Alles neu macht der Mai…

Willkommen im Mai!

Die letzten Tage war es ja schon herrlich warm und ich konnte endlich wieder draußen sitzen und lesen… Hach, wie habe ich das vermisst!
Ich habe meine Bücher regelrecht verschlungen und das ist vermutlich auch der Grund, warum der Maistapel deutlich dicker ausfällt als üblich.

Natürlich musste Teil zwei von Haruki Murakamis Die Ermordung des Commendatore mit! – Eine Metapher wandelt sich. Die Besprechungen, die ich bisher gelesen habe sind ja recht verhalten, aber ich bin ganz offen und hoffe, es reicht an den grandiosen ersten Teil heran.

Einen weiterer japanischen Autor, auf den ich schon gespannt bin ist Genki Kawamura mit Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden.
Der Klappentext klang ziemlich vielversprechend und mit magischem Realismus kann man mich ja immer begeistern.

Ein Buch vor dem ich fast schon ein bißchen Angst habe, weil es von allen in den Himmel gelobt wird ist Dunkelgrün fast schwarz von Mareike Fallwickl.
Nach all den Hymnen, die ich die letzten Wochen gelesen habe, wird es vermutlich meine absolut übersteigerte Erwartungshaltung nicht erfüllen können.
Sei’s drum! – Ich will es jetzt trotzdem endlich auch mal lesen! 😉

An sich gehe ich Büchern, in denen es um den Krieg geht ja eher aus dem Weg, trotzdem finden sich diesen Monat gleich zwei Kriegsgeschichten auf meinen Lesestapel.
In Unter der Drachenwand von Arno Geiger geht es um einen Soldaten im zweiten Weltkrieg, der sich nach einer Verwundung am Mondsee erholt… Vermutlich der Hauptgrund für mich, dieses Buch mitzunehmen, denn ich war als Kind am Mondsee und fand es einfach wunderschön dort.

Das zweite Buch, das sich mit dem Krieg beschäftigt, allerdings mit dem ersten Weltkrieg, ist die Insel der Frauen aus dem Splitter Verlag.
In dieser Graphic Novel geht es jedoch nicht um die Soldaten, sondern um die Daheimgebliebenen. – Ein Thema, daß ich sehr spannend finde, weil ich die Geschichten, die meine Großmütter von Krieg zu erzählen hatten immer wesentlich wichtiger fand, als die meiner Großväter…

Um die Seele ein bißchen baumeln zu lassen gibt es dann noch ein Buch aus der für mich eher untypischen Kategorie Regionalkrimi: Kluftinger von Michael Kobr und Volker Klüpfel. Ein bißchen seicht, ein bißchen kitschig und auch vorhersehbar… trotzdem habe ich Kommissar Kluftinger irgendwann doch in mein Herz geschlossen.
Man muss nicht viel nachdenken und fliegt nur so durch die Seiten… muss auch ab und zu mal sein! 😉

Ein Buch, das mich wohl ziemlich fordern wird ist hingegen Nutshell („Nussschale“) von Ian McEwan.
„Abbitte“ fand ich ja seinerzeit ganz großartig, von „Nutshell“ habe ich dagegen nur sehr verhaltene Meinungen zu hören bekommen. Ich fand die Idee des Buches aber doch so spannend, daß ich auf jeden Fall mal reinlesen wollte. Bisher habe ich die ersten Kapitel gelesen und ich muss leider sagen, daß ich doch recht damit zu kämpfen habe.
Der Erzählton des Ungeborenen erinnert mich irgendwie an Baby Stewie aus Family Guy und macht das Buch für mich damit unfreiwillig komisch.
Ich bleibe aber am Ball!

Im Mai geht es auch endlich wieder weiter mit In vollen Zügen nach…!
Mitte des Monats bin ich auf eine Hochzeit in Hamburg eingeladen und ich freue mich schon sehr darauf.
Hamburg, das bedeutet für mich insgesamt an die 15 Stunden Zugfahrt und deshalb habe ich mir lange überlegt, welche Lektüre mit auf die Reise darf.
Die Wahl fiel schließlich auf Aristotle and Dante Discover the Secrets of the Universe („Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums“) von Benjamin Alire Sáenz, welches eine Empfehlung von John Green war und Die Herrenausstatterin von Mariana Leky.
Ein bißchen Angst habe ich ja vor diesem Buch, weil Was man von hier aus sehen kann mein absolutes Lieblingsbuch 2017 war und „Die Herrenausstatterin“ ein schweres Erbe hat. Trotzdem freue ich mich schon darauf und auf die Reise.

Da ich in erster Linie zum Freunde besuchen und Hochzeit feiern in Hamburg bin, werde ich vermutlich nicht viel Zeit haben, die dortigen Buchhandlungen unsicher zu machen. Allerdings liegt mir schon viel daran, in meiner wenigen freien Zeit ein, zwei schöne Läden zu besuchen und euch davon zu berichten.
Wenn ihr also Tipps habt, welche Buchhandlungen ich in Hamburg auf jeden Fall gesehen haben muss, dann lasst mir einen Kommentar da!

