Review: 20.000 Meilen unter dem Meer

Vor einiger Zeit hatte ich ja meine Liste der Schande erwähnt, die bei euch auf großes Interesse gestoßen ist.
Deshalb wollte ich heute mal einen Klassiker vorstellen, den bestimmt jeder von euch kennt, auch wenn ihn vielleicht die wenigsten komplett gelesen haben. 😉

„20.000 Meilen unter dem Meer“ hat mich schon als Kind fasziniert und damals gab es auch eine illustrierte Kinderbuchausgabe in unserer kleinen Stadtteilbücherei.
Die Vorstellung, im Meer zu leben hat mich absolut verzaubert, aber auch furchtbar gegruselt… man denke nur an den Riesenkraken!

Erst viele Jahre später habe ich dann die Originalausgabe gelesen und war überrascht, wie prophetisch und sozialkritisch dieser Roman wirklich ist.
In der Kinderbuchausgabe war der Text natürlich stark gekürzt und vereinfacht… Spätestens bei dem Kapitel „Einige Zahlen“, in dem auf etwa dreißig Seiten das Fassungsvermögen und die Kapazität der Nautilus erörtert werden, würden die meisten Teenager entnervt aufgeben. 😉

Für alle, die die Geschichte nur vom Hörensagen kennen:
Im Jahr 1867 nimmt der Meeresforscher Pierre Aronnax an einer Reise teil, bei der das Geheimnis eines vermeintlichen Seemonsters gelüftet werden soll. Innerhalb eines Jahres wurden nämlich mehrere Schiffe von einem mysteriösen Etwas unter Wasser regelrecht aufgeschlitzt.
Auch Aronnaxs Schiff wird angegriffen, doch er selbst, sein Diener Conseil und der Harpunier Ned Land können sich retten… und befinden sich plötzlich in einem hochmodernen Unterseeboot, der Nautilus.
Kapitän dieses Schiffes ist der geheimnisvolle Nemo, der mit einer handvoll Gleichgesinnter ein Leben unter Wasser und fernab einer Zivilisation, die er verabscheut, gewählt hat.
Aronnax, Conseil und Land bleibt keine andere Wahl, als auf der Nautilus zu bleiben und sich auf einer abenteuerlichen Reise den Gefahren der Meere und den Abgründen der menschlichen Seele zu stellen…

Ich bin ja ein großer Fan von Jules Verne und immer wieder erstaunt darüber, wie prophetisch seine Werke zuweilen sind.
Als ich diese wunderbar illustrierte Ausgabe des Knesebeck Verlages entdeckt habe war ich absolut begeistert und musste einfach zuschlagen.
Hierbei handelt es sich um den Originaltext, weshalb mein Großer leider ein wenig daran verzweifelt… aber für alle diejenigen, die schön gestaltete Bücher lieben ist diese Ausgabe ein richtiger Schatz!

2018-01-11_15.14.06

Autor: Lesen... in vollen Zügen

Seit 20 Jahren arbeite ich als Buchhändlerin in München und seit 2017 gibt es nun "Lesen... in vollen Zügen". Hier möchte ich euch vorstellen, welche Bücher mich gerade bewegen. Meine Beträge verfasse ich im Plauderton, eben so, wie ich auch mit meinen Kunden im Laden ins Gespäch komme. Der Schwerpunkt liegt dabei auf aktueller deutsch- und englischsprachiger Literatur. Aber ich bin auch ein großer Fan von schönen Illustrationen und stelle deshalb regelmäßig Graphic Novels und spannende illustrierte Sachbücher vor. Zu meinen Lieblingsautoren gehören Haruki Murakami, Banana Yoshimoto und Amélie Nothomb. Außerdem mache ich mir immer wieder Gedanken zum Thema Leseverhalten in der Rubrik Mein Leben als Leser und plaudere aus dem Nähkästchen in Bekenntnisse einer Buchhändlerin. Wem jetzt aber die Züge bei "Lesen... in vollen Zügen" zu kurz kommen, der kann gerne bei In vollen Zügen nach… vorbei schauen. Hier berichte ich von meinen Zugreisen, den Büchern, die mich dabei begleiten, den Städten die ich besuche und natürlich auch von schönen Buchhandlungen, die es dort zu entdecken gibt.

