Review: The Immortalists

Vor ein paar Monaten kam man ja auf Instagram nicht an „The Immortalists“ vorbei, nachdem es im Belletrist Bookclub gelesen wurde.
Neugierig geworden warf ich also einen Blick hinein und war von der Idee sofort gefesselt:

Es beginnt aus einer Mischung aus Mutprobe und kindlicher Neugier, als die Geschwister Varya, Daniel, Klara und Simon eine Wahrsagerin aufsuchen.
Diese sagt jedem der Kinder das genaue Todesdatum voraus.
Die Prophezeiung bringt die Leben der Geschwister aus dem Gleichgewicht, als jeder versucht, das Beste aus seinen vielen oder sehr wenigen verbleibenden Jahren zu machen…

An dieser Stelle wird es schwierig nicht zu spoilern, doch nur soviel:
„The Immortalists“ ist eine berührende Familiengeschichte, die abwechselnd aus der Sicht der einzelnen Geschwister erzählt wird. Sie stellt die Frage danach, wie wir Leben wollen, wenn uns viel oder wenig Zeit bleibt…
Ist es möglich, sein Leben selbst zu bestimmen, oder ist unser Ende vorherbestimmt?
Können wir unserem Schicksal entgehen, oder besiegeln wir es damit nur?
Ist es besser zu Leben oder zu Überleben?
Und vielleicht am wichtigsten: Leben wir nur für uns, oder nicht auch für unsere Familien?

Trotz all dieser philosophischen Fragen, ist „The Immortalists“ ein leicht lesbarer Familienroman, wie ich ihn aber dank der ungewöhnlichen Grundidee so noch nie gelesen habe.
Man leidet mit den Protagonisten mit und hofft die ganze Zeit, daß es möglich ist, ihrem Schicksal zu entgehen.

Persönlich fällt es mir immer ein bißchen schwer, mich ganz auf die Charaktere einzulassen, wenn von Anfang an so ein Damoklesschwert über ihnen hängt.

Trotzdem ist „The Immortalists“ ein richtig guter amerikanischer Familienroman, der durch seine einzigartige Prämisse heraussticht.
Wer „The Nest“ („Das Nest“) oder „Fates and Furies“ („Licht und Zorn“) geliebt hat, sollte hier unbedingt mal einen Blick hineinwerfen!

Deutscher Titel: Die Unsterblichen

Autor: Lesen... in vollen Zügen

Seit 20 Jahren arbeite ich als Buchhändlerin in München und seit 2017 gibt es nun "Lesen... in vollen Zügen". Hier möchte ich euch vorstellen, welche Bücher mich gerade bewegen. Meine Beträge verfasse ich im Plauderton, eben so, wie ich auch mit meinen Kunden im Laden ins Gespäch komme. Der Schwerpunkt liegt dabei auf aktueller deutsch- und englischsprachiger Literatur. Aber ich bin auch ein großer Fan von schönen Illustrationen und stelle deshalb regelmäßig Graphic Novels und spannende illustrierte Sachbücher vor. Zu meinen Lieblingsautoren gehören Haruki Murakami, Banana Yoshimoto und Amélie Nothomb. Außerdem mache ich mir immer wieder Gedanken zum Thema Leseverhalten in der Rubrik Mein Leben als Leser und plaudere aus dem Nähkästchen in Bekenntnisse einer Buchhändlerin. Wem jetzt aber die Züge bei "Lesen... in vollen Zügen" zu kurz kommen, der kann gerne bei In vollen Zügen nach… vorbei schauen. Hier berichte ich von meinen Zugreisen, den Büchern, die mich dabei begleiten, den Städten die ich besuche und natürlich auch von schönen Buchhandlungen, die es dort zu entdecken gibt.

8 Kommentare zu „Review: The Immortalists“

  1. Das habe ich auch schon eine Weile auf meinem Radar! Vielleicht sollte ich es mir wirklich bald mal zulegen… 🙂
    Du hast nicht zufällig auch schon Benjamins ersten Roman „The Anatomy of Dreams“ gelesen? Inhaltlich klingt er auch absolut vielversprechend!

    Lieben Gruß und ein schönes sonniges Wochenende!
    Nadine

    Gefällt 1 Person

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