Review: This Adventure Ends

Sloanes Vater ist ein bekannter Autor von schnulzigen Liebesromanen. Doch es fällt ihm immer schwerer, etwas zu Papier zu bringen und so zieht die ganze Familie von New York in ein kleines Küstenstädtchen in Florida, in der Hoffnung, daß er hier den nötigen Abstand findet um wieder zu schreiben.

Sloane erwartet nicht, sofort neue Freunde zu finden, doch dann lernt sie die Zwillinge Vera und Gabe kennen.
Vera ist ein quirliger Instagram-Star, die Sloane sofort in ihr Herz schließt. Gabe dagegen ist ein recht ruhiger und zurückhaltender Typ, bei dem Sloane nicht so recht weiß, was sie von ihm halten soll.

Doch bald beginnt sie zu begreifen, was Gabe umtreibt, denn nach dem Tod seiner Mutter vor zwei Jahren, hat sein Vater eine blutjunge Studentin geheiratet und nun ist auch noch ein Baby unterwegs.
Als das Atelier von Gabe und Veras Mutter ausgeräumt wird, um dem neuen Kinderzimmer Platz zu machen, kommt es zum Eklat, denn das Bild, das ihre Mutter kurz vor ihrem Tod für die Zwillinge gemalt hat, wurde zusammen mit den anderen Bildern verkauft.

Als Sloane Zeugin dieses Streits wird, beschließt sie kurzerhand, sich auf die Suche nach dem verschwundenen Gemälde zu machen.
Helfen soll ihr dabei Remy, Gabes bester Freund.
Zusammen machen sie sich auf, um Hinweisen zu folgen, Galerien zu besuchen und hinter dem Bild herzujagen.

Dabei findet Sloane wirklich wunderbare Freunde und ihr Vater endlich wieder Inspiration, wenn auch durch eine ungewöhnliche Quelle…

„This Adventure Ends“ hat mir wirklich unheimlich gut gefallen, weil es mit ganz wunderbaren, witzigen und schlagfertigen Charakteren daherkommt und nicht jedes Jugendbuch-Stereotyp mitnimmt: es kommt tatsächlich ohne ein zartes Mädchen aus, das gerettet werden muss, ohne Love-Triangle, ohne großes Beziehungsdrama.

In dieser Geschichte steht einfach das Thema Freundschaft im Vordergrund und das mit wirklich liebenswerten Charakteren, an die ich noch lange denken werde.

Schrecklicher deutscher Titel: „Nicht nur ein Liebesroman“
(Aufgemerkt: Die kolibriverseuchte und blütenüberladene deutsche Ausgabe ist beim Königskinder-Verlag erschienen, wird also nicht mehr lange auf dem Markt sein.)

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Autor: Lesen... in vollen Zügen

Seit 19 Jahren arbeite ich als Buchhändlerin in München und seit knapp einem Jahr gibt es nun "Lesen... in vollen Zügen". Hier möchte ich euch vorstellen, welche Bücher mich gerade bewegen. Meine Beträge verfasse ich im Plauderton, eben so, wie ich auch mit meinen Kunden im Laden ins Gespäch komme. Der Schwerpunkt liegt dabei auf aktueller deutsch- und englischsprachiger Literatur. Aber ich bin auch ein großer Fan von schönen Illustrationen und stelle deshalb regelmäßig Graphic Novels und spannende illustrierte Sachbücher vor. Zu meinen Lieblingsautoren gehören Haruki Murakami, Banana Yoshimoto und Amélie Nothomb. Außerdem mache ich mir immer wieder Gedanken zum Thema Leseverhalten in der Rubrik Mein Leben als Leser und plaudere aus dem Nähkästchen in Bekenntnisse einer Buchhändlerin. Wem jetzt aber die Züge bei "Lesen... in vollen Zügen" zu kurz kommen, der kann gerne bei In vollen Zügen nach… vorbei schauen. Hier berichte ich von meinen Zugreisen, den Büchern, die mich dabei begleiten, den Städten die ich besuche und natürlich auch von schönen Buchhandlungen, die es dort zu entdecken gibt.

16 Kommentare zu „Review: This Adventure Ends“

    1. Ja, Carlsen hat Königskinder jetzt eingestellt. Schade eigentlich, weil die zum Teil echt schöne Titel im Programm hatten… Zeug, daß halt nicht jedes Jugendbuch-Klischee bedient.
      Aber die Titelübersetzungen fand ich manchmal echt unglücklich, wie in diesem Fall. Und auch das Cover ist im deutschen so generisch…
      Ich hoffe schon sehr, daß Carlsen die Titel dann als Taschenbücher weiterführt. Das Programm war ja wirklich gut, aber ich muss auch ganz ehrlich sagen, daß ich die Bücher immer auf Englisch gelesen habe.

