Review: Kluftinger

Heute geht es um einen Titel aus einem für mich relativ ungewöhnlichen Bereich: Regionalkrimis.
Hier in Bayern kommen jedes Jahr dutzende dieser Krimis auf den Markt und der Hype scheint kein Ende zu nehmen…
An dieser Stelle mal eine Frage an alle, die nicht in Bayern leben: sind Regionalkrimis bei euch auch so beliebt und kennt ihr bayerische Krimis wie die von Rita Falk oder Andreas Föhr auch aus euren Buchhandlungen?

An sich konnte ich nie besonders viel mit dieser Art Krimi anfangen, aber vor einigen Jahren bin ich dann doch über Kommissar Kluftinger von Volker Klüpfel und Michael Kobr gestolpert.
Meine Mutter und der Schwiegervater waren schon länger begeistert, mir wurde dann bei einer Verlagsveranstaltung „Herzblut“ in die Hand gedrückt und so gab ich dem Ganzen auch mal eine Chance.

Kommissar Kluftinger hat dann überraschend schnell einen Platz in meinem Leseherzen gefunden, obwohl ich noch nicht einmal genau sagen könnte, was ihn so besonders macht.
Die Geschichten sind immer ein wenig kitschig, klischeebeladen und vorhersehbar und trotzdem merke ich, daß ich Klufti vermisse, wenn das nächste Buch länger auf sich warten lässt.

Dieser Band beginnt mit einem beunruhigenden Ereignis: als Kommissar Kluftinger und seine Familie an Allerheiligen zum Friedhof gehen, starren ihn die Dorfbewohner als wäre er ein Geist. Denn tatsächlich ist dort es ein frisches Grab, mit Kluftingers Namen darauf!
Während Klufti zunächst versucht, alles als schlechten Scherz abzutun häufen sich jedoch die Drohungen gegen ihn und er begreift, daß die Lösung zu diesem Fall tief in seiner Vergangenheit verborgen liegt…

„Kluftinger“ ist der mittlerweile zehnte Teil der Reihe und hebt sich für mich deutlich von den Vorgängern ab.
Während man die Teile bisher ohne Probleme durcheinander lesen konnte, scheint dieser Band nicht nur einen klassischen Kriminalfall zu erzählen, sondern auch den Grundstein zu einer umfassenderen Geschichte zu bilden, die vermutlich in weiteren Bänden aufgegriffen wird.

Es ist ja ein beliebter Kniff, besonders in Krimiserien, eine Art Erzfeind aufzubauen, der immer wieder auftaucht. Es scheint, als würden Klüpfel und Kobr dies nun bei Kluftinger versuchen und ich bin gespannt, wohin die Reise noch gehen wird.

Die Klufti-Bände bisher:

  1. Milchgeld
  2. Erntedank
  3. Seegrund
  4. Laienspiel
  5. Rauhnacht
  6. Schutzpatron
  7. Herzblut
  8. Grimmbart
  9. Himmelhorn
  10. Kluftinger

Die Bände müssen nicht zwingend in dieser Reihenfolge gelesen werden.

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Autor: Lesen... in vollen Zügen

Seit 19 Jahren arbeite ich als Buchhändlerin in München und seit knapp einem Jahr gibt es nun "Lesen... in vollen Zügen". Hier möchte ich euch vorstellen, welche Bücher mich gerade bewegen. Meine Beträge verfasse ich im Plauderton, eben so, wie ich auch mit meinen Kunden im Laden ins Gespäch komme. Der Schwerpunkt liegt dabei auf aktueller deutsch- und englischsprachiger Literatur. Aber ich bin auch ein großer Fan von schönen Illustrationen und stelle deshalb regelmäßig Graphic Novels und spannende illustrierte Sachbücher vor. Zu meinen Lieblingsautoren gehören Haruki Murakami, Banana Yoshimoto und Amélie Nothomb. Außerdem mache ich mir immer wieder Gedanken zum Thema Leseverhalten in der Rubrik Mein Leben als Leser und plaudere aus dem Nähkästchen in Bekenntnisse einer Buchhändlerin. Wem jetzt aber die Züge bei "Lesen... in vollen Zügen" zu kurz kommen, der kann gerne bei In vollen Zügen nach… vorbei schauen. Hier berichte ich von meinen Zugreisen, den Büchern, die mich dabei begleiten, den Städten die ich besuche und natürlich auch von schönen Buchhandlungen, die es dort zu entdecken gibt.

