Review: Underground Railroad

Vor kurzem hatte ich die Neuverfilmung von Alex Haleys Roman „Roots“ gesehen.
Das Thema war für mich gleichzeitig wahnsinnig spannend, aber auch verstörend.
Ich hatte mir überlegt, ob ich den Roman lesen soll, allerdings war mir die Brutalität der Verfilmung streckenweise zuviel und ich wusste, daß ich das Thema noch ein bißchen sacken lassen musste.

Zu dem Zeitpunkt hatte ich auch schon länger ein Auge auf „Underground Railroad“ geworfen. Ursprünglich wollte ich es schon vor ein paar Monaten auf Englisch lesen, aber dann kam soviel dazwischen und mittlerweile ist es ja auch auf Deutsch erschienen.

Die Underground Railroad war ein Netzwerk von Menschen, die entlaufenen Sklaven helfen wollten, die relativ sicheren Nordstaaten zu erreichen.
In Colson Whiteheads Roman wird aus diesem Netzwerk eine tatsächliche Undergrundbahn. – Tunnel und Züge, von anderen entlaufenen Sklaven erbaut, die ihre Kameraden von einem Bundesstaat in den nächsten bringen sollen.

Als die Sklavin Cora eines Tages von einem Bekannten angesprochen wird, von ihrer Farm zu fliehen hält sie es zunächst für eine dumme Idee. Doch als ihr Besitzer stirbt und die Plantage an seinen grausamen Bruder fällt, wird ihr klar, daß sie eine Flucht riskieren muss.
Gemeinsam mit zwei Freunden macht sie sich auf den Weg, doch der Norden scheint unerreichbar…
Immer wieder gelangt Cora an Orte, die sicher scheinen, doch die Sklavenfänger sind ihr dicht auf den Fersen. So bringt Cora nicht nur sich in Gefahr, sondern auch das Leben aller, die versuchen ihr zu helfen…

Ich bin ja ein Mensch, den Unterdrückung und Gewalt ziemlich mitnehmen. Auch wenn es „nur“ eine Geschichte ist. Zu wissen, daß ein Buch auf wahren Begebenheiten basiert macht es nicht leichter.
Deshalb habe ich mir bei „Underground Railroad“ Zeit gelassen und jeden Tag nur etwa zwanzig Seiten gelesen, damit mich die Geschichte nicht zu traurig macht.
So war immer eine gewisse Distanz zwischen mir und dem Buch, trotzdem empfand ich es als sehr wichtiges, eindringliches Buch.

Autor: Lesen... in vollen Zügen

Seit 20 Jahren arbeite ich als Buchhändlerin in München und seit 2017 gibt es nun "Lesen... in vollen Zügen". Hier möchte ich euch vorstellen, welche Bücher mich gerade bewegen. Meine Beträge verfasse ich im Plauderton, eben so, wie ich auch mit meinen Kunden im Laden ins Gespäch komme. Der Schwerpunkt liegt dabei auf aktueller deutsch- und englischsprachiger Literatur. Aber ich bin auch ein großer Fan von schönen Illustrationen und stelle deshalb regelmäßig Graphic Novels und spannende illustrierte Sachbücher vor. Zu meinen Lieblingsautoren gehören Haruki Murakami, Banana Yoshimoto und Amélie Nothomb. Außerdem mache ich mir immer wieder Gedanken zum Thema Leseverhalten in der Rubrik Mein Leben als Leser und plaudere aus dem Nähkästchen in Bekenntnisse einer Buchhändlerin. Wem jetzt aber die Züge bei "Lesen... in vollen Zügen" zu kurz kommen, der kann gerne bei In vollen Zügen nach… vorbei schauen. Hier berichte ich von meinen Zugreisen, den Büchern, die mich dabei begleiten, den Städten die ich besuche und natürlich auch von schönen Buchhandlungen, die es dort zu entdecken gibt.

10 Kommentare zu „Review: Underground Railroad“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s