Goldene Tage im Oktober

Der September neigt sich dem Ende zu und so wie es aussieht erwartet uns ein goldener Herbst.
Den unfassbar hohen Septemberstapel habe ich mittlerweile halbwegs bewältigt, da drängen auch schon die nächsten Neuerscheinungen darauf, gelesen zu werden…

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Den Anfang machen wieder meine geliebten Diogenes Novitäten.
Wie fast jeden Herbst gibt es ein neues Buch von Amélie Nothomb, einer meiner absoluten Lieblingsautorinnen.
Wer sie noch nicht kennt, aber schräge und vor allem böse Geschichten liebt, der sollte unbedingt mal einen Blick hineinwerfen.
Nothombs Bücher folgen keinem klassischen Schema und als Leser wird man immer wieder ins kalte Wasser geworfen. Entsprechend gespannt bin ich deshalb auf Happy End!

Martin Suter hat inzwischen an seiner Allmen-Reihe weitergearbeitet und den mittlerweile fünften Band Allmen und die Erotik auf den Markt gebracht.
Viele Leser haben ja zu den Allmen-Büchern eher gespaltene Meinungen, denn im Gegensatz zu seinen Romanen hat man es hier mit recht klassischen Krimigeschichten zu tun, die gerne auch mal Klischees bedienen.
Ich fand diese Serie bisher immer sehr unterhaltsam. Der verarmte Lebemann Johann Friedrich von Allmen und sein Haushälter Carlos sind aber auch wirklich ein tolles Team!

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Ebenfalls neu ist Der Hunderjährige, der zurückkam, um die Welt zu retten.
Jonas Jonasson legt damit die direkte Fortsetzung von „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ vor.
Der erste Teil hat mich ja damals sehr begeistern können, „Die Analphabetin, die rechnen konnte“ fand ich sogar noch ein bißchen besser, „Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind“ hat mich dagegen eher enttäuscht.
Mal sehen, wie das neue Buch ist!

Worauf ich schon sehr gespannt bin ist An Absolutely Remarkable Thing, welches im Februar 2019 unter dem Titel „Ein wirklich erstaunliches Ding“ auf Deutsch erscheinen wird.
Hank Green ist tatsächlich der kleine Bruder von John Green und wer jetzt mit den Augen rollt und sich denkt, daß dieses Buch bestimmt nur verlegt wurde, weil er so gute Beziehungen hat, der kennt Hank Green nicht!
Gemeinsam betreiben Hank und John den YouTube-Channel VlogBrothers in dem jeder Bruder einen Beitrag pro Woche hochlädt. Ausserdem haben sie viele weitere Nebenkanäle, wie CrashCourse und SciShow, die in englischsprachigen Länder sogar oft im Unterricht gezeigt werden.
Hank ist etwas nerdiger als sein Bruder; er ist Wissenschaftler und Erfinder, singt Lieder über Harry Potter und ist einfach unheimlich sympathisch.
Kein Wunder also, daß sein Debütroman auf meinem Lesestapel gelandet ist!

Weiter geht es wieder hochliterarisch mit drei Empfehlungen von Maria Piwowarki von der Buchhandlung ocelot:

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Verwirrnis von Christoph Hein thematisiert eine homosexuelle Liebesgeschichte zu einer Zeit, als solche Beziehungen noch totgeschwiegen wurden.
Bisher habe ich nur begeisterte Rezensionen zu diesem Buch gelesen.

Das weiße Schloss von Christian Dittloff nimmt sich dafür das Thema Familie in einer dystopischen Zukunft vor.
Wer weiß, wie sehr mich Der Report der Magd beeindruckt hat weiß, daß ich immer auf der Suche nach etwas ähnlichem bin.

Schon etwas älter, aber aktuell wieder im Gespräch, weil vor kurzem der dritte Teil der Reihe auf Deutsch erschienen ist, ist „Outline“ von Rachel Cusk.
Hier weiß ich noch gar nicht, was mich erwartet und ich bin sehr neugierig darauf.

