Review: Schwimmen

Letzten Herbst lag überraschend Buchpost vom Ullstein Verlag in meinem Briefkasten. Nur leider, leider hatte ich schon so viele andere Neuheiten auf meinem Lesestapel, daß „Schwimmen“ von Sina Pousset immer tiefer unter meinem SUB verschwand.
Dabei wurde das Buch an viele Blogger verschickt, die meisten davon haben es brav besprochen und alle Rezensionen, die ich gelesen habe waren absolut euphorisch.
Trotzdem fristete mein Exemplar ein trauriges Dasein, bis ich es mir diesen Monat doch endlich einmal vornahm und mich anschließend fast ein bißchen schämte, daß ich „Schwimmen“ so lange ignoriert habe.

Denn dieses Buch ist wirklich ganz wunderbar…
Ein Glück, daß ich es doch noch gelesen habe!

Seit frühster Kindheit verbindet Jan und Milla eine tiefe und sehr innige Freundschaft. Die Sommerferien verbringen die beiden im Sommerhaus von Millas Großmutter in Frankreich und auch später wohnen sie eine Zeit lang gemeinsam in einer WG.
Doch während des Studiums entfernen sie sich immer weiter voneinander. Da meldet sich Jan eines Tages und bittet Milla, mit ihm und seiner Freundin Kristina in das alte Sommerhaus ihrer Kindheit zu fahren.

Wenige Tage später ist Jan tot und Milla und Kristina müssen plötzlich Entscheidungen treffen, die sie noch Jahre später verfolgen werden…

An dieser Stelle möchte ich wirklich nicht mehr über dieses Buch verraten, denn was die Geschichte in meinen Augen so großartig macht, ist daß sie dem Leser nichts schenkt.
Man wird in die Handlung geworfen und muss erst einmal selbst herausfinden, wie alles zusammenhängt, welche Entscheidung wohin geführt haben… Wer welches Geheimnis hütet und wie alles zusammen passt.
Manchmal wird man dabei auf eine falsche Spur geführt und dann, wenn sich die Puzzleteilchen plötzlich zusammenfügen trifft es einen oft mitten ins Herz.

Ich kann nur sagen: lest dieses Buch!
Die Sprache, die Charaktere, die Handlung und wie alles erst nach und nach preisgegeben wird… das ist große Erzählkunst.
Bitte mehr davon!

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Autor: Lesen... in vollen Zügen

Seit 19 Jahren arbeite ich als Buchhändlerin in München und seit knapp einem Jahr gibt es nun "Lesen... in vollen Zügen". Hier möchte ich euch vorstellen, welche Bücher mich gerade bewegen. Meine Beträge verfasse ich im Plauderton, eben so, wie ich auch mit meinen Kunden im Laden ins Gespäch komme. Der Schwerpunkt liegt dabei auf aktueller deutsch- und englischsprachiger Literatur. Aber ich bin auch ein großer Fan von schönen Illustrationen und stelle deshalb regelmäßig Graphic Novels und spannende illustrierte Sachbücher vor. Zu meinen Lieblingsautoren gehören Haruki Murakami, Banana Yoshimoto und Amélie Nothomb. Außerdem mache ich mir immer wieder Gedanken zum Thema Leseverhalten in der Rubrik Mein Leben als Leser und plaudere aus dem Nähkästchen in Bekenntnisse einer Buchhändlerin. Wem jetzt aber die Züge bei "Lesen... in vollen Zügen" zu kurz kommen, der kann gerne bei In vollen Zügen nach… vorbei schauen. Hier berichte ich von meinen Zugreisen, den Büchern, die mich dabei begleiten, den Städten die ich besuche und natürlich auch von schönen Buchhandlungen, die es dort zu entdecken gibt.

5 Kommentare zu „Review: Schwimmen“

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