20 Kommentare zu „Review: 20.000 Meilen unter dem Meer“

  1. Große Teile der Aufzählungen von Tieren kann man getrost überspringen, zumal Verne hier beim Abschreiben ab und zu schluderte.
    Was ich immer wieder schade finde ist, dass sich der nicht ganz korrekte Titel durchsetzte, obwohl er zu Missverständnissen führt. »20.000 Meilen unter den Meeren« passt zu einer Reise besser als das nach einer Tiefenangabe klingende unter dem Meer. 😀

    Gefällt 1 Person

    1. Sorry… Falscher Knopf… 😂
      Also… Ich hab damals die Artemis Winkler Ausgabe gelesen, die tatsächlich „20.000 Meilen unter den Meeren“ hieß, was ja viel mehr Sinn gemacht hat, aber ich wurde dann recht oft korrigiert, daß der Titel „… unter dem Meer“ wäre. 😅

      Gefällt 1 Person

  2. Hallo 🙂

    Das Buch steht auch noch im meinem Regal und mir fällt dank deinem Beitrag ein, dass ich es unbedingt noch auf die Leseliste setzten muss. Im Sommer bin ich regelrecht auf die Jagd nach alten Ausgaben von Jules Vernes Werken gegangen. Übrigens ist ein Nachteil solcher alten Ausgaben der, dass es meistens keine Inhaltsangabe gibt. Von daher: vielen Dank für deine Rezi 😉

    Liebe Grüße,
    Pia

    Liken

  3. Das ist ja mal eine schöne Ausgabe! Ich habe mich damals der Gesamtausgabe meines Vaters bedient. Aber dieses Buch wandert auf alle Fälle auf meine Wunschliste. Und ja, ist schon witzig, dass sich das bei uns Beiden gerade überschnitten hat.
    Liebe Grüsse
    Nina

    Gefällt 1 Person

  4. OMG…MUSS ich haben!! Vielen, vielen Dank für das Entdecken dieses Klassikers in besonders schöner Ausgabe. Ich bin ja immer auf der Suche nach wunderschönen Klassikerausgaben. Bin in der Hinsicht sehr spleenig veranlagt.
    LG Conny

    Gefällt 1 Person

  5. Hallo und danke für die Rezension! Ich bin zwar etwas spät aber habe jetzt eeeewig gesucht, um heraus zu finden, ob diese Ausgabe vollständig ist. Aber in diesem Fall trifft das zu, nicht wahr?
    Liebe Grüsse von einer weiteren Leseratte

    Liken

    1. Grüß dich!
      Also ich bin relativ sicher, daß es eine vollständige Ausgabe ist. Was mich gerade so ein bisschen irritiert ist, daß da „bearbeitet von…“ steht.
      Jetzt habe ich ein Kapitel mit meiner normalen Ausgabe verglichen und konnte (abgesehen von ziemlichen Unterschieden in der Übersetzung) nicht sehen, daß da irgendwas gekürzt worden wäre.
      Keine Ahnung, worauf sich die Bearbeitung bezieht.
      Liebe Grüße zurück!

      Liken

      1. Danke für deine Antwort! Super lieb! Welche Ausgabe würdest du empfehlen? Ich bin gerade an einem Grossprojekt und suche nach einer dem Original nahen Übersetzung.

        Liken

      2. Oh, da kann ich dir leider nicht helfen, weil ich selber kein Französisch spreche.
        Bei Englisch, kein Problem, da könnte ich im Laden flugs in die verschiedenen Übersetzungen reinlesen und eine Meinung abgeben, aber bei Übersetzungen aus dem Französischen hab ich leider keine Ahnung. 😅

        Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s