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Zu guter Letzt noch ein Buch, das die von mir sehr geschätzten Genres Graphic Novel und illustriertes Sachbuch miteinander vereint: Heimat von Nora Krug.
In diesem „Deutschen Familienalbum“ setzt sich die in den USA lebende Künstlerin intensiv mit der Vergangenheit ihrer Familie auseinander und ergründet für sich, was es heißt Deutsch zu sein… Sehr spannend!

Worauf freut Ihr Euch diesen Monat?
Welche Neuerscheinungen wollt Ihr unbedingt noch lesen?
Und kennt Ihr schon den ein oder anderen Titel, den ich hier vorgestellt habe?

Ich wünsche Euch allen einen wunderschönen Oktober!

Liebe Grüße,
Andrea

 

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Autor: Lesen... in vollen Zügen

Seit 19 Jahren arbeite ich als Buchhändlerin in München und seit knapp einem Jahr gibt es nun "Lesen... in vollen Zügen". Hier möchte ich euch vorstellen, welche Bücher mich gerade bewegen. Meine Beträge verfasse ich im Plauderton, eben so, wie ich auch mit meinen Kunden im Laden ins Gespäch komme. Der Schwerpunkt liegt dabei auf aktueller deutsch- und englischsprachiger Literatur. Aber ich bin auch ein großer Fan von schönen Illustrationen und stelle deshalb regelmäßig Graphic Novels und spannende illustrierte Sachbücher vor. Zu meinen Lieblingsautoren gehören Haruki Murakami, Banana Yoshimoto und Amélie Nothomb. Außerdem mache ich mir immer wieder Gedanken zum Thema Leseverhalten in der Rubrik Mein Leben als Leser und plaudere aus dem Nähkästchen in Bekenntnisse einer Buchhändlerin. Wem jetzt aber die Züge bei "Lesen... in vollen Zügen" zu kurz kommen, der kann gerne bei In vollen Zügen nach… vorbei schauen. Hier berichte ich von meinen Zugreisen, den Büchern, die mich dabei begleiten, den Städten die ich besuche und natürlich auch von schönen Buchhandlungen, die es dort zu entdecken gibt.

12 Kommentare zu „Goldene Tage im Oktober“

  1. Hallo liebe Andrea!
    Mensch, da sind aber viele schöne Bücher bei dir eingezogen. 🙂 Ich war ganz überrascht, als ich neulich den neuen Band von Jonas Jonasson in den Regalen liegen sah und hielt ihn zunächst für den ersten Band, weil die farbliche Aufmachung aus der Ferne dem ersten doch sehr ähnelt. 😀 „Der Hundertjährige“ hat mich damals richtig begeistert, und in meinem Schwedischkurs habe ich damals sogar die gekürzte Fassung auf schwedisch gelesen. Aber irgendwie habe ich mich dann an den Nachfolger nicht wirklich rangetraut, auch wenn ich nicht direkt sagen kann, wieso. Vielleicht sollte ich dem dann doch noch eine Chance geben. 😉
    Liebste Grüße und dir einen schönen Rest-Sonntag,
    Ida

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  2. Ungeheure Flut an Büchern, die du da vorgestellt hast 🙂
    Ich selbst? Lese gerade die max-planck-hefte dieses jahres nach.
    Zuletzt Edith Eva Egers Buch, über das ich berichtet hatte. Ich lese eigentlich nur Sachbücher, weil ich nachholbedarf habe.

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  3. Ich freue mich UNHEIMLICH auf An Absolutely Remarkable Thing. Vor allem deswegen habe ich etwas Angst und versuche meine Erwartungen herunterzuschrauben, damit ich nicht enttäuscht werde.

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  4. Ich lese gerade An Absolutely Remarkable Thing und es ist tatsächlich absolutely remarkable 😉 Ich finde es wirklich super und bin gespannt, was die anderen Meinungen dazu sind. Ich bin schon lange ein Fan der Green Brüder, auch wenn ich John Greens Bücher nicht besonders mag. An absolutely remarkable thing passt übrigens auch zu deinem Beitrag über Filterblasen, den ich gerade gelesen habe 🙂

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