Review: The Beginning of the World in the Middle of the Night

„The Beginning of the World in the Middle of the Night“ war eines dieser Bücher, das ich überhaupt nicht auf dem Schirm hatte, über das ich aber in Besprechungen immer wieder gestolpert bin.
Meine Neugier war also geweckt!

Nun handelt es sich bei diesem Buch um eine Sammlung von zwölf Kurzgeschichten… Normalerweise ist das nicht wirklich mein Fall.
Oft frustriert es mich, wenn ich mich alle fünfzehn Seiten in einen neuen Protagonisten hineindenken muss, aber „The Beginning of the World in the Middle of the Night“ hat mich einfach nur begeistert!

Der Start war zugegebenermaßen etwas holprig, denn die erste Erzählung „Animals“ war etwas gewöhnungsbedürftig.
Ich hatte wohl einfach nicht mit einer so märchenhaften und düsteren Geschichte gerechnet. Ein bißchen fühlte ich mich an Edgar Allen Poe erinnert, wobei Jen Campbells Idee wesentlich radikaler ist.

Doch die nächste Geschichte ging in eine komplett andere Richtung… Ein kleiner Junge schüttet einer Wetteransagerin in einem anrührenden Fanbrief sein Herz aus.

Ständig wechselten sich moderne Märchen mit realistischen Erzählungen ab, manchmal ist man sich auch nicht ganz sicher, ob alles den normalen Regeln unserer Welt folgt, oder ob nicht doch ein Hauch von magischem Realismus unter der Oberfläche schlummert.

Nun könnte man meinen, daß sich dieser Band wie ein Mischmasch aus verschiedenen Genres liest, aber ich muss sagen, daß der eindringliche Schreibstil mit kurzen prägnanten Sätzen den Geschichten einen gemeinsamen und einzigartigen Erzählton gibt.
Ich war wirklich überrascht von Jen Campbells erzählerischer Bandbreite und hatte bei jeder neuen Erzählung das Gefühl, eine Wundertüte zu öffnen, in der mich alles erwarten könnte.

Dieses Buch war eine großartige Überraschung für mich und definitiv ein Lesehighlight im Bereich Kurzgeschichten.

Werbeanzeigen

Autor: Lesen... in vollen Zügen

Seit 20 Jahren arbeite ich als Buchhändlerin in München und seit 2017 gibt es nun "Lesen... in vollen Zügen". Hier möchte ich euch vorstellen, welche Bücher mich gerade bewegen. Meine Beträge verfasse ich im Plauderton, eben so, wie ich auch mit meinen Kunden im Laden ins Gespäch komme. Der Schwerpunkt liegt dabei auf aktueller deutsch- und englischsprachiger Literatur. Aber ich bin auch ein großer Fan von schönen Illustrationen und stelle deshalb regelmäßig Graphic Novels und spannende illustrierte Sachbücher vor. Zu meinen Lieblingsautoren gehören Haruki Murakami, Banana Yoshimoto und Amélie Nothomb. Außerdem mache ich mir immer wieder Gedanken zum Thema Leseverhalten in der Rubrik Mein Leben als Leser und plaudere aus dem Nähkästchen in Bekenntnisse einer Buchhändlerin. Wem jetzt aber die Züge bei "Lesen... in vollen Zügen" zu kurz kommen, der kann gerne bei In vollen Zügen nach… vorbei schauen. Hier berichte ich von meinen Zugreisen, den Büchern, die mich dabei begleiten, den Städten die ich besuche und natürlich auch von schönen Buchhandlungen, die es dort zu entdecken gibt.

5 Kommentare zu „Review: The Beginning of the World in the Middle of the Night“

    1. Hab ich jetzt durch das Buch entdeckt.
      Ich versuch ja immer nicht zu viel über Autoren zu erfahren, weil ich dann immer daran denken muss, wenn ich ihre Bücher lese, aber sie ist wirklich eine so sympathische Persönlichkeit!
      Und als ich kapiert habe, daß ihr selbst ein paar Finger fehlen, fand ich die Geschichte von der Frau, die im Aquarium arbeitet und erzählt, die Haie hätten ihre Finger gegessen einfach nur super. 😅

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s