Schon mal ganz vielen Dank für eure Tipps und liebe Grüße,

Andrea

Autor: Lesen... in vollen Zügen

Seit 20 Jahren arbeite ich als Buchhändlerin in München und seit 2017 gibt es nun "Lesen... in vollen Zügen". Hier möchte ich euch vorstellen, welche Bücher mich gerade bewegen. Meine Beträge verfasse ich im Plauderton, eben so, wie ich auch mit meinen Kunden im Laden ins Gespäch komme. Der Schwerpunkt liegt dabei auf aktueller deutsch- und englischsprachiger Literatur. Aber ich bin auch ein großer Fan von schönen Illustrationen und stelle deshalb regelmäßig Graphic Novels und spannende illustrierte Sachbücher vor. Zu meinen Lieblingsautoren gehören Haruki Murakami, Banana Yoshimoto und Amélie Nothomb. Außerdem mache ich mir immer wieder Gedanken zum Thema Leseverhalten in der Rubrik Mein Leben als Leser und plaudere aus dem Nähkästchen in Bekenntnisse einer Buchhändlerin. Wem jetzt aber die Züge bei "Lesen... in vollen Zügen" zu kurz kommen, der kann gerne bei In vollen Zügen nach… vorbei schauen. Hier berichte ich von meinen Zugreisen, den Büchern, die mich dabei begleiten, den Städten die ich besuche und natürlich auch von schönen Buchhandlungen, die es dort zu entdecken gibt.

20 Kommentare zu „Alles neu macht der Mai…“

  1. Die Buchhandlung Cohen+Dobbernigg in der Sternstrasse 4 kann ich Dir sehr empfehlen. Dort könnte ich immer Stunden zubringen. Meistkauf ich auch mehr Bücher als geplant, weil ich immer wieder Titel entdecke, die ich unbedingt haben muss, aber noch nicht auf dem Schirm hatte.
    Viel Spaß in Hamburg.

    Gefällt 2 Personen

  2. Ich beneide dich ja, das du während einer Zugfahrt lesen kanns, da wird mir leider nur schlecht! Ich wünsche dir viel Spaß in Hamburg, eine schöne Hochzeit und auf alle Fälle viel Erfolg mit dem Buch!
    Ich kannte in der Tat keines deiner hier genannten Werke 🙂

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    1. Oh Gott, das wäre mein Tod, wenn ich beim pendeln nicht mehr lesen könnte.
      Mir wird immer nur im Auto schlecht. Deshalb nehm ich immer Hörbücher mit. Ist manch ein bißchen schwierig was zu finden, was uns Erwachsenen, dem Elfjährigen und dem Dreijährigen gefällt, weshalb wir zur Zeit recht viel Doktor Döblingers geschmackvolles Kasperletheater hören. Das ist ein Spaß für alle, aber den richtigen Romanen als Hörbuch trauere ich gerade ein bißchen nach. 😉

      Gefällt 2 Personen

      1. Ja, da stimme ich dir zu 😀 Ja, ich habe es in allem, was sich bewegt, Flug, Auto, Zug, Schiff, Rückwärts fahren oder zu starke Bewegungen gehen auch nicht *schulterzuck*
        Ah okay, ja das ist verständlich! 😉 ja, keine Ahnung, ich bin einfach ein so stark visueller Mensch und mag meistens die Stimmen in den Hörbüchern nicht so, die erinnern mich an Schule….

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  3. Moin,
    das Programm kam die Tage an. Vielleicht reicht dein Besuch ja für eine Veranstaltung: http://www.literaturinhamburg.de

    Buchhandlungen gibt es auch einige. Stories (Straßenbahnring 17, 20251 Hamburg) finde ich ja schön in der Präsentation der Bücher. Seitenweise am Hammer Steindamm finde ich allerdings ganz praktisch, weil es einfach am nächsten dran ist. Einen Artikel gab es mal im Abendblatt (https://www.abendblatt.de/kultur-live/article128572995/Das-sind-Hamburgs-beliebteste-Buchlaeden.html) Die Läden gibt es heute auch noch.

    Falls du noch Fragen hast, nur her damit.

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  4. Hab keine ANgst vor „Die Herrenausstatterin“ 🙂
    Es ist zwar anders, aber der Leky´ische weiche, so subtil humoristische Sound ist wieder vorhanden.
    Ich hab auch dieses Buch nach „Was man von hier aus sehen kann“ verschlungen und liebe einfach diese amüsierte Wärme, mit der sie schreibt!

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  5. Mein Tipp für Hamburg: die Buchhalndlung Lüders in der Nähe der Osterstraße. Warum eigentlich? Vielleicht die hohen Wände, die besondere Färbung des Holzes. Viel Spaß in der Hansestadt wünscht
    die Scherbensammlerin

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  6. Hey!
    Also Nussschale fand ich suuper skurril, aber faszinierend zugleich.
    Ich bin sehr gespannt auf deine Meinung 🙂
    Bisher kenne ich leider noch kein anderes Buch von ihm, Abbitte sollte aber in meinem Regal stehen, wenn ich mich nicht irre.

    Liebe Grüße,
    Nicci

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  7. Bin auf die Kluftinger-Rezension gespannt. Die ersten Bände habe ich verschlungen und habe sie geliebt, dann wurde es etwas langweiliger und dann habe ich sie gar nicht mehr gelesen. Vielleicht ist ja Zeit für ein Revival. 🙂 In zwei Wochen lesen die beiden Autoren übrigens in München. Bin noch am Überlegen, ob ich hin will. Sie sollen ja eine tolle Show machen…

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