Review: The Queen of Hearts

Als Buchhändlerin muss ich ja immer up to date sein, was die aktuellen Neuerscheinungen angeht.
Im Sommer aber, wenn man den größten Schwung der Frühjahrsneuheiten durchgearbeitet hat und kurz bevor die Herbstnovitäten eintrudeln, gönne ich mir Bücher, die mich einfach so interessieren, ohne daß sie auf dem (deutschsprachigen) Markt eine große Rolle spielen würden.
Dann lese ich für niemand anderen als mich.

So rutschte auch „The Queen of Hearts“ von Kimmery Martin auf meine Leseliste, einfach nur, weil mir das Cover wahnsinnig gut gefallen hat.

Zadie und Emma sind seit ihrem Medizinstudium die besten Freundinnen.
Nun, mit Mitte dreißig, sind beide erfolgreiche Ärztinnen; Zadie leitet eine gutgehende Praxis, während ihr Leben dank ihrer vier Kinder und einem Ehemann der von einer Geschäftsreise zur nächsten hetzt, im Chaos versinkt.
Emma ist das komplette Gegenteil. Ihr Leben ist perfekt organisiert und sie verkehrt in exklusiven Kreisen. Trotzdem sind die beiden unzertrennlich.

Doch eines Tages hat Emma überraschende Neuigkeiten für Zadie: Nick, Zadies Exfreund aus Studienzeiten, hat eine Stelle an Emmas Klinik ergattert und möchte sich mit ihr aussprechen.
Nur Emma weiß, warum die Beziehung zwischen Zadie und Nick damals in die Brüche gegangen ist und versucht alles, um dieses Geheimnis zu bewahren.
Doch dann unterläuft ihr ein folgenschwerer Fehler bei einer Operation und alle Geheimnisse drohen ans Licht zu kommen…

Ich denke, ihr merkt schon, daß es sich bei „The Queen of Hearts“ um recht leichte Kost handelt.
In Deutschland hätte man dem Buch ein weniger aufwendiges Cover verpasst und es auch nicht als Hardcover auf den Markt gebracht. Vermutlich hatte ich wegen der schönen Gestaltung etwas literarischeres erwartet… Mein Fehler!

Dabei ist „The Queen of Hearts“ nicht schlecht. Es ist eben klassische ChickLit, als Urlaubslektüre wunderbar aber man liest es durch und vergisst es dann auch gleich wieder.

Der Wechsel zwischen humorvollen Szenen und dramatischen Momenten war mir oft etwas zu holprig und die Beweggründe, die Zadie und besonders Emma für ihre Entscheidungen haben, kamen mir manchmal ein bißchen an den Haaren herbeigezogen vor.

Nicht schlecht, aber eben auch kein Highlight. Als Urlaubslektüre zu empfehlen, aber man kann getrost abwarten, bis es als Taschenbuch auf den Markt kommt.

Autor: Lesen... in vollen Zügen

Seit 20 Jahren arbeite ich als Buchhändlerin in München und seit 2017 gibt es nun "Lesen... in vollen Zügen". Hier möchte ich euch vorstellen, welche Bücher mich gerade bewegen. Meine Beträge verfasse ich im Plauderton, eben so, wie ich auch mit meinen Kunden im Laden ins Gespäch komme. Der Schwerpunkt liegt dabei auf aktueller deutsch- und englischsprachiger Literatur. Aber ich bin auch ein großer Fan von schönen Illustrationen und stelle deshalb regelmäßig Graphic Novels und spannende illustrierte Sachbücher vor. Zu meinen Lieblingsautoren gehören Haruki Murakami, Banana Yoshimoto und Amélie Nothomb. Außerdem mache ich mir immer wieder Gedanken zum Thema Leseverhalten in der Rubrik Mein Leben als Leser und plaudere aus dem Nähkästchen in Bekenntnisse einer Buchhändlerin. Wem jetzt aber die Züge bei "Lesen... in vollen Zügen" zu kurz kommen, der kann gerne bei In vollen Zügen nach… vorbei schauen. Hier berichte ich von meinen Zugreisen, den Büchern, die mich dabei begleiten, den Städten die ich besuche und natürlich auch von schönen Buchhandlungen, die es dort zu entdecken gibt.

3 Kommentare zu „Review: The Queen of Hearts“

  1. Das Cover sieht wirklich hübsch aus. Und passt so schön dieser Tage. Du schreibst, dass dies jetzt Lesezeit nur für dich ist; bist Du dann enttäuscht, wenn es so ein Buch wird? Das soll nicht abwertend klingen, ich mag Unterhaltungslektüre auch gerne mal lesen, so zwischen all den ernsteren Büchern. Aber solche Bücher musst Du doch sicher dienstlich genug lesen, oder?

    Gefällt 1 Person

    1. Ach… So tragisch finde ich das gar nicht. Es war ja nicht so, daß es Lebenszeitverschwendung war… Aber halt auch kein Highlight.
      Dienstlich muss ich eher die anspruchsvolleren Bücher lesen, aber die liegen mir auch mehr.
      Als Teenager habe ich soviel Fantasy und historische Romane gelesen, daß ich mittlerweile das Gefühl habe, daß ich die Handlung eines beliebigen Buches aus den Genres zwei Meilen gegen den Wind wittere. 😂
      Ich liebe Bücher, die spannende Themen behandeln und mich dabei überraschen können. Egal wie anspruchsvoll oder ernst sie dann sind. Aber gerade bei Unterhaltungsliteratur kommt mir das zu selten vor. Da läuft die Handlung meist nach Schema F. 😉

      Gefällt 1 Person

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