16 Kommentare zu „Review: Kluftinger“

  1. Hallo! 🙂
    Also, bayerische Krimis habe ich bei mir in der Region (Raum Köln) noch nicht im Regal gesehen (muss aber auch gestehen darauf jetzt noch nicht geachtet zu haben), aber dafür sind Eifelkrimis ganz besonders groß und es werden auch immer mehr, habe ich so das Gefühl.
    Gelesen habe ich noch keinen, aber ähnlich wie du bin ich auch mehr darüber gestolpert, als mein Vater mich zu einer Lesung mitgenommen hat. Krimis sind eher selten mein Fall. Elke Pistor heißt die gute Frau und ihre Art hat mich allerdings ziemlich begeistert, sodass ich meinen Vater überreden konnte, alle drei (bis dahin erschienenen) Bücher zu kaufen – lesen muss ich sie allerdings noch. Vielleicht komm ich ja diesen Sommer dazu.
    Liebe Grüße und viel Spaß beim Lesen! 🙂

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    1. Ich erinnere mich, daß vor einigen Jahren mal einer dieser Eifel Krimis von Jaques Berndorf von Null auf Eins in die Bestsellerliste eingestiegen ist. Damals hatten wir noch nie wirklich was von ihm gehört und waren total verwirrt! 😂
      Danach war er eine ganze Zeit lang auch hier ziemlich gefragt…
      Ist doch witzig, daß es regional dann doch ganz unterschiedlich sein kann. 🙂

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  2. Ich guck jetzt (noch) nicht, wie du es findest. Ich höre gerade „Himmelhorn“ – dauert nur eine kleine Ewigkeit, weil ich nicht oft genug Gelegenheit habe. Ich finde das so toll, wie die Autoren das mit Christian Berkel zusammen lesen, dass ich mir das neue Buch auch schon als Hörbuch gekauft habe. Ich mag die Krimis ganz gern, auch wenn es manchmal etwas klamaukig wird. Bin schon gespannt!
    LG
    Mona

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    1. Mein Großer war total interessiert, als ich jetzt „Kluftinger“ gelesen hab. Obwohl er erst elf ist und gar nichts mit Krimis anfangen kann. Wir haben jetzt ausgemacht, daß wir auf der Fahrt in den Urlaub mal den ersten Teil anhören. Dann hör ich sie auch mal. Bin schon gespannt. 🙂

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  3. Hi. Ja, Kluftinger ist auch einer der ganz wenigen Regionalkrimis, die ich gerne lese. Verschroben und gut geschrieben, würde ich sagen. Habe verschiedene andere ausprobiert, aber Klufti blieb der Einzige. Dabei gibt es hier vor der Haustür schon lange vorher div. Regionalkrimis. Keiner hat irgendwie den Charm. Aber da widersprechen sicher viele😉.
    Liebe Grüße
    Nina

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  4. Ich steh ja total auf Regionalkrimis, besonders die Mangfall-Sachen hier in München. Ich liebe es einfach, wenn die Handlung direkt vor meiner Haustür angesiedelt ist und ich das bildlich voll im Kopf habe xD

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  5. Ich habe ja ganz am Anfang auch den Klufti für mich entdeckt und ich glaube, das hing auch damit zusammen, dass ich damals ganz weit weg in Schleswig-Holstein gewohnt habe. Auch Rita Falk habe ich ganz viel gelesen (bis heute) und eine Freundin dort, die allerdings aus Hessen kommt, hat ihn auch sehr geliebt. Wir sind dann mal zum Krimi-Festival nach Hamburg, bei dem Rita Falk gelesen hat und waren erstaunt wie voll es dort war. Ich greif immer mal wieder zu einem Regionalkrimi, wenn ich in die Gegend fahre oder gerade irgendwo bin. Aus Köln zum Beispiel habe ich auch einen mitgebracht.
    Aber das geht mir ja auch so wenn ich in den Urlaub (ins Ausland) fahre, denn dann lese ich gerne Bücher von dort, allerdings eher Romane und weniger Krimis, möglichst natürlich in der Landessprache, wenn ich sie kann.
    Dass sich der Kluft so weiterentwickelt hat, finde ich übrigens klasse. Muss ich also auch lesen. (Und der Stapel wächst und wächst…)

    Gefällt 1 Person

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