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      1. Haha… Ja, ich weiß nicht, was mich da geritten hat… Ich hab es gelesen, fand es wirklich schön, recherchiere, ob es eigentlich übersetzt wurde, sehe den Titel und denke mir nur: „Och nö… Der Titel war aber nicht euer ernst…“
        Daher die kleine Spitze. 😉

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      2. Ja… Geht mir genauso… Ich lese ja mittlerweile nur noch relativ wenige Jugendbücher, weil ich manchmal das Gefühl habe, daß da bestimmte Klischees abgeklappert werden müssen.
        Bei Königskinder gab es aber ganz andere spannende Sachen. „The Smell of Other People’s Houses“ haben sie ja auch übersetzt… Auch wenn „Der Geruch von Häusern anderer Leute“ irgendwie keinen Rhythmus hat und sich deshalb vermutlich kaum jemand den Titel merken konnte.
        Ich fand die Idee jedenfalls schön, hochwertige Jugendbücher zu machen, die nicht jeder Schablone folgen.
        Daß es nicht funktioniert hat liegt, denke ich eher am Marketing. Ich hab auch bei anderen Titeln, die ich selber nicht gelesen habe, mitbekommen, daß viele die Originalausgaben absolut nicht mit der deutschen Ausgabe in Verbindung bringen konnten… Bei der „Cavaliersreise“ hab ich das oft gehört.

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  1. Hi. Tja, wie so oft in der Verlagswelt, wieder ein besonderer Verlag bzw Imprint in diesem Fall, weniger. Allerdings war dieser auch sehr mutig und wenn man Mal schaut, wer aus dieser Lesegruppe wirklich noch ein Buch überhaupt in die Hand nimmt! Und für das Alter kaufen dann auch die Eltern nicht mehr…
    Da nützen tolle Aufmachung und gute Inhalte nichts, schade. Und wenn es dann kaum All Ager sind
    Aber eine tolle Besprechung! Ja, bleibt zu hoffen, dass die Rechte dann als TB wenigstens weiter laufen.
    Liebe Grüße
    Nina

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    1. Die Bücher, die ich gelesen habe, haben definitiv für mich funktioniert. Also All Ager: ja, von dem was ich gelesen habe.
      Aber du hast recht, in dem Bereich kaufen die Eltern kaum noch, für die schmale Schülerkasse wars dann zu teuer und für andere Altersgruppen war es nicht ansprechend genug.
      Liebe Grüße zurück! 🤗

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  2. Ach, Nicht nur ein Liebesroman 🙂
    Der Titel ist wirklich unglücklich, aber ich werde das Buch auf jeden Fall „trotzdem“ auf Deutsch lesen.
    Total schade, dass der Königskinder Verlag dicht gemacht hat, ich finde auch, dass sie richtig tolle Sachen im Programm hatten, zB Salz für die See & Der Koffer.
    Ich glaube das größte Problem war eben genau das der komischen Titel und Cover, die eher niedlich-jugendlich wirken (dennoch finde ich sie super schön), was wirkt, als handele es sich um locker leichte Jugendliteratur. Oft standen die Bücher dann leider auch genau in dieser Abteilung. Dabei sind es ja oftmals eher Gegenwartsromane.

    Liebe Grüße,
    Nicci

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    1. Oh, lies das Buch auf jeden Fall!
      Ich musste wirklich ständig lachen und grinsen, weil ich die Charaktere so wunderbar fand.
      Bei dem Thema Jugendbuch gebe ich dir völlig recht… Ich hatte letzte Woche ein Vorstellungsgespräch für eine Filiale, die die Warengruppen aus diesem Grund einfach mal aufheben möchte und gucken will, was passiert. Ich finde das Projekt super spannend. In dem Fall wäre dann dieses Buch nicht in der Kinder- und Jugendbuchabteilung sondern in einem extra Bereich mit Unterhaltungsromanen, Young Adult, New Adult,… Ich denke, du kannst es dir vorstellen. 😉
      Das ganze Konzept soll sich mehr an „Buchgeschwistern“ orientieren, statt an Warengruppen und Alphabet.
      Keine Ahnung, ob sie mich nehmen. Ich war total aufgeregt und hab nur Quatsch geredet… 😅
      Liebe Grüße zurück! 🤗

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      1. Okay, ich freue mich drauf 🙂
        Ach, das klingt ja echt cool. Und sowas ist irgendwie viel sinnvoller, als eine alphabetische Sortierung. Manchmal würde ich Buchläden gerne selber umsortieren 😀

        Oh wie cool, ich drücke dir die Daumen! Du hast das sicherlich super gemacht 🙂

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