Review: Die Zweisamkeit der Einzelgänger

Meyerhoffs „Alle Toten fliegen hoch“-Reihe hat mich von Anfang an begeistert.
Für alle die sie noch nicht kennen: Meyerhoff erzählt darin von seinem Leben und seiner manchmal ganz schön schrulligen Familie…
Aufgewachsen ist er nämlich auf dem Gelände einer Psychiatrie, da sein Vater der Anstaltsleiter war („Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“).
Später zieht er dann zu seinen fabelhaften Großeltern in deren Villa in München, um sich dort auf der Schauspielschule zu behaupten („Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“).

Der vierte Band der Reihe, „Die Zweisamkeit der Einzelgänger“ schließt an „Ach, diese Lücke…“ an.
Joachim arbeitet mittlerweile als Schauspieler am Bielefelder Theater und will nur weg aus dieser Stadt, doch da verliebt er sich in die schrullige Studentin Hanna.
Als Joachim ans Theater in Dortmund wechselt halten die beiden eine Fernbeziehung aufrecht, doch dort verfällt er der schönen Tänzerin Franka.
Von da an hat er alle Hände voll damit zu tun, sein Leben um diese beiden Frauen herum zu planen, so daß keine von der anderen erfährt.
Kein Wunder, daß Joachim bald darauf von Aufputschmitteln abhängig ist, um auf allen Hochzeiten zu tanzen… Und wenn er nachts ohnehin nicht schlafen kann, hilft er der fülligen und leicht ordinären Ilse gleich noch in ihrer Bäckerei…

Am Anfang hatte ich meine Probleme in „Die Zweisamkeit der Einzelgänger“ hineinzufinden. Nachdem seine Bücher immer besser wurden, war klar, daß irgendwann mal ein Einbruch kommen würde und das war hier für mich der Fall.
Gottseidank beschränkt sich das auf die erste Hälfte des Buches, bevor er wieder wie gewohnt Fahrt aufnimmt.
Eine Kollegin traf es vielleicht am besten, als sie meinte: „Es ist ja alles schön und gut, aber drei Kapitel, nur um endlich mit dem Mädchen spazieren zu gehen? Das war mir zu lang!“

Beim neuen Meyerhoff muss man also ein bißchen mehr Geduld mitbringen, aber es lohnt sich auf alle Fälle. 🙂

Autor: Lesen... in vollen Zügen

Seit 20 Jahren arbeite ich als Buchhändlerin in München und seit 2017 gibt es nun "Lesen... in vollen Zügen". Hier möchte ich euch vorstellen, welche Bücher mich gerade bewegen. Meine Beträge verfasse ich im Plauderton, eben so, wie ich auch mit meinen Kunden im Laden ins Gespäch komme. Der Schwerpunkt liegt dabei auf aktueller deutsch- und englischsprachiger Literatur. Aber ich bin auch ein großer Fan von schönen Illustrationen und stelle deshalb regelmäßig Graphic Novels und spannende illustrierte Sachbücher vor. Zu meinen Lieblingsautoren gehören Haruki Murakami, Banana Yoshimoto und Amélie Nothomb. Außerdem mache ich mir immer wieder Gedanken zum Thema Leseverhalten in der Rubrik Mein Leben als Leser und plaudere aus dem Nähkästchen in Bekenntnisse einer Buchhändlerin. Wem jetzt aber die Züge bei "Lesen... in vollen Zügen" zu kurz kommen, der kann gerne bei In vollen Zügen nach… vorbei schauen. Hier berichte ich von meinen Zugreisen, den Büchern, die mich dabei begleiten, den Städten die ich besuche und natürlich auch von schönen Buchhandlungen, die es dort zu entdecken gibt.

5 Kommentare zu „Review: Die Zweisamkeit der Einzelgänger“

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