den Büchern, die mich dabei begleiten, den Städten die ich besuche und natürlich auch von schönen Buchhandlungen, die es dort zu entdecken gibt.

19 Kommentare zu „Review: Junger Mann“

  1. Moin Andrea!

    Ich kann Dir nur 100%ig zustimmen: Ich durfte das Buch – Dank Leseexemplar von den Buchhändlerinnen meines Vertrauens – schon vor dem Erscheinungstermin lesen, habe mich köstlich amüsiert und musste mich so zurückhalten, damit ich nicht schon vor Veröffentlichung eine Rezension schreibe…
    https://andreaskueckleselust.wordpress.com/2018/09/15/das-geschriebene-wort-22/

    Lieben Gruß
    Andreas

    Gefällt 2 Personen

  2. Oh was hab ich in mich reingekichert! Das hört sich zu witzig an um nicht gelesen zu werden!
    Ist hab da schon ( ganz uneigennützig) jemand im Sinn, Du schaffst mich noch! 🙂 Danke trotzdem, allein, weil es mal anders aussieht!
    Liebe Grüße
    Nina

    Gefällt 1 Person

      1. Ja. so machen wir das auch schon ein wenig. Aber wir schenken unter uns Großen nichts mehr.
        Was glaubst Du, wie schlimm das früher war, als ich zB. in der Kinderbuchabteilung gearbeitet habe…
        Liebe Grüsse und schönen ersten Advent
        Nina

        Gefällt 1 Person

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