Review: We Are Okay

Dieses Buch konnte ich die letzten zwei Tage nicht aus der Hand legen!

Eigentlich hatte ich mir „We Are Okay“ in erster Linie wegen des schönen Covers und der Empfehlung von John Green gekauft, ohne groß zu wissen, worum es ging, aber nun ist es definitiv mein liebstes Jugendbuch des Jahres!

New York im Dezember: Vor vier Monaten hat Marin Kalifornien verlassen, ohne sich von irgendjemandem zu verabschieden und mit nichts als den Kleidern, die sie gerade trug.
Mittlerweile hat sie ich an der Uni gut eingelebt, doch in den Winterferien ist sie die einzige, die in ihrem Wohnheim zurückbleibt, weil sie niemanden hat, bei dem sie die Ferien verbringen könnte.
In ihre Einsamkeit platzt jedoch ihre ehemals beste Freundin Mabel, die monatelang versucht hat, Marin zu finden. Sie will eine Erklärung, warum ihre Freundin so plötzlich verschwunden ist und jeden Kontakt abgebrochen hat.
Anfangs findet Marin keine Worte, doch während der Schnee fällt, beginnen ihre Dämme zu brechen…

Ich weiß nicht, was ich noch zu diesem Buch sagen soll, außer daß ich es einfach perfekt fand!
Die Sprache ist leicht und klar und dennoch poetisch, Marins Geheimnis hat mich betroffen gemacht, ohne auf irgendwelche schockierenden Klischees zurückzugreifen.
„We Are Okay“ ist ein sehr langsames, ruhiges Buch und trotzdem habe ich es verschlungen, wie einen Krimi, weil ich endlich hinter all die Geheimnisse kommen wollte.
Dabei nimmt die Geschichte immer wieder überraschende Wendungen, so daß ich mich wirklich zwingen musste, es aus der Hand zu legen, um meine Kinder halbwegs zu versorgen. 😉

Ich kann nur hoffen, daß dieses Buch möglichst bald auf Deutsch erscheinen wird.
Solange werde ich mir wohl frühere Geschichten von Nina LaCour vornehmen…

Für mich war „We Are Okay“ ein Highlight meines Lesejahres.

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Autor: Lesen... in vollen Zügen

Seit 20 Jahren arbeite ich als Buchhändlerin in München und seit 2017 gibt es nun "Lesen... in vollen Zügen". Hier möchte ich euch vorstellen, welche Bücher mich gerade bewegen. Meine Beträge verfasse ich im Plauderton, eben so, wie ich auch mit meinen Kunden im Laden ins Gespäch komme. Der Schwerpunkt liegt dabei auf aktueller deutsch- und englischsprachiger Literatur. Aber ich bin auch ein großer Fan von schönen Illustrationen und stelle deshalb regelmäßig Graphic Novels und spannende illustrierte Sachbücher vor. Zu meinen Lieblingsautoren gehören Haruki Murakami, Banana Yoshimoto und Amélie Nothomb. Außerdem mache ich mir immer wieder Gedanken zum Thema Leseverhalten in der Rubrik Mein Leben als Leser und plaudere aus dem Nähkästchen in Bekenntnisse einer Buchhändlerin. Wem jetzt aber die Züge bei "Lesen... in vollen Zügen" zu kurz kommen, der kann gerne bei In vollen Zügen nach… vorbei schauen. Hier berichte ich von meinen Zugreisen, den Büchern, die mich dabei begleiten, den Städten die ich besuche und natürlich auch von schönen Buchhandlungen, die es dort zu entdecken gibt.

23 Kommentare zu „Review: We Are Okay“

      1. Ja, das glaube ich dir sofort. Ich bin auch ein totaler Jahreszeitenleser und ärgere mich immer noch, dass ich Harry Potter diesen Herbst nicht geschafft hsbe zu beenden. Ich hoffe so sehr, dass es diesen Winter was wird, möchte nicht noch ein Jahr warten müssen – es fehlen noch Band 6 und 7, habe mit dem 6. Band aber bereits begonnen. Erste-Welt-Probleme von Büchermenschen! 😉

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      2. Das klingt verrückt und gleichzeitig genial. 😅 Man könnte einen Versuch durchführen und ein Buch in der Jahreszeit lesen, in der es spielt und dann noch einmal in der „anderen“ Jahreszeit und dann schauen, ob das Lesevergnügen ein anderes war. Ob man das Buch mehr oder weniger genossen hat oder ob es unverändert bleibt. Verstehst du was ich meine? Das wäre doch mal interesssant. 🤓

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      3. Absolut! Ich versuche Bücher auch immer zu der richtigen Jahreszeit zu lesen.
        Früher habe ich die sogar abgebrochen, wenn es nicht gepasst hat… „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“ kann doch wohl niemand am Pool lesen?! 😂
        Ein Buch zur Abkühlung zu lesen hatte ich davor auch noch nie gemacht, aber das hat vermutlich funktioniert, weil ich es so gut kenne und mich voll und ganz auf die Beschreibung der Kälte konzentrieren konnte. 😉

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      4. Wir sollten definitiv einen Selbstversuch starten. 😉 Ich freue mich, endlich jemanden gefunden zu haben, der auch ein Jahreszeitenleser ist. Die meisten Leser, die ich kenne, achten auf so etwas gar nicht bewusst. Da blutet mein nerdiges Leseherz ja schon immer ein bisschen. 😅

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  1. Ich bin so froh, dass es dir gefallen hat! Das „Die Sprache ist leicht und klar und dennoch poetisch, Marins Geheimnis hat mich betroffen gemacht, ohne auf irgendwelche schockierenden Klischees zurückzugreifen.“ kann ich so komplett unterschreiben.

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    1. We Are Okay war definitiv eins meiner Lesehighlights dieses Jahr!
      Mit YA habe ich in letzter Zeit eher schlechte Erfahrungen gemacht, weil es offenbar ständig irgendwelche Schocker braucht, um die Bücher zu verkaufen… Meine Kollegen aus der Jugendbuchabteilung sind mittlerweile schon richtig aggressiv, wenn es wieder ein Selbstmord, wieder eine Vergewaltigung, und dergleichen sein muss…
      Ich hab mir beim Lesen gedacht: Dieses Buch ist sooo gut, bitte, bitte lass das Geheimnis nicht die obligatorische Missbrauchsgeschichte sein, das wäre zu billig!
      Ich war dann wirklich überrascht, wie sich alles aufgelöst hat.
      Auch, daß die Liebesgeschichte letztendlich so entspannt und undramatisch war, war eine Wohltat.

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